30.04.2021 | Presseinfo Nr. 30

Arbeitslosigkeit sinkt leicht

Im April ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster gegenüber März leicht gesunken. Mit 16.634 Arbeitslosen waren es 272 weniger als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf nun 5 Prozent.
 

Erstmals bezieht sich der Vorjahresvergleich auch auf einen Monat, der bereits unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stand. So sind aktuell 10 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als noch im April des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote liegt jedoch trotz dieses leichten Anstieges weiterhin bei 5 Prozent.

Deutlich gestiegen ist die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften. So meldeten die Unternehmen aus dem Agenturbezirk im April 1.355 neue freie Stellen bei den Experten der Arbeitsagentur. Das sind zwar 37 weniger als im März, aber 608 mehr als im Vorjahresmonat. Das entspricht einem Anstieg um rund 81 Prozent. Der Bestand an insgesamt gemeldeten freien Stellen kletterte damit, gegenüber April letzten Jahres, um 548 auf nun 5.768 freien Arbeitsplätzen.

Der Arbeitsmarkt in Münster

In der Stadt Münster waren im April 8.960 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 89 weniger als noch im März. Die Arbeitslosenquote blieb trotz des leichten Rückgangs der Arbeitslosigkeit unverändert bei 5,2 Prozent. Damit zeigt sich im Stadtbezirk nur eine sehr leichte Frühjahrsbelebung. „Sicherlich deutlich schwächer als in vergangenen Jahren, wir dürfen aber nicht vergessen, dass es immer noch umfangreiche Einschränkungen in Folge der Corona-Pandemie gibt, die natürlich auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben“, erklärt Joachim Fahnemann, der Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.

Der April letzten Jahres war der erste Monat, der deutlich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stand. Heute, ein Jahr später, zeigt sich, dass die Arbeitslosigkeit in Münster nochmal leicht gestiegen ist. So sind aktuell 295 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote liegt zurzeit um 0,2 Prozentpunkte höher. „Mit dem Instrument der Kurzarbeit konnten wir den Eintritt in die Arbeitslosigkeit in sehr vielen Fällen verhindern, leider aber nicht immer“, erklärt Fahnemann und fügt hinzu: „Beispielsweise in der Gastronomie, dem Event- und Veranstaltungsbereich und Teilen des Einzelhandels haben die Einschränkungen der letzten Monate allen viel abverlangt.“

Für die Menschen, die arbeitslos sind, setzt die Arbeitsagentur unter anderem auf Weiterbildung, wie Fahnemann verdeutlicht: „Die Zeit der Arbeitslosigkeit möchten wir überall dort, wo es möglich ist und Sinn macht, nutzen, um die Menschen beruflich weiter zu qualifizieren. Denn wir wissen, dass am Arbeitsmarkt vor allem gut qualifizierte Fachkräfte gesucht werden.“ Das gilt für die Qualifizierung einzelner fachlicher Kenntnisse bis hin zum Nachholen eines Berufsabschlusses. „Wer bereit ist, diesen Weg zu gehen, kann sich einen entscheidenden Vorteil bei der Stellensuche erarbeiten“, so Fahnemann.

Das Arbeitskräfte gesucht werden, wird durch einen Blick auf die Anzahl gemeldeter Stellen deutlich. Davon meldeten die Verantwortlichen der Arbeitgeber im Stadtgebiet 777 alleine im April. Das sind zwar nur 3 mehr als noch im März, aber 431 mehr als im Vorjahr, was einer Steigerung um über 124 Prozent entspricht. Insgesamt sind für das Gebiet der Stadt Münster damit 2.621 offene Stellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 145 mehr als im März und 128 mehr als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Vor allem bedingt durch eine leichte Frühjahrsbelebung ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Warendorf im März gesunken. Mit 7.674 arbeitslosen Menschen waren es im April 183 weniger als noch im März dieses Jahres. „Die Frühjahrsmonate entspannen den Arbeitsmarkt in jedem Jahr, da zum Beispiel in den witterungsabhängigen Berufen wieder deutlich mehr gearbeitet werden kann“, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen Münster. Da in diesen Branchen deutlich mehr Männer beschäftigt sind, profitieren diese derzeit auch stärker. So ist die Zahl der arbeitslosen Männer gegenüber dem Vormonat um 3,1 Prozent (-132) gesunken, bei den Frauen hingegen nur um 1,4 Prozent (-51). „Dennoch sind im Moment insgesamt mehr Männer von Arbeitslosigkeit betroffen“, erklärt Fahnemann. So waren im April 53,4 Prozent aller Arbeitslosen männlich.

Der Blick auf das Vorjahr zeigt erstmals die Entwicklung innerhalb der Pandemie, da der April 2020 der erste Monat war, in dem die Corona-Auswirkungen den Arbeitsmarkt getroffen haben. „Vor einem Jahr haben wir durch den ersten Lock-Down einen massiven Einfluss auf den Arbeitsmarkt verzeichnet. Heute, ein Jahr später, können wir einen Blick darauf werfen, wie sich die Situation seit dem verändert hat“, erklärt Fahnemann.

Trotz einer ähnlichen Lock-Down Situation, wie vor einem Jahr, liegt die Arbeitslosigkeit aktuell um 3,6 Prozent niedriger. Das bedeutet, heute sind 285 Menschen weniger arbeitslos als noch im April 2020. Die Arbeitslosenquote liegt um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat. „Viele Unternehmen waren damals von der Pandemie und deren Auswirkungen überrascht. Inzwischen haben viele eine gewisse Planungssicherheit und stellen daher auch wieder Mitarbeiter ein“, so Fahnemann und ergänzt: „Bereits seit Sommer letzten Jahres konnten wir eine recht typische saisonale Entwicklung der Arbeitslosigkeit beobachten, die nur noch wenig durch die Pandemie beeinflusst wurde.“

Das durch die Unternehmen wieder mehr Personal nachgefragt wird, bestätigt der Blick auf die offenen Stellen. So wurden im April durch Unternehmen und öffentliche Verwaltungen 578 freie Stellen gemeldet. Das sind zwar 5 weniger als im März dieses Jahres, aber 177 mehr als im April 2020. Insgesamt sind damit derzeit 3.147 freie Stellen bei der Arbeitsagentur Ahlen-Münster für den Kreis Warendorf gemeldet, 132 mehr als im Vormonat und 420 mehr als im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Im Münsterland ist die Zahl der Arbeitslosen im April gesunken. Mit 39.745 waren 885 Menschen weniger arbeitslos als noch im März. Damit sind es aktuell 911 weniger als noch im April des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat unverändert bei 4,3 Prozent geblieben. Damit liegt sie aber um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert von April 2020.

In den Bezirken aller drei Agenturen für Arbeit im Münsterland ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Die Arbeitsagentur Ahlen-Münter verzeichnete im April eine Arbeitslosenquote von 5 Prozent. Sie liegt damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als noch im März. Auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine ist die Arbeitslosenquote im April gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte zurückgegangen. Sie liegt dort nun bei 4,3 Prozent. Weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet die Agentur für Arbeit Coesfeld. Mit 3,5 Prozent liegt auch sie 0,1 Prozentpunkte niedriger als noch im März.

Im April meldeten die Arbeitgeber im Münsterland 3.412 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen und damit 8 mehr als im März. Damit sind es aber 1.703 mehr als im April des vergangenen Jahres. Der Bestand an offenen Stellen kletterte gegenüber dem Vormonat um 615 auf nun 14.677. Damit liegt er um 1.659 Stellen höher als im vergangenen Jahr.