30.09.2020 | Presseinfo Nr. 36

Der Arbeitsmarkt fängt sich langsam

In diesem Monat ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat, wie saisonal üblich, gesunken.

Arbeitsmarkt

„In diesem Monat ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat, wie saisonal üblich, gesunken. Der Rückgang um 869 Personen oder 4,6 Prozent bewegt sich im Korridor der Vorjahre. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen sich allerdings auch in diesem Monat deutlich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Wir haben 34,1 Prozent oder 4.608 mehr Arbeitslose als im Vorjahr. Wenn wir auf die beiden Rechtskreise schauen, stellen wir im SGB-III-Bereich einen Anstieg um 3.593 Personen oder 50,0 Prozent und im SGB-II-Bereich um 1.015 Personen oder 16,0 Prozent zum Vorjahr fest. In diesem Monat haben wir insgesamt 18.124 Arbeitslose und eine Quote von 4,6 Prozent,“ erklärt Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg.

Im abgelaufenen Monat sind 39 neue Anzeigen für Kurzarbeit hinzugekommen. Damit haben seit März die Arbeitsagentur 7.340 Anzeigen erreicht, das sind 41,8 Prozent der Betriebe. Die Top 3 der von realisierter Kurzarbeit betroffenen Wirtschaftszweige waren:

  • Gastronomie,
  • Einzelhandel (ohne Kfz-Handel) und
  • Sonstige überwieg. persönliche Dienstleistungen (darunter fallen u.a. Frisör- und Kosmetiksalons).

Diese drei Bereiche umfassen 44,4 Prozent aller gemeldeten Betriebe und 39,5 Prozent der gemeldeten Beschäftigten.

„In diesem Monat haben uns die Arbeitgeber weniger Arbeitsstellen als zuletzt gemeldet: 977 konnten wir neu in die Jobbörse aufnehmen. Das sind 166 oder 14,5 Prozent weniger als zum Vormonat und 194 oder 16,6 Prozent weniger als zum Vorjahr. Der Bestand an Arbeitsstellen beträgt im September 4.345 und liegt um 1.506 (25,7 Prozent) unter dem Vorjahreswert. Gerade in der Zeitarbeit, dem Handel, dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Gastgewerbe sind die Rückgänge nach wie vor deutlich“, analysiert Koller-Knedlik.

„Wie erwartet, sind von August auf September die Arbeitslosenzahlen nach unten gegangen, da v.a. die Jüngeren mit ihrer Ausbildung oder weiterführenden Schule begonnen haben. Qualifizierungsmaßnahmen haben für unseren Arbeitsmarkt eine große Bedeutung. Daher wäre es gut und für die Beschäftigten sowie die Arbeitgeber von großem Nutzen, wenn die Zeit der verlängerten Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld zur Weiterbildung genutzt würde“, blickt Elsa Koller-Knedlik in die Zukunft.

Arbeitsmarkt September
Besondere Personengruppen

Verglichen mit September 2019 nahm die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen zu. Die Veränderung schwankte zwischen plus 22,0 Prozent bei den Menschen mit Behinderung, bis hin zu plus 41,0 Prozent bei den Jugendlichen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 2.134 (plus 620, plus 41,0 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 6.049 (plus 1.345, plus 28,6 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 3.701 (plus 971, plus 35,6 Prozent)
  • Ausländer: 6.184 (plus 1.717, plus 38,4 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 1.468 (plus 265, plus 22,0 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Unter bisheriger Betrachtung haben wir 18.124 registrierte arbeitslose Personen. Dazu müssten aber weitere 4.715 Personen gerechnet werden. In der Summe wären das dann 22.839 Arbeitslose, was einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent (Vormonat 6,0 Prozent, Vorjahr 4,8 Prozent) entspräche. Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (1.190), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (759), kurzfristig erkrankt sind (463), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 880), vorruhestandsähnliche Regelungen (929) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (239) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 4.226 oder 22,7 Prozent.

Beschäftigtenentwicklung*

Am Stichtag 31. März 2020 waren 263.540 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 2.576 oder 1,0 Prozent mehr als zum 31. März 2019. Derzeit gehen 79.515 (30,2 Prozent) einer Teilzeitbeschäftigung und 184.025 Personen einer Vollzeitbeschäftigung nach. 34.367 aller Beschäftigten haben keinen beruflichen Ausbildungsabschluss (13,0 Prozent), 165.474 verfügen über einen anerkannten Berufsabschluss (62,8 Prozent) und der Rest verteilt sich auf akademische Abschlüsse (15,1 Prozent) bzw. konnte nicht ermittelt werden.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer und Frauen nahm zu. Derzeit sind 138.788 Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das ist ein Plus von 895 oder 0,6 Prozent. Auch die Zahl arbeitender Frauen nahm zu: um 1.681 oder 1,4 Prozent auf 124.752 sozialversicherungspflichtig beschäftigter Frauen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer nahm ebenfalls zu: um 1.940 oder 4,6 Prozent auf 44.088.

Wie schaut es in den einzelnen Wirtschaftszweigen aus? Fast alle verzeichnen Zuwächse:

  • Verarbeitendes Gewerbe (minus 784 oder minus 1,3 Prozent): 60.468
  • Verkehr und Lagerei (plus 50 oder plus 0,3 Prozent): 16.499
  • Handel (plus 399 oder plus 1,1 Prozent): 37.000
  • Baugewerbe (plus 633 oder plus 4,3 Prozent): 15.386
  • öffentliche Verwaltung (plus 661 oder plus 5,1 Prozent): 13.621
  • Gesundheits- und Sozialwesen (plus 1.270 oder plus 3,5 Prozent): 37.217

Die Arbeitnehmerüberlassung hingegen verzeichnete ein weiteres Minus zum Vorjahresstichtag von 819 Personen oder 10,7 Prozent. Dieser Wirtschaftszweig zählt nun 6.800 Beschäftigte, was einem Anteil von 2,6 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entspricht.

*Den Schwerpunkt der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) bildet die Berichterstattung über die sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten. Der Bestand wird auf Basis der Meldungen zur Sozialversicherung monatlich mit sechs Monaten Wartezeit ermittelt. Aufgrund der Abgabefristen und des Meldeflusses sind stabile statistische Ergebnisse aus der Beschäftigungsstatistik erst nach dieser Wartezeit zu erzielen.

Regionaler Arbeitsmarkt

Stadt Augsburg

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 11.304
  • Arbeitslosenquote sinkt auf 6,7 Prozent

In der Stadt Augsburg liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 11.304. Das sind 468 oder 4,0 Prozent weniger als einen Monat zuvor und entspricht einer Quote von 6,7 Prozent (7,0 Prozent im Vormonat). Im September 2019 betrug die Arbeitslosenquote 5,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 2.838 oder 33,5 Prozent mehr Arbeitslose. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Plus von 2.157 Personen oder 57,7 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 681 Personen oder 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In diesem Monat nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr bei allen Personengruppen zu. Die Bandbreite reichte von plus 17,1 Prozent bei den Menschen mit Behinderung bis plus 47,4 Prozent bei den Jugendlichen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 1.327 (plus 427, plus 47,4 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 3.398 (plus 713, plus 26,6 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 2.547 (plus 566, plus 28,6 Prozent)
  • Ausländer: 4.541 (plus 1.230, plus 37,1 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 793 (plus 116, plus 17,1 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 11.304 Personen. Hierzu müssten aber weitere 2.970 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 14.274 und wäre eine Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent (Vormonat 8,5 Prozent, Vorjahr 6,8 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (697), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (458), kurzfristig erkrankt sind (268), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 527), vorruhestandsähnliche Regelungen (704) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (101) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 2.703 oder 23,4 Prozent.

Beschäftigtenentwicklung*

Am Stichtag 31. März 2020 waren 147.602 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 744 oder 0,5 Prozent mehr als zum 31. März 2019. Derzeit gehen 46.341 (31,4 Prozent) einer Teilzeitbeschäftigung und 101.261 Personen einer Vollzeitbeschäftigung nach. 18.631 aller Beschäftigten haben keinen beruflichen Ausbildungsabschluss (12,6 Prozent), 87.473 verfügen über einen anerkannten Berufsabschluss (59,3 Prozent) und der Rest verteilt sich auf akademische Abschlüsse (19,9 Prozent) bzw. konnte nicht ermittelt werden.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer und Frauen nahm zu. Derzeit sind 73.784 Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das ist ein Plus von 162 oder 0,2 Prozent. Auch die Zahl arbeitender Frauen nahm zu: um 582 oder 0,8 Prozent auf 73.818 sozialversicherungspflichtig beschäftigter Frauen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer nahm ebenfalls zu: um 631 oder 2,9 Prozent auf 22.532.

Wie schaut es in den einzelnen Wirtschaftszweigen aus? Fast alle verzeichnen einen Zuwachs:

  • Verarbeitendes Gewerbe (minus 800 oder minus 2,7 Prozent): 28.969
  • Verkehr und Lagerei (plus 109 oder plus 1,5 Prozent): 7.289
  • Baugewerbe (plus 271 oder plus 5,7 Prozent): 5.026
  • Handel (plus 293 oder plus 1,8 Prozent): 16.345
  • öffentliche Verwaltung (plus 392 oder plus 4,7 Prozent): 8.717
  • Gesundheits- und Sozialwesen (plus 615 oder plus 2,4 Prozent): 26.362

*Den Schwerpunkt der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) bildet die Berichterstattung über die sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten. Der Bestand wird auf Basis der Meldungen zur Sozialversicherung monatlich mit sechs Monaten Wartezeit ermittelt. Aufgrund der Abgabefristen und des Meldeflusses sind stabile statistische Ergebnisse aus der Beschäftigungsstatistik erst nach dieser Wartezeit zu erzielen.

Landkreis Augsburg

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 4.687
  • Arbeitslosenquote sinkt auf 3,3 Prozent

Im Landkreis Augsburg gibt es im September 256 Arbeitslose oder 5,2 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat: 4.687 sind derzeit registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 1.163 oder 33,0 Prozent Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 3,3 Prozent und liegt damit dennoch in der Nähe der Schwelle zur Vollbeschäftigung. Im September 2019 betrug die Arbeitslosenquote 2,5 Prozent. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Plus von 904 Personen oder 37,8 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 259 Personen oder 22,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Landkreis nahm in diesem Monat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr bei allen Personengruppen zu. Die Bandbreite reichte von plus 26,2 Prozent bei den Menschen mit Behinderung bis plus 56,6 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 549 (plus 125, plus 29,5 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 1.799 (plus 413, plus 29,8 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 808 (plus 292, plus 56,6 Prozent)
  • Ausländer: 1.181 (plus 361, plus 44,0 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 443, (plus 92, plus 26,2 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 4.687 Personen. Hierzu müssten aber weitere 1.282 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 5.969 und wäre eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent (Vormonat 4,3 Prozent, Vorjahr 3,4 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (381), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (223), kurzfristig erkrankt sind (140), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 264), vorruhestandsähnliche Regelungen (160) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (85) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 1.017 oder 20,5 Prozent.

Beschäftigtenentwicklung*

Am Stichtag 31. März 2020 waren 78.618 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1.312 oder 1,7 Prozent mehr als zum 31. März 2019. Derzeit gehen 22.121 (28,1 Prozent) einer Teilzeitbeschäftigung und 56.497 Personen einer Vollzeitbeschäftigung nach. 11.149 aller Beschäftigten haben keinen beruflichen Ausbildungsabschluss (14,2 Prozent), 51.977 verfügen über einen anerkannten Berufsabschluss (66,1 Prozent) und der Rest verteilt sich auf akademische Abschlüsse (8,9 Prozent) bzw. konnte nicht ermittelt werden.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer und Frauen nahm zu. Derzeit sind 45.014 Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das ist ein Plus von 600 oder 1,4 Prozent. Auch die Zahl arbeitender Frauen nahm zu: um 712 oder 2,2 Prozent auf 33.604 sozialversicherungspflichtig beschäftigter Frauen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer nahm ebenfalls zu: um 904 oder 6,2 Prozent auf 15.505.

Wie schaut es in den einzelnen Wirtschaftszweigen aus? Fast alle verzeichnen Zuwächse:

  • Verkehr und Lagerei (minus 86 oder minus 1,1 Prozent): 7.417
  • Verarbeitendes Gewerbe (plus 114 oder plus 0,5 Prozent): 21.155
  • Handel (plus 148 oder plus 1,1 Prozent): 14.034
  • öffentliche Verwaltung (plus 157 oder plus 5,8 Prozent): 2.879
  • Baugewerbe (plus 280 oder plus 4,6 Prozent): 6.341
  • Gesundheits- und Sozialwesen (plus 318 oder plus 5,0 Prozent): 6.689

*Den Schwerpunkt der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) bildet die Berichterstattung über die sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten. Der Bestand wird auf Basis der Meldungen zur Sozialversicherung monatlich mit sechs Monaten Wartezeit ermittelt. Aufgrund der Abgabefristen und des Meldeflusses sind stabile statistische Ergebnisse aus der Beschäftigungsstatistik erst nach dieser Wartezeit zu erzielen.

Landkreis Aichach-Friedberg

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 2.133
  • Arbeitslosenquote sinkt auf 2,7 Prozent

Im Landkreis Aichach-Friedberg sind im September 2.133 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 145 Arbeitslose oder 6,4 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Im Vergleich zu September 2019 sind es 607 oder 39,8 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote zum Vormonat sinkt auf 2,7 Prozent. Im September 2019 betrug die Arbeitslosenquote 2,0 Prozent und liegt damit noch immer im Korridor der Vollbeschäftigung. Wenn wir uns die beiden Rechtskreise anschauen, bedeutet dies für den SGB-III-Bereich ein Plus von 532 Personen oder 50,4 Prozent und für den SGB-II-Bereich ein Plus von 75 Personen oder 16,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Landkreis Aichach-Friedberg nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr bei allen Personengruppen zu. Die Bandbreite über alle Gruppen hinweg ging von plus 32,6 Prozent bei den Menschen mit Behinderung bis plus 48,5 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen:

  • Jugendliche unter 25 Jahre: 258 (plus 68, plus 35,8 Prozent)
  • Ältere ab 50 Jahre: 852 (plus 219, plus 34,6 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 346 (plus 113, plus 48,5 Prozent)
  • Ausländer: 462 (plus 126, plus 37,5 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 232 (plus 57, plus 32,6 Prozent)

Unterbeschäftigung:

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die sog. Unterbeschäftigung. Darin enthalten sind Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 2.133 Personen. Hierzu müssten aber weitere 463 Personen gerechnet werden, das ergäbe eine Zahl von 2.596 und wäre eine Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent (Vormonat 3,5 Prozent, Vorjahr 2,7 Prozent). Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (112), eine berufliche Eingliederungsmaßnahme durchlaufen (78), kurzfristig erkrankt sind (55), eine Fremdförderung erhalten (z.B. Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 89), vorruhestandsähnliche Regelungen (65) sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (53) gefördert werden. Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: um 506 oder 24,2 Prozent.

Beschäftigtenentwicklung*

Am Stichtag 31. März 2020 waren 37.320 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 520 oder 1,4 Prozent mehr als zum 31. März 2019. Derzeit gehen 11.053 (29,6 Prozent) einer Teilzeitbeschäftigung und 26.267 Personen einer Vollzeitbeschäftigung nach. 4.587 aller Beschäftigten haben keinen beruflichen Ausbildungsabschluss (12,3 Prozent), 26.024 verfügen über einen anerkannten Berufsabschluss (69,7 Prozent) und der Rest verteilt sich auf akademische Abschlüsse (9,0 Prozent) bzw. konnte nicht ermittelt werden.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer und Frauen nahm zu. Derzeit sind 19.990 Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das ist ein Plus von 133 oder 0,7 Prozent. Auch die Zahl arbeitender Frauen nahm zu: um 387 oder 2,3 Prozent auf 17.330 sozialversicherungspflichtig beschäftigter Frauen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer nahm ebenfalls zu: um 405 oder 7,2 Prozent auf 6.051.

Wie schaut es in den einzelnen Wirtschaftszweigen aus? Fast alle verzeichnen Zuwächse:

  • Verarbeitendes Gewerbe (minus 98 oder minus 0,9 Prozent): 10.344
  • Handel (minus 42 oder minus 0,6 Prozent): 6.621
  • Verkehr und Lagerei (plus 27 oder plus 1,5 Prozent): 1.793
  • Baugewerbe (plus 82 oder plus 2,1 Prozent): 4.019
  • öffentliche Verwaltung (plus 112 oder plus 5,9 Prozent): 2.025
  • Gesundheits- und Sozialwesen (plus 337 oder plus 8,8 Prozent): 4.166

*Den Schwerpunkt der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) bildet die Berichterstattung über die sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten. Der Bestand wird auf Basis der Meldungen zur Sozialversicherung monatlich mit sechs Monaten Wartezeit ermittelt. Aufgrund der Abgabefristen und des Meldeflusses sind stabile statistische Ergebnisse aus der Beschäftigungsstatistik erst nach dieser Wartezeit zu erzielen.

Fazit:
Die Arbeitslosenquote ist in diesem Monat in allen drei Gebietskörperschaften gesunken: Stadt Augsburg um 0,3 Prozentpunkte, Landkreis Aichach-Friedberg um 0,2 Prozentpunkte und Landkreis Augsburg um 0,1 Prozentpunkte.
Im Vergleich zum Vorjahr bewegen sich insbesondere die beiden Landkreise trotz des Anstiegs weiterhin im Korridor der Vollbeschäftigung. Die Stadt Augsburg muss einen Anstieg um 1,6 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent verkraften.