29.07.2021 | Presseinfo Nr. 45

Arbeitslosigkeit steigt saisontypisch leicht

Im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster leicht. Insgesamt waren im 16.319 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 126 mehr als im Juni. Auf die Arbeitslosenquote hatte dies keinen Einfluss. Sie blieb unverändert bei 4,9 Prozent.
 

Verglichen mit dem Vorjahr verbesserte sich die Situation am Arbeitsmarkt deutlich. Die Arbeitslosigkeit sank gegenüber Juli 2020 um 2.467 Personen, das entspricht einem Rückgang von 13,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,8 Prozentpunkte.

Die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen lag weiterhin spürbar über dem Vorjahr. So meldeten die Arbeitgeber im Agenturbezirk im Juli 1.570 neue freie Stellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind 398 mehr als noch im Juli 2020. Insgesamt waren zuletzt 7.010 unbesetzte Stellen gemeldet, 346 mehr als im Vormonat und 2.059 mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Stellenanzahl gegenüber dem vergangenen Jahr um 41,6 Prozent.

Der Arbeitsmarkt in Münster

Ausbildungsende lässt Arbeitslosigkeit leicht steigen

Im Juli verzeichnet die Agentur für Arbeit einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, eine Entwicklung, die jedoch kein Anlass zur Beunruhigung ist, darauf verweist Christian König, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie nehmen weiter ab und der Arbeitsmarkt entwickelt sich saisontypisch. Typischerweise steigt die Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten vorübergehend an. Das ist auch aktuell so“, berichtet er. Besonders deutlich fällt die Zunahme der Arbeitslosigkeit regelmäßig in der Gruppe der unter 25-Jährigen aus. So auch in diesem Jahr. Im Juli waren in Münster 822 Jugendliche und junge Erwachsene arbeitslos gemeldet, 62 mehr als im Juni. Grund dafür ist das Ende der Ausbildung. „Jugendliche, die nicht nahtlos weiterbeschäftigt werden, melden sich arbeitslos. Erfahrungsgemäß sind die meisten von ihnen aber nur übergangsweise arbeitslos und finden schnell eine neue Beschäftigung“, erklärt König. Denn, so der Experte: „Grundsätzlich sieht der Arbeitsmarkt für junge Fachkräfte gut aus. Nach dem Ende vieler Corona-bedingten Einschränkungen ist die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen stark gestiegen. Zahlreiche Betriebe suchen neue Mitarbeiter. Vor allem Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung werden benötigt. Das bietet Ausbildungsabsolventen aktuell gute Chancen, schnell eine Anschlussbeschäftigung zu finden“. Im vergangen Jahr sah die Situation für junge Menschen am Arbeitsmarkt noch schwieriger aus. Damals waren 934 Jugendliche und junge Erwachsene arbeitslos gemeldet, 112 mehr als im aktuellen Monat. 

„Grundsätzlich ist der Arbeitsmarkt weiterhin auf einem Erholungskurs“, betont König. So waren im Juli in Münter 8.838 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 1.056 weniger als vor einem Jahr. Das entspricht einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 10,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt mit aktuell 5,1 Prozent um 0,6 Prozentpunkte unter dem Wert aus Juli 2020. Verglichen mit Juni stieg die Arbeitslosigkeit saisontypisch leicht um 60 Personen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte.

Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit in Münster wurden im zurückliegenden Monat 878 freie Stellen gemeldet und damit 55 mehr als im Juni. Insgesamt standen im Juli 3.130 offene Stellen für die Arbeitsuchenden in Münster zur Verfügung, 168 mehr als im Juni und 792 mehr als im Juli 2020. Besonders gesucht waren im Juli Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Handel. Insgesamt 366 freie Stellen verzeichnete die Arbeitsagentur in dieser Branche, 119 mehr als im Juli vor einem Jahr. Auch im Baugewerbe und im Hotel- und Gaststättengewerbe war der Personalbedarf im Juli hoch.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Arbeitslosigkeit steigt saisontypisch leicht

Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Kreis Warendorf im Juli leicht. Insgesamt waren 7.481 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 66 mehr als im Juni. Auf die Arbeitslosenquote wirkte sich dies nicht aus. Sie blieb unverändert bei 4,7 Prozent.

Die größte Steigerung der Arbeitslosigkeit ist bei den Jugendlichen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren zu verzeichnen. Mit 768 waren im zurückliegenden Monat 110 mehr junge Menschen arbeitslos gemeldet als noch im Vormonat. Christian König, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, sieht darin eine Entwicklung, die nicht ungewöhnlich ist: „Bei der gestiegenen Arbeitslosigkeit handelt es sich um einen typischen, saisonalen Effekt.“ So bleiben einige Jugendliche nach der Ausbildung nicht im Ausbildungsbetrieb und melden sich daher zunächst arbeitslos. Sie suchen nun eine neue Beschäftigung oder beginnen im Herbst ein Studium. „In der Regel handelt es sich nur um kurze Zeiten der Arbeitslosigkeit“, verdeutlicht König.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt schwächten sich im Juli weiter ab. So verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 1.411 Personen. Das entspricht einem Rückgang um 15,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich gegenüber Juli 2020 um 0,9 Prozent. „Die Zeichen am Arbeitsmarkt stehen weiterhin auf Entspannung. Viele Unternehmen suchen neue Mitarbeiter. Das eröffnet Chancen für alle, die eine neue Beschäftigung suchen“, so König.

Aktuell waren im Kreisgebiet 3.880 offene Stellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 178 mehr als im Juni und 1.267 mehr als vor einem Jahr. Allein im Juli kamen 692 neue Stellenmeldungen hinzu, 181 mehr als im Juli 2020. Insgesamt 287 Stellenangebote waren im Handel zu besetzten, 202 Mitarbeiter wurden im Baugewerbe gesucht. Anhaltend hoch ist der Personalbedarf in Gesundheits- und Sozialberufen. Hier waren im Juli 187 freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Zwei Drittel der Jobangebote richteten sich an Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufs- oder Hochschulausbildung. Knapp 95 Prozent der Stellenangebote ist unbefristet zu besetzen. „Das ist ein positives Signal und zeigt, dass Arbeitgeber zunehmend langfristig planen“, so König.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Im Münsterland ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat nur leicht angestiegen. Mit 38.550 waren im Juli 356 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als noch im Juni dieses Jahres. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,1 Prozent. Vor einem Jahr lag die Zahl der Arbeitslosen unter starkem Einfluss der Corona-Pandemie noch um 6.999 Personen höher. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli letzten Jahres 4,9 Prozent.

Unverändert blieb die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat in allen drei Bezirken der Agenturen für Arbeit im Münsterland. So liegt sie für die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster weiterhin bei 4,9 Prozent, bei 3,3 Prozent für die Arbeitsagentur Coesfeld und bei 4,1 Prozent für die Arbeitsagentur Rheine.

Durch die Arbeitgeber im Münsterland wurden den Agenturen für Arbeit im Juli 4.009 neue freie Stellen gemeldet und damit 361 mehr als noch im Vormonat. Insgesamt stehen Jobsuchenden im Münsterland damit 18.074 freie Stellen zur Verfügung. Darunter sind 1.845 Angebote in Teilzeit.