22.03.2022 | Presseinfo Nr. 25

Zwei Seiten einer Medaille

Es sind zunächst einmal gute Nachrichten, die Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, hat. Die Arbeitslosigkeit sinkt seit Monaten und die Jugendarbeitslosigkeit hat im Kreis Warendorf einen erfreulichen Tiefstand erreicht. Doch das sei nur die eine Seite der Medaille, sagte er im Austausch mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Daniel Hagemeier und Landtagskandidaten Markus Höner. Fachkräfteengpässe stellen den Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen.
 

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf entwickelte sich in den zurückliegenden Monaten positiv. Die Wirtschaft ist breit aufgestellt, es gibt viele innovative Unternehmen und ein hohes Bildungsniveau: „Damit haben wir in der Region gute Voraussetzungen“, unterstrich Fahnemann. „Auf dieser Basis sind wir bislang insgesamt relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen“, erläuterte der Agenturchef. Geholfen habe dabei das Instrument der Kurzarbeit, führt Fahnemann aus. Knapp ein Viertel der Unternehmen war zu Spitzenzeiten im Februar 2020 in Kurzarbeit, rund ein Fünftel der Arbeitnehmer hat Kurzarbeitergeld erhalten. „Damit konnten wir Betrieben und ihren Beschäftigten schnell helfen und so dazu beitragen, dass Arbeitsplätze gesichert werden und Unternehmen die Krise überwinden konnten“, so Fahnemann.

„Was vielen Unternehmen jedoch aktuell Sorgen bereitet, ist der große Fachkräftebedarf“, berichtete Daniel Hagemeier aus seinen Gesprächen im Wahlkreis. Markus Höner pflichtete ihm bei. Tatsächlich sei die Anzahl der gemeldeten offenen Stellenangebote auf einem Rekordhoch, stimmte Fahnemann zu und ergänzte: „In vielen Branchen und Berufen dauert es immer länger, bis offene Stellen mit passenden Kandidaten besetzt werden können. Fast immer werden Mitarbeiter mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung gesucht, die aber am Arbeitsmarkt kaum noch zu finden sind“. Mehr als die Hälfte der Arbeitsuchenden und Arbeitslosen ist geringqualifiziert und verfügt damit nicht über die am Arbeitsmarkt gefragten Qualifikationen. „Für diese Menschen ist das Risiko langzeitarbeitslos zu werden besonders hoch. Daher müssen wir hier ansetzen, um Betroffenen mit Weiterbildungen und Qualifizierungen neue Chancen zu eröffnen und den Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken“ betonte Fahnemann.

Positiv sei in diesem Zusammenhang die hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Kreis. „Hier sind wir deutlich besser aufgestellt als in vielen anderen Regionen. Während in unserer Region ein Viertel der Betriebe ausbildet, sind es deutschlandweit nur ein Fünftel“, unterstrich der Agenturchef. Umso wichtiger sei es, jungen Menschen die Chancen aufzuzeigen, die in der betrieblichen Ausbildung liegen, ergänzte Hagemeier. „Mit einem Ausbildungsabschluss stehen jungen Menschen viele attraktive Möglichkeiten am Arbeitsmarkt offen“. Das spiegele sich in dem Tiefstand, den die Jugendarbeitslosigkeit zuletzt erreicht hat. „Junge Menschen mit einem Berufsabschluss sind am Arbeitsmarkt so gefragt wie lange nicht“, stimmte Fahnemann zu.