14.01.2021 | Presseinfo Nr. 5

Agentur für Arbeit zieht Bilanz zum Arbeitsmarkt

Knapp ein Fünftel der Unternehmen in Münster war im Jahr 2020 in Kurzarbeit. Im April, dem Monat, in dem sich die Corona-Pandemie besonders stark auf dem Arbeitsmarkt ausgewirkt hat, waren rund 2.300 Betriebe mit 22.600 Beschäftigten betroffen. „Das ist eine nie dagewesene Dimension. Das Kurzarbeitergeld war für viele Betriebe der rettende Schutzschirm“, fasst Christian König, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, in einer Bilanz zum Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr zusammen.
 

In vielen Fällen konnten durch Kurzarbeit Entlassungen vermieden werden. So wuchs die Arbeitslosigkeit in Münster zwar gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 1.000 Arbeitslose oder 13,6 Prozent an. „Dennoch verhielt sich der Arbeitsmarkt vergleichsweise robust“, berichtet König. In NRW fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr mit 15,5 Prozent deutlich stärker aus. Bereits im Sommer gingen die Arbeitslosenzahlen wieder zurück. „Die Verbesserung der gesundheitlichen Lage und die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen haben im Sommer bei vielen Unternehmen bereits zu einer wirtschaftlichen Erholung geführt“, berichtet König. Das spiegelte sich auch in der Arbeitskräftenachfrage der Betriebe. Insgesamt meldeten sie im zurückliegenden Jahr zwar insgesamt weniger freie Arbeitsstellen als im Vorjahr. „In der zweiten Jahreshälfte zog die Nachfrage nach neuem Personal aber wieder deutlich an. Das gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus, dass die Wirtschaft auch im Jahr 2021 stabil bleibt und relativ gut durch die Krise kommen wird“, fasst der stellvertretende Agenturleiter zusammen.

Schwieriger sei die Situation am Ausbildungsmarkt, so König. Denn die Zahl der Ausbildungsstellen, die unbesetzt blieben, hat sich in 2020 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. „Die Berufswahl ist kein theoretischer Prozess. Entscheidend ist, dass Jugendliche die Möglichkeit haben, Berufe praktisch zu erleben und den möglichen Ausbildungsbetrieb kennenzulernen. Das war im vergangenen Jahr für die Jugendlichen deutlich schwieriger. Ausbildungsmessen mussten abgesagt werden und auch Praktika konnten häufig nicht stattfinden“, beschreibt König die Situation. Umso wichtiger sei es, dass Schülerinnen und Schüler, die in diesem oder dem kommenden Jahr den Berufseinstieg planen, rechtzeitig informieren und beraten lassen. „Unsere Berufsberatung hilft dabei, den passenden Einstieg zu finden. Es gibt viele Möglichkeiten am Ausbildungsmarkt und die Unternehmen haben uns bereits zahlreiche Ausbildungsstellen gemeldet, die sie im Sommer gerne besetzen möchten“, so der Experte.

Jugendliche und ihre Eltern erreichen die Berufsberatung unter der Rufnummer 0251 698 111.