29.10.2020 | Presseinfo Nr. 50

Arbeitslosigkeit sinkt saisonbedingt

Die Arbeitslosigkeit sinkt saisonbedingt, steigende Corona-Zahlen wirken sich bislang noch nicht erneut auf den Arbeitsmarkt aus.
 
Im Oktober sinkt die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 475 Personen, im Vorjahresvergleich weist der Wert dagegen ein deutliches Plus auf.

Arbeitslosigkeit sinkt saisonbedingt

Steigende Corona-Zahlen wirken sich bislang noch nicht erneut auf den Arbeitsmarkt aus

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 475 Personen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr weist der Wert dagegen ein deutliches Plus um 1.847 Personen bzw. 31,9 Prozent auf. Insgesamt sind 7.630 Arbeitslose bei der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg gemeldet. Die Quote liegt mit 3,0 Prozent um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonatswert und um 0,8 Punkte über dem des Vorjahres.

Claudia Wolfinger, die Vorsitzende der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg erläutert: „Die Arbeitslosigkeit nahezu aller Personenkreise ist im Vergleich zum Vormonat gesunken. Erwartungsgemäß war vor allem bei den unter-25-Jährigen ein deutlicher Rückgang um über 23 Prozent zu beobachten. Grund dafür ist, dass viele junge Menschen im Laufe des Monats ihr Studium aufgenommen oder sich doch noch für eine Berufsausbildung entschieden haben. Darüber hinaus blieben aufgrund des anhaltend guten Wetters die witterungsbedingten Arbeitslosmeldungen des Bauhaupt- und Baunebengewerbes bisher noch weitgehend aus. Dies zusammengenommen führt trotz der Corona-geschwächten Wirtschaftslage und der am Arbeitsmarkt noch nicht spürbaren Auswirkung steigender Infektionszahlen zu einer saisonal bedingten Abnahme der Arbeitslosigkeit.“

Arbeitslosenzahl im Oktober 2020:                  7.630

Arbeitslosenzahl im Vorjahr:                            5.783

Arbeitslosenquote im Oktober 2020:               3,0 %

Arbeitslosenquote im Vorjahr:                         2,2 %

Monatlicher Stellenzugang wieder auf Vorjahresniveau

Mit 1.155 im Oktober neu gemeldeter Stellen ist der Zugang an Arbeitsangeboten auf Agenturebene im Vergleich zum Vormonat um 171 Stellen bzw. 17,4 Prozent gestiegen. Die monatliche Nachfrage nach Arbeitskräften liegt mit einem Plus von 12 leicht über dem Niveau des Vorjahres.

„Die Summe der seit Jahresbeginn gemeldeten Stellen liegt dagegen mit aktuell rund 9.000 Angeboten deutlich unter dem Wert des Vorjahres mit gut 11.000 Meldungen. Zwar ist dieses Minus überwiegend auf die Hochphase der Pandemie in den Monaten April bis Juni zurück zu führen, aber auch in nahezu allen übrigen Monaten war die Arbeitgebernachfrage niedriger als ein Jahr zuvor. Daher wird das erhebliche Defizit zum Vorjahr wird bis zum Jahresende nicht mehr auszugleichen sein.“, beschreibt Wolfinger die Situation auf dem Stellenmarkt.

Im Bestand des Arbeitgeberservice sind derzeit 4.503 offene Arbeitsangebote, 86 mehr als im September und 613 weniger als im Vorjahr. Mit Abstand die meisten Arbeitsangebote (1.142) kommen im Oktober aus der Zeitarbeit. Im verarbeitenden Gewerbe stehen insgesamt 640 Stellen zur Verfügung, dicht gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (639). Darüber hinaus wird am Bau (508) und im Handel (444) verstärkt nach Personal gesucht.

Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds wieder leicht steigend

Durch die steigenden Corona-Zahlen rückt auch das Kurzarbeitergeld wieder in den Fokus vieler Firmen. Seit dem Höchststand im April mit 3.433 Anzeigen für 53.122 Beschäftigte sanken die Anzeigen Monat für Monat bis zum Tiefststand von 23 Anzeigen für 304 Beschäftigte im September. Im Oktober ist jetzt erstmals wieder eine leichte Steigerung zu beobachten. Es werden 32 Anzeigen für 417 Personen erfasst. „Diese zum Glück bislang noch sehr moderate Zunahme wundert mich nicht. Die steigenden Infektionszahlen zwingen Firmenverantwortliche wieder dazu, Überlegungen anzustellen, ihre Beschäftigten nach Hause zu schicken und bei Bedarf auf das Kurzarbeitergeld zurück zu greifen. Anzeigen auf Kurzarbeit werden von ihnen dann oft erst einmal rein vorsorglich vorgenommen. Vor allem in Bereichen, die von den erneuten Einschränkungen unmittelbar betroffen sind, rechnen wir in den nächsten Wochen wieder mit deutlich steigenden Nachfragen. Selbstverständlich stehen wir den Firmen und ihren Beschäftigten auch weiterhin beratend und unterstützend zur Seite.“, so Wolfinger.

Arbeitsmarktentwicklung in den Rechtskreisen SGB III und SGB II

Von der Krise sind beide Rechtskreise betroffen. Allerdings ist der Anstieg im Leistungsbezug des SGB III Bereichs deutlich höher, da hier überwiegend Personen gemeldet sind, die ihre Beschäftigung erst vor Kurzem verloren haben.

Von den insgesamt 7.630 Arbeitslosen werden mit 4.994 knapp zwei Drittel von der Agentur für Arbeit betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind das 331 Personen bzw. 6,2 Prozent weniger, die nach dem Ende ihrer Erwerbstätigkeit Arbeitslosengeld I gemäß dem SGB III beziehen. Im Vorjahresvergleich liegt dagegen eine Zunahme um 1.486 Meldungen bzw. 42,4 Prozent vor.

Bei den Jobcentern beziehen 2.636 Personen Leistungen nach dem SGB II. Im Vergleich zum Vormonat sind das 144 Meldungen bzw. 5,2 Prozent weniger. Zum Vorjahr liegt ein Plus von 361 bzw. 15,9 Prozent vor.

Stadt und Landkreise

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Ansbach

Die Arbeitslosenquote sinkt in der Stadt Ansbach im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozentpunkte auf aktuell 4,4 %. Verglichen mit dem Vorjahr liegt sie um 0,9 Prozentpunkte höher. Die Zahl der Arbeitslosen vermindert sich im Vergleich zum Vormonat um 121 auf 1.057, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 217 zu.

Im Stadtgebiet fällt der Anstieg beim Jobcenter, und damit bei den Leistungsbeziehern nach dem SGB II, im Vorjahresvergleich geringer aus als bei der Arbeitsagentur. Im SGB-III-Bereich liegt hier die Arbeitslosigkeit bei 570, das sind 138 Arbeitslose bzw. 31,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 487, was einem Plus von 79 Personen bzw. 19,4 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich haben sich die Zahlen in beiden Rechtskreisen reduziert. Im SGB III um 54 Meldungen, im SGB II um 67.

Die Arbeitgeber im Stadtgebiet melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im Oktober 181 neue Stellen, das sind 29 weniger als vor einem Monat und 37 mehr als im Vorjahresmonat.  Insgesamt sind im Stadtgebiet Ansbach 637 freie Stellen im Bestand (Vorjahr -86, Vormonat -59).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Ansbach

Die Arbeitslosenquote sinkt im Landkreis Ansbach im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 2,7 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr liegt sie um 0,7 Prozentpunkte höher. Die Zahl der Arbeitslosen reduziert sich im Vergleich zum Vormonat um 197 auf 2.859, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 664 zu.

Im Landkreis fällt der Anstieg beim Jobcenter, und damit bei den Leistungsbeziehern nach dem SGB II, im Vorjahresvergleich geringer aus als bei der Arbeitsagentur. Im SGB-III-Bereich liegt hier die Arbeitslosigkeit bei 1.949, das sind 573 Arbeitslose bzw. 41,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 910, was einem Plus von 91 Personen bzw. 11,1 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich haben sich die Zahlen in beiden Rechtskreisen reduziert. Im SGB III um 169 Meldungen, im SGB II um 28.

Die Arbeitgeber des Landkreises Ansbach melden dem Arbeitgeber-Service im Oktober 391 neue Stellen, das sind 49 mehr als vor einem Monat und 48 weniger als im Vorjahresmonat.  Insgesamt sind 1.711 freie Stellen im Bestand (Vorjahr -241, Vormonat +61).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Roth

Die Arbeitslosenquote sinkt im Landkreis Roth im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf aktuell 2,6 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr liegt sie um 0,8 Prozentpunkte höher. Die Zahl der Arbeitslosen reduziert sich im Vergleich zum Vormonat um 102 auf 1.933, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 619 zu.

Im Landkreis fällt der Anstieg beim Jobcenter, und damit bei den Leistungsbeziehern nach dem SGB II, im Vorjahresvergleich geringer aus als bei der Arbeitsagentur. Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 1.373, das sind 526 Arbeitslose bzw. 62,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 560, was einem Plus von 93 Personen bzw. 19,9 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich haben sich die Zahlen in beiden Rechtskreisen reduziert. Im SGB III um 77 Meldungen, im SGB II um 25.

Die Arbeitgeber des Landkreises Roth melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im September 381 neue Stellen, das sind 99 mehr als vor einem Monat und drei mehr als im Vorjahresmonat.  Insgesamt sind 1.244 freie Stellen im Bestand (Vorjahr -263, Vormonat +63).

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen

Die Arbeitslosenquote sinkt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 3,3 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr liegt sie um 0,6 Prozentpunkte höher. Die Zahl der Arbeitslosen reduziert sich im Vergleich zum Vormonat um 55 auf 1.781, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 347 zu.

Im Landkreis fällt der Anstieg beim Jobcenter, und damit bei den Leistungsbeziehern nach dem SGB II, im Vorjahresvergleich geringer aus als bei der Arbeitsagentur. Im SGB-III-Bereich liegt hier die Arbeitslosigkeit bei 1.102, das sind 249 Arbeitslose bzw. 29,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt sie bei 679, was einem Plus von 98 Personen bzw. 16,9 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich haben sich die Zahlen in beiden Rechtskreisen reduziert. Im SGB III um 31 Meldungen, im SGB II um 24.

Die Arbeitgeber melden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter im September 202 neue Stellen, das sind 52 mehr als vor einem Monat und 20 mehr als im Vorjahresmonat.  Insgesamt sind 911 freie Stellen im Bestand (Vorjahr -23, Vormonat +21).