02.11.2022 | Presseinfo Nr. 37

Goldener Oktober schlägt sich nicht auf dem Arbeitsmarkt nieder     

* 7.400 Menschen sind im Oktober ohne Job
* Aktuelle Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 4,5 Prozent
* 39 unversorgte Bewerber*innen bei 252 unbesetzten Ausbildungsstellen

Sven Schulze, Leiter der Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz:

„Die Arbeitslosigkeit hat sich im Oktober geringfügig erhöht. Damit bleibt die sonst um diese Zeit übliche Herbstbelebung den zweiten Monat infolge aus. Üblicherweise führen Abmeldungen in Erwerbstätigkeit und Studium sowie Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zu stärkeren positiven Effekten bzw. zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr verbleibt die Arbeitslosigkeit - mit einem Anstieg von fast 900 Personen - auf einem deutlich erhöhten Niveau. Ursache ist aber im Wesentlichen der Übergang ukrainischer Geflüchteter in die Grundsicherung“, bilanziert Agenturchef Sven Schulze. „Hinzu kommt die wachsende Verunsicherung in der Wirtschaft. Die Nachfrage nach Arbeitskräften geht zurück. Gleichzeitig besteht ein erhöhter Beratungsbedarf seitens der Unternehmen zum Kurzarbeitergeld und auch die Anzeigen zum Arbeitsausfall steigen moderat.  Unsere Experten stehen Ihnen dazu auch weiterhin als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung und beantworten Ihre Fragen rund um das Thema Kurzarbeit.“

Regionale Hotline: 0371 567-3477

Servicerufnummer für Unternehmen: 0800 4 5555 20

Arbeitslosenzahlen erhöhen sich  –  Abstand zum Vorjahr wird größer

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich in den letzten vier Wochen um 13 Personen oder 0,2 Prozent erhöht. Dabei nahmen jeweils rund 400 Personen eine Erwerbstätigkeit auf oder begannen eine Ausbildung.

Ende Oktober waren 7.432 Menschen im gesamten Erzgebirgskreis ohne Job. Zum Vorjahr sind es 899 Menschen bzw. 13,8 Prozent mehr.

Die Arbeitslosenquote ist unverändert und liegt bei 4,5 Prozent (Vorjahr: 3,9 Prozent).

Arbeitgeberservice hat weniger Offerten aus der Wirtschaft entgegengenommen

In den letzten vier Wochen wurden 341 freie Stellen eingeworben. Das sind 31 Angebote weniger als im September und 122 weniger als im Oktober des Vorjahres.

Die TOP 5 der meisten  Stellen verzeichneten Personaldienstleister mit 72 Offerten (- 25 oder 25,8 % ggü. VM), Gesundheits- und Sozialwesen mit 50 Offerten (-  7 Stellen bzw. 12,3 % ggü. VM) und Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 50 Offerten (+ 16 bzw. 47,1 %), Verarbeitendes Gewerbe mit 48 Offerten (-  8 Stellen bzw. 14,3 % ggü. VM) und Gastgewerbe  mit 18 Offerten (- 1 oder 5,3 % ggü. VM).

Insgesamt sind damit aktuell 3.146 freie Jobangebote bei der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 141 oder 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Blick in die Regionen des Erzgebirgskreises                               

Die Geschäftssstellen Stollberg (3,9%), Zschopau (4,1%) und Marienberg (4,2 %)  liegen – analog des Vormonates – mit ihrer aktuellen Arbeitslosenquote unter dem Agenturdurchschnitt (4,5 Prozent). Die Geschäftsstellen Schwarzenberg (4,6 Prozent), Annaberg-Buchholz (4,7%) und Aue (5,1 Prozent) liegen jeweils darüber. Der aktuelle Arbeitslosenbestand stieg binnen eines Jahres in Annaberg-Buchholz um 21,5 % (höchster Anstieg) und in Schwarzenberg um 5,3 % an (geringster Anstieg). 

Jahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt – Für jeden Azubi steht ein Ausbildungsplatz  zur Verfügung

Rund 98 Prozent der Bewerber*innen haben im letzten Jahr eine Ausbildung gefunden. Das gute Ergebnis schließt nahtlos an die Vorjahre an. „Ich bin zuversichtlich, dass die aktuell 39 Jugendlichen, die zurzeit noch keinen festen Ausbildungsplatz haben, mit unserer Unterstützung bis Jahresende eine Ausbildung oder Alternative finden werden. Es bleiben zum Jahresende 252 Ausbildungsstellen unbesetzt. Auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn ist noch Vieles möglich und die Beteiligten können sich auf unsere Unterstützung verlassen“, sagt Schulze.

Überblick

Im Zeitraum vom 1. Oktober 2021 bis 30.September 2022 wurden 1.569 Jugendliche als Bewerber*innen für eine Ausbildung erfasst. Das sind 118 oder 8,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 39 Jugendliche blieben am Jahresende unversorgt. 1.566 Berufsausbildungsstellen wurden durch die Unternehmen gemeldet, das sind 98 oder 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. 252 Offerten blieben unbesetzt.

Vorschau: Am 7. November werden weitere Ergebnisse der Ausbildungsmarktbilanz veröffentlicht.