30.01.2020 | Presseinfo Nr. 6

Januar endet mit Anstieg der Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit gestiegen.

Arbeitslosenquote stiegt um 0,3 Prozent auf 4,2 Prozent.

Anstieg bei allen Personen- und Altersgruppen zu verzeichnen.

Gruppe der Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr mit leichtem Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Stellenzugänge und - bestand stark rückläufig – allerdings ein Plus im Vorjahresvergleich.
 

Der Januar endet mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit und setzt den Trend des Jahresendes fort. Im Agenturbezirk stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat deutlich an. Betroffen waren alle Personen- und Altersgruppen.  

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 16.589 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren im Vergleich zum Vormonat 1.141 Menschen (+7,4 Prozent) mehr. Gegenüber dem Vorjahr waren 1.079 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+7,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) stieg um 0,3 Prozent auf 4,2 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 3,9 Prozent.

„Der Januar endet mit einem saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dieser ist noch dem Ende des Saisongeschäfts mit befristeten Arbeitsverträgen, aber auch dem Anstieg der Arbeitslosigkeit in den witterungsbedingten Außenberufen sowie dem klassischen Beschäftigungsende zum Quartals- und Jahresende hin geschuldet. Insofern fällt sie in diesem Jahr nicht ungewöhnlich aus. Am meisten Betroffen sind die Männer. In der Gruppe der Jugendlichen gab es nur einen geringen Anstieg im Vergleich zum Vormonat und im Vergleich zum Vorjahr sogar einen Rückgang. Ein Indikator für die anhaltende Nachfrage nach jungen gut ausgebildeten Fachkräften. Dem stehen auch nicht die starken Zuwächse bei den Älteren entgegen, die etwas stärker als in den vergangenen Jahren ausfallen. Hier merken wir die Insolvenz von Thomas Cook, die sich noch in den Zahlen niederschlägt. Dies zeigt auch der Vergleich mit den Vorjahreswerten des Hochtaunuskreises. Hier haben wir einen Anstieg. Grundsätzlich endet der Jahresanfang wie erwartet und der Arbeitsmarkt zeigt sich robust. Daran ändert auch der rückläufige Bestand an gemeldeten Stellen im Vergleich zum Vormonat nichts. Im Vergleich zum Vorjahresmonat haben wir ein Plus und liegen leicht über dem Hessendurchschnitt. Insgesamt haben wir einen typischen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar, der sich auch bis zum Einsetzen der Frühjahrsbelebung fortsetzen wird. Es besteht kein Grund zur Beunruhigung. Wir werden im Rhein-Main-Gebiet einen weiterhin aufnahmefähigen Arbeitsmarkt haben, wenn auch nicht mehr in der Intensität der letzten Jahre. Das Beschäftigungswachstum wird verhaltener sein als in den vergangenen sehr starken Jahren, aber nicht enden, erklärt Matthias Oppel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Homburg.

Stellenmarkt

Der Stellenmarkt beginnt das neue Jahr mit einem Rückgang im Bestand und beim Zugang offener Stellen. Der Bestand hat sich im Januar verringert. Im Vergleich zum Vormonat belief sich der Bestand auf insgesamt 3.542 Stellen. Das ist ein Minus von 241 Stellen (-6,4 Prozent) gegenüber Dezember. Im Vergleich zu Januar 2019 sind es 39 Stellen weniger (- 1,1 Prozent).

Der Zugang offener Stellen lag ebenfalls unter dem Vormonatswert.  Insgesamt meldeten die Unternehmen im Januar 757 Stellen, 123 Stellen weniger (-14,0 Prozent) als im Dezember und 105 Stellen mehr als im Vorjahr 2019 (+16,1 Prozent) als vor einem Jahr. 

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn beläuft sich im Januar auf 757 Stellen. Das entspricht einem Plus von 105 Stellen oder 16,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019.  

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen bezogen auf alle Rechtskreise

Im Vergleich zum Monat Dezember gab es bei allen Personen- und Altersgruppen Zuwächse.   

Die Zahl der männlichen Arbeitslosen stieg um 705 Personen (+ 8,4 Prozent) auf 9.073.  Bei den Frauen gab es ebenfalls einen Anstieg: 7.516 Frauen waren bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg gemeldet, 435 mehr (+ 6,1 Prozent) als vor einem Monat. Bei den unter 25-Jährigen stieg die Zahl um 19 junge Menschen (+1,4 Prozent) auf 1.395. 50 Jahre und älter waren 5.581 arbeitslos gemeldete Männer und Frauen, insgesamt 535 mehr (+10,6 Prozent) als im Dezember. 7.142 Menschen hatten keinen deutschen Pass, 459 Personen mehr (+6,9 Prozent) als im Vormonat.

Die Entwicklung bei den einzelnen Personengruppen ist im Vergleich zum Vorjahr unterschiedlich. Lediglich in der Gruppe der unter 25 – Jährigen gab es einen Rückgang.  

Mit Blick auf das Vorjahr gab es auch im Januar überwiegend Zunahmen. In der Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren war allerdings ein Rückgang zu verzeichnen. Die Abnahme lag bei 50 Jugendlichen bzw. 3,5 Prozent. Den größten Zuwachs gab es auch im Januar bei den über 50-Jährigen. Hier waren im Vergleich zum Vorjahr 735 Personen mehr gemeldet, das sind 15,2 Prozent mehr. Bei den Frauen lag der Anstieg bei 526 Personen und 7,5 Prozent. Bei den Männern lag der Zuwachs bei 554 bzw. 8,5 Prozent. Bei den Ausländern lag der Zuwachs bei 499 Personen oder 7,5 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (aktueller Stand 30.06.2019) im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Homburg liegt bei 301.077 Beschäftigten. Damit waren im Vergleich zu früheren Erhebungen, 4.908 Menschen mehr in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Dies entspricht einer Steigerung der Beschäftigung von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Im Vergleich zum Vorquartal waren 754 Personen mehr in sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten angestellt. Dies entspricht einer Steigerung von 0,3 Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Der Januar beginnt mit einer einheitlichen Entwicklung in beiden Rechtskreisen.   

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für den die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 836 Menschen (+13,3 Prozent) auf 7.111 zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im Januar 797 Menschen mehr (+12,6 Prozent) gezählt.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, stieg die Zahl der Arbeitslosen dagegen auf 9.478 Menschen (+305 Personen oder 3,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 282 Personen mehr (+3,1 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 42,9 Prozent (SGB III) zu 57,1 Prozent (SGB II). 

Ausbildungsmarkt

Das Ausbildungsjahr 2019/2020 begann am 1. Oktober 2019 und endet am 30. September 2020. Der erste Zwischenbericht zum Ausbildungsmarkt wird Ende März 2020 veröffentlicht.  

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Im Dezember stieg die Arbeitslosenzahl bei allen Personengruppen lediglich im Hochtaunuskreis und im Landkreis Groß-Gerau. Im Main-Taunus-Kreis sank die Arbeitslosigkeit dagegen.    

Hochtaunuskreis

Im Januar waren im Hochtaunuskreis insgesamt 4.521 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 201 Personen (+4,7 Prozent) mehr als im Dezember und 471 Menschen (+11,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Davon waren 2.112 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 2.409 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Im SGB III Bereich waren 217 Personen oder 11,5 Prozent mehr arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 16 Arbeitslose oder 0,7 Prozent weniger als im Vormonat. (Relation: 46,7 Prozent zu 53,3 Prozent).  

Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Rechtskreis SGB III 294 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+16,2 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 177 Personen mehr (7,9 Prozent). 

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Im Januar 2018 hatte sie, wie schon im Dezember bei 3,4 Prozent gelegen.   

Die Veränderungen bei den einzelnen Personengruppen: 2.434 Männer waren im Hochtaunuskreis arbeitslos gemeldet, 114 mehr als im Dezember (+4,9 Prozent) und 178 mehr (+7,9 Prozent) als vor einem Jahr. Bei den 2.087 Frauen ergab sich einen Zuwachs im Vergleich zum Vormonat mit einem Plus von 87 Frauen (+4,4 Prozent). Im Januar 2019 lag der Anstieg bei 293 Personen (+16,3 Prozent). Auch bei den Älteren gab es gegenüber dem Vormonat einen Zuwachs von 103 Personen (+6,8 Prozent) und gegenüber dem Vorjahresmonat einen Anstieg von 192 Personen oder 13,5 Prozent. Insgesamt waren 1.619 Personen arbeitslos gemeldet. Bei den Ausländern sah es wie folgt aus: 1.860 Personen, 95 mehr (+5,4 Prozent) als im Dezember und ebenfalls 214 mehr (+13,0 Prozent) als vor einem Jahr.

Im Verhältnis zum Vormonat waren im Hochtaunuskreis keine Jugendlichen mehr gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr dagegen schon. Es waren 17 Jugendliche unter 25 Jahren bzw. 4,8 Prozent mehr gemeldet. Insgesamt waren 372 junge Menschen unter 25 Jahren erwerbslos.  

Der Zugang offener Stellen fiel mit insgesamt 246 Stellenmeldungen im Januar ebenfalls rückläufig aus (-24 Stellen oder – 9,0 Prozent). Dies gilt für den Stellenbestand ebenfalls. Mit insgesamt 1.032 offenen Stellen lag das Niveau unter dem des Vormonats (-86 Stellen oder -7,7 Prozent).

Gegenüber dem Vorjahr lag der Stellenzugang (-47 Stellen oder – 16,3 Prozent) auch unter den Vorjahreswerten, ebenso beim Bestand. Hier waren es 48 Stellen oder 4,4 Prozent weniger.  

Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 242 Stellen und somit auf 47 Stellen weniger (-16,3 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.   

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im Dezember um 346 Menschen (+8,5 Prozent) auf 4.396 zu. Im Vergleich zum Vorjahr waren 60 Menschen mehr (+1,4 Prozent) gemeldet.

Davon waren 1.911 Personen dem Rechtskreis SGB III und 2.483 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 43,5 Prozent (SGB III) zu 56,5 Prozent (SGB II). Im Bereich des SGB III gab es einen Zuwachs von 247 Erwerbslosen (+ 14,8 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Mit Blick auf den SGB II Bereich gab es einen Rückgang von 99 Personen bzw. 4,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg von 62 Personen im Bereich des SGBIII oder 3,4 Prozent und einen Rückgang von 2 Erwerbslosen oder 0,1 Prozent im Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,4 Prozent und hat damit den Vorjahreswert erreicht.  

Bei den einzelnen Personengruppen zeigten sich folgende Entwicklungen: 2.347 Männer waren im Januar von Arbeitslosigkeit betroffen, 229 mehr als im Dezember (+10,8 Prozent) und 33 mehr als im Vorjahr (+1,4 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg im Januar um 117 Frauen (+6,1 Prozent) auf 2.047. Dies waren 28 Frauen (+1,4 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Jüngeren kam es lediglich zu einem Zuwachs von einem Jugendlichen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 5 Jugendliche weniger. Dies entspricht einem Minus von 1,4 Prozent. Insgesamt waren 356 Jugendliche arbeitslos. 1.520 Erwerbslose waren 50 Jahre und älter. Dies waren 117 Personen mehr als im Dezember (+8,3 Prozent), und 107 Personen mehr als im Januar 2019 (+7,6 Prozent). Keinen deutschen Pass hatten 1.711 Menschen, 120 mehr als im Vormonat (+7,5 Prozent) sowie 35 Ausländer mehr (+2,1 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Bestand offener Stellen lag mit insgesamt 970 unter dem Wert des Dezembers (-79 Stellen oder 7,5 Prozent), aber gleich viel wie der Wert vom Januar 2019. Der Zugang offener Stellen lag mit 194 Stellen und 31 Stellen bzw. – 13,8 Prozent weniger ebenfalls unter dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 33 Stellen mehr gemeldet worden, was einem Plus von 20,5 Prozent entspricht.

Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 194 Stellen, 33 Stellen mehr (+20,5 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.  

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen auf 7.674. Das waren 94 Personen mehr als im Dezember (+8,4 Prozent) und 548 mehr (+7,7 Prozent) als vor einem Jahr.   

Darunter waren 3.088 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 4.586 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 40,2 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 59,8 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit stieg seit Dezember im Rechtskreis SGB III. (SGB III: Plus 372 Personen oder +13,7 Prozent; SGB II: 222 Personen oder +5,1 Prozent). So waren 441 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+16,7 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 107 Menschen mehr (+2,4 Prozent).  

Die Arbeitslosenquote stieg im Januar auf 5,1 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,8 Prozent.     

Im Vergleich zum Vormonat entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Die Entwicklungen im Einzelnen: 4.292 Männer waren im Januar arbeitslos gemeldet. Das entsprach einem Zuwachs von 363 Personen bzw. 9,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren 343 Männer (+8,7 Prozent) mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den Frauen gab es 3.382 Meldungen. Das waren 231 Frauen mehr (+7,3 Prozent) als im Vormonat und 205 Frauen mehr als im Vorjahreszeitraum (+6,5 Prozent). Bei den unter 25-Jährigen waren mit insgesamt 667 junge Menschen arbeitslos gemeldet (+18 oder +2,8 Prozent) und weniger als vor einem Jahr (-62 oder +8,5 Prozent). 2.442 Personen waren 50 Jahre und älter, 315 mehr (+14,8 Prozent) als im Vormonat und 436 mehr (+21,7 Prozent) als im Januar 2019. Keinen deutschen Pass hatten 3.571 arbeitslose Menschen, 244 mehr (+ 7,3 Prozent) als vor einem Monat und 250 mehr (+7,5 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 321 Stellen. Dies entspricht einem Minus von 68 Stellen bzw. -17,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren 119 Stellen oder 58,9 Prozent mehr gemeldet.  Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 321 offene Stellen. Das waren deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+1.19 Stellen oder +58,9 Prozent). Der Stellenbestand war mit 1.540 gemeldeten Stellen rückläufig. (-76 oder -4,7 Prozent) und 9 Stellen mehr als im Vorjahr (+0,6 Prozent).