30.10.2019 | Presseinfo Nr. 56

Arbeitsmarkt verliert an Fahrt

Arbeitslosigkeit stagniert.

Arbeitslosenquote unverändert bei 3,9 Prozent.

Rückgang lediglich bei den Jugendlichen.

Stellenzugänge und - bestand rückläufig.

Stellenbestand im Vergleich zum Vorjahr weiterhin über dem Durchschnitt.
 

Der Oktober bringt nicht spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Agenturbezirk sank die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat. Den prozentual höchsten Rückgang gab es bei den unter 25-Jährigen.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 15.433 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren 7 Menschen weniger als im September. Gegenüber dem Vorjahr waren 547 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+3,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) blieb unverändert bei 3,9 Prozent. Im Vorjahr lag sie ebenfalls unverändert bei 4,0 Prozent.

„Der Oktober setzt den Trend eines sich leicht abkühlenden Arbeitsmarktes fort. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit vollzieht sich primär im SGB II Bereich und in der Eimündung der Jugendlichen unter 25 Jahren. Letzteres ist erfreulich, da wir Fachkräfte in allen Branchen benötigen. Die gut ausgebildete Fachkraft bildet die tragende Säule eines jeden Betriebes“, teilt Norbert Meier, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bad Homburg mit. 

„Das der Arbeitsmarkt etwas an Fahrt verliert, zeigen auch die leicht rückläufigen Stellenmeldungen. Hier spielen geopolitische Faktoren eine Rolle, da sich die konjunkturelle Lage dadurch abkühlte und Unternehmen Stellenbesetzungen mit Zurückhaltung begegneten. Dennoch liegen wir beim Bestand der Stellen noch über den Werten des hessischen Durchschnitts. Dies führt dazu, dass Angebot und Nachfrage den Arbeitsmarkt weiterhin bestimmen und regulieren, allerdings haben wir uns, was die Arbeitslosigkeit betrifft den Vorjahreswerten bereits angenähert bzw. zum Teil schon überschritten. Die Arbeitskräftenachfrage lässt in einigen Branchen bereits nach. Wir haben immer noch einen stabilen und aufnahmefähigen Arbeitsmarkt, der auch eine Perspektive für diejenigen bietet, die gerade von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Eine Einmündung in den Arbeitsmarkt wird sich allerdings nicht mehr so schnell vollziehen. Hier empfiehlt es sich frühzeitig, noch in der sogenannten „Job to Job Phase“ mit der Bewerbung zu beginnen.  Die Beschäftigung wird auch in den nächsten Monaten steigen, wenn auch nicht in der Intensität, wie wir es aus den vergangenen Jahren kennen. Dennoch können wir den Oktober mit einer guten Bilanz schließen“, erklärt Norbert Meier.

Stellenmarkt

Im Oktober hat sich der Bestand, der bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg gemeldeten offenen Arbeitsstellen verringert im Vergleich zum Vormonat und belief sich auf insgesamt 4.493 Stellen. Das ist ein Minus von 77 Stellen (-1,7 Prozent) gegenüber September. Im Vergleich zu Oktober 2018 sind es 434 Stellen mehr (+10,7 Prozent). Damit liegt die Agentur Bad Homburg über dem hessischen Durchschnitt.

Der Zugang offener Stellen lag unter dem Vormonatswert, aber deutlich über denen, des Vorjahres.  Insgesamt meldeten die Unternehmen im Oktober 1.072 Stellen, 104 Stellen weniger (-8,8 Prozent) als im September und 119 Stellen mehr (+12,5 Prozent) als vor einem Jahr. 

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn belief sich auf 10.992 Stellen. Das entspricht einem Plus von 314 Stellen oder 2,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018.  

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen bezogen auf alle Rechtskreise

Im Vergleich zum Vormonat gab es lediglich in der Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren einen signifikanten Rückgang.

Die Zahl der männlichen Arbeitslosen stieg um 5 Personen (+0,1 Prozent) auf 8.310.  Bei den Frauen gab es einen minimalen Rückgang: 7.123 Frauen waren bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg gemeldet, 12 weniger (-0,2 Prozent) als vor einem Monat. Bei den unter 25-Jährigen sank die Zahl um 208 junge Menschen (-12,0 Prozent) auf 1.528. 50 Jahre und älter waren 4.883 arbeitslos gemeldete Männer und Frauen, insgesamt 105 mehr (+2,2 Prozent) als im September. 6.724 Menschen hatten keinen deutschen Pass, 41 Personen mehr (+0,8 Prozent) als im Vormonat.

Die Entwicklung bei den einzelnen Personengruppen im Vergleich zum Vorjahr ist unterschiedlich:

Im Vorjahr gab es auch in diesem Monat lediglich in der Gruppe der 25-Jährigen eine Reduzierung. Bei allen anderen Personengruppen konnte ein Anstieg verzeichnet werden. Hier lag der Rückgang bei 26 Jugendlichen oder 1,7 Prozent. Den größten Zuwachs gab es diesen Monat ebenfalls bei den Männern. Hier waren im Vergleich zum Vorjahr 433 Männer mehr gemeldet, das sind 5,5 Prozent mehr. Bei den Frauen lag es der Anstieg bei 114 Personen und 1,6 Prozent. Bei den 50-Jährigen lag der Zuwachs bei 342 bzw. 7,5 Prozent. Bei den Ausländern lag der Anstieg bei 371 Menschen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 5,8 Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Gegenüber dem Vormonat gab es lediglich im Rechtskreis des SGB II einen Rückgang der Arbeitslosigkeit:

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für den die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 135 Menschen (+2,3 Prozent) auf 6,098 zu. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im Oktober 466 Menschen mehr (+8,3 Prozent) gezählt.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, sank die Zahl der Arbeitslosen seit September auf 9.335 Menschen (-142 Personen oder -1,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren 81 Personen mehr (+0,9 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 39,5 Prozent (SGB III) zu 60,5 Prozent (SGB II). 

Ausbildungsmarkt

Das Ausbildungsjahr 2018/2019 endete am 30. September 2019. Der Abschlussbericht zum vergangenen Ausbildungsjahr wird gesondert veröffentlicht.

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Im Vergleich zum September sank die Arbeitslosenzahl bei fast allen Personengruppen lediglich im Landkreis Groß-Gerau. In den beiden übrigen Kreisen zeigt sich die Entwicklung identisch mit dem gesamten Agenturbezirk.  

Hochtaunuskreis

Im Oktober waren im Hochtaunuskreis insgesamt 4.123 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 60 Personen (+1,5 Prozent) mehr als im September und auch 262 Menschen (+6,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Davon waren 1.696 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 2.427 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet Im SGB III Bereich waren 21 Personen oder 1,3 Prozent mehr arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 39 Arbeitslose oder 1,6 Prozent mehr als im Vormonat. (Relation: 41,1 Prozent zu 58,9 Prozent).  

Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Rechtskreis SGB III 96 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+6,0 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 166 Personen mehr (+7,3 Prozent). 

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 auf 3,5 Prozent. Im Oktober 2018 hatte sie bei 3,7 Prozent gelegen.   

Die Veränderungen bei den einzelnen Personengruppen: 2.222 Männer waren im Hochtaunuskreis arbeitslos gemeldet, 25 mehr als im September (+1,1 Prozent) und 162 mehr (+7,9 Prozent) als vor einem Jahr. Bei den 1.901 Frauen ergab sich ein Anstieg im Vergleich zum Vormonat mit einem Plus von 35 Frauen (+1,9 Prozent). Für den Vorjahresvergleich Oktober 2018 gab es ebenfalls einen Anstieg von 100 Frauen (+ 5,6 Prozent). Auch bei den Älteren gab es gegenüber dem Vormonat einen Zuwachs von 35 Personen (+2,5 Prozent) und gegenüber dem Vorjahresmonat einen Anstieg von 114 Personen oder 8,5 Prozent. Insgesamt waren 1.448 Personen arbeitslos gemeldet. Bei den Ausländern sah es wie folgt aus: 1.724 Personen, 64 mehr (+3,9 Prozent) als im September und ebenfalls 206 mehr (+13,6 Prozent) als vor einem Jahr.

Im Verhältnis zum Vormonat und im Vergleich waren im Hochtaunuskreis 42 Jugendliche mehr (+10,4 Prozent) erwerbslos. Im Verhältnis zum Vorjahr waren 18 Jugendliche unter 25 Jahren bzw. 4,8 Prozent weniger gemeldet.

Der Zugang offener Stellen fiel mit insgesamt 326 Stellenmeldungen im Oktober leicht rückläufig aus (-14 Stellen oder – 4,1 Prozent). Dies gilt für den Stellenbestand ebenfalls. Mit insgesamt 1.266 offenen Stellen lag leicht unter dem Niveau des Vormonats (-27 Stellen oder -2,1 Prozent).

Gegenüber dem Vorjahr lag der Stellenzugang (- 44 Stellen oder -11,9 Prozent) hinter, der Stellenbestand (79 Stellen oder 6,7 Prozent) über den Oktoberwerten 2018 zurück.

Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 3.505 Stellen und somit auf 640 Stellen weniger (-15,4 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.   

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im Oktober um 38 Menschen (+0,9 Prozent) auf 4.259 zu. Das waren 164 Menschen mehr (+4,0 Prozent) als vor einem Jahr.

Davon waren 1.635 Personen dem Rechtskreis SGB III und 2.624 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 38,4 Prozent (SGB III) zu 61,6 Prozent (SGB II). Einen Zuwachs gab es im Rechtskreis des SGB III gegenüber dem Vormonat, während die Zahl der Erwerbslosen im SGB II Bereich stabil blieb. Im Bereich des SGB III ergab sich ein Zuwachs von 38 Personen oder (+2,4 Prozent), im Rechtskreis SGB II gab es keine Veränderung. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg in beiden Rechtskreisen (SGBIII: +27 oder +1,7 Prozent; SGB II: +137 oder +5,5 Prozent).

Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,3 Prozent und lag damit weiterhin 0,1 Prozent über dem Vorjahreswert.       

Bei den einzelnen Personengruppen zeigten sich folgende Entwicklungen: 2.218 Männer waren im Oktober von Arbeitslosigkeit betroffen, 23 mehr als im September (+1,0 Prozent) und 91 mehr als im Vorjahr (+4,3 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg im Oktober um 15 Frauen (+0,7 Prozent) auf 2.041. Dies waren 73 Personen (+3,7 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Jüngeren konnte auch im Main-Taunus-Kreis eine Abnahme von 69 Jugendlichen oder – 14,6 Prozent festgestellt werden. Im Vergleich zum Vorjahr sind es wie schon im Vormonat 27 Jugendliche mehr. Dies entspricht einem Plus von 7,1 Prozent. Insgesamt waren 405 Jugendliche arbeitslos. 1.443 Erwerbslose waren 50 Jahre und älter. Dies waren 73 Personen mehr als im September (+5,3 Prozent) und 93 mehr als im Oktober 2018 (+6,9 Prozent). Keinen deutschen Pass hatten 1.680 Menschen, 21 mehr als im Vormonat (+1,3 Prozent) sowie 58 mehr (+3,5 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Bestand offener Stellen lag mit insgesamt 1.004 unter dem Wert des Septembers (-86 Stellen oder – 7,9 Prozent) und unter dem Wert vom Oktober 2018 (-224 Stellen oder -18,2 Prozent) ein. Auch der Zugang offener Stellen lag mit 218 Stellen und 47 Stellen bzw. – 17,7 Prozent weniger unter dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr waren 48 Stellen weniger gemeldet worden, was einem Minus von 18,0 Prozent entspricht.

Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 2.466 Stellen, 564 Stellen weniger (-18,6 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.    

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen auf 7.051. Das waren 105 Personen weniger als im September (- 1,5 Prozent) und 121 mehr (+1,7 Prozent) als vor einem Jahr.   

Darunter waren 2.767 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 4.284 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 39,2 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 60,8 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit sank seit September im Rechtskreis SHB II. (SGB III: Plus 76 Personen oder +2,8 Prozent; SGB II: - 181 Personen oder - 4,1 Prozent). So waren 343 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+14,2 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 222 Menschen weniger (- 4,9 Prozent).  

Die Arbeitslosenquote sank im Oktober auf 4,6 Prozent (- 0,1 gegenüber September) und hat damit auch den Wert vom Oktober 2018 erreicht.    

Im Vergleich zum Vormonat sank die Arbeitslosigkeit bei allen betrachteten Personengruppen. Im Vorjahresvergleich zeigten sich jedoch Unterschiede. Die Entwicklungen im Einzelnen: 3.870 Männer waren im Oktober 2019 arbeitslos gemeldet, 43 weniger (- 1,1 Prozent) als im September. 180 Arbeitslose waren es dagegen mehr (+4,9 Prozent) als vor einem Jahr. Bei den Frauen gab es 3.181 Meldungen. Das waren 62 Frauen weniger (-1,9 Prozent) als im Vormonat und – 59 Frauen weniger als im Vorjahreszeitraum (- 1,8 Prozent). Bei den unter 25-Jährigen waren mit insgesamt 763 junge Menschen arbeitslos gemeldet (- 97 oder – 11,3 Prozent), und ebenfalls weniger als vor einem Jahr (-35 oder -4,4 Prozent). 1.992 Personen waren 50 Jahre und älter, 3 weniger (- 0,2 Prozent) als im Vormonat und 135 mehr (+14,3 Prozent) als im Oktober 2018. Keinen deutschen Pass hatten 3.320 arbeitslose Menschen, 44 weniger (- 1,3 Prozent) als vor einem Monat und 107 mehr (+3,3 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 528 Stellen. Dies entspricht einem Minus von 43 Stellen bzw. -7,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren 211 Stellen oder +66,6 Prozent mehr gemeldet.  Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 5.021 offene Stellen. Das waren erneut deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+1.518 Stellen oder +43,3 Prozent). Auch der Stellenbestand war mit 2.223 gemeldeten Stellen größer als im September (+36 oder +1,6 Prozent) und 579 Stellen mehr als im Vorjahr (+35,2 Prozent).