01.02.2022 | Presseinfo Nr. 5

Arbeitslosigkeit saisonal steigend, dennoch niedriger als im Vorkrisenjahr

Zahl der Arbeitslosen bleibt weiterhin unter dem Vorjahreswert

Die Arbeitslosigkeit im Raum Ansbach-Weißenburg ist im Januar im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen. Insgesamt sind 7.404 Personen gemeldet, 962 mehr als im Dezember. Dieser Anstieg ist für die Jahreszeit typisch und bewegt sich im saisonüblichen Rahmen. Aktuell gibt es viele Arbeitslose insbesondere aus dem Baugewerbe oder der Gastronomie, die wiedereingestellt werden, sobald sich die Witterungsverhältnisse bessern. Betrachtet man das Vorjahr, zeigt sich jedoch, dass die Zahl der Arbeitslosen momentan deutlich niedriger liegt, denn der aktuelle Wert ist im Vorjahresvergleich um 1.562 Personen gesunken. Selbst gegenüber des Vorkrisenjahres 2019 mit 7.584 Arbeitslosen erkennt man den positiven Trend zum Jahresbeginn 2022.

 „Trotz anhaltender Krisenzeiten bleibt der Arbeitsmarkt weitgehend stabil. Wir versuchen Arbeitslose weiter aktiv zu unterstützen, um den erfreulichen Verlauf voranzutreiben“, so Wolfgang Langer, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg. Die Arbeitslosenquote liegt im Januar bei 2,9 Prozent und damit im Vergleich zum Vormonat (2,5 Prozent) etwas höher. Aber auch hier zeigt der Vorjahresvergleich (3,5 Prozent), dass die aktuelle Quote deutlich geringer ist. Ebenso lag die Arbeitslosenquote im Januar 2019 leicht höher bei 3,0 Prozent.

Arbeitslosenzahl im Januar 2022:                         7.404              

Arbeitslosenzahl im Vorjahr:                                 8.966

Arbeitslosenquote im Januar 2022:                      2,9 %

Arbeitslosenquote im Vorjahr:                              3,5 %

Mehr als ein Viertel der Arbeitslosen sind langzeitarbeitslos

Im Verlauf des Jahres 2021 ist der Anteil an Langzeitarbeitslosen stetig gestiegen. Aktuell sind über 26 Prozent aller Arbeitslosen seit mehr als einem Jahr in der Arbeitslosigkeit. In absoluten Zahlen liegt der Wert im Januar bei 1.950 Personen. Im Monat zuvor waren es 1.936. Der Vergleich zum Vorjahresmonat mit 1.898 Langzeitarbeitslosen zeigt den Anstieg im Jahresverlauf besonders deutlich. „Von Alter, gesundheitlichen Einschränkungen, Mangel an fachlichen Kenntnissen bis hin zu privaten Schwierigkeiten - weshalb jemand über einen längeren Zeitraum hinweg arbeitslos bleibt, kann sehr individuell sein“, findet Langer. „Wir versuchen, gemeinsam mit unseren Kund*innen die Gründe dafür herauszufinden und sie zu unterstützen, einen passenden Arbeitsplatz zu finden“, erklärt er weiter. Doch der wachsende Anteil an Langzeitarbeitslosen ist auch coronabedingt. Arbeitnehmer, die jahrelang einen festen Arbeitsplatz hatten, verloren diesen durch die Umstände und schaffen es nun ohne Hilfe von außen nicht mehr in den Berufsalltag zurück. Daher liegt der Fokus der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg im neuen Jahr unter anderem darauf, Langzeitarbeitslose noch besser zu unterstützen, um diese wieder in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. Wichtige Instrumente hierfür sind unter anderem die Förderung durch berufliche Weiterbildung, durch den Eingliederungszuschuss, aber auch durch individuelles Coaching.

Bestand an Arbeitsstellen weiter steigend

Die Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt im Vergleich zum Vormonat von 1.308 auf aktuell 861 neu gemeldete Stellen im Januar. Im Januar 2021 lag der Wert noch leicht erhöht bei 898 Stellen. Insgesamt sind aktuell 5.907 unbesetzte Stellen im Bestand beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern gemeldet. Das sind 33 mehr als im Vormonat und 1.421 mehr als im Vorjahresmonat.  

Der größte Teil der freien Stellen im Bestand der Arbeitsagentur Ansbach-Weißenburg wurde mit 1.274 von der Arbeitnehmerüberlassung gemeldet. Dahinter folgt das verarbeitende Gewerbe mit 1.107 freien Arbeitsplätzen. Das Gesundheits- und Sozialwesen hat aktuell 706 Stellen zu vergeben. Im Handel sind noch 646 und im Baugewerbe 627 Arbeitsstellen offen. Das größte Plus gegenüber dem Vorjahresmonat gibt es im verarbeitenden Gewerbe mit 66 Prozent mehr freien Arbeitsplätzen.

Arbeitsmarktentwicklung in den Rechtskreisen SGB III und SGB II

Von den insgesamt 7.404 Arbeitslosen werden mit 4.742 64 Prozent von der Agentur für Arbeit betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind das 888 Personen bzw. 23 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich liegt ein Minus von 1.497 Personen bzw. 24 Prozent vor.

Bei den Jobcentern beziehen 2.662 Arbeitslose Leistungen nach dem SGB II. Im Vergleich zum Vormonat sind das 74 Personen bzw. 2,9 Prozent mehr. Zum Vorjahr errechnet sich ein Abbau um 65 Meldungen bzw. 2,4 Prozent.

Stadt und Landkreise

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Ansbach

Die Arbeitslosenquote in der Stadt Ansbach liegt aktuell bei 3,9 Prozent (Vormonat 3,4 und Vorjahresmonat 4,8). Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Vergleich zum Vormonat um 133 auf 943, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 216 ab.

Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 492, das sind 140 Arbeitslose bzw. 22,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 451, was einem Minus von 76 Personen bzw. 14,4 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich steigt die Arbeitslosigkeit im SGB III um 118, im SGB II um 15 Personen.

Die Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Januar 156 neue Stellen, das sind 59 weniger als vor einem Monat und 14 mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt sind im Stadtgebiet Ansbach 676 freie Stellen im Bestand (Vormonat: 661; Vorjahr: 648).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Ansbach

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Ansbach liegt aktuell bei 2,6 Prozent (Vormonat 2,2 und Vorjahr 3,2).  Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Vergleich zum Vormonat um 415 auf 2.762, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 634 ab.

Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 1.825, das sind 657 Arbeitslose bzw. 26,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 937, was einem Plus um 23 Personen bzw. 2,5 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich steigt die Arbeitslosigkeit im SGB III um 402, im SGB II um 13 Personen.

Die Arbeitgeber des Landkreises Ansbach melden dem Arbeitgeber-Service im Januar mit 293 neuen Stellen 181 weniger als noch vor einem Monat und 83 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind 2.462 freie Stellen im Bestand (Vormonat: 2.521; Vorjahr: 3.042).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Roth

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Roth liegt bei 2,4 Prozent (Vormonat: 2,1, Vorjahr: 3,0). Die Zahl der Arbeitslosen nimmt im Vergleich zum Vormonat um 194 auf 1.755 zu, im Vorjahresvergleich reduziert sie sich um 444.

Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 1.224, was einem Abbau um 374 Meldungen bzw. 23,4 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Bereich SGB II liegt sie bei 531 und damit um 70 bzw. 11,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Vormonatsvergleich steigt die Arbeitslosigkeit im SGB III um 170, im SGB II um 24 Personen.

Die Arbeitgeber des Landkreises Roth melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Januar 247 neue Stellen, das sind 113 weniger als vor einem Monat und 7 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind 1.713 freie Stellen im Bestand (Vormonat: 1.686; Vorjahr: 1.188).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt bei 3,6 Prozent (Vormonat 3,2, Vorjahr 4,1).  Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Vergleich zum Vormonat um 220 auf 1.944, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 268 ab.

Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 1.201, das sind 326 Arbeitslose bzw. 21,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 743, was einem Plus von 58 Personen bzw. 8,5 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich steigt die Arbeitslosigkeit im SGB III um 198 Meldungen, im SGB II steigt sie um 22 Personen.

Die Arbeitgeber im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Januar 165 neue Stellen. Das sind 94 weniger als vor einem Monat und 25 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind 1.056 freie Stellen im Bestand (Vormonat: 1.006; Vorjahr: 768).