04.03.2021 | Presseinfo Nr. 14

Am 8. März ist der internationale Frauentag.

Fast die Hälfte der 93.696 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten* im Kreis Warendorf Münster sind Frauen. Sie sind in der Regel gut qualifiziert. Knapp 70 Prozent verfügt über eine abgeschlossene Berufsausbildung, während es bei den Männern rund 65 Prozent sind. Elf Prozent der Frauen bringt sogar einen akademischen Abschluss mit, ähnlich sieht es bei den Männern aus.

Soweit scheint die Situation für Frauen am Arbeitsmarkt grundsätzlich positiv zu sein. Allerdings arbeitet mehr als ein Fünftel der Frauen ausschließlich im Minijob. Große Unterschiede gibt es zudem immer noch bei der Arbeitszeit. Während rund 92 Prozent der Männer Vollzeit arbeiten, sind es bei den Frauen weniger als die Hälfte. Dabei wünschen sich fast 85 Prozent der Frauen, die im Kreisgebiet arbeitslos gemeldet sind, eine Vollzeitstelle. Andrea Mick, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster sagt: „Das lässt den Schluss zu, dass viele Frauen aufgrund der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen nicht in dem Umfang arbeiten können, den sie sich wünschen“. Angesichts der anhaltenden Herausforderung, den Fachkräftebedarf zu decken, sei es wichtig, hier flexiblere Lösungen anzubieten, so Mick. Denn in den kommenden 10-12 Jahren werden rund ein Fünftel der Beschäftigten in den Ruhestand wechseln. Durch den demografischen Wandel rücken aber zugleich weniger junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt nach. „Die Corona-Pandemie überdeckt zwar aktuell den Bedarf an qualifizierten Kräften. Die Herausforderung der Fachkräftesicherung bleibt aber bestehen“, unterstreicht sie.

Dazu kommt, dass mehr als die Hälfte der Frauen, die aktuell arbeitslos gemeldet ist, keine abgeschlossene Ausbildung hat. „Ein Berufsabschluss senkt aber das Risiko, arbeitslos zu werden und trägt so dazu bei, dass Frauen ihren Lebensunterhalt besser sichern können. Wenn es ihre derzeitige Lebenssituation nicht zulässt, eine Berufsausbildung in Vollzeit zu durchlaufen, kann die Lösung hierfür eine Berufsausbildung in Teilzeit sein. Eine Teilzeitberufsausbildung ist ein flexibles Ausbildungsmodell und ermöglicht einen vollwertigen Berufsabschluss“, erläutert Andrea Mick.

Frauen und Männer, die sich über Qualifizierungsmöglichkeiten oder eine Teilzeitausbildung informieren möchten, können sich unter der Rufnummer 0251 698 505 an Andrea Mick oder unter 0251 698 251 an die Beratungshotline der Berufsberatung im Erwerbsleben wenden.

*Aktuellste Zahlen von Juni 2020.