30.10.2019 | Presseinfo Nr. 57

Ausbildungsjahr endet positiv

Die Agentur für Arbeit Bad Homburg zieht Bilanz zum Ende des Ausbildungsjahres 2018/2019: Das zurückliegende Ausbildungsjahr war ein positives Jahr. Die Zahl der Bewerber/innen um eine Ausbildungsstelle nahm insgesamt zu, auch wenn, wenn die Zahl der Berufsausbildungsstellen leicht zurückging.  Die Zahl der unbesetzten Stellen war höher als in den vergangenen Jahren, wobei nicht alle Bewerber versorgt werden konnten. In diesem Jahr lag die Zahl der unversorgten Bewerber/innen leicht unter dem des Vorjahresniveau. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen lag dagegen über dem Vorjahreswert.

„Der Rückblick auf das vergangene abgeschlossene Ausbildungsjahr des Agenturbezirks Bad Homburg fällt auch in diesem Jahr wieder positiv aus. Steigende Bewerberzahlen und stabilen Berufsausbildungsstellen sind eine gute Ausgangslage für das kommende Ausbildungsjahr.  Dies gilt für alle drei Landkreise. Was die Schülerstrukturen angeht, so hat sich die Zahl derer, die die Schule mit einem Hauptschulabschluss verlassen leicht verringert. Die Zahl derer, die die Schule mit einem Realschulabschluss verlassen, ist konstant geblieben. Die Zahl der Abiturienten hat sich ebenso leicht erhöht, wie die Zahl der Bewerber, die eine Fachhochschulreife vorweisen können. Dennoch ist die Zahl der Interessenten für ein Studium oder eine weiterführende Schule nicht signifikant gesunken. Es wird zwar die Möglichkeit zuerst eine Ausbildung zu beginnen ernsthaft in Erwägung gezogen, oft bleibt es allerdings bei der Erwägung. Gerade Veranstaltungen, wie die Ausbildungstour Oberursel oder die Nacht der Ausbildung, um einige Beispiele zu nennen, tragen zum Interesse an Ausbildungen bzw. dualen Studiengängen bei. Letztere werden immer mehr nachgefragt, so dass diese in Zukunft eine ernstzunehmende Alternative zur klassischen Berufsausbildung darstellen wird. Dies ist einerseits gut, andererseits geht Potential für die klassischen Ausbildungen verloren. Dadurch verstärkt sich der Fachkräftebedarf“, erläutert Norbert Meier, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bad Homburg.  

„Die Nachfrage an sehr guten Fachkräften bleibt durch die duale Berufsausbildung und dem dualen Studium eine wichtige wirtschaftliche Säule. Wir stellen in vielen Branchen, und nicht nur im Handwerk fest, dass der Mangel an Fachkräften mehr und mehr sichtbar wird und der demografische Wandel keine leere Worthülse ist. Auch die zunehmende Digitalisierung trägt dazu bei, dass der Bedarf an Fachkräften zunimmt. Die Zahl der Fachkräfte wird daher in den nächsten Jahren, und insbesondere in den handwerklich-technischen Berufen signifikant ansteigen. Wir benötigen daher faktisch mehr Abgänge in duale Ausbildung als in grundständige Studienberufe, um wirtschaftsfähig zu bleiben. Hier sehe ich noch Potential. Die wirtschaftliche Stabilität, die trotz konjunktureller Eintrübungen, weiterhin Bestand hat sowie die anhaltende Bereitschaft der Betriebe sich der Ausbildungsverantwortung zu stellen, müssen sich langfristig auswirken“, erklärt Norbert Meier.

„Dies zeigen neben den Ausbildungszahlen auch die Arbeitslosenzahlen. Jugendliche, die aus diversen Gründen nach der Ausbildung nicht übernommen werden, finden nach einer kurzen Bewerbungsphase schnell wieder eine Anstellung. Wir brauchen junge motovierte Menschen, die mit Spaß am Beruf einen erfolgreichen Weg im Handwerk und in den Unternehmen einschlagen. Der Weg Jugendliche zu erreichen, um Sie für die verschiedenen Ausbildungsberufe zu begeistern ist nicht leicht und bedarf jedes Jahr aufs Neue unser aller Aufmerksamkeit und Bereitschaft. Ein wichtiger Baustein ist die Lebensbegleitende Berufsberatung. Ich möchte an dieser Stelle erneut an die Instrumente und Fördermöglichkeiten der betrieblichen Weiterbildung erinnern, um den Jugendlichen größere Übernahmechancen zu ermöglichen. Auch die Ausbildungsbegleitenden Hilfen, die schon während der Ausbildungszeit Schwächen vorbeugen sollen, können in Zukunft noch vermehrter in Anspruch genommen werden, damit auch schwächeren Schülerinnen und Schülern sowie motivierte Flüchtlingen ein guter Einstieg in das Berufsleben eröffnen werden kann. Im Moment schließen ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Menschen aus den Asylherkunftsstaaten die Lücken in der Sicherung des Fachkräftebedarfs. So haben wir im letzten Jahr auch die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungen um über 100 Prozent gesteigert, um gerade den schwächeren Schülern eine Perspektive zu eröffnen. Die Zahl der unversorgten Bewerber ist dieses Jahr leicht gesunken.  

Wie in jedem Jahr, möchte ich darauf hinweisen, dass im Handwerk, aber auch in anderen Berufsfeldern noch Ausbildungsplätze mit Beginn 2019 zur Verfügung stehen. Auch nach Beginn des Ausbildungsjahres besteht noch die Möglichkeit in einen Ausbildungsberuf einzumünden. Insofern wird sich die Zahl der unversorgten Bewerber noch etwas verringern. Das Ende des Berichtsjahres bedeutet nicht das Ende der Vermittlungsaktivitäten. Es stehen somit im Agenturbezirk noch ausreichend Ausbildungs- bzw. Qualifizierungsangebote zur Verfügung, um allen ausbildungswilligen Arbeitgebern und ausbildungsfähigen Jugendlichen die Möglichkeit zu eröffnen, zueinander zu finden. Es liegt in der Entscheidung eines jeden Suchenden, die Angebote anzunehmen. Unsere Berater und Vermittler arbeiten weiter intensiv daran, die verbliebenen Ausbildungsbetriebe und Suchenden zusammenzubringen. Die Agentur für Arbeit Bad Homburg ist und bleibt ein wichtiger Partner in der Berufsberatung und Vermittlung von Ausbildungsplätzen, auch für das Jahr 2020“, so Norbert Meier.

Die Bilanz im Einzelnen

Entwicklung im Agenturbezirk Bad Homburg

Rückgang an Ausbildungsstellen

Die Unternehmen im Agenturbezirk meldeten im Berichtsjahr 2018/2019 insgesamt 3.568 Berufsausbildungsstellen. Das waren 77 Stellen (-2,1 Prozent) weniger als im Berichtsjahr 2017/2018. Davon waren 337 Berufsausbildungsstellen unbesetzt, das sind 170 Stellen mehr als im Vorjahr (+101,8 Prozent). Die Relation gemeldeter Berufsausbildungsstellen je gemeldeten Bewerber lag bei 0,71.

Situation bei den Bewerberzahlen

Seit Beginn des Ausbildungsjahres suchten 5.048 Bewerberinnen und Bewerber eine Berufsausbildungsstelle über die Berufsberatung im Agenturbezirk. Das waren 217 Suchende (+2,9 Prozent) um eine Ausbildungsstelle mehr als noch vor einem Jahr. Die Verteilung der Schulabschlüsse hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verändert.

Sie verteilten sich wie folgt: 29,6 Prozent der Bewerber verfügten über einen Hauptschulabschluss, 40,6 Prozent über die Mittlere Reife, 12,5 Prozent hatten die Fachhochschulreife erreicht und 10,2 Prozent waren Abiturienten. Keinen Schulabschluss hatten 2,9 Prozent. Im Verhältnis zum Vorjahr sank die Zahl der Bewerber mit einem Haupt- und Realschulabschluss (-0,7 bzw. 0,5 Prozent) leicht, während die Zahl der Bewerber mit einer Fachhochschulreife um 0,2 Prozent stieg. Die Zahl der Bewerber mit Abitur stieg sogar um 1,3 Prozent. Erfreulich ist, dass die Zahl der Bewerber ohne einen Hauptschulabschluss um 0,5 Prozent gesunken ist. Wie in den Vorjahren verfügte die große Anzahl der Bewerber über einen Realschulabschluss.

Unversorgte Bewerber

191 Jugendliche waren zum Stichtag des 30. September 2019 noch unversorgt. Im Jahr zuvor waren zum gleichen Zeitpunkt 198 Bewerber ohne einen Ausbildungsvertrag oder eine Alternative. Hier sank die Zahl derer, um 7 Jugendliche (-3,5 Prozent). Die Relation unbesetzter Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber lag bei 1,76.

Verteilung der Wunschberufe

Das Ranking der Wunschberufe ergab auch in diesem Jahr keine wesentliche Änderung in der Verteilung. Die Platzierungen 1 bis 7 waren exakt identisch. Auf Platz 8 schaffte es der Automobilkaufmann/-frau. Neu war auf Platz 10 die Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r. Damit war mehr als die Hälfte der Berufe im Dienstleistungssektor und im kaufmännischen Bereich angesiedelt. Das Handwerk fand auch in diesem Jahr mit den „klassischen“ Handwerksberufen wenig Beachtung.  

Die „Top 10“ der Wunschberufe unter den Bewerber/innen

Rang Berufsklasse Bewerberzahl
1 Kaufmann/-frau Büromanagement 515 Vorjahr 430
2 Kaufmann/-frau im Einzelhandel 278 Vorjahr 309
3 Verkäufer/-in 271 Vorjahr 276
4 Kfz-Mechatroniker/-in - PKW-Technik 270 Vorjahr 250
5 Medizinische/r Fachangestellte/r 264 Vorjahr 244
6 Fachkraft - Lagerlogistik 119 Vorjahr 123
7 Friseur/-in 110 Vorjahr 117
8 Automobilkaufmann/-frau 108 Vorjahr nicht gerankt
9 Kaufmann-Spedition/Logistikdienstleistungen 103 Vorjahr 110
10 Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r 101 Vorjahr 96

Die „Top 10“ der Wunschberufe nach gemeldeten Berufsausbildungsstellen

Rang Berufsklasse Bewerberzahl
1 Kaufmann/-frau im Einzelhandel 383 Vorjahr 356
2 Kaufmann/-frau Büromanagement 206 Vorjahr 195
3 Kaufmann-Spedition / Logistikdienstleistungen 156 Vorjahr 163
4 Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r 152 Vorjahr 132
5 Fachkraft - Lagerlogistik 144 Vorjahr 158
6 Verkäufer/in 139 Vorjahr 183
7 Medizinische/r Fachangestellte/r 112 Vorjahr 87
8 Handelsfachwirt/-in 101 Vorjahr 125
9 Kaufmann/-frau Groß-/Außenhandel - Großhandel 93 Vorjahr nicht gerankt
10 Hotelkaufmann/-frau 87 Vorjahr 109

Freie Ausbildungsstellen

Freie Ausbildungsstellen gibt es u.a. noch im Verkauf, als Friseurin, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Fachkraft – Lagerlogistik und als Drogist/in. Auch in anderen Branchen gibt es noch einzelne Ausbildungsplätze.

Entwicklung in den Kreisen

Hochtaunuskreis

Rückgang der Ausbildungsstellen

Im Hochtaunuskreis meldeten die Unternehmen und Betriebe bei der Agentur für Arbeit im Berichtsjahr 1.212 Ausbildungsstellen. Das waren 42 Stellen (-3.3 Prozent) weniger als im Berichtsjahr 2017/2018. 61 Berufsausbildungsstellen waren unbesetzt, das sind 33 Stellen mehr, als im Vorjahr (+117,9 Prozent). Die Relation gemeldeter Berufsausbildungsstellen je gemeldeten Bewerber lag bei 0,91.

Situation der Bewerberzahlen

Seit Beginn des Ausbildungsjahres suchten 1.334 Bewerberinnen und Bewerber eine Berufsausbildungsstelle über die Berufsberatung. Das waren 4 Bewerber (-0,3 Prozent) um eine Ausbildungsstelle mehr als noch vor einem Jahr.

Die Schulabschlüsse verteilten sich wie folgt: 27,0 Prozent (+2,6 Prozent) der Bewerber verfügten über einen Hauptschulabschluss, 36,5 Prozent (+0,2 Prozent) über die Mittlere Reife, 15,4 Prozent (+1,0 Prozent) hatten die Fachhochschulreife und 11,7 Prozent (+ 1,5 Prozent) waren Abiturienten. Auffällig ist, dass auch hier die Zahl der Bewerber/innen mit Fachhochschulreife und Abitur zugenommen haben. Erfreulich ist, dass auch im Hochtaunuskreis die Zahl der Bewerber/innen ohne Hauptschulabschluss abgenommen haben. Unverändert zu den Vorjahren war, dass die meisten Bewerber/innen um eine Ausbildungsstelle über einen Realschulabschluss verfügten.

Unversorgte Bewerber

49 Jugendliche waren zum Stichtag des 30. September 2019 noch unversorgt. Im Jahr zuvor waren zum gleichen Zeitpunkt 67 Bewerber ohne einen Ausbildungsvertrag oder eine Alternative. Die Relation unbesetzter Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber lag bei 1,24.   

Die „Top 10“ der Wunschberufe unter den Bewerber/innen

Rang Berufsklasse Bewerberzahl
1 Kaufmann/-frau Büromanagement 110 Vorjahr 115
2 Kaufmann/-frau im Einzelhandel 75 Vorjahr 88
3 Medizinische/r Fachangestellte/r 66 Vorjahr 60
4 Verkäufer/in 60 Vorjahr 58
5 Kfz-Mechatroniker/in - PKW-Technik 57 Vorjahr 69
6 Tischler/in 33 Vorjahr nicht gerankt
7 Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r 31 Vorjahr 27
8 Friseur/in 30 Vorjahr 35
9 Industriekaufmann/-frau 29 Vorjahr 30
10 Automobilkaufmann/-frau 28 Vorjahr nicht gerankt

Im Hochtaunuskreis stiegen dieses Jahr neu ein: Der/die Tischler/in und der/die Automobilkaufmanns/-frau.

Die „Top 10“ der gemeldeten Berufsausbildungsstellen

Rang Berufsklasse Bewerberzahl
1 Kaufmann/-frau Einzelhandel 143 Vorjahr 148
2 Kaufmann/-frau Büromanagement 63 Vorjahr 82
3 Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r 61 Vorjahr 68
4 Medizinische/r Fachangestellte/r 46 Vorjahr 36
5 Koch/Köchin 43 Vorjahr 48
6 Hotelfachmann/-frau 42 Vorjahr 58
7 Verkäufer/in 41 Vorjahr 48
8 Bankkaufmann/-frau 33 Vorjahr 36
9 Kaufmann/-frau Versicherung/Finanzen 33 Vorjahr 34
10 Fachinformatiker/in Systemintegration 31 Vorjahr nicht gerankt

Freie Ausbildungsstellen

Freie Ausbildungsstellen gibt es unter anderem als Friseur/in, Koch/Köchin, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Augenoptiker/in, Hörgeräteakustiker/-in. Aber auch im Hochtaunuskreis gibt es noch in weiteren Branchen unbesetzte Ausbildungsstellen.

Main-Taunus-Kreis

Anstieg an Ausbildungsstellen

Im Main-Taunus-Kreis meldeten die Unternehmen und Betriebe bei der Agentur für Arbeit im Berichtsjahr 949 Ausbildungsstellen. Das waren 14 Stellen (-1,5 Prozent) weniger als im Berichtsjahr 2017/2018. Davon waren 78 Berufsausbildungsstellen unbesetzt, das sind 29 Stellen mehr als im Vorjahr. Die Relation gemeldeter Berufsausbildungsstellen je gemeldeten Bewerber lag bei 0,61.

Situation der Bewerberzahlen

Seit Beginn des Ausbildungsjahres suchten 1.561 Bewerberinnen und Bewerber eine Berufsausbildungsstelle über die Berufsberatung. Das waren 290 Suchende (+22,8 Prozent) um eine Ausbildungsstelle mehr als noch vor einem Jahr.

Die Schulabschlüsse verteilten sich wie folgt: 26,1 Prozent der Bewerber verfügten über einen Hauptschulabschluss (- 4,3 Prozent), 42,7 Prozent über die Mittlere Reife (1,4 Prozent), 14,2 Prozent hatten die Fachhochschulreife (+1,3 Prozent) und 9,5 Prozent waren Abiturienten (+2,3 Prozent). Keinen Schulabschluss hatten 2,0 Prozent. Hier gab es einen Rückgang um 0,5 Prozent. Bis auf die Bewerber/innen mit einem Hauptschulabschluss nahmen alle anderen Absolventen zu. Die meisten Bewerber/innen hatten auch im Main-Taunus-Kreis einen Realschulabschluss.

Unversorgte Bewerber

67 Jugendliche waren zum Stichtag des 30. September 2018 noch unversorgt. Im Jahr zuvor waren zum gleichen Zeitpunkt 54 Bewerberinnen und Bewerber ohne einen Ausbildungsvertrag oder eine Alternative. Die Relation unbesetzter Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber lag bei 1,16.   

Die „Top 10“ der Wunschberufe unter den Bewerber/innen

Rang Berufsklasse Bewerberzahl
1 Kaufmann/-frau Büromanagement 155 Vorjahr 107
2 Kaufmann/-frau im Einzelhandel 100 Vorjahr 80
3 Kfz-Mechatroniker/in -PKW-Technik 78 Vorjahr 50
4 Medizinische/r Fachangestellte/r 57 Vorjahr 46
5 Verkäufer/in 73 Vorjahr 85
6 Automobilkaufmann/-frau 46 Vorjahr 31
7 Industriekaufmann/-frau 41 Vorjahr 28
8 Tischler/in 35 Vorjahr 27
9 Friseur/in 35 Vorjahr nicht gerankt
10 Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r 32 Vorjahr 30

Betrachtet man die gemeldeten Berufsausbildungsstellen, so kam lediglich der Beruf des Friseurs hinzu, während der Elektronikers/in Energie-/Gebäudetechnik des Vorjahres wegfiel. Insgesamt ändern sich die „Top Ten“ unter den Ausbildungsberufen wenig.

Die „Top 10“ der gemeldeten Berufsausbildungsstellen

Rang Berufsklasse Bewerberzahl
1 Kaufmann/-frau im Einzelhandel 118 Vorjahr 115
2 Kaufmann/-frau Büromanagement 66 Vorjahr 67
3 Kaufmann/-frau Groß-/Außenhandel 51 Vorjahr 49
4 Verkäufer/in 48 Vorjahr 72
5 Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r 40 Vorjahr 32
6 Handelsfachwirt/in (Ausbildung) 34 Vorjahr 39
7 Medizinische/r Fachangestellte/r 27 Vorjahr 23
8 Friseur/in 23 Vorjahr nicht gerankt
9 Koch/Köchin 21 Vorjahr 22
10 Fachkraft für Lagerlogistik 21 Vorjahr 27

Bis auf den Beruf des/der Friseur/in gab es lediglich Veränderungen in der Reihenfolge der Ausbildungsberufe. Auch stehen Berufe im kaufmännischen Bereich, wie schon in den vergangenen Jahren hoch im Kurs.

Freie Ausbildungsstellen

Freie Ausbildungsstellen gibt es unter anderem als Handelsfachwirt/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Medizinische Fachangestellte/r, Friseur/in, aber auch im Bereich Lebensmitteltechnik, Fachkraft für Bäderbetriebe. Auch in anderen Branchen finden sich, wie in jedem Jahr noch Ausbildungsplätze.

Kreis Groß-Gerau

Anstieg an Ausbildungsstellen

Im Kreis Groß-Gerau meldeten die Unternehmen und Betriebe bei der Agentur für Arbeit im Berichtsjahr 1.407 betriebliche Ausbildungsstellen. Das sind 21 Stellen weniger als im Vorjahr. Davon waren 198 Berufsausbildungsstellen unbesetzt, das sind 108 Stellen mehr als im Vorjahr (+ 120,0 Prozent). Die Relation gemeldeter Berufsausbildungsstellen je gemeldeter Bewerber lag bei 0,65.

Situation der Bewerberzahlen

Seit Beginn des Ausbildungsjahres suchten 2.153 Bewerber eine Berufsausbildungsstelle über die Berufsberatung. Das waren 69 Bewerber (-3,1 Prozent) weniger als noch vor einem Jahr.

Die Schulabschlüsse verteilten sich wie folgt: 33,8 Prozent (+0,5 Prozent) der Bewerber verfügten über einen Hauptschulabschluss, 41,7 Prozent (+ 0,1 Prozent) über die Mittlere Reife. 9,6 Prozent (-1,0 Prozent) hatten die Fachhochschulreife und 8,7 Prozent (+0,7 Prozent) waren Abiturienten. Keinen Schulabschluss hatten 3,1 Prozent. (+0,7 Prozent). Auch hier haben wir leichte Zuwächse bei Bewerber/innen mit höherem Bildungsabschluss, während die Bewerber/innen mit Haupt- und Realschulabschluss konstant sind. Im Gegensatz zu den anderen Landkreisen haben wir auch einen Zuwachs in der Gruppe ohne Hauptschulabschluss. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, ein wichtiger ist die Situation bei en Flüchtlingen. Hier sind immer noch viele ohne anerkannten Schulabschluss, so dass sich eine verlässliche Aussage nur schwer treffen lässt. Unverändert zu den Vorjahren sind die Bewerber/innen mit Realschulabschluss.  

Unversorgte Bewerber

75 Jugendliche waren zum Stichtag des 30. September 2019 noch unversorgt. Im Jahr zuvor waren zum gleichen Zeitpunkt 77 Bewerber ohne einen Ausbildungsvertrag oder eine Alternative. Die Relation unbesetzter Berufsausbildungsstelen je unversorgter Bewerber lag bei 2,64.  

Die „Top 10“ der Wunschberufe unter den Bewerber/innen

Rang Berufsklasse Bewerberzahl
1 Kaufmann/-frau Büromanagement 250 Vorjahr 208
2 Verkäufer/in 138 Vorjahr 133
3 Kfz-Mechatroniker/in - PKW-Technik 135 Vorjahr 131
4 Medizinische/r Fachangestellte/r 124 Vorjahr 127
5 Kaufmann/-frau im Einzelhandel 103 Vorjahr 115
6 Kaufmann/-frau für Spedition/Logistikdienstleistungen 80 Vorjahr 90
7 Fachkraft - Lagerlogistik 65 Vorjahr 74
8 Friseur/in 45 Vorjahr 59
9 Elektroniker/in Energie-/Gebäudetechnik 44 Vorjahr 57
10 Hotelfachmann/-frau 41 Vorjahr 46

Betrachtet man die gemeldeten Berufsausbildungsstellen, so ist das Ranking im Landkreis Groß-Gerau über die Jahre weitgehend konstant geblieben. Allerdings zeigen sich auch hier Verschiebungen innerhalb des Rankings zugunsten der Ausbildungsberufe, die mit Hauptschulabschluss und Realschulabschluss erreichbar sind. Klassische Handwerksberufe sind in den „Top Ten“ ebenfalls nicht zu finden.

Die „Top 10“ der gemeldeten Berufsausbildungsstellen

Rang Berufsklasse Bewerberzahl
1 Kaufmann/-frau für Spedition/Logistikdienstleistungen 158 Vorjahr 144
2 Kaufmann/-frau im Einzelhandel 110 Vorjahr 96
3 Fachkrafft Lagerlogistik 93 Vorjahr 88
4 Kaufmann/-frau Büromanagement 66 Vorjahr 39
5 Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r 63 Vorjahr 73
6 Verkäufer/in 62 Vorjahr 73
7 Handelsfachwirt/in (Ausbildung) 41 Vorjahr 47
8 Medizinische/r Fachangestellte/r 41 Vorjahr 39
9 Anlagenmechaniker/in Sanitär-/Heizungs-/Klimatechnik 37 Vorjahr 33
10 Kfz-Mechatroniker/in - PKW-Technik 33 Vorjahr nicht gerankt

Freie Ausbildungsstellen

Freie Ausbildungsstellen gibt es unter anderem als Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Fachkraft-Lagerlogistik, Verkäufer/in, Fachverkäufer/in-Lebensmittelhandwerk-Bäckerei, Kaufmann/-frau für Büroorganisation. Weitere Ausbildungsplätze gibt es auch noch in anderen Ausbildungsberufen.  

Resümee des Berichtsjahres 2018/2019

„Das vergangene Ausbildungsjahr unterscheidet sich wenig vom vorhergehenden. Die Zahl der Berufsausbildungsstellen und der Bewerber/innen veränderten sich nur teilweise. Während die Zahl der Bewerber/innen zunahm, ging die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungen leicht zurück. Dies haben mehrere Gründe: Zum einen entscheiden sich immer mehr Bewerber/innen mit einem höheren Bildungsabschluss für eine Berufsausbildung. Dies hängt damit zusammen, dass manch einer nicht weiß, ob der gewünschte Studienplatz erreicht wird und deswegen auch eine Ausbildung als alternative favorisiert wird. Dennoch münden immer noch sehr viele Schüler in einen Studiengang ein. Eine Ausbildung als Studienalternative wird nur dann gewählt, wenn der Studienplatz in weite Ferne rückt. Zum anderen zeigen Ausbildungsmessen langsam ihre gewünschte Wirkung sich auch mit dem Thema Ausbildung zu beschäftigen und dabei nicht nur die weiterführende Schule oder das Studium im Blick zu haben. Begünstigt wird dies zudem durch die wachsende Zahl der dualen Studiengänge. Dennoch können nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden, weil Bewerber/in und Arbeitgeber nicht zueinander finden oder nicht den Vorstellungen des Arbeitgebers entsprechen. Ein weiterer Grund bleibt trotz steigender Bewerberzahlen der Wunsch nach einem höheren Abschluss. Zudem sind die dargestellten „Top Ten“ Berufe weiterhin für Jugendliche attraktiv, während die Mangelberufe, wie z.B. die Gesundheits- und Pflegeberufe oder handwerkliche Berufe uninteressanter sind. Dies stellt die auszubildenden Unternehmen und handwerkliche Betriebe vor die Herausforderung ihren Bedarf an Nachwuchskräften zu sichern. Dazu trägt die Verunsicherung bei, dass das Thema Digitalisierung nicht greifbar ist und Schulabgänger lieber auf bewährte Ausbildungen, aber auch auf Studiengänge setzen, in der Hoffnung, sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen. Dies führt dazu, dass trotz steigender Bewerberzahlen in den MINT-Berufen hier viele Bewerber/innen fehlen, den digitalen Wandel mitzugestalten. Die Ressource „Schüler“ wird damit in den nächsten Jahren noch wichtiger, im Bestreben, Fachkräfte zu generieren. Auch bleibt es weiterhin eine wichtige Aufgabe junge Flüchtlinge in den Ausbildungsmarkt zu integrieren. Die Frage der Qualifizierung bleibt auch in diesem und in den nächsten Jahren eine Wichtige. Es darf nicht nur die schulische Qualifikation, sondern es muss auch das persönliche Potential des Bewerbers, seine Motivation und Einsatzbereitschaft sowie der Wille, sich weiterbilden zu wollen, um nachhaltig auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können, Auswahlkriterium sein. Defizite können überwunden werden. Hier bieten sich Bewerber/innen und Arbeitgebern gleichermaßen zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten, um sich schon jetzt mit der Ausbildungsstellensituation 2019/2020 zu beschäftigen. Die erfolgreiche Ausbildungssuche kann nur gelingen, wenn neben ausbildungs- und berufsbegleitender Förderung durch die Agentur für Arbeit, auch die betriebliche Weiterbildung ein wichtiges und verlässliches Instrument in der Entwicklung des Auszubildenden und späteren Arbeitnehmers eine Rolle spielt. Darüber hinaus wird durch die neueingeführte Lebensbegleitende Berufsberatung an den Schulen, aber auch während des Arbeitslebens ein wichtiges Standbein in der Gewinnung sowie in der Qualifizierung von Fachkräften geschaffen. Ein stabiler und auf Wachstum ausgerichteter Arbeitsmarkt benötigt gut ausgebildete Fachkräfte, die auch in Zeiten des digitalen Wandels nachhaltig im Beruf bestehen können. Trotz mach einer konjunkturellen Eintrübung des Arbeitsmarktes wird dies nicht den Ausbildungsmarkt beeinflussen. Gutausgebildete Arbeitskräfte werden jetzt, aber auch in Zukunft benötigt, um technologische, aber auch demographische Herausforderungen zu meistern. Die Lebenslange Berufsberatung und die Förderung von motivierten Menschen aus dem In- und Ausland, werden verlässliche Parameter bei der Bewältigung der Aufgaben sein“, erläutert der operative Geschäftsführer Norbert Meier die Ausbildungssituation.

Hinweis zur Dateninterpretation

Der operative Geschäftsführer weist darauf hin, dass das Zahlenmaterial sich ausschließlich auf die gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber der Agentur für Arbeit und die dort gemeldeten Berufsausbildungsstellen bezieht.