29.01.2021 | Presseinfo Nr. 4

Der Arbeitsmarkt hält dem Lockdown stand

In diesem Monat ist die Zahl der Arbeitslosen wie in jedem Januar stark gestiegen

Arbeitsmarkt


„Im Vergleich zum Jahr 2020 haben wir 27,1 Prozent oder 3.968 mehr Arbeitslose. Wenn wir auf die beiden Rechtskreise schauen, stellen wir im SGB-III-Bereich einen Anstieg um 3.042 Personen oder 35,8 Prozent und im SGB-II-Bereich um 926 Personen oder 15,1 Prozent zum Vorjahr fest. In diesem Monat registrieren wir insgesamt 18.605 Arbeitslose und eine Quote von 4,8 Prozent,“ erklärt Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg.

Kurzarbeit ist in unserer Region weiterhin ein großes Thema. Im abgelaufenen Monat sind bisher 947 neue Anzeigen für Kurzarbeit hinzugekommen.

„Die Arbeitskräftenachfrage ist abermals gesunken: 746 konnten wir neu in die Jobbörse aufnehmen. Das sind 420 oder 36,0 Prozent weniger als zum Vormonat und 46 oder 5,8 Prozent weniger als zum Vorjahr. Der Bestand an Arbeitsstellen beträgt im Januar 4.181 und liegt damit niedriger als zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Bestand um 909 (17,9 Prozent) niedriger. Gerade in der Zeitarbeit, dem Handel, dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Gastgewerbe bleiben die Rückgänge nach wie vor deutlich. Dagegen verzeichnen wir mehr Nachfrage im Gesundheits- und Sozialwesen“, analysiert Koller-Knedlik.

Arbeitsmarkt Januar
Besondere Personengruppen

Verglichen mit Januar 2020 nahm die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen zu. Die Veränderung schwankte zwischen plus 17,2 Prozent bei den Menschen mit Behinderung, bis hin zu plus 59,5 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 1.684 (plus 370, plus 28,2 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 6.708 (plus 1.483, plus 28,4 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 4.434 (plus 1.654, plus 59,5 Prozent)
  • Ausländer: 6.193 (plus 1.240, plus 25,0 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 1.533 (plus 225, plus 17,2 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Unter bisheriger Betrachtung haben wir 18.605 registrierte arbeitslose Personen. Dazu müssten aber weitere 5.235 Personen gerechnet werden. In der Summe wären das dann 23.840 Arbeitslose, was einer Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent (Vormonat 5,6 Prozent, Vorjahr 5,2 Prozent) entspräche. Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (1.532), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (890), kurzfristig erkrankt sind (346), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 1.036), vorruhestandsähnliche Regelungen (920) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (253) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 3.615 oder 17,9 Prozent.

Regionaler Arbeitsmarkt

Stadt Augsburg
  • Zahl der Arbeitslosen steigt auf 11.222
  • Arbeitslosenquote steigt auf 6,6 Prozent

In der Stadt Augsburg liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 11.222. Das sind 932 oder 9,1 Prozent weniger als einen Monat zuvor und entspricht einer Quote von 6,6 Prozent (6,1 Prozent im Vormonat). Im Januar 2020 betrug die Arbeitslosenquote 5,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 2.274 oder 25,4 Prozent mehr Arbeitslose. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Plus von 1.667 Personen oder 37,7 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 607 Personen oder 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In diesem Monat nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr bei allen Personengruppen zu. Die Bandbreite reichte von plus 14,3 Prozent bei den Menschen mit Behinderung bis plus 48,9 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 1.043 (plus 273, plus 35,5 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 3.641 (plus 757, plus 26,2 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 2.984 (plus 980, plus 48,9 Prozent)
  • Ausländer: 4.480 (plus 867, plus 24,0 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 821 (plus 103, plus 14,3 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 11.222 Personen. Hierzu müssten aber weitere 3.322 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 14.544 und wäre eine Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent (Vormonat 8,0 Prozent, Vorjahr 7,2 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (881), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (570), kurzfristig erkrankt sind (196), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 636), vorruhestandsähnliche Regelungen (705) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (120) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 2.199 oder 17,8 Prozent.

Landkreis Augsburg
  • Zahl der Arbeitslosen steigt auf 4.994
  • Arbeitslosenquote steigt auf 3,5 Prozent

Im Landkreis Augsburg gibt es im Januar 572 Arbeitslose oder 12,9 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat: 4.994 sind derzeit registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 1.265 oder 33,9 Prozent Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote steigt auf 3,5 Prozent. Im Januar 2020 betrug die Arbeitslosenquote 2,6 Prozent. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Plus von 1.036 Personen oder 40,0 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 229 Personen oder 20,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Landkreis nahm in diesem Monat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr bei allen Personengruppen zu. Die Bandbreite reichte von plus 20,5 Prozent bei den Jugendlichen bis plus 80,3 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 435 (plus 74, plus 20,5 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 2.021 (plus 491, plus 32,1 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 988 (plus 440, plus 80,3 Prozent)
  • Ausländer: 1.179 (plus 266, plus 29,1 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 460, (plus 80, plus 21,1 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 4.994 Personen. Hierzu müssten aber weitere 1.349 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 6.343 und wäre eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (Vormonat 4,0 Prozent, Vorjahr 3,7 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (465), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (216), kurzfristig erkrankt sind (99), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 297), vorruhestandsähnliche Regelungen (156) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (84) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 1.020 oder 19,2 Prozent.

Landkreis Aichach-Friedberg
  • Zahl der Arbeitslosen steigt auf 2.389
  • Arbeitslosenquote steigt auf 3,1 Prozent

Im Landkreis Aichach-Friedberg sind im Januar 2.389 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 355 Arbeitslose oder 17,5 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Im Vergleich zu Januar 2020 sind es 429 oder 21,9 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote zum Vormonat steigt auf 3,1 Prozent. Im Januar 2020 betrug die Arbeitslosenquote 2,6 Prozent und liegt damit noch immer im Korridor der Vollbeschäftigung. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Plus von 339 Personen oder 22,8 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 90 Personen oder 19,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Landkreis Aichach-Friedberg nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr bei allen Personengruppen zu. Die Bandbreite über alle Gruppen hinweg ging von plus 12,6 Prozent bei den Jugendlichen bis plus 102,6 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 206 (plus 23, plus 12,6 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 1.046 (plus 235, plus 29,0 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 462 (plus 234, plus 102,6 Prozent)
  • Ausländer: 534 (plus 107, plus 25,1 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 252 (plus 42, plus 20,0 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 2.389 Personen. Hierzu müssten aber weitere 564 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 2.953 und wäre eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent, Vorjahr 3,3 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (186), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (103), kurzfristig erkrankt sind (51), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 103), vorruhestandsähnliche Regelungen (59) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (49) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 396 oder 15,5 Prozent.

Fazit:
Die Arbeitslosenquote ist in diesem Monat im Landkreis Augsburg um 0,4 Prozentpunkte, in der Stadt Augsburg und im Landkreis Aichach-Friedberg um je 0,5 Prozentpunkte gestiegen.
Im Vergleich zum Vorjahr befindet sich der Landkreis Aichach-Friedberg noch im Bereich der Vollbeschäftigung. Die Stadt Augsburg muss einen Anstieg um 1,2 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent verkraften
.

Ausbildungsstellenmarkt
  • Seit Oktober 1.783 gemeldete Bewerber und 3.140 Berufsausbildungsstellen
  • 176 Ausbildungsplätze pro 100 Bewerber

Betriebe und Verwaltungen meldeten seit Oktober für das Berufsberatungsjahr 2020/2021 3.140 Berufsausbildungsstellen. Das sind 211 oder 6,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (3.351). Für eine Ausbildungsstelle haben sich 1.783 junge Menschen bei der Arbeitsagentur Augsburg vormerken lassen. Die Zahl der Bewerber sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 356 oder 16,6 Prozent (2.139). Statistisch gesehen stehen 100 Ausbildungsbewerbern 176 Ausbildungsplätze gegenüber.