29.11.2019 | Presseinfo Nr. 63

Arbeitsmarkt zeigt sich im November stabil

Arbeitslosigkeit leicht gesunken.

Arbeitslosenquote sank auf 3,8 Prozent.

Rückgänge in fast allen Personen- und Altersgruppen zu verzeichnen – Ausnahme: Über 50-Jährige.

Stellenzugänge und - bestand weiterhin rückläufig.

Stellenbestand im Vergleich zum Vorjahr auch im November über dem Durchschnitt.

Der November bringt eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt. Im Agenturbezirk sank die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat. Den prozentual höchsten Rückgang gab es bei den Frauen. Hierfür zeigt sich überwiegend das Saisongeschäft verantwortlich.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 15.264 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren im Vergleich zum Vormonat 169 Menschen weniger. Gegenüber dem Vorjahr waren 657 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+4,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) sank auf 3,8 Prozent du verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte. Im Vorjahr lag sie bei 3,7 Prozent.

„Der November schließt mit einem stabilen Arbeitsmarkt und rückläufigen Zahlen, die auch saisonbedingt sind. Das Weihnachtsgeschäft und der milde Herbst haben ebenfalls dazu beigetragen. Auch wenn wir derzeit einen leichten Rückgang der Arbeitskräftenachfrage haben, was sich in den verhaltenen Stellenmeldungen zum Jahresende hin, zeigt, ist dies keinesfalls unüblich. Wir konnten bisher auf ein stabiles und gutes Arbeitsmarktjahr zurückblicken, wenngleich es in einigen Monaten etwas an Kontinuität, den Rückgang betreffend vermissen ließ. Dennoch erwarten wir in den nächsten beiden Monaten einen saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit, der auch durch die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook verstärkt wird. An dieser Stelle möchte ich daraufhin weisen, dass der Arbeitsmarkt durchaus aufnahmefähig ist. Unabhängig davon bietet zudem das Qualifizierungschancengesetzt zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten, um Menschen im Unternehmen zu qualifizieren und so vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Es gilt immer noch der Grundsatz, dass gutausgebildete Fachkräfte weniger von Arbeitslosigkeit bedroht sind bzw. schneller integriert werden können. Der Fachkräftebedarf ist ungebrochen. Eine genaue Entwicklung des Arbeitsmarktes können wir erst in den nächsten Monaten ablesen.

Insgesamt verlief der Monat November günstig“, erklärt Norbert Meier, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bad Homburg.

Stellenmarkt

Im November hat sich der Bestand, der bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg gemeldeten offenen Arbeitsstellen verringert. Im Vergleich zum Vormonat belief sich der Bestand auf insgesamt 4.417 Stellen. Das ist ein Minus von 76 Stellen (-1,7 Prozent) gegenüber Oktober. Im Vergleich zu November 2018 sind es 518 Stellen mehr (+13,3 Prozent). Damit liegt die Agentur Bad Homburg deutlich über dem hessischen Durchschnitt.

Der Zugang offener Stellen lag ebenfalls unter dem Vormonats- und Vorjahreswert. Insgesamt meldeten die Unternehmen im November 954 Stellen, 118 Stellen weniger (-11,0 Prozent) als im Oktober und 283 Stellen weniger (-22,9 Prozent) als vor einem Jahr. 

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn belief sich auf 11.946 Stellen. Das entspricht einem Plus von 31 Stellen oder 0,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018.  

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen bezogen auf alle Rechtskreise

Im Vergleich zum Monat Oktober konnte sich bis auf die Gruppe der über 50 – Jährigen verbessern. Hier gab es einen leichten Anstieg.

Die Zahl der männlichen Arbeitslosen sank um 37 Personen (-0,4 Prozent) auf 8.273.  Bei den Frauen gab es einen deutlicheren Rückgang: 6.991 Frauen waren bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg gemeldet, 132 weniger (-1,9 Prozent) als vor einem Monat. Bei den unter 25-Jährigen sank die Zahl um 60 junge Menschen (-3,9 Prozent) auf 1.468. 50 Jahre und älter waren 4.917 arbeitslos gemeldete Männer und Frauen, insgesamt 34 mehr (+0,7 Prozent) als im Oktober. 6.710 Menschen hatten keinen deutschen Pass, 14 Personen weniger (-0,2 Prozent) als im Vormonat.

Die Entwicklung bei den einzelnen Personengruppen ist im Vergleich zum Vorjahr fast einheitlich. Es gab durchweg Zunahmen. Diese sehen wie folgt aus:

Mit Blick auf das Vorjahr gab es auch im November Zunahmen. In der Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren lag der Zuwachs bei 64 Jugendlichen bzw. 4,6 Prozent. Den größten Zuwachs gab es auch im November bei den Männern. Hier waren im Vergleich zum Vorjahr 445 Männer mehr gemeldet, das sind 5,7 Prozent mehr. Bei den Frauen lag der Anstieg bei 212 Personen und 3,1 Prozent. Bei den 50-Jährigen lag der Zuwachs bei 403 bzw. 8,9 Prozent. Lediglich bei den Ausländern konnte ein leichter Rückgang verzeichnet werden. 14 Personen oder 0,2 Prozent waren im November weniger von Arbeitslosigkeit bedroht.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Gegenüber Oktober konnte in beiden Rechtskreisen ein Rückgang verzeichnet werden.

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für den die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 104 Menschen (-1,7 Prozent) auf 5.995 ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im November 521 Menschen mehr (+9,5 Prozent) gezählt.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, sank die Zahl der Arbeitslosen auf 9.270 Menschen (-65 Personen oder -0,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren 136 Personen mehr (+1,5 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 39,3 Prozent (SGB III) zu 60,7 Prozent (SGB II). 

Ausbildungsmarkt

Das Ausbildungsjahr 2019/2020 begann am 1. Oktober 2019 und endet am 30. September 2020. Der erste Zwischenbericht zum Ausbildungsmarkt wird Ende März 2020 veröffentlicht.  

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Im November sank die Arbeitslosenzahl bei allen Personengruppen lediglich im Main-Taunus-Kreis und im Landkreis Groß-Gerau. Im Hochtaunuskreis ist die Entwicklung unterschiedlich.   

Hochtaunuskreis

Im November waren im Hochtaunuskreis insgesamt 4.089 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 34 Personen (-0,8 Prozent) weniger als im Oktober, aber 255 Menschen (+6,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Davon waren 1.678 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 2.411 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Im SGB III Bereich waren 18 Personen oder 1,1 Prozent weniger arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 16 Arbeitslose oder 0,7 Prozent weniger als im Vormonat. (Relation: 41,0 Prozent zu 59,0 Prozent).  

Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Rechtskreis SGB III 115 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+7,4 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 140 Personen mehr (+6,2 Prozent). 

Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf 3,4 Prozent. Im November 2018 hatte sie bei 3,2 Prozent gelegen.   

Die Veränderungen bei den einzelnen Personengruppen: 2.231 Männer waren im Hochtaunuskreis arbeitslos gemeldet, 9 mehr als im Oktober (+0,4 Prozent) und 163 mehr (+7,9 Prozent) als vor einem Jahr. Bei den 1.858 Frauen ergab sich ein Rückgang im Vergleich zum Vormonat mit einem Minus von 43 Frauen (-2,3 Prozent). Im November 2018 lag der Zuwachs bei 92 Personen (+ 5,2 Prozent). Auch bei den Älteren gab es gegenüber dem Vormonat einen Rückgang von 17 Personen (-1,2 Prozent) und gegenüber dem Vorjahresmonat einen Anstieg von 103 Personen oder 7,8 Prozent. Insgesamt waren 1.431 Personen arbeitslos gemeldet. Bei den Ausländern sah es wie folgt aus: 1.747 Personen, 23 mehr (+1,3 Prozent) als im Oktober und ebenfalls 188 mehr (+12,1 Prozent) als vor einem Jahr.

Im Verhältnis zum Vormonat und im Vergleich waren im Hochtaunuskreis 24 Jugendliche mehr (+6,7 Prozent) erwerbslos. Im Verhältnis zum Vorjahr waren 31 Jugendliche unter 25 Jahren bzw. 8,8 Prozent mehr gemeldet.

Der Zugang offener Stellen fiel mit insgesamt 281 Stellenmeldungen im November rückläufig aus (-45 Stellen oder – 13,8 Prozent). Dies gilt für den Stellenbestand ebenfalls. Mit insgesamt 1.209 offenen Stellen lag das Niveau leicht unter dem des Vormonats (-57 Stellen oder -4,5 Prozent).

Gegenüber dem Vorjahr lag der Stellenzugang (- 417 Stellen oder - 59,7 Prozent) sehr deutlich zurück. Beim Bestand waren es lediglich 6 Stellen oder 0,5 Prozent weniger.  

Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 3.786 Stellen und somit auf 1.057 Stellen weniger (-21,8 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.   

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im November um 114 Menschen (-2,7 Prozent) auf 4.145 ab. Allerdings waren 93 Menschen mehr (+2,3 Prozent) als vor einem Jahr gemeldet.

Davon waren 1.595 Personen dem Rechtskreis SGB III und 2.550 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 38,5 Prozent (SGB III) zu 61,5 Prozent (SGB II). Es gab einen Rückgang in beiden Rechtskreisen. Im Bereich des SGB III lag dieser bei 40 Erwerbslosen (-2,4 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Mit Blick auf den SGB II Bereich gab es auch hier einen Rückgang von 74 Personen bzw. -2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg in beiden Rechtskreisen (SGBIII: +49 oder +3,2 Prozent; SGB II: +44 oder +1,8 Prozent).

Die Arbeitslosenquote sank auf 3,2 Prozent und lag damit gleichauf mit dem Wert des Vorjahres.        

Bei den einzelnen Personengruppen zeigten sich folgende Entwicklungen: 2.172 Männer waren im November von Arbeitslosigkeit betroffen, 46 weniger als im Oktober (-2,1 Prozent) und 65 mehr als im Vorjahr (+3,1 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Frauen sank im November um 68 Frauen (-3,3 Prozent) auf 1.973. Dies waren 28 Personen (+1,4 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Jüngeren konnte auch im Main-Taunus-Kreis eine Abnahme von 12 Jugendlichen oder – 3,0 Prozent festgestellt werden. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 48 Jugendliche mehr. Dies entspricht einem Plus von 13,9 Prozent. Insgesamt waren 393 Jugendliche arbeitslos. 1.412 Erwerbslose waren 50 Jahre und älter. Dies waren 31 Personen weniger als im Oktober (-2,1 Prozent) und 81 mehr als im November 2018 (-6,1 Prozent). Keinen deutschen Pass hatten 1.658 Menschen, 22 weniger als im Vormonat (-1,3 Prozent) sowie 40 mehr (+2,5 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Bestand offener Stellen lag mit insgesamt 1.097 über dem Wert des Oktobers (+93 Stellen oder 9,3 Prozent), aber unter dem Wert vom November 2018 (-27 Stellen oder -2,4 Prozent) ein. Der Zugang offener Stellen lag mit 261 Stellen und 43 Stellen bzw. – 19,7 Prozent ebenfalls über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr waren 36 Stellen mehr gemeldet worden, was einem Plus von 16,0 Prozent entspricht.

Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 2.727 Stellen, 528 Stellen weniger (-16,2 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.    

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen auf 7.030. Das waren 21 Personen weniger als im Oktober (- 0,3 Prozent) und 309 mehr (+4,6 Prozent) als vor einem Jahr.   

Darunter waren 2.721 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 4.309 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 38,7 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 61,3 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit sank seit Oktober im Rechtskreis SGB III. (SGB III: Minus 46 Personen oder -1,7 Prozent; SGB II: +25 Personen oder 0,6 Prozent). So waren 357 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+15,1 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 265 Menschen weniger (- 13,5 Prozent).  

Die Arbeitslosenquote blieb im November unverändert bei 4,6 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 4,5 Prozent.     

Im Vergleich zum Vormonat sank die Arbeitslosigkeit bei fast allen betrachteten Personengruppen. Im Vorjahresvergleich konnte lediglich die Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren einen Rückgang verzeichnen. Die Entwicklungen im Einzelnen: 3.870 Männer waren im November ebenso wie im Oktober 2019 arbeitslos gemeldet. Im Vorjahresvergleich waren 217 (+5,9 Prozent) Männer mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den Frauen gab es 3.160 Meldungen. Das waren 21 Frauen weniger (-0,7 Prozent) als im Vormonat und 92 Frauen mehr als im Vorjahreszeitraum (+3,0 Prozent). Bei den unter 25-Jährigen waren mit insgesamt 691 junge Menschen arbeitslos gemeldet (- 72 oder – 9,4 Prozent), und ebenfalls weniger als vor einem Jahr (-15 oder -2,1 Prozent). 2.074 Personen waren 50 Jahre und älter, 82 mehr (+4,1 Prozent) als im Vormonat und 219 mehr (+11,8 Prozent) als im November 2018. Keinen deutschen Pass hatten 3.305 arbeitslose Menschen, 15 weniger (- 0,5 Prozent) als vor einem Monat und 198 mehr (+6,4 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 412 Stellen. Dies entspricht einem Minus von 116 Stellen bzw. -22,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren 98 Stellen oder +31,2 Prozent mehr gemeldet.  Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 5.433 offene Stellen. Das waren erneut deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+1.616 Stellen oder +42,3 Prozent). Der Stellenbestand war mit 2.111 gemeldeten Stellen rückläufig. (-112 oder -5,0 Prozent), aber 551 Stellen mehr als im Vorjahr (+35,3 Prozent).