30.07.2020 | Presseinfo Nr. 49

Keine Entspannung im Juli: Arbeitslosigkeit nochmals gestiegen

Arbeitslosenquote stieg auf 5,6 Prozent.

Anstieg weiterhin in allen Personen- und Altersgruppen.

Geringster Anstieg in der Gruppe der über 50-Jährigen.

Anstieg in beiden Rechtskreisen.

Erneuter Zuwachs bei Stellenmeldungen.

Erneuter Rückgang beim Stellenbestand – insbesondere im Vergleich zum Vorjahr.

Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt immer noch zu spüren – insbesondere im Bereich des SGB II.

Anzahl der Anzeigen auf Kurzarbeit im Juli recht gering.
 

Die Veränderung auf dem Arbeitsmarkt lässt auch im Juli auf sich warten. Der Anstieg im SGB III Bereich- Arbeitslosengeld I ist nahezu gleich. Anstiege im Juli überwiegend im Bereich der Grundsicherung – SGB II. Die Auswirkungen der Pandemie sind auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt auch im Juli unverändert spürbar.   

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 22.432 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren im Vergleich zum Vorkrisenmonat Juni 1.401 Menschen (+6,7 Prozent) mehr. Gegenüber dem Juli 2019 waren 6.634 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+42,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) stieg um 04 Prozent auf 5,6 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 4,0 Prozent.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli ist mehreren Faktoren geschuldet: Zum einen der Pandemie, zum anderen dem Ende des ersten Halbjahres, welches immer eine wichtige Marke in der jährlichen Arbeitsmarktstatistik darstellt. Dennoch muss man festhalten, dass die Pandemie den Arbeitsmarkt noch fest im Griff hält. So stiegen die Zahlen im Juli weiter an, insbesondere im Rechtskreis SGB III. Dank der umfassend genutzten Kurzarbeit der Betriebe konnte bisher Schlimmeres verhindert werden. Immerhin gibt es erste vorsichtige Anzeichen, dass der Arbeitsmarkt sich wiederbelebt. Ein Indiz hierfür ist der gestiegene Zugang an offenen Stellen gegenüber dem Vormonat. Trotz allem blieb es auch im Juli bei einem Anstieg der Arbeitslosigkeit von mehr als 40 Prozent“, erklärt Norbert Meier, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bad Homburg.

„Einerseits lassen die Lockerungen des Lockdowns eine Belebung der Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zu den Vormonaten erkennen. Andererseits zeigt die Entwicklung der Gesamtzahl an arbeitslosen Menschen, im Vergleich zum Vorjahr, dass die Corona-Pandemie nach wie vor deutliche Spuren am Arbeitsmarkt auch in unserer wirtschaftlich starken Region hinterlassen hat. Das Niveau der Vorjahre ist aber noch lange nicht erreicht. Die Abgangszahlen in Arbeit fallen weiterhin niedrig aus. Die Stornierungsquote der Stellen ist noch überdurchschnittlich.

Eine Prognose, wann sich dies wieder einpendelt, ist schwer zu treffen und hängt ganz maßgeblich von den Entwicklungen der Pandemie in den Herbst- und Wintermonaten ab. Wenn wir den IST- Zustand jetzt halten bzw. verbessern könnten, haben wir sehr gute Chancen, dass sich der eingestellte leichte Aufwärtstrend stetig verstärkt.“ stellt Meier fest.

„Die Entwicklung zieht sich durch alle drei Landkreise, wobei der Main-Taunus-Kreis am geringsten vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen ist. Betrachtet man nur den für die Agentur Bad Homburg maßgeblichen Bereich des SGB III, so wurden im Hochtaunuskreis die wenigsten Arbeitslosen gemeldet. Insgesamt lässt sich festhalten, dass es auch im SGB II Bereich verstärkt zu Arbeitslosmeldungen kommt. Dies hängt auch mit der Zahl der Selbständigen zusammen, die oftmals keinen Anspruch auf ALG I haben und nun durch die Pandemie ebenfalls betroffen sind“, weiß Norbert Meier.

„Die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit ging diesen Monat weiter zurück. Hier haben wir die Spitze der gemeldeten Anzeigen scheinbar erreicht. Wenn die Entwicklung sich weiter so fortsetzt, hat sich das Instrument der Kurzarbeit bewährt und es werden kaum noch Betriebe nachkommen“, erklärt Norbert Meier.

 „Auch der Ausbildungsmarkt ist im Juli von der Pandemie geprägt. Aktuell ist noch nicht absehbar, ob alle Bewerber/innen einen Ausbildungsplatz finden konnten bzw. den Besuch einer weiterführenden Schule antreten können. Die Stornierungen bei der Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen betrugen fast 30 Prozent. Dies ist insofern besonders bedauerlich, da der Fachkräftemangel nach der Pandemie sich fortsetzen wird.

„Dennoch sind die Einstiegsqualifizierungen ein gutes Mittel, für das ich hier nochmal eindringlich werben möchte, doch in gewisser Weise junge Menschen auszubilden. Gerade in Krisenzeiten bietet dieses Instrument für beide Seiten nur Vorteile. Ich appelliere an alle Betriebe dies intensiv zu nutzen“ so Norbert Meier.

Stellenmarkt

Der Juli sorgte für einen Zuwachs an offenen Stellen: Insgesamt meldeten die Unternehmen im Juli 664 Stellen, 225 Stellen mehr (+51,3 Prozent) als im Juni. Allerdings waren es immer noch 41,8 Prozent oder 476 Stellen weniger als im Juli 2019. Der Stellenbestand konnte dagegen nicht zulegen. Im Vergleich zum Vormonat belief sich der Bestand auf insgesamt 2.176 Stellen. Das ist ein Minus von 73 Stellen (- 3,2 Prozent) gegenüber Juni. Im Vergleich zum Juli 2019 sind 2.110 Stellen weniger gemeldet worden (- 49,2 Prozent).  

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn beläuft sich im Juli auf 4.315 Stellen. Das entspricht einem Minus von 3.285 Stellen oder 43,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019. Damit ist der Zugang an offenen Stellen im gesamten Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Ein solcher Rückgang war bisher nicht zu verzeichnen und verdeutlicht das ganze Ausmaß. Denn trotz der Stellenzuwächse in diesem und im vergangenen Monat haben wir es mit einem erheblichen Einbruch zu tun.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für den die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 893 Menschen (+8,5 Prozent) auf 11.347 zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im Juli 4.951 Menschen mehr (+77,4 Prozent) gezählt.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 11.085 Menschen (+508 Personen oder 4,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren 1.683 Personen mehr (+17,9 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 50,6 Prozent (SGB III) zu 49,4 Prozent (SGB II). 

Ausbildungsmarkt

Auch in diesem Monat ist es aus statistischer Sicht nicht möglich die genauen Zahlen abzubilden. Die genannten Zahlen geben daher nur einen groben Überblick über die Auswirkungen der Pandemie auf dem Ausbildungsmarkt ab.

Agenturbezirk Bad Homburg gesamt

Seit Beginn des Ausbildungsjahres wurden im Bezirk der Arbeitsagentur Bad Homburg bislang 3.202 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 242 Stellen weniger als im Vorjahreszeitraum und entspricht einem Minus von 7,0 Prozent.

Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber liegt bei 4.150.  Hier ist ein Rückgang von 525 Bewerberinnen und Bewerbern ersichtlich. Dies entspricht einem Minus von 11,2 Prozent.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,77 gemeldeten Berufsausbildungsstellen je gemeldeten Bewerber. Im Vorjahreszeitraum lag die Relation bei 0,74.

Von den seit Beginn des Berichtsjahres gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern sind 1.653 zurzeit noch unversorgt. Das sind 187 Jugendliche oder 12,8 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Ausbildungsjahres 2018/2019. Zur Gruppe der unversorgten Bewerber zählen Jugendliche und junge Erwachsene, die nach der Schule noch keinen Ausbildungsplatz, einen weiteren Schulbesuch, Studium oder eine andere Alternative bis 30. September 2020 haben.

Demgegenüber stehen 1.201 noch unbesetzte Ausbildungsstellen. Dies sind 160 Stellen weniger (-11,8 Prozent) als vor einem Jahr.

Rein rechnerisch entspricht diese Relation einem Verhältnis von 0,73 unbesetzten Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber. Im Vergleichszeitraum lag das Verhältnis bei 0,93.

Hochtaunuskreis

Im Juli 2020 lag die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen im Hochtaunuskreis bei 1.012, das waren 181 oder 15,2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber lag im Juli bei insgesamt 1.205 Jugendlichen. Damit waren lediglich zwei Jugendliche oder 0,2 Prozent weniger gemeldet.

Rein rechnerisch ergibt dies eine Relation von 0,84 gemeldeten Berufsausbildungsstellen je gemeldeten Bewerber. Im Jahr zuvor lag die Relation bei 0,99.

Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber fiel mit 496 jungen Menschen höher aus, als vor einem Jahr (105 oder 26,9 Prozent). Ihnen stehen im Juli aktuell 348 unbesetzte Berufsausbildungsstellen gegenüber, dies sind 152 Stellen weniger (-30,4 Prozent) als vor einem Jahr.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,70 unbesetzten Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber. Im Vorjahr lag die Relation bei 1,28.

Main-Taunus-Kreis

Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes sieht wie folgt aus: Insgesamt meldeten die Unternehmen seit Beginn des Berichtsjahres 766 Berufsausbildungsstellen, 16,6 Prozent (- 153 Ausbildungsstellen) weniger als im Juli 2019. Auf der Bewerberseite gingen seit dem 1. Oktober 1.225 Bewerbermeldungen ein, 15,6 Prozent weniger (-227 Jugendliche) als im Vorjahr.

Daraus ergibt sich rein rechnerisch eine Relation von 0,63 Berufsausbildungsstellen je Bewerber. Im Vorjahr lag die Relation ebenfalls bei 0,63.

Im Juli dieses Jahres waren 534 Bewerberinnen und Bewerber noch unversorgt, das waren 19 mehr (3,7 Prozent) als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 349 Berufsausbildungsstellen noch nicht besetzt, 36 weniger (-9,4 Prozent) als im Juli 2019.

Die Relation unbesetzter Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber liegt damit rein rechnerisch bei 0,65. Im Vorjahr lag die Relation bei 0,75.

Kreis Groß-Gerau

Insgesamt wurden 1.424 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 92 oder 6,9 Prozent mehr als im Juli 2019. Gleichzeitig lag die Bewerberzahl mit insgesamt 1.720 Meldungen unter dem Vorjahreswert (-296 Personen oder 14,7 Prozent).

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,83 Berufsausbildungsstellen je Bewerber. Im Vorjahr lag die Relation bei 0,66.

623 Jugendliche waren im Juli noch unversorgt, das waren 63 mehr (11,3 Prozent) als im Vorjahr. Ihnen stehen noch 504 unbesetzte gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber. Dies sind 28 Stellen mehr (5,9 Prozent) als vor einem Jahr.

Die Relation unbesetzter Ausbildungsstellen je unversorgter Bewerber liegt rein rechnerisch bei 0,81. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 0,85.

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Die drei Landkreise des Agenturbezirks Bad Homburg haben ebenfalls im Juli eine ähnliche Entwicklung zu verzeichnen und sind von der Pandemie noch stark betroffen.  

Hochtaunuskreis

Im Juli waren im Hochtaunuskreis insgesamt 6.060 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 724 Personen (+13,6 Prozent) mehr als im Juni und 1.973 Menschen (+48,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Davon waren 3.127 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 2.933 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Im SGB III Bereich waren 244 Personen oder 8,5 Prozent mehr arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 480 Arbeitslose oder 19,6 Prozent mehr als im Vormonat. (Relation: 51,6 Prozent zu 48,4 Prozent).  

Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Rechtskreis SGB III 1.316 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+72,7 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 657 Personen mehr (+28,9 Prozent). 

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,7 Prozent auf 5,1 Prozent. Im Juli 2019 lag die Quote bei 3,4.

Der Zugang offener Stellen belief sich auf insgesamt 225 Stellenmeldungen im Juli (+97 Stellen oder 75,8 Prozent). Der Zugang offener Stellen im Vergleich zum Juli 2019 wies einen Rückgang von 105 Stellen auf. Dies entspricht einem Minus von 31,8 Prozent. Der Stellenbestand lag bei 689 offenen Stellen. Das war eine Stelle oder 0,2 Prozent weniger gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr lag der Bestand bei 672 Stellen oder 51,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 1.330 Stellen und somit auf 1.168 Stellen weniger (-46,8 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.   

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im Juli um 353 Menschen (+5,9 Prozent) auf 6.293 zu. Im Vergleich zum Vorjahr waren 1.930 Menschen mehr (+44,2 Prozent) gemeldet.

Davon waren 3.299 Personen dem Rechtskreis SGB III und 2.994 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 52,4 Prozent (SGB III) zu 47,6 Prozent (SGB II). Im Bereich des SGB III gab es einen Zuwachs von 304 Erwerbslosen (+10,2 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Mit Blick auf den SGB II Bereich gab es einen Zuwachs von 49 Personen oder 1,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg von 1.518 Personen im Bereich des SGBIII oder 85,2 Prozent und einen Zuwachs von 412 Erwerbslosen oder 16, 0 Prozent im Bereich der Grundsicherung. Im Vorjahresvergleich stieg damit die Arbeitslosigkeit im Bereich des Arbeitslosengeldes I prozentual am stärksten an.

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent und liegt damit nunmehr 1,4 Prozent über dem Vorjahreswert (3,4 Prozent). 

Der Bestand offener Stellen lag bei 633 Stellen und damit 46 Stellen oder 7,8 Prozent unter dem Wert des Junis. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Bestand 447 Stellen bzw. 41,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Zugang offener Stellen lag mit 186 Stellen und 37 Stellen bzw. 24,8 Prozent über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 77 Stellen weniger gemeldet worden, was einem Minus von 29,3 Prozent entspricht.

Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 1.097 Stellen, 631 Stellen weniger (- 36,5 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen auf 10.079.  Das waren 324 Personen mehr als im Juni (+3,3 Prozent) und 2.731 mehr (+37,2 Prozent) als vor einem Jahr.   

Darunter waren 4.921 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 5.158 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 48,8 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 51,2 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit stieg seit Juni in beiden Rechtskreisen. (SGB III: +345 Personen oder 7,5 Prozent; SGB II: -21 Personen oder -0,4 Prozent). So waren 2.117 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+75,5 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 614 Menschen mehr (+13,5 Prozent).  

Die Arbeitslosenquote stieg im Juli auf 6,6 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,8 Prozent.     

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 253 Stellen. Dies entspricht einem Plus von 91 Stellen bzw.  56,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren 294 Stellen oder 53,7 Prozent weniger gemeldet.  Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 1.888 offene Stellen. Das waren ebenfalls deutlich weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (-1.486 Stellen oder – 44,0 Prozent). Der Stellenbestand lag mit 915 gemeldeten Stellen auch unter den Vormonatswerten (-118 oder -11,4 Prozent) und 991 Stellen weniger als im Vorjahr (-52,0 Prozent).    

Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit flachte auch im Juli im Vergleich zu den Vormonaten deutlich ab. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist damit nur minimal angestiegen. Insgesamt liegen für den Agenturbezirk nun für den Zeitraum März bis Ende Juli insgesamt 7.556 Anzeigen auf Kurzarbeit vor. Damit hat sich die Zahl im Juli nur leicht erhöht.

Agenturbezirk Bad Homburg

Insgesamt gingen im Agenturbezirk im Juli noch 143 Anzeigen auf Kurzarbeit ein. Angemeldet wurde die Kurzarbeit für insgesamt 3.797 Beschäftigte. Damit gingen im Juli die wenigsten Anzeigen seit März 2020 ein. Der Höhepunkt lag damit im April. Insgesamt stellten die Unternehmen von März bis Ende Juli insgesamt 7.556 Anzeigen, und meldeten damit Kurzarbeit an. Die Zahl der Betroffenen Mitarbeiter/innen in den Unternehmen, für die Kurzarbeit angemeldet wurde, lag bis Ende Juli agenturweit bei 117.832 Personen.

Hierbei ist festzuhalten, dass dies immer noch eine Gesamtsumme der möglichen Kurzarbeiter darstellt. Die tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter fällt in der Regel deutlich niedriger aus, da nicht alle Mitarbeiter/innen eines Unternehmens in Kurzarbeit tätig sind, auch wenn das Unternehmen rein vorsorglich für alle im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer Kurzarbeit anmeldet. Es kann im Moment noch nicht genau ermittelt werden, wie hoch die Zahl der tatsächlichen Kurzarbeiter per Ende Juli ist. Hier liegen noch die Maizahlen zu Grunde.

Die Zahl der tatsächlichen Kurzarbeiter im Agenturbezirk Bad Homburg lag per Ende Mai bei 40.293 Beschäftigten. Damit sind tatsächlich ca. 13 Prozent der Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (305.732) im Agenturbezirk in Kurzarbeit tätig. Dieser Wert muss auch für den Juli angenommen werden.  

Hochtaunuskreis

Im Hochtaunuskreis liegen nunmehr von März bis Ende Juli insgesamt 2.505 Anzeigen von Unternehmen vor. Im Juli hatten die Unternehmen 40 neue Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht. Betroffen sind damit 954 Beschäftigte in Kurzarbeit. Insgesamt wurden von März bis Ende Juli für 25.577 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Damit gingen im Juli die wenigsten Anzeigen ein. Die meisten Anzeigen gingen tatsächlich im April dieses Jahres auf dem vorläufigen Höhepunkt der Pandemie ein.

Main-Taunus-Kreis

Im Main- Taunus-Kreis liegen nunmehr von März bis Ende Juli insgesamt 2.515 Anzeigen von Unternehmen vor. Im Juli meldeten die Unternehmen 39 neue Anzeige auf Kurzarbeit. Damit kamen 405 potentielle Kurzarbeiter hinzu. Insgesamt wurde für den gesamten Zeitraum von März bis heute für 33.483 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Wie schon in den anderen Kreisen lag der Höhepunkt auch hier im April. Mit dem Juli wurde der vorläufige niedrigste Stand an gestellten Anzeigen erreicht.

Kreis Groß-Gerau

2.486 Anzeigen lagen im Landkreis Groß-Gerau Ende Juli vor. Von Kurzarbeit betroffen waren demnach 60.762 Personen. Davon gingen im Juli 64 Anzeigen ein. Damit wurde für 2.438 Menschen Kurzarbeit angemeldet.