03.01.2020 | Presseinfo Nr. 2

Jahr endet verhalten

Arbeitslosigkeit leicht gestiegen.

Arbeitslosenquote stiegt auf 3,9 Prozent.

Anstieg bei fast allen Personen- und Altersgruppen zu verzeichnen.

Stellenzugänge und - bestand stark rückläufig, auch im Vergleich zu den Vorjahreswerten.
 

Der Dezember beendet das Arbeitsmarktjahr mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Agenturbezirk stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat leicht an. Rückgänge gab es in der Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren und bei den Ausländern.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 15.448 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren im Vergleich zum Vormonat 184 Menschen (+1,2 Prozent) mehr. Gegenüber dem Vorjahr waren 850 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+5,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) stieg auf 3,9 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 3,7 Prozent.

„Das Jahr endet dieses Jahr entgegen der Trends der letzten Jahre, in denen wir im SGB III Bereich leichte Rückgänge hatten, mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit sowohl mit Blick auf den Vormonat als auch mit Blick auf das Vorjahr. Hier haben wir auch unterschiedliche Entwicklungen. Während der Main-Taunus-Kreis an die Vorjahre anknüpft und ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist, stieg im Hochtaunuskreis die Arbeitslosigkeit an. Verantwortlich hierfür ist die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook. Die Auswirklungen werden wir auch noch in den nächsten Monaten etwas spüren, so dass das vergangene Jahr verhalten endete. Dies auch im Hinblick auf die gemeldeten Arbeitsstellen, hier haben wir einen deutlichen Rückgang. Dies betrifft grundsätzlich alle hessischen Agenturen und ist auch den geopolitischen Faktoren geschuldet. Wobei eine Belebung erfahrungsgemäß immer im Frühjahr stattfindet. Dennoch haben wir ein gutes arbeitsmarktpolitisches Jahr hinter uns. Wir hatten trotz der Schwankungen einen Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Der Arbeitsmarkt hat sich aufnahmebereit gezeigt. Hiervon konnten insbesondere die Langzeitarbeitslosen, aber auch die Jugendlichen profitieren. Die Nachfrage nach jungen gut ausgebildeten Fachkräften ist ungebrochen. Darüber hinaus steigt der Personalbedarf in den Bereichen Erziehung und Gesundheit sowie Bau weiter an. Der Mangel an Fachkräften in diesen Branchen war auch in diesem Jahr ein zentrales Thema, welches auch in den kommenden Jahren nicht abebbt.

Trotz der leichten Eintrübung zum Jahresende hin, können wir insgesamt auf ein gutes Jahr zurückblicken und damit auch zuversichtlich in ein neues arbeitsmarktpolitisches Jahr starten, welches weiterhin aufnahmefähig bleibt. Hier kommt uns der wirtschaftlich starke Standort der Rhein-Main-Region zu Gute“, erklärt Norbert Meier, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bad Homburg.

Stellenmarkt

Der Stellenmarkt endet im Dezember beim Zugang und Bestand mit rückläufigen Meldungen bzw. Stellen. Der Bestand, der bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg gemeldeten offenen Arbeitsstellen hat sich verringert. Im Vergleich zum Vormonat belief sich der Bestand auf insgesamt 3.783 Stellen. Das ist ein Minus von 634 Stellen (-14,4 Prozent) gegenüber November. Im Vergleich zu Dezember 2018 sind es 131 Stellen weniger (- 3,3 Prozent).

Der Zugang offener Stellen lag ebenfalls unter dem Vormonats- und Vorjahreswert. Insgesamt meldeten die Unternehmen im Dezember 880 Stellen, 74 Stellen weniger (-7,8 Prozent) als im November und 76 Stellen weniger (-7,9 Prozent) als vor einem Jahr. 

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn belief sich auf 12.826 Stellen. Das entspricht einem Minus von 45 Stellen oder 0,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018.  

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen bezogen auf alle Rechtskreise

Im Vergleich zum Monat November konnten die Jugendlichen unter 25 Jahren und die Ausländer einen leichten Rückgang verzeichnen.  

Die Zahl der männlichen Arbeitslosen stieg um 94 Personen (+ 1,1 Prozent) auf 8.367.  Bei den Frauen gab es ebenfalls einen Anstieg: 7.081 Frauen waren bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg gemeldet, 90 mehr (+ 1,3 Prozent) als vor einem Monat. Bei den unter 25-Jährigen sank die Zahl um 92 junge Menschen (-6,3 Prozent) auf 1.376. 50 Jahre und älter waren 5.046 arbeitslos gemeldete Männer und Frauen, insgesamt 129 mehr (+2,6 Prozent) als im November. 6.683 Menschen hatten keinen deutschen Pass, 27 Personen weniger (-0,4 Prozent) als im Vormonat.

Die Entwicklung bei den einzelnen Personengruppen ist im Vergleich zum Vorjahr einheitlich. Es gab durchweg Zunahmen. Diese sehen wie folgt aus:

Mit Blick auf das Vorjahr gab es auch im Dezember Zunahmen. In der Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren lag der Zuwachs bei 50 Jugendlichen bzw. 3,8 Prozent. Den größten Zuwachs gab es auch im Dezember bei den über 50-Jährigen. Hier waren im Vergleich zum Vorjahr 484 Personen mehr gemeldet, das sind 10,6 Prozent mehr. Bei den Frauen lag der Anstieg bei 431 Personen und 6,5 Prozent. Bei den Männern lag der Zuwachs bei 419 bzw. 5,3 Prozent. Bei den Ausländern konnte lag der Zuwachs bei 428 Personen oder 6,8 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (aktueller Stand 30.06.2019) im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Homburg liegt bei 301.077 Beschäftigten. Damit waren im Vergleich zu früheren Erhebungen, 4.908 Menschen mehr in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Dies entspricht einer Steigerung der Beschäftigung von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Im Vergleich zum Vorquartal waren 754 Personen mehr in sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten angestellt. Dies entspricht einer Steigerung von 0,3 Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Gegenüber November gab es in den beiden Rechtskreisen eine unterschiedliche Entwicklung.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für den die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 281 Menschen (+4,7 Prozent) auf 6.275 zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im Dezember 698 Menschen mehr (+12,5 Prozent) gezählt.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, sank die Zahl der Arbeitslosen dagegen auf 9.173 Menschen (-97 Personen oder -1,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 152 Personen mehr (+1,7 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 40,6 Prozent (SGB III) zu 59,4 Prozent (SGB II). 

Ausbildungsmarkt

Das Ausbildungsjahr 2019/2020 begann am 1. Oktober 2019 und endet am 30. September 2020. Der erste Zwischenbericht zum Ausbildungsmarkt wird Ende März 2020 veröffentlicht.  

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Im Dezember stieg die Arbeitslosenzahl bei allen Personengruppen lediglich im Hochtaunuskreis und im Landkreis Groß-Gerau. Im Main-Taunus-Kreis sank die Arbeitslosigkeit dagegen.    

Hochtaunuskreis

Im Dezember waren im Hochtaunuskreis insgesamt 4.320 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 231 Personen (+5,8 Prozent) mehr als im November und 491 Menschen (+12,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Davon waren 1.895 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 2.425 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Im SGB III Bereich waren 217 Personen oder 12,9 Prozent mehr arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 14 Arbeitslose oder 0,6 Prozent mehr als im Vormonat. (Relation: 43,9 Prozent zu 56,1 Prozent).  

Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Rechtskreis SGB III 299 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+18,7 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 192 Personen mehr (+8,6 Prozent). 

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Im Dezember 2018 hatte sie bei 3,2 Prozent gelegen.   

Die Veränderungen bei den einzelnen Personengruppen: 2.320 Männer waren im Hochtaunuskreis arbeitslos gemeldet, 89 mehr als im November (+4,0 Prozent) und 207 mehr (+9,8 Prozent) als vor einem Jahr. Bei den 2.000 Frauen ergab sich einen Zuwachs im Vergleich zum Vormonat mit einem Plus von 142 Frauen (+7,5 Prozent). Im Dezember 2018 lag der Anstieg bei 284 Personen (+16,6 Prozent). Auch bei den Älteren gab es gegenüber dem Vormonat einen Zuwachs von 85 Personen (+5,9 Prozent) und gegenüber dem Vorjahresmonat einen Anstieg von 178 Personen oder 13,3 Prozent. Insgesamt waren 1.516 Personen arbeitslos gemeldet. Bei den Ausländern sah es wie folgt aus: 1.765 Personen, 18 mehr (+1,0 Prozent) als im November und ebenfalls 219 mehr (+14,2 Prozent) als vor einem Jahr.

Im Verhältnis zum Vormonat und im Vergleich waren im Hochtaunuskreis 12 Jugendliche weniger (-2,1 Prozent) erwerbslos. Im Verhältnis zum Vorjahr waren 30 Jugendliche unter 25 Jahren bzw. 8,8 Prozent mehr gemeldet.

Der Zugang offener Stellen fiel mit insgesamt 266 Stellenmeldungen im Dezember rückläufig aus (-15 Stellen oder – 5,3 Prozent). Dies gilt für den Stellenbestand ebenfalls. Mit insgesamt 1.118 offenen Stellen lag das Niveau unter dem des Vormonats (-91 Stellen oder -7,5 Prozent).

Gegenüber dem Vorjahr lag der Stellenzugang (21 Stellen oder – 8,6 Prozent) leicht über den Vorjahreswerten. Beim Bestand waren es allerdings 57 Stellen oder 4,9 Prozent weniger.  

Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 4.052 Stellen und somit auf 1.036 Stellen weniger (-20,4 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.   

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im Dezember um 97 Menschen (-2,3 Prozent) auf 4.048 ab. Im Vergleich zum Vorjahr waren 33 Menschen weniger (-0,8 Prozent) gemeldet.

Davon waren 1.664 Personen dem Rechtskreis SGB III und 2.384 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 41,1 Prozent (SGB III) zu 58,9 Prozent (SGB II). Im Bereich des SGB III gab es einen Zuwachs von 69 Erwerbslosen (+ 4,3 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Mit Blick auf den SGB II Bereich gab es hier einen Rückgang von 166 Personen bzw. -6,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg von 18 Personen im Bereich des SGBIII oder 1,1 Prozent und einen Rückgang von 51 Erwerbslosen oder 2,1 Prozent im Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosenquote sank auf 3,1 Prozent und lag damit 0,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Bei den einzelnen Personengruppen zeigten sich folgende Entwicklungen: 2.118 Männer waren im Dezember von Arbeitslosigkeit betroffen, 54 weniger als im November (-2,5 Prozent) und 40 weniger als im Vorjahr (-1,9 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Frauen sank im Dezember um 43 Frauen (-2,2 Prozent) auf 1.930. Dies waren 7 Frauen (+0,4 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Jüngeren konnte auch im Main-Taunus-Kreis eine Abnahme von 38 Jugendlichen oder -9,7 Prozent festgestellt werden. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 39 Jugendliche mehr. Dies entspricht einem Plus von 12,3 Prozent. Insgesamt waren 355 Jugendliche arbeitslos. 1.403 Erwerbslose waren 50 Jahre und älter. Dies waren 9 Personen weniger als im November (-0,5 Prozent), aber allerdings 55 mehr als im Dezember 2018 (-4,1 Prozent). Keinen deutschen Pass hatten 1.591 Menschen, 67 weniger als im Vormonat (-4,0 Prozent) sowie einen Ausländer mehr (+0,1 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Bestand offener Stellen lag mit insgesamt 1.049 unter dem Wert des Novembers (-48 Stellen oder -4,4 Prozent) und unter dem Wert vom Dezember 2018 (-23 Stellen oder -2,1 Prozent). Der Zugang offener Stellen lag mit 255 Stellen und 36 Stellen weniger bzw. – 13,8 Prozent ebenfalls unter dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 43 Stellen mehr gemeldet worden, was einem Plus von 23,6 Prozent entspricht.

Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 2.952 Stellen, 485 Stellen weniger (-14,1 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.    

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen auf 7.080. Das waren 50 Personen mehr als im November (+0,7 Prozent) und 392 mehr (+5,9 Prozent) als vor einem Jahr.   

Darunter waren 2.716 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 4.364 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 38,4 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 61,6 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit sank seit November im Rechtskreis SGB III. (SGB III: Minus 5 Personen oder -0,2 Prozent; SGB II: +55 Personen oder 1,3 Prozent). So waren 381 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+16,3 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 259 Menschen weniger (- 13,4 Prozent).  

Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 4,7 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,5 Prozent.     

Im Vergleich zum Vormonat entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Die Entwicklungen im Einzelnen: 3.929 Männer waren im Dezember arbeitslos gemeldet. Das entsprach einem Zuwachs von 59 Personen bzw. +1,5 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren 252 Männer (+6,9 Prozent) mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den Frauen gab es 3.151 Meldungen. Das waren 9 Frauen weniger (-0,3 Prozent) als im Vormonat und 140 Frauen mehr als im Vorjahreszeitraum (+4,6 Prozent). Bei den unter 25-Jährigen waren mit insgesamt 649 junge Menschen arbeitslos gemeldet (- 42 oder -6,1 Prozent) und weniger als vor einem Jahr (-19 oder -2,8 Prozent). 2.127 Personen waren 50 Jahre und älter, 53 mehr (+2,6 Prozent) als im Vormonat und 251 mehr (+13,4 Prozent) als im Dezember 2018. Keinen deutschen Pass hatten 3.327 arbeitslose Menschen, 22 mehr (+ 0,7 Prozent) als vor einem Monat und 208 mehr (+6,7 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 389 Stellen. Dies entspricht einem Minus von 23 Stellen bzw. -5,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren 140 Stellen oder -26,5 Prozent weniger gemeldet.  Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 5.822 offene Stellen. Das waren erneut deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+1.475 Stellen oder +34,0 Prozent). Der Stellenbestand war mit 1.616 gemeldeten Stellen rückläufig. (-495 oder -23,4 Prozent) und 51 Stellen weniger als im Vorjahr (-3,1 Prozent).