30.06.2021 | Presseinfo Nr. 41

Betriebe bilden aus

Auch im zweiten Corona-Jahr ist die Bereitschaft vieler Unternehmen, jungen Leuten einen Ausbildungsplatz anzubieten, hoch. Seit Oktober des vergangenen Jahres meldeten sie 3.489 Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Ende Juni waren davon noch 1.232 zu besetzen. Damit bieten sich für Jugendliche im Endspurt um einen Ausbildungslatz noch vielfältige Möglichkeiten.
 
 

Denn während das Ausbildungsangebot gestiegen ist, haben sich im Vergleich zum Vorjahr 118 Jugendliche weniger als Bewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur Ahlen-Münster gemeldet. Von den insgesamt 2.582 Ausbildungsbewerbern sind knapp zwei Drittel bereits versorgt. Sie konnten einen Ausbildungsvertrag abschließen oder haben eine Alternative gefunden. 744 Jugendliche und junge Erwachsene waren weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Rechnerisch standen Ende Juni jedem von ihnen 1,66 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Der Ausbildungsmarkt in Münster

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Auf dem Ausbildungsmarkt ist noch viel möglich. 344 Jugendlichen, die Ende Juni noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren, standen 683 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung. Rechnerisch konnte jeder Bewerber unter 1,99 Ausbildungsangeboten wählen. „Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist auch im zweiten Corona-Jahr sehr hoch. Viele Betriebe möchten ausbilden und suchen noch Bewerberinnen und Bewerber“, beschreibt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, die Situation und unterstreicht: „Jetzt kommt es auf die Jugendlichen an, die verbleibende Zeit bis zum Ausbildungsbeginn in Betriebe hinein zu schnuppern, Praktika zu absolvieren und sich intensiv zu bewerben“.

„Junge Menschen sollten jetzt die Ferienzeit nutzen, um sich zu orientieren und den Berufseinstieg aktiv angehen, denn das Angebot ist noch vielfältig und interessant“, macht Fahnemann deutlich. So stehen beispielsweise 19 Münsteraner Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung im Einzelhandel interessieren, noch 56 offene Ausbildungsplätze in diesem Beruf zur Wahl. Insgesamt 19 Bewerberinnen und Bewerbern für den Beruf der medizinischen Fachangestellten stehen 36 Ausbildungsangebote gegenüber. Auch in anderen Berufen sind noch zahlreiche Ausbildungsplätze zu besetzen. Wer bei der Berufswahl noch unsicher sei, solle auf die Berufsberatung zugehen, sagt Joachim Fahnemann: „Gemeinsam mit den Jugendlichen suchen wir nach dem individuell passenden Weg in den Beruf“, erklärt er.

Insgesamt meldeten die Betriebe in Münster seit Beginn des aktuellen Berichtsjahres 2.010 freie Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur. Das sind 91 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Demgegenüber ging die Zahl der Jugendlichen, die sich seit Oktober als Bewerber um eine Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet haben, leicht zurück. Insgesamt lag die Zahl der Bewerber bis Ende Juni bei 1.088, das waren 20 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Eine betriebliche Ausbildung ist nach wie vor für viele junge Menschen ein attraktiver Start in den Beruf“, so Fahnemann.

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf

Jugendliche, die für diesen Herbst noch auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz sind, sollten jetzt keine Zeit mehr verlieren und sich bewerben, appelliert Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Denn noch könnten Bewerberinnen und Bewerber unter einem attraktiven Angebot wählen. Ende Juni waren im Kreis Warendorf 549 Ausbildungsstellen zu besetzen. Demgegenüber suchten 400 Jugendliche und junge Erwachsene weiterhin nach einem Ausbildungsplatz. Rechnerisch ergibt das 1,37 Ausbildungsplätze für jeden noch unversorgten Bewerber. Das Angebot erstreckt sich über eine Vielzahl von Berufen und umfasst sowohl kaufmännische Ausbildungen, Plätze in Industrieunternehmen bis hin zu Berufen mit handwerklichen Tätigkeiten.

Wer noch keinen Ausbildungsplatz gefunden habe und unsicher sei, welcher Beruf der richtige sein könnte, könne auf die Unterstützung der Berufsberatung bauen, unterstreicht Fahnemann. „Eine gute Idee ist es auch, die kommende Ferienzeit zu nutzen, um in Unternehmen hinein zu schnuppern und Praktika zu absolvieren. Denn schließlich ist die Entscheidung für einen Beruf nicht nur eine theoretische Frage“, so der Experte. „Ob einem die Tätigkeiten liegen und auch ob man zum Betrieb passt, findet man besonders gut durch das praktische Erleben heraus“.

Die Chancen, so den Ausbildungsplatz im Wunschberuf zu finden, stünden aktuell weiterhin gut, führt Fahnemann aus. Denn auch im zweiten Corona-Jahr halten viele Betriebe im Kreisgebiet an der Ausbildung junger Menschen fest. Sie meldeten seit Oktober des vergangenen Jahres insgesamt 1.479 Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit, 12 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ihnen standen bislang 1.494 Jugendliche gegenüber, die sich als Bewerber um einen Ausbildungsplatz bei der Berufsberatung gemeldet haben. Damit sank die Bewerberzahl im Kreisgebiet erneut. „Hier macht sich die demografische Entwicklung bemerkbar. Zugleich herrscht sicherlich bei einigen Jugendlichen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie eine gewisse Unsicherheit bei der Berufswahl. Schließlich konnten bislang viele Praktika und auch Berufswahlmessen nicht stattfinden, was die Orientierung erschwert“, erläutert Fahnemann. Mit fast einer Ausbildungsstelle pro Bewerber sei die Ausgangslage für Ausbildungsplatzsuchende in diesem Berichtsjahr aber durchaus positiv.