31.03.2021 | Presseinfo Nr. 20

Der Ausbildungsmarkt im März

Wenige Monate vor dem regulären Ausbildungsbeginn im Sommer zieht die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster eine erste Bilanz zum Ausbildungsmarkt. Seit Oktober des vergangenen Jahres meldeten sich 2.224 Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur in Münster und dem Kreis Warendorf, um Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu erhalten. Das waren 164 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Unternehmen und Verwaltungen im Bezirk der Arbeitsagentur Ahlen-Münster meldeten in den zurückliegenden Monaten 3.080 freie Ausbildungsplätze, 46 weniger als vor einem Jahr. Damit standen jedem Bewerber rein rechnerisch 1,38 Lehrstellen zur Verfügung.
 

1.143 Bewerber haben ihren Ausbildungsvertrag bereits in der Tasche oder planen eine Alternative wie einen weiteren Schulbesuch. 1.081 Ausbildungsplatzsuchende sind aktuell weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Ihnen stehen im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster noch 1.625 unbesetzte Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Rechnerisch betrachtet hat jeder noch unversorgte Bewerber demnach momentan die Wahl unter 1,5 Ausbildungsplätzen.

Der Ausbildungsmarkt in Münster

Betriebe setzen auf Ausbildung

„Die vergangenen Monate waren für viele Betriebe eine schwierige Zeit. Dennoch ist die Ausbildungsbereitschaft in Münster außergewöhnlich hoch“, so fällt die erste Bewertung zur Entwicklung am Ausbildungsmarkt in Münster von Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, aus. Denn die Unternehmen und Verwaltungen meldeten seit Oktober des letzten Jahres 1.811 freie Ausbildungsplätze und damit 56 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Viele Unternehmen, die im vergangenen Jahr zurückhaltender reagiert hätten, könnten die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihren Betrieb nun besser einschätzen und hätten sich entschlossen, im Sommer auszubilden, berichtet Fahnemann. Die Sorge, es könne angesichts der Corona-Pandemie zu einem Einbruch an Ausbildungsstellen kommen, habe sich nicht bewahrheitet. Das vielfältige Angebot an Ausbildungsteilen sei eine Chance für junge Menschen, die sie jetzt ergreifen sollten, so sein Appell.

Insgesamt haben sich bislang 902 Jugendliche seit Oktober vergangenen Jahres bei der Berufsberatung in Münster als Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das waren 48 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Von ihnen konnten 447 bereits einen Ausbildungsvertrag unterzeichnen oder haben eine Alternative gefunden, wie zum Beispiel einen weiterführenden Schulbesuch. 455 Bewerberinnen und Bewerber suchten im März weiterhin nach einem passenden Ausbildungsplatz. „Die Chancen, eine Ausbildung im Wunschberuf zu finden, sind derzeit für viele Jugendliche gut“, sagt Fahnemann. Rein rechnerisch kann jeder unversorgte Bewerber noch unter 2,06 unbesetzten Ausbildungsstellen wählen. „Auch in besonders beliebten Berufen gibt es nach wie vor ein breites Angebot“, macht Fahnemann deutlich. So standen im März 69 Ausbildungsstellen für angehende Einzelhandelskaufleute in Münster 26 Bewerber gegenüber. Auf 34 Bewerberinnen und Bewerbern, die medizinische Fachangestellte werden möchten, kamen 42 Ausbildungsangebote. Und 17 Bewerber um eine Ausbildung als Kaufleute für Büromanagement konnten unter 48 offenen Stellen in diesem Beruf wählen. Zu viel Zeit sollten sich Jugendliche aber nicht lassen, so der Hinweis von Joachim Fahnemann: „Es ist wichtig, jetzt aktiv zu werden, das Gespräch mit Arbeitgebern zu suchen und Bewerbungen zu schreiben“. Dabei werde aber niemand allein gelassen, unterstreicht der Agenturchef: „Unsere Berufsberatung unterstützt dabei, den richtigen Beruf zu finden und hilft auch bei Bewerbung und Vorstellungsgesprächen“.

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf

Die Corona-Pandemie prägt den Ausbildungsmarkt

Weniger Bewerber und weniger Ausbildungsstellen, so lautet die erste Zwischenbilanz am Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf. „Der jetzige Ausbildungsjahrgang ist der erste, der deutlich durch die Corona-Pandemie geprägt ist. Die Auswirkungen sind auf beiden Seiten spürbar“, sagt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Für die Jugendlichen, die sich entschlossen haben, im Sommer eine betriebliche Ausbildung anzutreten, gab es dennoch zahlreiche Möglichkeiten. Seit Oktober des vergangenen Jahres meldeten sich bislang 1.322 Jugendliche bei der Berufsberatung, um Unterstützung bei der Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche zu erhalten. Das waren 116 weniger als im Vorjahreszeitraum. Manche Jugendliche hätten angesichts der Herausforderungen der Pandemie die berufliche Orientierung zunächst nach hinten gestellt. Nun, wenige Monate vor dem Start des diesjährigen Ausbildungsjahrs, sollten junge Menschen aber aktiv werden, appelliert Fahnemann: „Wir unterstützen jeden Jugendlichen und helfen bei der Berufswahl, dem Bewerben und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Dazu bieten wir zahlreiche Beratungsmöglichkeiten, sei es mit individuellen Telefonaten, mit einer Hotline für dringende Fragen oder mit virtuellen Angeboten wie Video-Chats.“ Diese Angebote sollten Jugendliche wahrnehmen, so Fahnemann: „Es tut sich noch viel am Ausbildungsmarkt und viele Arbeitgeber suchen nach wie vor Auszubildende“.

So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Kreisgebiet seit Oktober 1.269 freie Ausbildungsplätze. Das waren zwar 102 weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt standen jedem Bewerber rein rechnerisch aber 0,96 Stellenangebote gegenüber. Derzeit sind 626 Bewerberinnen und Bewerber noch ohne Ausbildungsvertrag. Ihnen stehen 686 weiterhin zu besetzende Ausbildungsangebote gegenüber. Rein rechnerisch kann jeder Bewerber zum jetzigen Zeitpunkt unter 1,1 freien Ausbildungsplätzen wählen. In vielen Berufen ist die Auswahl noch sehr vielfältig. So stehen 21 Bewerbern für eine Ausbildung als Verkäuferin oder Verkäufer aktuell 57 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Für angehende Einzelhandelskaufleute sieht es ähnlich aus. Hier stehen 23 Bewerberinnen und Bewerbern insgesamt 56 Stellen gegenüber. Grundsätzlich sollten Jugendliche eine gewisse Flexibilität mitbringen, so Fahnemann. „Es gibt häufig mehrere Wege zur späteren Wunschtätigkeit. Daher macht es durchaus Sinn, sich auch für verwandte Berufsfelder zu interessieren“.

Unterstützung erhalten Jugendliche bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster und der Rufnummer 0251 698 111 oder per Mail an ahlen-muenster.berufsberatung@arbeitsagentur.de