29.10.2020 | Presseinfo Nr. 39

Ausbildung bleibt auch in Coronazeiten das Mittel zur Fachkräftesicherung

Mittel zur Fachkräftesicherung bleibt auch in der Coronazeit die Ausbildung

Anstatt wie gewohnt bei einer gemeinsamen Pressekonferenz Bilanz über den Ausbildungsstellenmarkt zu ziehen, erhalten Sie dieses Mal die Statements der beiden Kammern sowie der gastgebenden Firma Baader GmbH & Co. Schaltanlagen u. Leiterplatten KG per Presseerklärung. Die ausführlichen Berichte und Zahlen entnehmen Sie bitte den beigefügten jeweiligen Presseerklärungen.

Statement der Agentur für Arbeit Augsburg:

„Wir haben weiterhin einen Bewerbermarkt, was bedeutet, dass die jungen Menschen eine große Auswahl bei der Ausbildungsstellensuche haben. Denn auf 100 Jugendliche kommen rein rechnerisch 122 Ausbildungsstellen. Fachkräfte werden von den Firmen zum Teil händeringend gesucht, die Verdienstmöglichkeiten sind gut und mit einer Ausbildung ist die Stellensuche bei eingetretener Arbeitslosigkeit meist schneller zu Ende. Zwar haben sich der Findungsprozesse und die Besetzung der Ausbildungsstellen in diesem Jahr verzögert, aber im August und September konnte dann vieles nachgeholt werden. Die jungen Menschen haben den Wert einer Ausbildung erkannt“, erklärt Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg.
Die Jugendlichen an sich haben wie in den Jahren zuvor eine große Auswahl bei der Ausbildungsstellensuche. Allerdings müssen sie sich flexibel und mobil zeigen und sich nicht nur auf einen Beruf und einen Ort fixieren, sondern sich Alternativen überlegen. Gerade unser Internetangebot bietet eine Fülle an Informationen und Orientierungshilfen, z.B. CHECK-U, unser Erkundungstool, hilft beim Finden des beruflichen Wegs. Aber auch unser Youtube-Kanal bietet mit kurzen Filmen den jungen Menschen Orientierung. Dieser ist gerade in Zeiten fehlender Ausbildungsmessen und persönlicher Beratung eine gute Informationsmöglichkeit. Bis Anfang Dezember können Jugendliche aber immer noch eine Ausbildung beginnen. Wir haben noch viele freie Ausbildungsstellen in unserem System“, betont Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg.

Statement der Handwerkskammer für Schwaben:

Corona hat in den Handwerksbetrieben vieles durcheinander gebracht, doch die Ausbildung steht besser als befürchtet da. Zum 30.09.2020 sind bei der HWK Schwaben 3.785 neue Verträge registriert, gut 600 Verträge mehr als im August. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 6,13% Prozent. Der Markt ist zwar immer noch in Bewegung, jedoch sind die meisten Verträge eingegangen.
„Das ist für diese Krisenzeit ein Topergebnis des schwäbischen Handwerks – auch im bayernweiten Vergleich. Die intensive Begleitung der Betriebe durch die HWK bei der Nachwuchssicherung zahlt sich aus. Wir haben nach dem Lockdown sofort mit neuen, digitalen Formaten in zwei Richtungen gearbeitet: einerseits Schüler, Eltern und Schulen auf die Attraktivität und Sicherheit der 130 Handwerksberufe hingewiesen, andererseits den Handwerksbetrieben Instrumente an die Hand gegeben, wie sie unter Coronabedingungen zu ihren Nachwuchskräften kommen,“ ist Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben, stolz auf dieses Ergebnis. Bemerkenswert ist, dass viele Betriebe auch in dieser extremen Situation das erste Mal oder nach längerer Zeit wieder ausbilden.
„Dass Unternehmen in Krisenzeiten den Mut haben, in die Ausbildung einzusteigen, bestätigt den Einsatz und das Durchhaltevermögen des Handwerks – Unternehmereigenschaften, die ich kenne und bewundere,“ sagt Anette Göllner, Leiterin der Berufsausbildung bei der HWK Schwaben, die den Markt mit ihrem Beratungsteam seit vielen Jahren genau beobachtet. Schon im Vorjahr ist eine erhebliche Anzahl an Betrieben in die Ausbildung eingestiegen (425) und trotz Corona sind zum jetzigen Zeitpunkt noch einmal 453 Betriebe hinzugekommen.

Statement der Industrie- und Handelskammer Schwaben:

Trotz Corona-Krise stehen die Unternehmen aus Handel, Produktion und Dienstleistungen auch in diesem Jahr zu ihrer Verantwortung für den Fachkräftenachwuchs. Die Zahl der angebotenen Lehrstellen ging aufgrund der Krise nur leicht zurück. Laut einer Umfrage des BIHK vom September boten die bayerischen IHK-Unternehmen demnach nur 1,8 Prozent weniger Stellen an als im Vorjahr – und das trotz zum Teil massiver Umsatzeinbrüche. Bei 60 Prozent der Unternehmen war das Angebot an Ausbildungsplätzen 2020 genauso groß wie im Vorjahr. 16 Prozent boten sogar mehr Ausbildungsplätze an. „Der Fachkräftemangel bleibt für die Unternehmen weiter ein drängendes Thema, dem sie begegnen wollen. Wir müssen alles daransetzen, junge Menschen für die duale Ausbildung zu begeistern. Trotz Corona sind die Perspektiven für Bewerber auch in diesem Jahr sehr gut“, sagt Wolfgang Haschner, Leiter des Geschäftsbereiches Berufliche Bildung bei der IHK Schwaben.

Statement von Jörg Baader, Geschäftsführer Baader GmbH & Co. Schaltanlagen u. Leiterplatten KG, und Benjamin Pfleiderer, Auszubildender zum Systemelektroniker, 4. Ausbildungsjahr:

Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, ist die eigene Ausbildung eine wichtige Grundvoraussetzung. Dies haben wir schon früh erkannt. Seit 1984 bilden wir ununterbrochen aus. Unser erster Auszubildender ist nach wie vor, mittlerweile als Techniker, bei uns beschäftigt. Von unseren aktuellen 45 Mitarbeitern wurden 10 von uns selbst ausgebildet. Durch die eigene Ausbildung erhalten wir eine Symbiose von jungen motivierten und erfahrenen langjährigen Mitarbeitern. 10 unserer Mitarbeiter sind schon über 30 Jahre bei der Fa. Baader beschäftigt und geben ihr Know-how gerne weiter.
Im Moment stehen bei uns 6 Lehrlinge in einem Ausbildungsverhältnis zum Systemelektroniker. Im Durchschnitt stellen wir pro Jahr 2 neue Auszubildende ein. Einen geeigneten zukünftigen Lehrling zu finden, ist nach wie vor eine große Herausforderung. Vor 15 Jahren hatten wir ca. 100 Bewerber/innen auf eine Lehrstelle. Die Auswahl war sehr schwierig, zumal wir auch vielen vielversprechenden Kandidaten absagen mussten. Heute sind wir froh, wenn wir 5 Bewerbungen pro Lehrstelle erhalten. Hauptsächlich durch Empfehlungen finden wir geeignete Auszubildende. Auch profitieren wir von der guten Zusammenarbeit mit der HWK, Innung, Agentur für Arbeit und den Schulen. Ein bisschen Glück gehört immer dazu. Bisher hat dies meist recht gut funktioniert. So haben schon einige unserer Auszubildenden erfolgreichen die Ausbildung als Schul- oder Innungsbester abgeschlossen.
Wichtig ist den Bewerbern einen innovativen und zukunftsorientierten Beruf zu vermitteln. So werden wir uns in Zukunft auch bei den sozialen Medien präsentieren und unsere Suche hierdurch ausweiten. Gute Mitarbeiter sind die Basis für unseren Erfolg.
Wie zum Beispiel unser Auszubildender Benjamin Pfleiderer, welcher sich gerade im 4. Ausbildungsjahr zum Systemelektroniker befindet.
Meine Ausbildung zum Systemelektroniker habe ich vor ca. 3 Jahren begonnen und befinde mich im 4. Ausbildungsjahr. Ich wohne ganz in der Nähe und beim Vorbeifahren bin ich auf die Firma Baader aufmerksam geworden. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich nicht weiter auf die Schule gehen. Ich habe mich dann näher über die Firma Baader im Internet informiert. Mein Interesse war geweckt. Gerade die praxisbezogene Ausbildung war für meine Entscheidung ausschlaggebend.
Daraufhin habe ich mich bei der Firma Baader auf die Ausbildungsstelle Systemelektroniker beworben. Die Ausbildung selbst entspricht voll und ganz meinen Vorstellungen. Gut gefällt mir der ständige Praxisbezug, dass die Ausbildung anspruchsvoll und abwechslungsreich ist und wir immer mehr selbstständig mit eigener Verantwortung arbeiten dürfen. Ich fühle mich wohl hier. Meine Entscheidung habe ich nicht bereut.
Im Moment überlege ich später noch mein Abitur nachzuholen und Elektrotechnik zu studieren. Jetzt konzentriere ich mich aber voll auf meine Ausbildung. Es wäre toll, wenn mich die Firma Baader danach übernimmt.
Eine Ausbildung in einem Handwerksberuf kann ich nur empfehlen.