14.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Jahresrückblick auf den Arbeitsmarkt

In allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens war das vergangene Jahr ein besonderes, geprägt durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen. Auch der Arbeitsmarkt wurde beeinflusst, in welchem Ausmaß insgesamt, bleibt letztlich abzuwarten. Aber ein Rückblick auf wesentliche Entwicklungen am Ostthüringer Arbeitsmarkt im Jahr 2020 ist jetzt möglich.  
 
 

In allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens war das vergangene Jahr ein besonderes, geprägt durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen. Auch der Arbeitsmarkt wurde beeinflusst, in welchem Ausmaß insgesamt, bleibt letztlich abzuwarten. Aber ein Rückblick auf wesentliche Entwicklungen am Ostthüringer Arbeitsmarkt im Jahr 2020 ist jetzt möglich und auch der „Corona-Effekt“ kann hierbei bestimmt werden.

Beschäftigung

In ganz Thüringen ging die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse zurück, aktuelle Zahlen dazu liegen jetzt für das zweite Quartal 2020 vor. Der Bezirk der Arbeitsagentur Altenburg-Gera reiht sich hier im Thüringer Mittelfeld ein und hat einen Rückgang von 1.942 Arbeitsplätzen oder 1,6% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Während es in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung sowie im Öffentlichen Dienst einen Zuwachs an Beschäftigung gab, ist der Rückgang in allen anderen Bereichen zum Teil deutlich spürbar, vor allem in der Arbeitnehmerüberlassung, im Gastgewerbe und im verarbeitenden Gewerbe.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass dieser Beschäftigungsrückgang nicht allein und ursächlich coronabedingt ist, so wurde der Trend doch durch die Pandemie wesentlich beschleunigt.

Arbeitslosigkeit und „Corona-Effekt“

Der Bestand an arbeitslos gemeldeten Menschen liegt entsprechend dem Thüringer Landestrend deutlich über dem Vorjahresniveau. Im

Jahresdurchschnitt waren im Agenturbezirk Altenburg-Gera 11.849 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 540 Personen mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 6,5%, dies bedeutet 0,4 Prozentpunkte mehr als 2019.

Allerdings betrifft diese Zunahme nur den Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III). Im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) ist gegenüber dem Vorjahr sogar ein leichter Rückgang zu verzeichnen

Im Zeitraum April bis Dezember 2020 mussten sich besonders viele Personen arbeitslos melden, die zuvor in den Branchen Gastgewerbe, Verkehr und Logistik erwerbstätig waren.

Der Corona-Effekt im Bereich der Arbeitslosigkeit ergibt sich insgesamt aus verschiedenen Faktoren: es gibt mehr Zugänge aus Beschäftigung und Selbständigkeit und weniger Vermittlungen dorthin. Es können weniger arbeitsmarktpolitische Maßnahmen durchgeführt werden, die einen entlastenden Effekt hätten und es finden z.B. auch weniger Verfügbarkeitsüberprüfungen statt. Daraus resultiert für ganz Thüringen ein Plus von 10.000 Arbeitslosen am Jahresende.

Für die Stadt Gera, die im Dezember 2020 in Bezug auf die Arbeitslosigkeit erneut das Schlusslicht der Städte und Kreise in Thüringen war, bedeutet das konkret, dass von der Arbeitslosenquote 8,2 % ein Anteil von 0,9 Prozentpunkten cornabedingt ist.

Arbeitslosengeld wurde durch die Arbeitsagentur Altenburg-Gera im Umfang von 76,7 Mio Euro überwiesen. Dies hat zum Erhalt der Kaufkraft in Ostthüringen beigetragen. Über das gesamte Jahr 2020 hinweg wurde die Lohnersatzleistung für Arbeitslose termintreu ausgezahlt.

Kurzarbeit

Kurzarbeit ist das arbeitsmarktpolitische Instrument, welches verhindert, dass Arbeitgeber Arbeitskräfte krisenbedingt freisetzen müssen. Auch in Ostthüringen wird Kurzarbeit von den Unternehmen stark in Anspruch genommen und Kurzarbeitergeld ist quantitativ mit einem Umfang von mehr als 32 Mio Euro einer der größten Ausgabenposten der Arbeitsagentur.

Von April bis Dezember 2020 haben insgesamt mehr als 5.200 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt, wovon ca. 54.100 Beschäftigte betroffen waren. Vor allem der Einzelhandel und die Gastronomie, aber auch Bau- und Kfz.-Branche haben die Kurzarbeit genutzt.