04.11.2020 | Presseinfo Nr. 41

Ausbildungsmarkt stabil, aber Corona zeigt Wirkung

Der Ausbildungsmarkt in Osthessen hat sich während der Corona-Pandemie relativ robust gezeigt, jedoch sind negative Auswirkungen unübersehbar. Im abgelaufenen Geschäftsjahr der Berufsberatung suchten über die Arbeitsagentur Fulda 1.357 junge Frauen und Männer eine Ausbildungsstelle – 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der von der Arbeitsagentur akquirierten Ausbildungsstellen ging um 10,0 Prozent auf 2.537 zurück.

Rechnerisch kamen 187 Ausbildungsstellen auf 100 Bewerber. Damit stellte sich die Ausbildungsmarktlage für Bewerberinnen und Bewerber deutlich günstiger als im Bundes- und Hessendurchschnitt dar. Lediglich 24 Jugendliche und junge Erwachsene sind aktuell noch ohne Lehrstelle oder eine schulische Alternative. „In unserer Region wird es keinen Corona-Jahrgang 2020 geben, obwohl durch den vorübergehenden Lockdown samt Schließung der Schulen der Berufswahlprozess der jungen Menschen enorm beeinträchtigt wurde. Mit zahlreichen Jugendlichen konnten wir telefonische Beratungsgespräche führen und digitale Dienstleistungen anbieten. Jedoch fehlte über längere Zeit die Möglichkeit der niederschwelligen persönlichen Ansprache durch Berufsberater und Jobcoaches in den Schulen“, stellte Waldemar Dombrowski Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, bei einer Telefonkonferenz zum Ausbildungsmarkt fest. Gemeinsam mit den regionalen Netzwerkpartnern zog die Arbeitsagentur eine Bilanz des Ausbildungsjahres 2019/20.

Auf der Stellenseite schlugen vereinzelte Stornierungen – unter anderem aus der Gastronomie und von Reisebüros -  zu Buche, sodass letztlich 190 und somit 150 Ausbildungsstellen weniger vakant blieben als vor einem Jahr.  Die Konferenzteilnehmer waren sich dennoch einig: Die Sicherung des Fachkräftepotenzials wird die regionale Wirtschaft auch in Zukunft fordern, besonders im Handwerk sowie im kaufmännischen Bereich und im Einzelhandel.

Agenturchef Dombrowski lobte Betriebe, Kammern und Berufsschulen, die sich auf die widrigen Umstände eingestellt und die Voraussetzungen für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Ausbildung und der Prüfungen geschaffen haben.

Angesichts der anhaltenden Pandemie mit ihren widrigen Rahmenbedingungen und Unsicherheiten sehen die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer erhebliche Herausforderungen für das Ausbildungsjahr 2020/21. Dies gilt für beide Seiten des Ausbildungsmarktes. Deshalb werde man den Ausbildungsmarkt eng begleiten und sich in kürzeren Abständen abstimmen.

Wie die Netzwerkpartner Industrie- und Handelskammer sowie die Kreishandwerkerschaft Fulda das Ergebnis beurteilen, lesen Sie hier .