16.03.2022 | Presseinfo Nr. 19

Fachkräftemangel als Herausforderung im Blick

Der Arbeitsmarkt hat sich zum großen Teil von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholt. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Nachfrage nach Arbeitskräften ist groß. Allerdings wird derzeit mehr und mehr deutlich, dass Fachkräfte immer gefragter werden. Gleichzeitig sind sie für Arbeitgeber aber immer schwerer zu finden. Über diese Herausforderung am Arbeitsmarkt tauschten sich Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, und der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Nacke jetzt aus.
 

„Auch während der Corona-Pandemie ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter angestiegen“, berichtet Joachim Fahnemann im Gespräch über die Entwicklung am Arbeitsmarkt. „Das zeigt, dass viele Unternehmen weiterhin Personal aufbauen. Die Arbeitgeber melden uns derzeit sehr viele neue Stellenangebote“, so der Arbeitsmarktexperte weiter. Passende Mitarbeiter seien für die Unternehmen aber immer schwerer zu finden, wie Fahnemann anführt: „Schon jetzt ist das ein Problem. Die Lage wird sich aber noch verschärfen, wenn in den kommenden Jahren ein großer Teil der jetzigen Fachkräfte in den Ruhestand geht und damit dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung steht.“

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Nacke bekräftigt, dass man mit verschiedensten Maßnahmen auf den Fachkräftemangel reagieren müsse: „Es kann eine Möglichkeit sein, Menschen, die das gerne möchten, einfachere Wege zu ermöglichen, über das Rentenalter hinaus arbeiten zu gehen. Aber auch bei der gesundheitlichen Prävention im Arbeitsleben müssen wir ansetzen“, berichtet er und ergänzt: „So können wir in einigen Fällen sicherlich verhindern, dass Menschen krankheitsbedingt früher in Rente gehen müssen. Damit bleiben sie länger als Arbeitskraft am Arbeitsmarkt erhalten.“

Für Nacke und Fahnemann bleibt aber die Ausbildung junger Menschen einer der wesentlichen Schlüssel zur Verringerung von Fachkräfteengpässen. „Wir benötigen jeden. Daher müssen wir frühzeitig über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten einer dualen Ausbildung informieren und Jugendliche dafür begeistern“, so Fahnemann. Nacke wirbt dabei besonders für Praktika: „Die Schülerinnen und Schüler müssen die Chance erhalten, möglichst oft in den Berufsalltag reinzuschnuppern. Nur mit eigens gemachten Erfahrungen kann man wirklich eine gute Entscheidung für die Zukunft treffen.“ Beide möchten dazu auch zukünftig im engen Austausch bleiben: „Das ist auch wichtig, da der Fachkräftemangel nicht nur ein Arbeitsmarktthema ist, sondern Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft hat“, sind sich beide einig.