05.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember nicht nur saisonbedingt

Dies hat überwiegend saisonale Ursachen – aber nicht nur.

Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember nicht nur saisonbedingt

Am Jahresende waren im Bezirk Ansbach-Weißenburg 7.758 Arbeitslose gemeldet, 379 Personen oder 5,1 Prozent mehr als im Vormonat. Dies hat überwiegend saisonale Ursachen – aber nicht nur. Fast ein Drittel des Anstiegs entfiel auf den Raum Gunzenhausen. Hier machte sich die angekündigte Betriebsschließung der Pressmetall Gunzenhausen GmbH bemerkbar, da ein Teil der Beschäftigten bereits im Dezember freigestellt wurde. Etwa 900 der 7.758 Arbeitslosen sind sogenannte Saisonarbeitslose, die im Frühjahr mit ihrer Wiedereinstellung rechnen. Die meisten kommen aus dem Baugewerbe, der Steinindustrie, dem Gartenbau und vereinzelt auch aus der Gastronomie.

Im Vergleich zum Vorjahrjahreszeitraum liegt die Arbeitslosigkeit weiterhin auf deutlich höherem Niveau. Der Vorjahresabstand hat sich von plus 1.695 im November 2020 auf plus 1.785 (+29,9 Prozent) im Dezember 2020 erhöht.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei der Arbeitslosenquote wider, die jetzt bei 3,0 Prozent liegt. Im November waren es noch 2,9 und im Vorjahr 2,3 Prozent.

Arbeitslosenzahl im Dezember 2020: 7.758

Arbeitslosenzahl im Vorjahr: 5.973

Arbeitslosenquote im Dezember 2020: 3,0%

Arbeitslosenquote im Vorjahr: 2,3 %

Kurzarbeit auf hohem Niveau

„Der erneute Lockdown hat noch nicht unmittelbar zu Personalabbau in größerem Umfang geführt", stellt Claudia Wolfinger, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg, fest. „Nach wie vor versuchen die meisten Betriebe, die Krise mit Kurzarbeit abzufedern." Entsprechend wurde im November und Dezember wieder mehr Kurzarbeit angezeigt und beantragt als in den Sommermonaten. Dennoch bleiben auch einzelne Entlassungen nicht aus. Im Berichtsmonat meldeten sich 1.146 Menschen arbeitslos, die unmittelbar vorher erwerbstätig waren und ihren Arbeitsplatz verloren haben. Ihnen stehen nur 644 Personen gegenüber, die im gleichen Zeitraum eine neue Arbeit finden konnten.

Überdurchschnittlich viele ältere und längerfristig Arbeitslose

43 Prozent aller Arbeitslosen sind 50 Jahre und älter, 32 Prozent über 55 Jahre alt. Hier hat Ansbach-Weißenburg einen vergleichsweise hohen Anteil. Bayernweit errechneten sich zuletzt 37 Prozent (ab 50) bzw. 25 Prozent (ab 55). Ebenfalls steigend ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen. 1.745 Menschen sind im Dezember ein Jahr oder länger ohne Arbeit, 592 oder 51,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wobei Claudia Wolfinger betont, dass weder das Alter noch eine längere Arbeitslosigkeit ein K.O.-Kriterium bei der Arbeitsplatzsuche sein müssten. „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können hier die Eingliederung aktiv unterstützen", sagt sie und nennt neben intensiver Beratung (auch per Telefon) und Vermittlung die Förderung beruflicher Qualifizierung, Betriebspraktika oder Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber. Im Dezember profitieren von diesen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten etwa 2.300 Personen. Schwerpunktbereiche sind die berufliche Weiterbildung mit 1.171 Teilnehmenden, die besonderen Maßnahmen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (336) und die Eingliederungszuschüsse bei Aufnahme einer Beschäftigung (323).

Weniger Stellen im Dezember gemeldet

Die gemeldeten Stellen sind im Dezember saisonbedingt, aber auch wegen der Unsicherheit vieler Arbeitgeber rückläufig. 1.023 Stellenangebote wurden im Laufe des Monats neu gemeldet, 73 weniger als im Vormonat und 53 weniger als im Vorjahr. Der aktuelle Stellenbestand von 4.228 liegt um 300 (-6,6 Prozent) unter dem Ergebnis vom November und um 467 (-9,9 Prozent) unter dem Vorjahresniveau. Die meisten Angebote gibt es in der Zeitarbeit, im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Baugewerbe sowie im Bereich Lager/Logistik einschließlich Berufskraftfahrer.

Arbeitsmarktentwicklung in den Rechtskreisen SGB III und SGB II

Von den insgesamt 7.758 Arbeitslosen werden mit 5.171 zwei Drittel von der Agentur für Arbeit betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind das 366 Personen bzw. 7,6 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich liegt eine Zunahme um 1.396 Personen bzw. 37,0 Prozent vor.

Bei den Jobcentern beziehen 2.587 Arbeitslose Leistungen nach dem SGB II, das sind etwas mehr als im Vormonat (13 Personen bzw. 0,5 Prozent). Zum Vorjahr liegt ein Plus von 389 Personen bzw. 17,7 Prozent vor.

Stadt und Landkreise

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Ansbach

Die Arbeitslosenquote in der Stadt Ansbach liegt aktuell bei 4,3 Prozent (Vormonat 4,2 und Vorjahresmonat 3,4 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen nimmt im Vergleich zum Vormonat um 25 auf 1.029 zu. Im Vorjahresvergleich erhöht sie sich um 220 bzw. 27,2 Prozent.

Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 554, das sind 127 Arbeitslose bzw. 29,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 475, was einem Plus von 93 Personen bzw. 24,3 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich hat die Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen zugenommen, im SGB III um 127 und im SGB II um 93 Personen.

Die Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Dezember 170 neue Stellen, das sind in etwa so viele wie im Vormonat (plus 3) und 18 weniger als im Vorjahr. Insgesamt sind im Stadtgebiet Ansbach 647 freie Stellen im Bestand (Vormonat: +30; Vorjahr: -83).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Ansbach

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Ansbach liegt aktuell bei 2,7 Prozent (Vormonat 2,6 und Vorjahresmonat 2,1 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen nimmt im Vergleich zum Vormonat um 108 auf 2.886 zu. Im Vorjahresvergleich erhöht sie sich um 598 bzw. 26,1 Prozent.

Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 2.006, das sind 530 Arbeitslose bzw. 35,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 880, was einem Plus von 68 Personen bzw. 8,4 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich hat die Arbeitslosigkeit im SGB III um 129 zugenommen. Im SGB II ist sie um 21 Personen geringer.

Die Arbeitgeber des Landkreises Ansbach meldeten dem Arbeitgeber-Service im Dezember 409 neue Stellen, das sind 95 weniger als vor einem Monat und 16 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind 1.745 freie Stellen im Bestand (Vormonat: -40; Vor-jahr: +55).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Roth

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Roth liegt wie im Vormonat bei 2,6 Prozent (Vorjahr: 1,9 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen nimmt im Vergleich zum Vormonat um 60 auf 1.935 zu. Im Vorjahresvergleich erhöht sie sich um 568 bzw. 41,6 Prozent.

Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 1.364, das sind 451 Arbeitslose bzw. 49,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 571, was einem Plus von 117 Personen bzw. 25,8 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich hat die Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen zugenommen, im SGB III um 43 und im SGB II um 17 Personen.

Die Arbeitgeber des Landkreises Roth meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber- Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Dezember 301 neue Stellen, das sind 17 mehr als vor einem Monat und sieben mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind 1.115 freie Stellen im Bestand (Vormonat: -118; Vorjahr: -291).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt bei 3,6 Prozent (Vormonat 3,2 und Vorjahresmonat 2,8 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen nimmt im Vergleich zum Vormonat um 186 auf 1.908 zu. Die prozentuale Steigerung zum Vormonat beträgt 10,8 Prozent und fällt deutlich höher aus als im übrigen Agenturbezirk. Gegenüber Dezember 2019 erhöht sich die Arbeitslosigkeit um 399 Personen oder 26,4 Prozent.

Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 1.247, das sind 288 Arbeitslose bzw. 30,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 661, was einem Plus von 111 Personen bzw. 20,2 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich hat die Arbeitslosigkeit im SGB III um 188 Personen zugenommen; im SGB II bleibt sie fast gleich (-2).

Die Arbeitgeber im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Dezember 143 neue Stellen, das sind in etwa so viele wie vor einem Monat (+2) und 58 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind 721 freie Stellen im Bestand (Vormonat: -172; Vorjahr: -148).