07.04.2020 | Presseinfo Nr. 28

Kurzarbeitergeld auch für Auszubildende möglich

Trotz eines Rückgangs bei den gemeldeten Ausbildungsstellen bleibt die Schere auf dem Ausbildungsmarkt weiter offen. Zur Halbzeit des Berufsberatungsjahres sind in der Region Fulda 2.317 Ausbildungsstellen zur Besetzung im Sommer gemeldet, was einem Rückgang um 214 (-8,5 Prozent) entspricht. Zugleich hat die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Fulda 1.085 Bewerberinnen und Bewerber registriert, wobei der Rückgang mit 1,0 Prozent moderat ausfiel. Somit kommen rechnerisch 214 Lehrstellen auf 100 Bewerber. In Hessen liegt ist diese Relation bei 1:1.

In nahezu jedem Bereich übersteigt die Anzahl der Ausbildungsstellen die der Bewerberinnen und Bewerber. Gesucht werden unter anderem Auszubildende in unterschiedlichen kaufmännischen Berufen, Elektroniker/innen Energie- und Gebäudetechnik sowie Berufskraftfahrer/innen und junge Menschen, die sich für eine Ausbildung zum Koch bzw. Köchin interessieren. Auch seltenere Berufe wie Glaser oder Konditor finden sich in der Liste der offenen Lehrstellen wieder, ebenso eine große Anzahl von Dualen Studiengängen.

„Die uns vorliegenden Zahlen wurden am Stichtag 12. März erhoben und bilden noch keine durch die Corona-Pandemie verursachten Effekte ab. Trotz der Unwägbarkeiten rechnen wir jedoch mit einem weiterhin deutlichen Überhang an Ausbildungsstellen“, erklärte Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, im Rahmen einer Telefonkonferenz, bei der sich die Arbeitsagentur mit Vertretern der Netzwerkpartner zur Halbzeitbilanz auf dem Ausbildungsmarkt austauschten. Teilnehmer waren die Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft, das Staatliche Schulamt sowie der Landkreis Fulda mit dem Kreisjobcenter und der Arbeitgeberverband.

Zwar haben die Betriebe und Unternehmen der Region bisher keine Ausbildungsstellen aufgrund der Pandemie-Thematik storniert, doch gilt es jetzt vor allem, die jungen Menschen, die sich bereits in einer Ausbildung befinden, in den Betrieben zu halten. Durch geänderte Regelungen können Unternehmen und Betriebe nun auch für ihre Auszubildenden – nach sechs Wochen Lohnfortzahlung - Kurzarbeitergeld erhalten, insbesondere wenn das Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb vorübergehend einstellen muss.

Um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, unterstützt der Landkreis im Rahmen des Landesprogrammes QUABB Auszubildende und Betriebe auch während der Coronakrise per Mail oder Telefon, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Wenn es im Betrieb nicht so läuft, wie es sollte oder wenn persönliche Probleme zu groß werden, sind die Ansprechpartnerinnen des Landkreises Fulda unter uta.doerr@fulda, elena.ziegler@fulda.de und nicole.gies@fulda.de zu erreichen.

Agenturchef Dombrowski empfiehlt allen Arbeitgebern, in der aktuellen Krise an die Besetzung ihrer Ausbildungsstellen im Sommer zu denken. Selbstverständlich laufen die Bemühungen der Berufsberatung um Bewerberinnen und Bewerber weiter. „Obwohl persönliche Gespräche derzeit weder in der Schule noch in der Arbeitsagentur stattfinden können, haben wir in den vergangenen Wochen zahlreiche neue Bewerberinnen und Bewerber aufnehmen und telefonisch beraten können“, freut sich Ottokar Schwerd, Teamleiter der Berufsberatung.

Eine Kontaktaufnahme zur Berufsberatung ist möglich unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0 800 4 5555 00 oder per E-Mail an fulda.berufsberatung@arbeitsagentur.de.