14.01.2021 | Presseinfo Nr. 4

Agentur für Arbeit zieht Bilanz zum Arbeitsmarkt

2020 war ein ungewöhnliches Jahr für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf. Die Corona-Pandemie hatte Auswirkungen auf alle Wirtschaftszweige, viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie zahlreiche Jugendliche, die ihren Einstieg in das Berufsleben finden wollten. „Trotz aller Herausforderungen und bei aller Härte, mit der die Corona-Krise Unternehmen und viele Menschen getroffen hat, ist der Arbeitsmarkt im Kreis bislang dennoch relativ robust geblieben“, so zog Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, Bilanz zum zurückliegenden Jahr. 
 

„Eine vergleichbare Situation hat es bislang nicht gegeben“, unterstreicht Fahnemann. Im März mussten viele Unternehmen innerhalb kürzester Zeit ihren Betrieb einstellen. „Die Corona-Pandemie hat die vorher gut aufgestellte Wirtschaft plötzlich und unerwartet in die Knie gezwungen“, verdeutlicht er. „Der erste Lock-Down war der Auslöser für eine Entwicklung, die nachhaltige Auswirkungen nach sich zog“. So wuchs die Arbeitslosigkeit im Kreis Warendorf erstmals seit Jahren in 2020 wieder an. Insgesamt 8.037 Männer und Frauen waren im Jahresdurchschnitt arbeitslos gemeldet. Im Vorjahr waren es nur 7.208. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,6 Prozent im Jahr 2019 auf zuletzt durchschnittlich 5,1 Prozent. „Das ist für jeden einzelnen Betroffenen eine schwierige Situation“, sagt Fahnemann. Dennoch sei die Region vergleichsweise glimpflich durch die vergangenen Monate gekommen.

Ein Grund dafür war, dass die Arbeitgeber zügig und in großem Maße vorsorglich Kurzarbeit angemeldet haben. Ein zweiter Grund war, dass die Kurzarbeitergeldanträge später sehr schnell bearbeitet und die Finanzmittel zügig ausgezahlt werden konnten. „Dazu haben wir unsere Organisation umgestellt und die Beratung von Arbeitgebern sowie die Bearbeitung von Kurzarbeitergeldanträgen mit Personal aus anderen Bereichen verstärkt“, berichtet der Agenturleiter. Denn allein im März und April, den Monaten, in denen die Pandemie ihre stärksten Auswirkungen am Arbeitsmarkt hatte, meldeten 2.237 Betriebe aus dem Kreis Warendorf Kurzarbeit an. „Viele Arbeitgeber waren bis dahin noch nie mit dem Thema Kurzarbeit in Berührung gekommen. Der Beratungsbedarf war daher sehr hoch“, erläutert Fahnemann. „Das Kurzarbeitergeld war der Schutzschild, das den Arbeitsmarkt in dieser Situation gerettet hat“, führt er aus. Entlassungen konnten in vielen Fällen vermieden werden. „Zudem ist die Kurzarbeit in zahlreichen Betrieben, die sie vorsorglich angemeldet haben, erfreulicherweise am Ende nicht benötigt worden. So waren im Juni 2020 nur noch 16 Prozent der Unternehmen im Kreisgebiet von Kurzarbeit betroffen. „Die Verbesserung der gesundheitlichen Lage und die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen haben im Sommer bei vielen Unternehmen bereits zu einer wirtschaftlichen Erholung geführt“, berichtet Fahnemann. Das spiegelte sich auch in der Arbeitskräftenachfrage der Betriebe. Insgesamt meldeten sie im zurückliegenden Jahr fast genauso viele freie Arbeitsstellen wie im Vorjahr. „Das gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus, dass die Wirtschaft auch im Jahr 2021 stabil bleibt und relativ gut durch die Krise kommen wird“, fasst der Agenturleiter zusammen.

„Nachdenklicher macht aber die Situation am Ausbildungsmarkt“, sagt Fahnemann. Denn die Zahl der Ausbildungsstellen, die unbesetzt blieben, ist im vergangenen Jahr noch einmal gestiegen. „Für die Jugendlichen war es deutlich schwieriger, sich beruflich zu orientieren. Denn um sich für einen Beruf zu entscheiden, ist es ganz wichtig, mögliche Arbeitgeber beispielsweise auf Ausbildungsmessen kennenzulernen, und Berufe in Praktika zu erleben. Dies ist in den vergangenen Monaten häufig nicht möglich gewesen“, beschreibt Fahnemann die Situation. Umso wichtiger sei es, dass sich Schülerinnen und Schüler, die in diesem oder dem kommenden Jahr den Berufseinstieg planen, rechtzeitig informieren und beraten lassen. „Die Unternehmen haben uns bereits zahlreiche Ausbildungsstellen für 2021 gemeldet. Die Auswahl ist vielfältig“, so der Experte.

Jugendliche und ihre Eltern erreichen die Berufsberatung unter der Rufnummer 0251 698 111.