03.12.2021 | Presseinfo Nr. 76

Mit Berufsvorbereitungsmaßnahme in die Ausbildung

Yannick Mönninghoff erging es wie vielen Jugendlichen in seinem Alter. Freunde treffen, Sport machen, Musik hören: Das war wichtig. Der Schulabschluss und alles, was danach kommt, schienen weit weg. Und dann war die Schule plötzlich zu Ende und ein Ausbildungsplatz noch nicht in Sicht. Zum Glück habe er Unterstützung in der Familie und bei der Berufsberatung gehabt, die im richtigen Moment den entscheidenden Schubs in die richtige Richtung gegeben haben, erzählt der 19-Jährige rückblickend. Seit August absolviert Yannick inzwischen eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei der ASSISTEC Schaltanlagen GmbH & Co. KG in Münster.
 

Den Weg dahin ebnete eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme: Ein rund einjähriger Kurs, in dem sich die Teilnehmer mit ihren Stärken und Wünschen auseinandersetzen, den schulischen Unterrichtsstoff vertiefen, Bewerbungen verfassen und Praktika absolvieren. Insgesamt 150 Plätze bietet die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster jährlich für Jugendliche an, die zum Ende ihrer Schulzeit noch ohne berufliche Perspektive sind. Pädagogische Fachkräfte kümmern sich bei den Kursen intensiv um die jungen Menschen und bauen ihnen eine Brücke ins Berufsleben. Die Kosten übernimmt die Arbeitsagentur. Für Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, ist das eine Investition in die Zukunft: „In jedem jungen Menschen stecken Stärken, die es zu fördern gilt“. Er fügt an: „Außerdem können wir es uns angesichts der angespannten Fachkräftesituation nicht leisten, junge Menschen zurückzulassen. Allein in den nächsten zehn Jahren wird ein Fünftel der jetzigen Beschäftigten in den Ruhestand wechseln. Das wird eine Lücke reißen, die wir nur verringern können, wenn wir alles daransetzen, Jugendlichen eine Perspektive am Arbeitsmarkt zu geben“. Entscheidend für den Erfolg seien die integrierten Praktika: „Sie eröffnen den jungen Menschen die Chance herauszufinden, welcher Beruf ihnen liegt, und führen häufig zu einem Ausbildungsplatz“.

Alexander Marx, Geschäftsführer der ASSISTEC Schaltanlagen GmbH & Co. KG, setzt schon seit längerem auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Berufsvorbereitungskursen: „So lernen wir Jugendliche kennen, die wirklich zu unserem Unternehmen passen. Und das ist inzwischen gar nicht mehr so einfach,“ sagt Marx. Knapp 20 Auszubildende beschäftigt das Unternehmen, das individuelle Schaltanlagen baut. „Die Ausbildung junger Nachwuchskräfte ist für uns sehr wichtig, um die benötigten Fachkräfte zu gewinnen“. Aber wie viele andere Arbeitgeber verzeichnet auch Marx einen Rückgang der eingehenden Bewerbungen. Zum einen sinkt die Zahl der Schülerinnen und Schüler. Zum anderen stehen gewerblich-technische Berufe bei Jugendlichen nicht immer ganz oben auf der Wunschliste der Ausbildungsberufe. So kamen im aktuellen Ausbildungsjahr in Münster auf 22 Ausbildungsstellen in der Elektrotechnik gerade einmal 10 Bewerberinnen und Bewerber.

Yannick entdeckte den Beruf und das Unternehmen über ein Praktikum während der berufsvorbereitenden Maßnahme. „In dieser Zeit sehen wir sehr genau, ob die Kandidaten das Potenzial zur Ausbildung haben. Und was noch wichtiger ist, ob sie ins Team passen“, sagt Julian Staffel, Ausbildungsleiter bei ASSISTEC. Letztendlich seien es daher vor allem die sogenannten Soft-Skills wie Pünktlichkeit, Einsatzfreude und Motivation gewesen, die den Ausschlag gegeben hätten, Yannick als Auszubildenden einzustellen. Der 19-Jährige ist glücklich, einen Job mit Zukunft gefunden zu haben: „Ich habe jetzt ein Ziel, für das ich mich unbedingt einsetzen will“, sagt er.

Es gibt noch freie Plätze in den berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen. Jugendliche, die sich für die Teilnahme interessieren, können sich unter 0251 698 111 oder ahlen-muenster.berufsberatung@arbeitsagentur.de an die Berufsberatung wenden.