09.04.2019 | Presseinfo Nr. 27

Allzeithoch bei den gemeldeten Ausbildungsstellen

Mehr Ausbildungsstellen und weniger Bewerber – die Schere am Ausbildungsmarkt in der Region Fulda geht immer weiter auseinander. Bis Ende März wurden der Ar-beitsagentur 2.531 Ausbildungsstellen gemeldet. Damit wurde zur „Halbzeit“ des Berufsberatungsjahres ein Allzeithoch erreicht. Demgegenüber wurden von der Berufsberatung bisher 1.096 Bewerberinnen und Bewerber registriert. Somit kamen rechnerisch 2,3 Lehrstellen auf einen Bewerber. Dabei fiel der Bewerberrückgang mit einem Minus von 4,5 Prozent eher moderat aus.

Anfang April analysierten die regionalen Netzwerkpartner im Rahmen der Ausbildungsmarktkonferenz die aktuelle Lage und Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Teilnehmer waren die Agentur für Arbeit, Stadt und Landkreis Fulda, die Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft sowie der Deutsche Ge-werkschaftsbund und das Staatliche Schulamt.
 „Die Unternehmen wollen ihren Fachkräftebedarf für die Zukunft sichern und haben uns seit Herbst insgesamt 2.531 Ausbildungsstellen für das kommende Ausbildungs-jahr gemeldet. Dies sind nochmals 235 Stellen mehr als im Jahr zuvor“, erklärte Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, im Rah-men der Ausbildungsmarktkonferenz in Fulda.
Die besondere Lage in der Region wird auch im Hessenvergleich deutlich, denn landesweit ist das Verhältnis zwischen Bewerbern und Ausbildungsstellen in etwa ausgeglichen.
 „Wer sich eine Ausbildungsstelle in einem seiner bevorzugten Berufe sichern will, der hat gerade in der Region Fulda eine große Auswahl. In nahezu jedem Bereich übersteigt die Anzahl der Ausbildungsstellen die der Bewerberinnen und Bewerber“, waren sich die Konferenzteilnehmerinnen und –teilnehmer einig. Gesucht werden unter anderem 96 angehende Kaufleute im Einzelhandel, 67 Kaufleute Büroma-nagement und 49 Elektroniker. Aber auch Schornsteinfeger, Industriekaufleute und diverse Duale Studiengänge sind noch zu besetzen.
Erfahrungsgemäß ist der Ausbildungsstellenmarkt bis in die Sommerferien hinein in Bewegung. Die Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen lassen sich tenden-ziell mehr Zeit mit der Berufswahlentscheidung; Bewerbungen gehen bei den Betrieben zum Teil auch noch kurz vor den Sommerferien ein. Sowohl die Industrie- und Handelskammer als auch die Kreishandwerkerschaft Fulda gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Ausbildungsverträge bis September in etwa auf dem Niveau des Vorjahres einpendeln wird. Insgesamt dürften jedoch zahlreiche Lehrstellen vakant bleiben.
Potenzial sehen die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer in der Gruppe der jungen Flüchtlinge. Unter den 1.096 Bewerbern um eine Ausbildungsstelle befinden sich knapp 90 Personen mit Fluchthintergrund. Zur Unterstützung dieser jungen Menschen wurde im Rahmen der Ausbildungsmarktkonferenz der Startschuss zum „Mentoren-Programm“ gegeben. Dieses Projekt des Landkreises Fulda, das in Kooperation mit Arbeitsagentur, IHK und Kreishandwerkerschaft entstanden ist, will durch eine Art Paten-System Ausbildungsabbrüchen entgegenwirken. Landrat Bernd Woide sieht darin einen guten Weg, Betrieben, die junge Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund ausbilden, eine besondere Unterstützung anzubieten. Informationen erhalten Ausbildungsbetriebe bei Mariy Osman vom Landkreis Fulda, Tel. 0661 60068075.
Ottokar Schwerd, Teamleiter der Berufsberatung, kündigte eine gezielte Intensivie-rung der Berufsorientierung und eine größere Präsenz an Schulen im Rahmen der Einführung der Lebensbegleitenden Berufsberatung an.