30.10.2019 | Presseinfo Nr. 74

Mehr Ausbildungsstellen, weniger Bewerber

Die Schere am Ausbildungsmarkt in der Region Fulda öffnet sich immer weiter. Im abgelaufenen Geschäftsjahr der Berufsberatung suchten über die Arbeitsagentur Fulda 1.495 junge Frauen und Männer eine Ausbildungsstelle – 50 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Ausbildungsstellen hingegen, welche die Agentur für Arbeit akquiriert hat, lag mit 2.820 um 237 höher (+9,2 Prozent).

 

Rechnerisch kamen 189 Ausbildungsstellen auf 100 Bewerber. Damit stellte sich die Ausbildungsmarktlage für Bewerberinnen und Bewerber deutlich günstiger als im Bundes- und Hessendurchschnitt dar. „Nirgendwo in Hessen haben junge Menschen so gute Chancen, einen zukunftsträchtigen Ausbildungsplatz zu erhalten wie in unserer Region. In den meisten Bereichen übersteigt die Zahl der Ausbildungsstellen die der Ausbildungsinteressierten um ein Mehrfaches“, beschrieb Waldemar Dombrowski Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, die Lage. Agenturleiter Dombrowski zog gemeinsam mit den regionalen Netzwerkpartnern bei der Ausbildungsmarktkonferenz in der Arbeitsagentur Fulda eine gemischte Bilanz des Ausbildungsjahres 2018/19: „Einerseits konnten wir die Zahl der rekrutierten Ausbildungsstellen erneut erhöhen; die Ausbildungsbetriebe in unserer Region wollen sich in personeller Hinsicht zukunftsfähig aufstellen. Andererseits ist das Ungleichgewicht auf dem Ausbildungsmarkt noch einmal größer geworden, was den Fachkräftemangel perspektivisch verstärken dürfte.“ Leicht abgefedert werde die Diskrepanz durch junge Menschen mit Fluchthintergrund, die mittlerweile rund zehn Prozent der Bewerber um einen Ausbildungsplatz ausmachen.

 

Die für die jungen Menschen komfortable Situation stellt die regionale Wirtschaft vor große Herausforderungen, wenn es um die Suche nach ihren Fachkräften von morgen geht. Zum Geschäftsjahresende blieben 340 Ausbildungsstellen in 50 Berufen unbesetzt. Unter anderem werden noch Kaufleute im Einzelhandel und angehende Frisörinnen und Frisöre gesucht. Gute Chancen auf einen Ausbildungsvertrag hat auch, wer eine Ausbildung zum Fachverkäufer im Bäckerei- oder Fleischerhandwerk sucht oder Fachinformatiker/in Systemintegration werden will. Sogar Plätze in Dualen Studiengängen sind noch frei (u.a. Bachelor of Arts  – Steuern und Prüfwesen).

Nur 29 junge Frauen und Männer blieben ohne Lehrstelle oder eine schulische Alternative, wobei ein Großteil dieser Personen erst relativ spät auf die Berufsberatung zukam.

Die Bilanz der Daten zur Ausbildungsvermittlung bedeutet nicht das Ende der Ver-mittlungsaktivitäten. Ottokar Schwerd, Teamleiter der Berufsberatung, appelliert: „Jugendliche und junge Erwachsene, die weder einen Ausbildungsplatz noch eine tragfähige Alternative gefunden haben, sollten zwecks Beratung und Nachvermittlung umgehend Kontakt mit der Berufsberatung aufnehmen. Auch Auszubildende, die während der Probezeit ihre Stelle verlieren, sollten sich umgehend wieder bei der Berufsberatung melden, um möglichst nahtlos eine Anschlussalternative zu finden.“

Eine Terminvereinbarung bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda ist möglich unter der Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 (kostenfrei).