01.02.2022 | Presseinfo Nr. 9

Der Arbeitsmarkt im Januar

Im Januar verzeichnete die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster erstmals seit einem halben Jahr einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. 14.786 Männer und Frauen waren im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet, 466 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent.
 

Verglichen mit dem Vorjahr zeigt sich der Arbeitsmarkt jedoch weiter auf Erholungskurs. Im Januar 2021 lag die Arbeitslosenquote noch bei 5,2 Prozent, das sind 0,8 Prozentpunkte mehr als im aktuellen Monat. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 2.398 Personen.

Die Unternehmen meldeten 1.316 neue freie Stellen, 103 mehr als im Dezember, und 333 mehr als im Januar des letzten Jahres. Insgesamt standen den Experten der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster 7.509 Stellenangebote zur Vermittlung zur Verfügung. Das waren 216 mehr als im Dezember und sogar 2.241 mehr im Januar des vergangenen Jahres

Der Arbeitsmarkt in Münster

Anstieg der Arbeitslosigkeit deutlich geringer als üblich

Im Januar waren in Münster 7.757 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 210 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte und lag zuletzt bei 4,4 Prozent. Dass die Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel steigt, sei typisch, erklärt Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster: „Im Januar melden sich üblicherweise vermehrt Beschäftigte arbeitslos, deren befristeter Arbeitsvertrag ausläuft. Zudem enden im Januar die dreieinhalbjährigen Ausbildungsgänge. Nicht immer werden die Ausbildungsabsolventen im Betrieb übernommen. Sie müssen sich dann übergangsweise arbeitslos melden“. In diesem Jahr ist der jahreszeitliche Anstieg der Arbeitslosigkeit aber erheblich geringer ausgefallen als in den Vorjahren. So war die Zahl der Arbeitslosen im Januar niedriger als im Vergleichsmonat im Jahr 2019 vor Beginn der Corona-Pandemie. „Die Arbeitslosigkeit liegt auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als zehn Jahren. Der Arbeitsmarkt ist aktuell in einer sehr guten Verfassung“, führt Fahnemann aus.

Erfreulich positiv entwickelte sich der Arbeitsmarkt weiterhin für Jugendliche und junge Erwachsene. Im Vergleich zum letzten Jahr sank die Jugendarbeitslosigkeit um 24,5 Prozent. Im Januar waren 581 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 9 mehr als im Dezember, aber 189 weniger als im Januar 2021.

„Viele Unternehmen haben einen sehr hohen Fachkräftebedarf. Sie halten ihre Beschäftigten im Unternehmen und suchen zusätzlich neues Personal“, beschreibt der Arbeitsmarktexperte. Die Personalverantwortlichen in den Betrieben und Verwaltungen meldeten im Januar 604 neue freie Stellenangebote, 5 mehr als im Dezember und 65 mehr als im Vorjahresvergleich. Insgesamt standen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen in Münster 3.243 gemeldete Stellen zur Verfügung, 859 mehr als im Januar 2021.

Einen Spitzenplatz bei der Personalnachfrage belegt nach wie vor das Gesundheits- und Sozialwesen. 87 neue offene Stellen meldeten die dortigen Personalabteilungen bei der Agentur für Arbeit. Ebenfalls hoch ist der Bedarf im Handel. Hier verzeichnete die Agentur für Arbeit in Münster 75 neue freie Arbeitsstellen. Eher ungewöhnlich für die Jahreszeit gab es auch im Baugewerbe im Januar mit 42 Stellenmeldungen viele neue Jobangebote.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Arbeitsmarkt startet gut in das neue Jahr

Im Kreis Warendorf verzeichnete die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster im Januar einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Zu Jahresbeginn waren 7.029 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 256 mehr als im Vormonat Die Arbeitslosenquote erhöhte sich ebenfalls und lag zuletzt bei 4,4 Prozent, 0,1 Prozentpunkte höher als im Dezember. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit sei zu Beginn des Jahres typisch, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Gründe dafür seien, dass befristete Arbeitsverträge häufig zum Jahreswechsel endeten und nicht alle Beschäftigten unmittelbar nach Vertragsende eine Anschlusstätigkeit aufnehmen. Gleiches gelte für Auszubildende nach dem Ende ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung. „In diesem Jahr ist der dadurch verursachte Anstieg der Arbeitslosigkeit aber deutlich geringer ausgefallen als üblich“, unterstreicht Fahnemann.

Er macht deutlich, dass die Lage am Arbeitsmarkt im Kreisgebiet aktuell sehr gut ist: „Die Arbeitslosenzahlen liegen deutlich unter den Werten von 2021 und haben sogar ein niedrigeres Niveau als in den vergangenen zehn Jahren erreicht. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“. Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosenquote um 0,7 Prozentpunkte zurück. Die Zahl der Arbeitslosen lag im Januar mit 998 Personen um 12,4 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Weiterhin positiv entwickelte sich der Arbeitsmarkt insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene. Im Vergleich zum letzten Jahr sank die Jugendarbeitslosigkeit um 17,1 Prozent. Im Januar waren 617 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 13 mehr als im Dezember, aber 127 weniger als im Januar 2021.

„Junge Nachwuchskräfte haben aktuell gute Chancen am Arbeitsmarkt, denn die Unternehmen in der Region suchen nach wie vor verstärkt Personal. Dabei setzen die Personalverantwortlichen nicht nur auf Bewerberinnen und Bewerber mit längerer Berufserfahrung, sondern stellen auch Berufseinsteiger ein. Das ist ein wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung“, so der Arbeitsmarktexperte. So war der Bedarf an Arbeitskräften im Kreis Warendorf auch im Januar hoch. Das zeigt der Bestand an offenen Stellen, die bei der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster gemeldet sind. Im Januar waren es insgesamt 4.266 Arbeitsstellen, 1.382 mehr als im Vorjahresmonat. Die Unternehmen meldeten im aktuellen Monat 712 neue offene Stellenangebote, 268 mehr als im Januar 2021. Die hohe Arbeitskräftenachfrage betrifft fast alle Branchen und Berufe. Besonders viele offene Stellenmeldungen verzeichnete die Agentur für Arbeit im Kreis Warendorf im Einzelhandel, im Gesundheitswesen und im Maschinenbau.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Typischerweise steigt die Arbeitslosigkeit zu Beginn eines Jahres. Das war im Münsterland auch in diesem Jahr der Fall. So kletterte die Arbeitslosenquote im Januar gegenüber Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf nun 3,8 Prozent. Damit waren münsterlandweit 35.287 Personen arbeitslos gemeldet, 1.416 mehr als im Vormonat.

Im Januar ist die Arbeitslosigkeit in allen drei Agenturen für Arbeit im Münsterland angestiegen. Die Arbeitslosenquote kletterte im Bezirk der Arbeitsagentur Coesfeld gegenüber Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf nun 3,1 Prozent. Münsterlandweit stellt das den höchsten Anstieg dar. Gleichzeitig bleibt die Arbeitslosenquote aber die niedrigste in NRW. Die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster verzeichnete einen Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf nun 4,4 Prozent. Auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine kletterte die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte. Sie betrug im Januar 3,8 Prozent.

Im Januar meldeten die Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen im Münsterland 2.962 neue Stellen bei der Arbeitsagentur. Das waren 58 mehr als noch im Dezember. Den Jobsuchenden im Münsterland standen damit zuletzt 19.029 freie Stellen zur Verfügung und damit 5.884 mehr als im Januar des vergangenen Jahres. Das entspricht einem Zuwachs von über 44 Prozent.