29.07.2022 | Presseinfo Nr. 54

Arbeitsmarktbericht für den Monat Juli

Auch im Juli verzeichnete die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster eine gestiegene Arbeitslosigkeit. Insgesamt 15.295 Frauen und Männer waren arbeitslos gemeldet, 691 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich entsprechend. Sie stieg gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent.
 
 

Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Arbeitslosigkeit. So waren im Juli 1.024 Menschen im Kreis Warendorf und der Stadt Münster weniger arbeitslos gemeldet als noch im Juli letzten Jahres. Auch die Arbeitslosenquote liegt derzeit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt.

Die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen stieg erneut an. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Juli 1.407 neue freie Stellen bei den Experten der Agentur für Arbeit. Das waren 179 mehr als im Juni. Insgesamt standen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen 8.302 Jobangebote zur Verfügung, 59 mehr als im Vormonat und sogar 1.292 mehr als im Juli 2021.

Der Arbeitsmarkt in Münster

Jugendarbeitslosigkeit steigt saisonal bedingt

Insgesamt 7.844 Frauen und Männer waren im Juli in Münster arbeitslos gemeldet. Damit stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 309 Personen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent. Dennoch sei die Lage am Arbeitsmarkt stabil, betont Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Das zeige der Blick auf den Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber Juli 2021 sank die Arbeitslosigkeit um 994 Personen. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,7 Prozentpunkte. "Die Wirtschaft in Münster hat sich insgesamt gesehen von den Auswirkungen der Pandemie erholt. Auch die internationalen Geschehnisse beeinflussen den Arbeitsmarkt aktuell kaum. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit, den wir im Juli verzeichnet haben, ist in großen Teilen auf typische saisonale Effekte zurückzuführen", erläutert Fahnemann.

So erhöhte sich die Jugendarbeitslosigkeit im Juli erneut. Zuletzt waren 659 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 70 mehr als im Juni. "Die Jugendarbeitslosigkeit steigt üblicherweise in den Sommermonaten nach den Abschlussprüfungen in zahlreichen Ausbildungsgängen an. In den meisten Fällen versuchen die Unternehmen zwar, ihre Nachwuchskräfte nach der Ausbildung zu übernehmen, wenn dies nicht aber möglich ist, melden sich die Betroffenen übergangsweise arbeitslos", berichtet der Agenturchef. Da die Nachfrage nach qualifizierten neuen Mitarbeitern aber nach wie vor hoch ist, hätten die Ausbildungsabsolventen gute Chancen am Arbeitsmarkt, unterstreicht Fahnemann.

Auch das Auslaufen von befristeten Beschäftigungen zum Halbjahreswechsel sei ein Grund für die gestiegene Arbeitslosigkeit, berichtet Fahnemann: "Dabei handelt es sich ebenfalls um einen wiederkehrenden saisonalen Effekt am Arbeitsmarkt". Er rechnet auch hier damit, dass Betroffene schnell eine neue Anschlussbeschäftigung finden: "Der Fachkräftebedarf der Unternehmen eröffnet viele Chancen für Menschen, die eine neue Arbeitsstelle suchen", sagt er. "Allerdings werden vorrangig gut qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber gesucht", betont Fahnemann. So richteten sich 80 Prozent der 3.693 Stellenangebote, die im Juli bei der Agentur für Arbeit gemeldet waren, an Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufs- oder Hochschulausbildung. Nur 317 der Jobangebote war befristet ausgeschrieben: "Die Arbeitgeber setzen auf eine langfristige Fachkräftesicherung", führt Fahnemann aus. Aktuelle weltweite Geschehnisse und Krisen haben sich im Juli nicht spürbar auf die Nachfrage nach neuem Personal ausgewirkt. Die Personalverantwortlichen meldeten im zurückliegenden Monat 723 Jobangebote, 32 mehr als im Vormonat.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Hohe Nachfrage nach Arbeitskräften

Der Personalbedarf der Unternehmen im Kreis Warendorf ist anhaltend hoch. Allein 684 neue offene Stellen meldeten die Personalverantwortlichen im Kreis Warendorf im Juli bei der Agentur für Arbeit, 147 mehr als im Juni. Insgesamt waren im zurückliegenden Monat 4.609 offene Jobangebote gemeldet, 729 mehr als im Juli des vergangenen Jahres. "Die Wirtschaft im Kreisgebiet hat im Großen und Ganzen die Auswirkungen der Pandemie hinter sich gelassen. Gleichzeitig wirken sich die internationalen Geschehnisse aktuell nicht auf die Arbeitskräftenachfrage aus", berichtet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. "Vielmehr haben die Arbeitgeber zunehmend die demografische Entwicklung im Blick und suchen nach Fachkräften, die möglichst im Unternehmen bleiben". So richteten sich zwei Drittel der gemeldeten Stellen an Bewerberinnen und Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufs- oder Hochschulausbildung. Fast alle Jobangebote sind langfristig ausgelegt, nur 198 Stellenmeldungen sind befristet.

"Das bietet qualifizierten Arbeitsuchenden grundsätzlich eine gute Perspektive", unterstreicht Fahnemann. Dies gelte besonders für Ausbildungsabsolventen. Zwar ist die Jugendarbeitslosigkeit im Kreisgebiet im Juli gegenüber dem Vormonat um 178 Personen auf 802 angestiegen. "Hier handelt es sich aber häufig um Nachwuchskräfte, die nach ihrer Ausbildung nicht im Unternehmen übernommen werden konnten. Da sie gut qualifiziert sind, melden sie sich in der Regel nur für kurze Zeit arbeitslos und finden schnell eine neue Arbeitsstelle. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sei ein typischer saisonaler Effekt, erklärt der Agenturleiter. Ebenso üblich sei, dass manche bis zum Jahreswechsel befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert werden. "Das führt ebenfalls zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Sommer", so Fahnemann. Aber auch hier gelte, dass die Betroffenen in vielen Fällen nur übergangsweise arbeitslos sind.

"Untypisch ist demgegenüber der Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Ausländern. Er ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich zunehmend Menschen, die aus der Ukraine zu uns geflüchtet sind, an die kommunalen Jobcenter wenden, um hier betreut und bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt zu werden", berichtet der Agenturleiter. Insgesamt 506 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit waren im Juli im Kreis Warendorf arbeitslos gemeldet, 327 mehr als im Juni. Insgesamt waren im zurückliegenden Monat kreisweit 7.451 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 382 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Im Münsterland ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat spürbar angestiegen. Mit 38.521 waren im Juli 2.381 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als noch im Juni dieses Jahres. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr, das noch unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stand, sank die Arbeitslosigkeit leicht um 29 Personen. Die Arbeitslosenquote blieb im Vorjahresvergleich unverändert. Auch im Juli 2021 lag sie bei 4,1 Prozent.

Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat in allen drei Bezirken der Agenturen für Arbeit im Münsterland. So erhöhte sie sich für die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. In den Arbeitsagenturen Coesfeld und Rheine stieg die Arbeitslosenquote jeweils um 0,3 Prozentpunkte. Die Arbeitsagentur Coesfeld verzeichnete zuletzt eine Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine lag die Quote im Juli bei 4,4 Prozent.

Die Arbeitgeber im Münsterland meldeten den Agenturen für Arbeit im Juli 3.189 neue freie Stellen 242 mehr als noch im Vormonat. Insgesamt stehen Jobsuchenden im Münsterland damit 20.882, das waren 20 mehr als im Juni und 2.808 mehr als im Juli 2021.

Die Daten zum Arbeitsmarkt können Sie hier abrufen: Daten Arbeitsmarkt.