15.01.2021 | Presseinfo Nr. 3

Rückblick 2020 mit Ausblick 2021:

Arbeitslosenquote steigt auf 4,8 Prozent

8.214 Frauen und Männer arbeitslos

Kurzarbeit sichert Beschäftigung und verhindert Entlassungen

Agenturchef, Sven Schulze zum Jahresrückblick 2020 und Ausblick 2021:

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind deutlich sichtbar und haben die Arbeitsmarktentwicklung im letzten Jahr maßgeblich geprägt.

Alle drei Arbeitsmarktindikatoren – Arbeitslosigkeit, Beschäftigung und Arbeitskräftenachfrage – haben sich seit April 2020 verschlechtert. Im Jahresdurchschnitt liegen wir nun auf dem Niveau von 2018. Insgesamt gesehen zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt aber noch robust und die stabilisierende Wirkung von Kurzarbeit sichert zudem tausende Beschäftigungsverhältnisse im Erzgebirge“, bilanziert Agenturchef Sven Schulze. „Fakt ist, dass sich der im November begonnene Lock down und die Verschärfungen seit Dezember verzögert auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Mit den Erfahrungen aus dem ersten Lock down sind wir gut aufgestellt.  Wir sind weiter für die Menschen da, aktuell vorrangig im telefonischem und falls erforderlich auch im persönlichen Kontakt – ergänzt durch unseren Online-Service.

Kontaktwege zur Arbeitsagentur

Gebührenfreie Hotline Arbeitnehmer: 0800 4 5555 00                                              

Gebührenfreie Hotline Arbeitgeber:    0800 4 5555 20                                               

Regionale Hotline:                               03733 133 1000

Internet: https://www.arbeitsagentur.de/kannsteklicken

Jugendberufsagentur Erzgebirge:       www.jba-erz.de

„Mittel- und langfristig werden die vor der Krise dominierenden Themen rund um die Fachkräftegewinnung- und sicherung allerdings wieder in den Vordergrund rücken. Ausbildung, Investitionen in Nachwuchs, Fach- und Führungskräfte sowie die Digitalisierung auf dem Arbeitsmarkt stehen auf der Agenda. Auch für dieses Jahr bin ich zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit den Berufsberatern der Jugendberufsagentur Erzgebirge und den Partnern am Ausbildungsmarkt für jeden Jugendlichen einen konkreten Fahrplan zum Einstieg in das Berufsleben entwickeln können. Um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten, verändern sich auch die Anforderungen an die Arbeitnehmer und die Unternehmen. Berufliche Bildung nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Für die nächsten Monate benötigen wir alle weiterhin Durchhaltevermögen und individuelle Lösungen für Unternehmen, Mitarbeiter und Arbeitslose. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Netzwerkpartnern aus der Region zusammen.“

Arbeitslosigkeit

Im Erzgebirgskreis – dem Bezirk der Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz – waren im Jahresdurchschnitt 8.214 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Jahr 2019 erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 570 Personen oder 7,5 Prozent. Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte auf aktuell 4,8 Prozent.

Auffällig ist, dass der gesamte Anstieg der Arbeitslosenzahl im Jahr 2020 auf die Entwicklung im Rechtskreis SGB III zurückzuführen ist. Während die Arbeitslosigkeit in der  Arbeitsagentur im Jahresdurchschnitt um rund 30 Prozent angestiegen ist, hat sie sich im Jobcenter um 5,1 Prozent verringert.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im Jahresdurchschnitt 3.743 und im Bereich der Grundsicherung (SGB II) 4.471 Arbeitslose erfasst.

Beschäftigung

Ende Juni 2020 waren 113.461 Personen im Erzgebirgskreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt – das sind 2.292 oder zwei Prozent weniger als im Juni 2019. 

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Heimen und Sozialwesen (+79 oder +0,7%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (–1.527 oder –4,1%), allen voran in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie, einer dem Verarbeitenden Gewerbe untergeordneten Branche     ( - 1.253). Aber auch das Gastgewerbe, der Bau und Einzelhandel mussten Beschäftigungsverluste hinnehmen.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt in der Jahressumme 2020 deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit  warb 4.587 Stellen ein. Das sind 838 Stellen weniger als im Vorjahr (15,4 Prozent). Der Stellenbestand fiel im Jahresdurchschnitt auf aktuell 2.516 Stellen. Stellentreiber waren hier Verarbeitendes Gewerbe, Personaldienstleister, Baugewerbe und Gesundheits- und Sozialwesen.


Kurzarbeit

Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit sind seit Beginn der Pandemie von April bis Ende Dezember 2020 deutlich angestiegen. Aktuell stehen 6.239 Betriebe mit 62.867 Beschäftigten zu Buche. Vor einem Jahr waren es 155 Betriebe mit 3.872 Beschäftigten. Allein im Dezember haben 629 Betriebe für 4.467 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Die Zahlen für die realisierte Kurzarbeit liegen bis Juni 2020 vor. Von Januar bis Juni 2020 rechneten 2.076 Betriebe für 19.481 Personen Kurzarbeitergeld ab. Der Vorjahresvergleich macht die Ausmaße deutlich: Im gleichen Zeitraum 2019 rechneten lediglich 27 Betriebe für 350 Beschäftigte Kurzarbeit ab.