02.03.2021 | Presseinfo Nr. 11

Der Arbeitsmarkt im Februar

Im Februar stabilisierte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 77 Personen auf 17.261. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,2 Prozent.
 

Verglichen mit dem Vorjahr waren im Februar 2.065 mehr Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 13,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Februar 2020 um 0,6 Prozentpunkte.

Im Februar meldeten die Unternehmen und Verwaltungen in Münster und im Kreis Warendorf 1.219 neue freie Stellenangebote, das waren 236 mehr als im Januar. Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen um 385 Stellenangebote zurück. Insgesamt standen den Experten der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster 5.217 Stellenangebote zur Vermittlung zur Verfügung. Das waren 51 weniger als im Januar und 587 weniger als im Februar des vergangenen Jahres.

Der Arbeitsmarkt in Münster

Corona bremst Arbeitsmarkt weiter

„Trotz des andauernden Lock-Downs blieb die Lage am Arbeitsmarkt in Münster im Februar unverändert“, fasst Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster zusammen. Im Februar verzeichnete die Arbeitsagentur 4 Arbeitslose mehr als im Januar. Insgesamt lag die Zahl der Arbeitslosen bei 9.161 Personen. Die Arbeitslosenquote blieb auf dem Niveau des Vormonats und lag bei 5,3 Prozent. Dass die Arbeitslosigkeit trotz der schwierigen Rahmenbedingungen aktuell nicht weiter gestiegen ist, dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Corona-Pandemie aber durchaus tiefgreifende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt habe, stellt Fahnemann klar. So waren zuletzt 1.396 mehr Männer und Frauen arbeitslos gemeldet als im Februar 2020. Die Arbeitslosenquote stieg im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozentpunkte.

„Die sonst üblicherweise im Februar bereits einsetzende Frühjahrsbelebung ist in diesem Jahr komplett ausgeblieben“, macht Fahnemann deutlich. Stattdessen sei der Arbeitsmarkt fast gänzlich zum Stillstand gekommen: „Es melden sich weniger Menschen neu arbeitslos als in vergleichbaren Monaten. Denn die Entlassungen, die durch die Corona-Pandemie bedingt wurden, sind bereits erfolgt. Gleichzeitig gibt es insgesamt betrachtet auch deutlich weniger Chancen auf eine neue Beschäftigung“, erklärt er und fügt hinzu „Dies führt zu einer wachsenden Langzeitarbeitslosigkeit“. Die Zahl der langzeitarbeitslosen Männer und Frauen, also Personen die bereits ein Jahr und länger arbeitslos sind, lag im Februar in Münster bei 3.695 Personen, 779 mehr als vor einem Jahr. „Seit Herbst steigt auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen kontinuierlich an. Insbesondere für Menschen, die bereits vor Beginn der Corona-Krise von Arbeitslosigkeit betroffen waren, ist es schwer, eine neue Arbeitsstelle zu finden“, erläutert Fahnemann. „Zwar stellen einige Arbeitgeber aktuell durchaus ein, aber gesucht werden meist Fachkräfte. Geringqualifizierte oder Menschen, die bereits länger aus dem Beruf heraus sind, haben zurzeit oft wenig Chancen am Arbeitsmarkt“, ergänzt er.

Erstmals spiegeln sich die Auswirkungen der Pandemie auch in den Beschäftigtenzahlen. So sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Ende März bis Ende Juni 2020 um 1.647 Personen. Das entspricht einem Rückgang um knapp 1 Prozent. Dass der Rückgang in diesem Zeitraum nicht größer ausgefallen ist, sei dem massiven Einsatz von Kurzarbeitergeld zu verdanken, unterstreicht Joachim Fahnemann. Im Juni haben 1.464 Betriebe für 14.761 Beschäftigte Kurzarbeitergeld abgerechnet. Mit den Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen sank die Zahl der Unternehmen in Kurzarbeit laut aktuellen Hochrechnungen im September auf 835 Betriebe mit 5.976 Beschäftigten. „Mit dem zweiten Lock-Down ab November haben aber wieder mehr Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden müssen“, berichtet Fahnemann. Da Personalverantwortliche eine längere Frist haben, um die tatsächliche Kurzarbeit abzurechnen, liegen statistische Daten dazu erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Im Vergleich zum Vormonat zog die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen in Münster leicht an. Sie meldeten im Februar 590 neue freie Stellen, 51 mehr als im Januar. „Die Nachfrage nach neuem Personal liegt aber deutlich unter dem Niveau des vergangenen Jahres, vor der Corona-Pandemie“, unterstreicht der Agenturchef. Aktuell sind 193 Stellenangebote weniger gemeldet worden als im Februar 2020. Insgesamt standen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen 2.342 gemeldete Arbeitsstellen zur Verfügung.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Typische Frühjahrsbelebung bleibt aus

„Typischerweise sinken die Arbeitslosenzahlen mit der einsetzenden Frühjahrsbelebung. Diese saisonale Entwicklung ist bislang ausgeblieben“, erläutert Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, und fügt an: „Im Gegenteil: Die Arbeitslosigkeit ist sogar leicht gestiegen. Der nun schon lang andauernde zweite Lock-Down zeigt seine Wirkung. Nicht alle Unternehmen schaffen es, ihre Mitarbeiter zu halten.“ Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Februar gegenüber dem Vormonat um 73 Personen auf zuletzt 8.100. Die Arbeitslosenquote blieb auf dem Niveau von Januar und lag bei 5,1 Prozent. Insgesamt lag die Arbeitslosigkeit um 9 Prozent höher als im Vorjahr. Verglichen mit Februar 2020 waren zuletzt 669 Männer und Frauen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,4 Prozentpunkte.

So stieg die Jugendarbeitslosigkeit im Februar leicht an, nachdem einige Auszubildende ihre Abschlussprüfungen absolviert haben. „Nicht alle Nachwuchskräfte konnten nach dem Ausbildungsabschluss in ihren Betrieben übernommen werden. In der Regel finden diese frisch ausgebildeten Fachkräfte meist schnell eine neue Beschäftigung. Ob dies auch in der aktuellen Situation gut gelingt, hängt zum Teil von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab“, sagt Fahnemann. Im Februar waren 769 junge Erwachsene arbeitslos gemeldet, 25 mehr als im Januar und 53 mehr als im Vorjahresvergleich.

Erstmals können die Folgen der Pandemie auch an den Beschäftigtenzahlen abgelesen werden. So sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Ende März bis Ende Juni 2020 um 775 Personen. Das entspricht einem Rückgang um 0,8 Prozent. „Damit hat sich der erste Lock-Down aber nicht so stark ausgewirkt, wie befürchtet“, so Fahnemann. Dass der Rückgang in diesem Zeitraum nicht größer ausgefallen ist, sei dem massiven Einsatz von Kurzarbeitergeld zu verdanken, unterstreicht Joachim Fahnemann.

Im Juni haben 1.043 Betriebe im Kreisgebiet für 10.870 Beschäftigte Kurzarbeitergeld abgerechnet. Mit den Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen sank die Zahl der Unternehmen in Kurzarbeit laut aktuellen Hochrechnungen im September auf 607 Betriebe mit 4.946 Beschäftigten. „Mit dem zweiten Lock-Down ab November haben aber wieder mehr Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden müssen“, berichtet Fahnemann. Da Personalverantwortliche eine längere Frist haben, um die tatsächliche Kurzarbeit abzurechnen, liegen statistische Daten dazu erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Trotz der andauernden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wird in einige Betrieben neues Personal gesucht. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Kreis Warendorf im Februar 629 neue offene Stellen, 185 mehr als im Januar. Insgesamt standen Arbeitslosen und Arbeitsuchenden 2.875 gemeldete Stellenangebote zur Verfügung, 9 weniger als im Vormonat. Stellenzugänge gab es im Einzelhandel und im Baugewerbe. „Insgesamt ist die Zurückhaltung der Unternehmen bei ihrer Personalnachfrage aber deutlich spürbar“, so der Agenturleiter. Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Kreisgebiet insgesamt 1.073 neue Stellenangebote, 267 weniger als im Vorjahreszeitraum. Eingebrochen ist die Arbeitskräftenachfrage vor allem im Hotel- und Gastgewerbe. Weniger Stellenangebote als im Vorjahr gab es auch im verarbeitenden Gewerbe.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist im Februar gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Mit 41.712 waren damit 197 Arbeitslose weniger bei den Arbeitsagenturen oder kommunalen Jobcentern gemeldet als noch im Januar. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,3 Prozent.

Der Blick auf die einzelnen Arbeitsagenturen im Münsterland zeigt eine unveränderte Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Auch die Agentur für Arbeit Rheine verzeichnete keine Veränderung bei der Arbeitslosenquote. Sie liegt weiterhin bei 4,5 Prozent. Gesunken ist die Arbeitslosenquote hingegen im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld. Mit 3,7 Prozent liegt sie um 0,1 Prozentpunkte niedriger als noch im Januar.

Durch die Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen wurden im Februar 3.300 neue freie Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Das sind 904 mehr als noch im Vormonat. Der Bestand offener Stellen liegt derzeit bei 13.402, damit allerdings um 860 Stellen niedriger als noch im Vorjahr.