29.01.2021 | Presseinfo Nr. 7

Der Arbeitsmarkt im Januar

Im Januar verzeichnete die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen vergrößerte sich um 1.017 Personen auf 17.184. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent.
 

Verglichen mit dem Vorjahr waren im Januar 1.817 mehr Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Plus von 11,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber Januar 2020 um 0,5 Prozentpunkte.

Die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen gab erneut nach. Im Januar meldeten die Arbeitgeber in Münster und dem Kreis Warendorf 983 neue freie Stellen, 264 weniger als im Dezember und 85 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt standen den Experten der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster 5.268 Stellenangebote zur Vermittlung zur Verfügung. Das waren 11 mehr als im Dezember, aber 133 weniger als im Januar des vergangenen Jahres.

Der Arbeitsmarkt in Münster

Arbeitslosigkeit steigt saisonbedingt an

Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen in Münster. Insgesamt 9.157 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 402 mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.232 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf zuletzt 5,3 Prozent. Im Januar vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote noch 4,6 Prozent. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit entspreche einem normalen, saisontypischen Anstieg, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Zum Ende eines Jahres laufen in manchen Fällen befristete Arbeitsverträge aus, so dass sich die Betroffenen arbeitslos melden müssen. Zudem wird in einigen Branchen witterungsbedingt weniger Personal benötigt. Das führt regelmäßig zu einer steigenden Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel“.

Mit Beginn der Corona-Pandemie und dem ersten Lock-Down im März hatte die Arbeitslosigkeit zwar zunächst deutlich zugenommen. „Der Anstieg ebbte aber bereits mit Beginn der Sommermonate ab. Seitdem bewegt sich die Arbeitslosigkeit auf diesem erhöhten Niveau saisontypisch“. Der zweite Corona-bedingte Lock-Down habe bislang nicht zu einer großen Entlassungswelle geführt: „Der Arbeitsmarkt reagiert weiterhin erstaunlich stabil“, so Fahnemann. Viele Unternehmen haben bereits bestehende Kurzarbeit fortgesetzt oder sie neu beantragt und konnten Kündigungen so weiterhin vermeiden.

Bei der Entwicklung der Kurzarbeit liegen nun die endgültigen statistischen Daten für den Monat Juli 2020 vor. In diesem Monat waren in Münster 1.155 Betriebe mit 10.169 Beschäftigten in Kurzarbeit. Im Juli waren es noch 1.464 Betriebe und 14.761 Beschäftigte. Für August liegen bereits Hochrechnungen vor, die einen realistischen Trend wiedergeben. Demnach sank die Inanspruchnahme von Kurzarbeit weiter. So waren im August 987 Unternehmen in Münster mit 8.803 Beschäftigten in Kurzarbeit.

Gestiegen ist allerdings die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Im Januar waren in Münster 3.646 Langzeitarbeitslose gemeldet, 689 mehr als im Vorjahresmonat. Besonders schwer haben es Menschen, die bereits vor Beginn der Pandemie arbeitslos waren und Arbeitslose mit einer geringen Qualifikation. „In einigen Branchen und Berufen, die besonders stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind, gibt es zudem derzeit wenig Einstellungschancen. Arbeitslose aus diesen Bereichen haben daher ein erhöhtes Risiko, länger arbeitslos zu bleiben. Viel hängt hier natürlich davon ab, wie sich die Pandemie weiterentwickelt und wann die Betriebe wieder öffnen können“, berichtet Fahnemann.

Während die Personalnachfrage in einigen Branchen stark zurückgegangen ist, gab es in anderen Unternehmen durchaus Bedarf an neuen Mitarbeitern. So meldeten die Betriebe zuletzt nahezu genauso viele neue freie Stellen wie vor einem Jahr. Im Januar verzeichnete die Arbeitsagentur in Münster 539 neue Stellenmeldungen, 10 weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt standen Arbeitslosen und Arbeitsuchenden 2.384 gemeldete Stellen zur Verfügung.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Mehr Arbeitslose zu Jahresbeginn

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf startete zum Jahreswechsel mit einer gestiegenen Arbeitslosigkeit. Insgesamt 8.027 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 615 mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete die Arbeitsagentur 585 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote betrug im Januar 5,1 Prozent, 0,4 Prozentpunkte mehr als im Dezember. Im Januar vor einem Jahr lag sie noch bei 4,7 Prozent. Nachdem die Arbeitslosigkeit im April als unmittelbare Auswirkung des ersten Pandemie-bedingten Lock-Downs sprunghaft gestiegen war, bewege sich die Zahl der Arbeitslosen zwar auf einem insgesamt höheren Niveau als in den Vorjahren, erläutert Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, und führt aus: „Seitdem entwickelt sich der Arbeitsmarkt aber saisontypisch“.

Im Januar melden sich häufig einige Menschen, deren befristeter Arbeitsvertrag zum Jahresende nicht verlängert wurde, arbeitslos. „Zudem wird in einigen Betrieben witterungsbedingt in der kalten Jahreszeit üblicherweise Personal abgebaut. Das führt regelmäßig dazu, dass die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn steigt“, so seine Erklärung. Eine große Entlassungswelle sei durch den erneuten Lock-Down nicht eingetreten: „Das Instrument der Kurzarbeit hat auch weiterhin in vielen Fällen dazu beigetragen, dass die Unternehmen ihre Beschäftigten halten konnten“.

Bei der Entwicklung der Kurzarbeit liegen nun die endgültigen statistischen Daten für den Monat Juli 2020 vor. In diesem Monat waren im Kreis Warendorf 813 Betriebe mit 6.851 Beschäftigten in Kurzarbeit. Im Juli waren es noch 1.043 Betriebe und 10.870 Beschäftigte. Für August liegen bereits Hochrechnungen vor, die einen realistischen Trend wiedergeben. Demnach sank die Inanspruchnahme von Kurzarbeit weiter. So waren im August 703 Unternehmen in Münster mit 6.010 Beschäftigten in Kurzarbeit.

Obwohl Kurzarbeit in vielen Fällen die Beschäftigung sichern konnte, ist die Langzeitarbeitslosigkeit im Kreis Warendorf gestiegen. Im Januar waren 3.317 Männer und Frauen langzeitarbeitslos gemeldet, 494 mehr als im Vorjahresmonat. Menschen, die schon vor der Corona-Pandemie arbeitslos waren und Arbeitslose mit geringer Qualifikation sind dabei besonders häufig von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. „Hinzu kommt, dass in den Berufen und Branchen, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind, aktuell kaum oder gar kein Personal eingestellt wird. Wer in diesen Bereichen eine neue Anstellung sucht, hat häufig ein erhöhtes Risiko länger arbeitslos zu sein“, sagt Joachim Fahnemann. Allerdings gebe es gleichzeitig Unternehmen, die nach wie vor neue Mitarbeiter suchen, so sein Hinweis. So konnten sich im Januar 1.263 Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, beispielsweise weil sie eine neue Beschäftigung aufnehmen konnten.

Insgesamt lag die Nachfrage der Betriebe und Verwaltungen im Kreisgebiet auf dem Niveau des Vorjahres. Im Januar standen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen 2.884 gemeldete Stellenangebote zur Verfügung, 99 mehr als im Januar vor einem Jahr. Rückläufig war die Zahl der Stellenangebote, die im Januar neu gemeldet wurden. Sie betrug 444 neue, freie Jobangebote, 75 weniger als im Vorjahresvergleich.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit ist im Münsterland zum Jahreswechsel überwiegend saisontypisch gestiegen. 41.909 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet und damit 2.523 mehr als noch im Dezember. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,2 im Vormonat auf nun 4,5 Prozent.  Vor einem Jahr lag die Arbeitslosigkeit noch bei 4 Prozent.

Entsprechend der saisontypischen Entwicklung ist die Arbeitslosigkeit in den Bezirken aller drei Agenturen für Arbeit im Münsterland gestiegen. So erhöhte sich die Arbeitslosenquote in Ahlen-Münster um 0,3 Prozentpunkte auf nun 5,2 Prozent. Die Agentur für Arbeit Coesfeld verzeichnete ebenfalls einen Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte. Dort liegt sie aktuell bei 3,8 Prozent. Etwas milder fiel der Anstieg im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine aus. Hier ist die Quote um 0,2 Prozentpunkte auf nun 4,5 Prozent angestiegen.

Im Januar suchten die Unternehmen und Verwaltungen im Münsterland für 2.396 neue freie Stellen Personal. Das sind 501 weniger als noch im Dezember und 87 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind damit bei den Arbeitsagenturen 13.145 freie Stellen gemeldet. Davon sind 12.056 unbefristete Arbeitsangebote.