05.11.2020 | Presseinfo Nr. 52

Ausbildungsmarktbericht 2019/2020

Ausbildungsbereitschaft in der Region nahezu ungebrochen, weiterhin deutlich mehr Stellen als Bewerber im Agenturbezirk Ansbach-Weißenburg

Ausbildungsmarkt bleibt trotz Corona-Krise „Bewerbermarkt“

Ausbildungsbereitschaft in der Region nahezu ungebrochen, weiterhin deutlich mehr Stellen als Bewerber im Agenturbezirk Ansbach-Weißenburg

Auch im Berichtsjahr 2019/20 präsentiert sich der Ausbildungsmarkt als „Bewerbermarkt“, was bedeutet, dass es insgesamt mehr Ausbildungsstellen als Bewerber gibt. Auch wenn in diesem Jahr etwas weniger Lehrstellen registriert sind als in den letzten beiden Jahren, können flexible Jugendliche aus einer Vielzahl von Angeboten auswählen. Dies umso mehr, da parallel zur Stellenzahl auch die Zahl der Bewerber für Berufsausbildungsstellen in den letzten Jahren etwas gesunken ist.

Claudia Wolfinger, die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg, beschreibt die Situation: „Es freut mich sehr, dass die Ausbildungsbereitschaft der regionalen Betriebe trotz der Corona-bedingten Unsicherheiten nahezu ungebrochen hoch ist. Die Krise hat den regionalen Ausbildungsmarkt weniger getroffen als Anfang des Jahres befürchtet. Den Firmenverantwortlichen ist glücklicherweise auch in Krisenzeiten bewusst, dass sie sich langfristig um die Fachkräftesicherung ihres Unternehmens kümmern müssen.

1,5 Ausbildungsstellen pro Bewerber

Den 4.278 gemeldeten Ausbildungsstellen standen 2.932 Jugendliche gegenüber, die sich in der Zeit von Oktober 2019 bis September 2020 bei der Berufsberatung als Ausbildungsbewerber registrieren ließen. Jedem Bewerber standen damit rein rechnerisch 1,5 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Vor einem Jahr waren 1,4 Stellen pro Bewerber gemeldet. Dieses Verhältnis wächst seit vielen Jahren. Vor zehn Jahren war es sogar noch anders herum, da standen jedem Bewerber nur 0,8 Stellen zur Verfügung.

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt hat sich auch durch die Pandemie gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Größere Industriebetriebe mit einer eigenen Ausbildungsabteilung haben es deutlich leichter als kleinere Firmen, wie sie vor allem im Handwerk dominieren. Ganz entscheidend ist auch der Standort. Betriebe, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar sind, erhalten oft nur sehr wenige Bewerbungen.

Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen hat sich leicht erhöht

Von 4.278 gemeldeten Ausbildungsstellen waren Ende September noch 607 Stellen oder 14,2 Prozent unbesetzt. Ein Jahr zuvor waren es noch 13,2 Prozent.

Der größte Teil der gemeldeten Ausbildungsstellen entfiel mit 1.451 Plätzen auf das verarbeitende Gewerbe; 187 Stellen davon sind bislang noch unbesetzt. Der Handel meldete 844 Ausbildungsplätze, 121 davon unbesetzt. Im Baugewerbe sind von den insgesamt 663 gemeldeten Stellen noch 122 Ausbildungsplätze frei, im Gastgewerbe von 255 Stellen noch 54 und im Gesundheits- und Sozialwesen sind von 215 noch 33 unbesetzt. Darüber hinaus stehen in fast allen anderen Branchen zum Ende des Berichtsjahres ebenfalls noch freie Ausbildungsstellen zur Verfügung.

Gute Chancen auch für „spätentschlossene“ Jugendliche

Die Zahl der gemeldeten Bewerber liegt mit 2.932 um knapp sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Grund dafür ist die geringer werdende Schulabsolventenzahl. Außerdem nehmen bei einem Überangebot an Ausbildungsstellen die Jugendlichen die Ausbildungsvermittlung weniger früh in Anspruch.

Zum Berichtsjahresende waren im Agenturbezirk Ansbach-Weißenburg mit 42 Bewerbern noch 1,4 Prozent der Schulabgänger unversorgt. Im letzten Jahr hatten zum Ausbildungsstart mit 20 Jugendlichen nur 0,6 Prozent noch keinen Ausbildungsvertrag unterzeichnet. „Die Corona-bedingte Unterbrechung des Bewerbungsprozesses hat hier sichtlich Spuren hinterlassen. Unversorgte Jugendliche sollen sich auf keinen Fall entmutigen lassen, denn viele Betriebe stellen auch jetzt nach dem regulären Ausbildungsstart noch Nachwuchskräfte ein.

Rein rechnerisch stehen jedem unversorgten Jugendlichen noch 14,5 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung. Die Berufsberatung unterstützt auch zum jetzigen Zeitpunkt gerne bei der Vermittlung.“, wirbt Wolfinger.

Ausbildungssituation in der Stadt und den Landkreisen

Stadt Ansbach

Im Bereich der Stadt Ansbach standen im Verlauf des Jahres 266 Bewerber insgesamt 551 Ausbildungsstellen gegenüber; das entspricht 2,1 Ausbildungsstellen pro Bewerber. 49 Ausbildungsstellen waren Ende September noch unbesetzt, 6 Bewerber unversorgt.

Landkreis Ansbach

Auch im Landkreis Ansbach gab es mehr Stellen als Bewerber: 1.090 Bewerber und 1.467 Stellen wurden gezählt, also rund 1,4 Stellen pro Bewerber. 216 Ausbildungsstellen waren Ende September noch unbesetzt, 14 Bewerber unversorgt.

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gab es 768 Bewerber und 889 Stellen; das Verhältnis ist mit 1,2 Stellen pro Bewerber nahezu ausgewogen. 150 Ausbildungsstellen waren Ende September noch unbesetzt, 14 Bewerber unversorgt.

Landkreis Roth

Im Landkreis Roth hatten 808 Bewerber insgesamt 1.371 Stellen zur Auswahl; das sind 1,7 Stellen je Bewerber. 192 Ausbildungsstellen waren Ende September noch unbesetzt, 8 Bewerber unversorgt.

Hinweis:

Die vorgelegten Zahlen bilden ausschließlich die Statistiken der Arbeitsagentur ab. Die Daten beziehen sich nur auf Bewerber, die sich bei der Arbeitsagentur oder den Jobcentern gemeldet haben sowie auf die dort gemeldeten Stellen. Die Zahl der bei den Kammern eingetragenen Ausbildungsverhältnisse liegt erst zum Jahresende vor.