28.10.2021 | Presseinfo Nr. 36

Arbeitsmarkt: weiterhin günstig mit gezügeltem Tempo

Der Rückgang von September auf Oktober fällt wie üblich stark aus

Arbeitsmarkt

„Der Rückgang von September auf Oktober fällt wie üblich stark aus: Mehr als 1.000 Arbeitslose weniger haben wir in unserer Statistik. Wie gewohnt ist der Rückgang bei den Jüngeren deutlich, was weiterhin an Ausbildungs- und Studienbeginn liegt. Zum Vorjahresmonat steigt die Abnahme an Arbeitslosen weiter an. Wir verzeichnen 3.123 Personen oder 18,2 Prozent weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote sinkt von 4,4 Prozent im Oktober 2020 auf jetzt 3,6 Prozent. Die Abnahme beruht fast ausschließlichen auf einem Rückgang im SGB-III-Bereich (Arbeitslosenversicherung, minus 3.079 Personen, minus 30,5 Prozent). Im SGB-II-Bereich (Jobcenter) haben wir im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme um 44 oder 0,6 Prozent. In diesem Monat registrieren wir insgesamt 14.040 Arbeitslose,“ erklärt Roland Fürst, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Augsburg. 

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt weiterhin die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen. Nach einem Maximum im April vergangenen Jahres gingen in den darauffolgenden Monaten zwar deutlich weniger Anzeigen ein, allerdings war ab Oktober 2020 wieder ein Anstieg zu verzeichnen, der seit Februar wieder abgenommen hat. Insgesamt haben wir dennoch weiterhin mehr Anzeigen als zu Vor-Corona-Zeiten. 

„Die Arbeitskräftenachfrage steigt im Oktober wieder an: 1.735 Stellen konnten wir neu in die Jobbörse aufnehmen. Das sind 229 oder 15,2 Prozent mehr als zum Vormonat sowie 430 oder 33,0 Prozent mehr als zum Vorjahr. Der Bestand an Arbeitsstellen beträgt im Oktober 6.489 und liegt damit wieder höher als zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir 2.112 (48,3 Prozent) Stellen mehr und liegen auch hier deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. Bei einem Blick auf diese Zahlen sehen wir zudem, dass fast 60 Prozent dieser Stellen auf Fachkraftniveau ausgeschrieben sind, lediglich ein Viertel sind Helferstellen. Die Gewinnung gut ausgebildeter, neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird für Betriebe verschiedenster Branchen wieder zunehmend zur Herausforderung, gerade, nachdem sich die Unternehmen auf einem Erholungskurs befinden. Daher sollten auch ältere Arbeitslose verstärkt in den Blick genommen werden“, analysiert Fürst. 

„Der Anteil der Älteren steigt in der Gesamtbevölkerung, bei den Beschäftigtenzahlen und bei den Arbeitslosen. Wir brauchen hier eine neue Selbstverständlichkeit bei den Arbeitgebern, dass die gesuchten Fachkräfte auch in dieser Altersgruppe zu finden sind und ebenfalls eine Selbstverständlichkeit bei den Arbeitnehmern, dass auch in diesem Alter ein Neuanfang gelingen kann. Wir sollten angesichts des Fachkräftebedarfs nicht mehr auf die Leistungs- und Weiterbildungsbereitschaft der Älteren verzichten“, bekräftigt Roland Fürst.

Arbeitsmarkt Oktober

Besondere Personengruppen

Verglichen mit Oktober 2020 nahm die Arbeitslosigkeit nur bei den Langzeitarbeitslosen zu. Die Veränderung schwankte zwischen minus 27,0 Prozent bei den Jugendlichen, bis hin zu plus 16,7 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 1.292 (minus 477, minus 27,0 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 5.453 (minus 505, minus 8,5 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 4.538 (plus 649, plus 16,7 Prozent)
  • Ausländer: 4.614 (minus 1.144, minus 19,9 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 1.341 (minus 123, minus 8,4 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Unter bisheriger Betrachtung haben wir 14.040 registrierte arbeitslose Personen. Dazu müssten weitere 4.637 Personen gerechnet werden. In der Summe wären das dann 18.677 Arbeitslose, was einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent (Vormonat 4,9 Prozent, Vorjahr 5,6 Prozent) entspräche. Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (879), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (848), kurzfristig erkrankt sind (617), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 942), vorruhestandsähnliche Regelungen (875) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (245) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken: um 3.309 oder 15,1 Prozent.

Regionaler Arbeitsmarkt

Stadt Augsburg

  • Zahl der Arbeitslosen unter 9.000
  • Arbeitslosenquote sinkt auf 5,2 Prozent

In der Stadt Augsburg liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 8.814. Das sind 779 oder 8,1 Prozent weniger als einen Monat zuvor und entspricht einer Quote von 5,2 Prozent (5,7 Prozent im Vormonat). Im Oktober 2020 betrug die Arbeitslosenquote 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 1.879 oder 17,6 Prozent weniger Arbeitslose. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Minus von 1.972 Personen oder 35,6 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 93 Personen oder 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Besondere Personengruppen

In diesem Monat nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr nur bei den Langzeitarbeitslosen zu. Die Bandbreite reichte von minus 25,7 Prozent bei den Jugendlichen bis plus 19,1 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen: 

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 828 (minus 287, minus 25,7 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 3.087 (minus 275, minus 8,2 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 3.160 (plus 506, plus 19,1 Prozent)
  • Ausländer: 3.461 (minus 770, minus 18,2 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 766 (minus 38, minus 4,7 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 8.814 Personen. Hierzu müssten weitere 2.894 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 11.708 und wäre eine Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent (Vormonat 7,1 Prozent, Vorjahr 8,0 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (529), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (508), kurzfristig erkrankt sind (329), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 580), vorruhestandsähnliche Regelungen (653) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (103) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken: um 2.083 oder 15,1 Prozent.

Landkreis Augsburg

  • Zahl der Arbeitslosen weiter unter 4.000
  • Arbeitslosenquote sinkt auf 2,4 Prozent

Im Landkreis Augsburg gibt es im Oktober 346 Arbeitslose oder 9,0 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat: 3.486 sind derzeit registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 957 oder 21,5 Prozent Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 2,4 Prozent. Im Oktober 2020 betrug die Arbeitslosenquote 3,1 Prozent. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Minus von 811 Personen oder 26,4 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Minus von 146 Personen oder 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Besondere Personengruppen

Im Landkreis nahm in diesem Monat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr nur bei den Langzeitarbeitslosen zu. Die Bandbreite reichte von minus 32,6 Prozent bei den Jugendlichen bis plus 4,9 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen: 

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 304 (minus 147, minus 32,6 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 1.555 (minus 198, minus 11,3 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 899 (plus 42, plus 4,9 Prozent)
  • Ausländer: 785 (minus 301, minus 27,7 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 375, (minus 57, minus 13,2 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 3.486 Personen. Hierzu müssten weitere 1.277 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 4.763 und wäre eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent, Vorjahr 3,9 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (244), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (263), kurzfristig erkrankt sind (188), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 295), vorruhestandsähnliche Regelungen (161) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (95) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken: um 907 oder 16,0 Prozent.
 

Landkreis Aichach-Friedberg

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 1.740
  • Arbeitslosenquote sinkt auf 2,2 Prozent

Im Landkreis Aichach-Friedberg sind im Oktober 1.740 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 129 Arbeitslose oder 6,9 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Im Vergleich zu Oktober 2020 sind es 287 oder 14,2 Prozent weniger. Die Arbeitslosenquote zum Vormonat sinkt von 2,4 Prozent auf 2,2 Prozent. Im Oktober 2020 betrug die Arbeitslosenquote 2,6 Prozent und liegt damit noch immer im Korridor der Vollbeschäftigung. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Minus von 296 Personen oder 20,0 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 9 Personen oder 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Besondere Personengruppen

Im Landkreis Aichach-Friedberg nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr nur bei den Langzeitarbeitslosen zu. Die Bandbreite über alle Gruppen hinweg ging von minus 21,2 Prozent bei den Jugendlichen bis plus 26,7 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 160 (minus 43, minus 21,2 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 811 (minus 32, minus 3,8 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 479 (plus 101, plus 26,7 Prozent)
  • Ausländer: 368 (minus 73, minus 16,6 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 200 (minus 28, minus 12,3 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 1.740 Personen. Hierzu müssten weitere 465 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 2.205 und wäre eine Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent (Vormonat 2,9 Prozent, Vorjahr 3,2 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (106), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (77), kurzfristig erkrankt sind (100), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 67), vorruhestandsähnliche Regelungen (61) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (47) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken: um 320 oder 12,7 Prozent.
 

Fazit:

Die Arbeitslosenquote ist in diesem Monat in der Stadt Augsburg um 0,5 Prozentpunkte und den beiden Landkreisen um je 0,2 Prozentpunkte gesunken.

Im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die beiden Landkreise im Bereich der Vollbeschäftigung und in der Stadt Augsburg gibt es einen starken Rückgang um sogar 1,1 Prozentpunkte.

Weitere Informationen:

Arbeitsmarktpräsentation

Freie Ausbildungsstellen und Stellen

Freie Ausbildungsstellen und Stellen können der Agentur für Arbeit per E-Mail gemeldet werden: Augsburg.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder unter der Telefonnummer 0800 4 5555 20 (dieser Anruf ist kostenfrei). Unter dieser Telefonnummer erhalten interessierte Betriebe auch Auskunft über die Ausbildungsprämien sowie ebenfalls über das Internet unter www.arbeitsagentur.de/unternehmen

Arbeitsmarktreport

Arbeitsmarktreport im Internet unter: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/augsburg/statistik