02.03.2021 | Presseinfo Nr. 6

Der Arbeitsmarkt hält dem Lockdown weiter stand

Seit Januar hat sich die Zahl der Arbeitslosen kaum verändert

Arbeitsmarkt

„Seit Januar hat sich die Zahl der Arbeitslosen kaum verändert. Im Vergleich zum Jahr 2020 haben wir allerdings 30,7 Prozent oder 4.378 Arbeitslose mehr. Wenn wir auf die beiden Rechtskreise schauen, stellen wir im SGB-III-Bereich einen Anstieg um 2.952 Personen oder 35,6 Prozent und im SGB-II-Bereich um 1.426 Personen oder 24,0 Prozent zum Vorjahr fest. In diesem Monat registrieren wir insgesamt 18.621 Arbeitslose und erneut eine Quote von 4,8 Prozent,“ erklärt Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg.

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt weiterhin die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt erkennen. Nach einem Maximum im April vergangenen Jahres gingen in den darauffolgenden Monaten zwar deutlich weniger Anzeigen ein, allerdings ist ab Oktober 2020 wieder ein Anstieg zu verzeichnen, der zunächst bis Januar andauerte. Im Berichtsmonat Februar 2021 hat sich die Zahl neuer Anzeigen auf 644 reduziert.

„Die Arbeitskräftenachfrage ist wie üblich nach dem Tiefstand im Januar im Februar wieder gestiegen: 1.174 Stellen konnten wir neu in die Jobbörse aufnehmen. Das sind 428 oder 57,4 Prozent mehr als zum Vormonat und 254 oder 17,8 Prozent weniger als zum Vorjahr, dieser Abstand hat sich wieder vergrößert. Ein positives Zeichen ist die Zunahme der Stellenmeldungen aus der Zeitarbeit. Der Bestand an Arbeitsstellen beträgt im Februar 4.254 und liegt damit höher als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Bestand aber um 1.038 (19,6 Prozent) niedriger. Gerade in der Zeitarbeit, dem Handel und dem Gastgewerbe bleiben die Rückgänge nach wie vor deutlich. Dagegen verzeichnen wir eine weiter steigende Nachfrage im Gesundheits- und Sozialwesen“, analysiert Koller-Knedlik.

„Ich spreche in dieser Zeit allen Mut zu, trotz der Pandemie und der gestiegenen Arbeitslosigkeit nicht aufzugeben. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor aufnahmefähig und uns gelingt es weiterhin, für Arbeitslose eine neue Beschäftigung zu finden, so wie für die 58jährige Frau, mit einem Grad der Behinderung von 60, die nach 30 Jahren als Sachbearbeiterin in der Logistik arbeitslos wurde und nun eine unbefristete Beschäftigung in einer kommunalen Verwaltung als kaufmännische Fachkraft angetreten hat“, berichtet Elsa Koller-Knedlik.

Arbeitsmarkt Februar
Besondere Personengruppen

Verglichen mit Februar 2020 nahm die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen zu. Die Veränderung schwankte zwischen plus 22,3 Prozent bei den Menschen mit Behinderung, bis hin zu plus 63,8 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 1.784 (plus 466, plus 35,4 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 6.701 (plus 1.614, plus 31,7 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 4.546 (plus 1.770, plus 63,8 Prozent)
  • Ausländer: 6.273 (plus 1.460, plus 30,3 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 1.549 (plus 282, plus 22,3 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Unter bisheriger Betrachtung haben wir 18.621 registrierte arbeitslose Personen. Dazu müssten aber weitere 5.315 Personen gerechnet werden. In der Summe wären das dann 23.936 Arbeitslose, was einer Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent (Vormonat 6,0 Prozent, Vorjahr 5,1 Prozent) entspräche. Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (1.374), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (930), kurzfristig erkrankt sind (554), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 1.048), vorruhestandsähnliche Regelungen (909) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (240) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 3.769 oder 18,7 Prozent.

Regionaler Arbeitsmarkt

Stadt Augsburg

  • Zahl der Arbeitslosen steigt auf 11.275
  • Arbeitslosenquote steigt auf 6,7 Prozent

In der Stadt Augsburg liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 11.275. Das sind 53 oder 0,5 Prozent mehr als einen Monat zuvor und entspricht einer Quote von 6,7 Prozent (6,6 Prozent im Vormonat). Im Februar 2020 betrug die Arbeitslosenquote 5,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 2.511 oder 28,7 Prozent mehr Arbeitslose. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Plus von 1.588 Personen oder 36,4 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 923 Personen oder 20,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In diesem Monat nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr bei allen Personengruppen zu. Die Bandbreite reichte von plus 20,5 Prozent bei den Menschen mit Behinderung bis plus 53,3 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 1.079 (plus 289, plus 36,6 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 3.673 (plus 864, plus 30,8 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 3.071 (plus 1.068, plus 53,3 Prozent)
  • Ausländer: 4.545 (plus 965, plus 27,0 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 828 (plus 141, plus 20,5 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 11.275 Personen. Hierzu müssten aber weitere 3.320 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 14.595 und wäre eine Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent (Vormonat 8,4 Prozent, Vorjahr 7,3 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (781), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (564), kurzfristig erkrankt sind (296), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 645), vorruhestandsähnliche Regelungen (701) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (117) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 2.234 oder 18,1 Prozent.

Landkreis Augsburg

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 4.948
  • Arbeitslosenquote sinkt auf 3,4 Prozent

Im Landkreis Augsburg gibt es im Februar 46 Arbeitslose oder 0,9 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat: 4.948 sind derzeit registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 1.306 oder 35,9 Prozent Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 3,4 Prozent. Im Februar 2020 betrug die Arbeitslosenquote 2,6 Prozent. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Plus von 963 Personen oder 37,7 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 343 Personen oder 31,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Landkreis nahm in diesem Monat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr bei allen Personengruppen zu. Die Bandbreite reichte von plus 23,6 Prozent bei den Menschen mit Behinderung bis plus 88,8 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 460 (plus 92, plus 25,0 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 2.003 (plus 516, plus 34,7 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 1.025 (plus 482, plus 88,8 Prozent)
  • Ausländer: 1.179 (plus 323, plus 37,7 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 466, (plus 89, plus 23,6 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 4.948 Personen. Hierzu müssten aber weitere 1.395 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 6.343 und wäre eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (Vormonat 4,4 Prozent, Vorjahr 3,7 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (419), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (238), kurzfristig erkrankt sind (164), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 313), vorruhestandsähnliche Regelungen (151) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (78) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 1.006 oder 18,8 Prozent.

Landkreis Aichach-Friedberg

  • Zahl der Arbeitslosen steigt auf 2.398
  • Arbeitslosenquote verharrt auf 3,1 Prozent

Im Landkreis Aichach-Friedberg sind im Februar 2.398 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 9 Arbeitslose oder 0,4 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Im Vergleich zu Februar 2020 sind es 561 oder 30,5 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote zum Vormonat verharrt auf 3,1 Prozent. Im Februar 2020 betrug die Arbeitslosenquote 2,4 Prozent und liegt damit noch immer im Korridor der Vollbeschäftigung. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Plus von 401 Personen oder 28,9 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 160 Personen oder 35,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Landkreis Aichach-Friedberg nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr bei allen Personengruppen zu. Die Bandbreite über alle Gruppen hinweg ging von plus 25,6 Prozent bei den Menschen mit Behinderung bis plus 95,7 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 245 (plus 85, plus 53,1 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 1.025 (plus 234, plus 29,6 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 450 (plus 220, plus 95,7 Prozent)
  • Ausländer: 549 (plus 172, plus 45,6 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 255 (plus 52, plus 25,6 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 2.398 Personen. Hierzu müssten aber weitere 601 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 2.999 und wäre eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Vormonat 3,8 Prozent, Vorjahr 3,2 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (175), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (129), kurzfristig erkrankt sind (94), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 90), vorruhestandsähnliche Regelungen (57) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (44) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 530 oder 21,5 Prozent.

Fazit:
Die Arbeitslosenquote ist in diesem Monat im Landkreis Augsburg um 0,1 Prozentpunkte gesunken, im Landkreis Aichach-Friedberg gleichgeblieben und in der Stadt Augsburg und um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.
Im Vergleich zum Vorjahr befindet sich der Landkreis Aichach-Friedberg noch im Bereich der Vollbeschäftigung. Die Stadt Augsburg muss einen Anstieg um 1,5 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent verkraften.

Ausbildungsstellenmarkt

  • Seit Oktober 2.134 gemeldete Bewerber und 3.366 Berufsausbildungsstellen
  • 158 Ausbildungsplätze pro 100 Bewerber

Betriebe und Verwaltungen meldeten seit Oktober für das Berufsberatungsjahr 2020/2021 3.366 Berufsausbildungsstellen. Das sind 283 oder 7,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (3.649). Für eine Ausbildungsstelle haben sich 2.134 junge Menschen bei der Arbeitsagentur Augsburg vormerken lassen. Die Zahl der Bewerber sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 416 oder 16,3 Prozent (2.550). Statistisch gesehen stehen 100 Ausbildungsbewerbern 158 Ausbildungsplätze gegenüber.

Weitere Informationen

Arbeitsmarktpräsentation

Freie Ausbildungsstellen und Stellen

Freie Ausbildungsstellen und Stellen können der Agentur für Arbeit per E-Mail gemeldet werden: Augsburg.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder unter der Telefonnummer 0800 4 5555 20 (dieser Anruf ist kostenfrei). Unter dieser Telefonnummer erhalten interessierte Betriebe auch Auskunft über die Ausbildungsprämien sowie ebenfalls über das Internet unter www.arbeitsagentur.de/unternehmen

Arbeitsmarktreport

Arbeitsmarktreport im Internet unter: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/augsburg/statistik