30.09.2019 | Presseinfo Nr. 52

Frühherbst bringt Belebung des Arbeitsmarkts

Rückgang der Arbeitslosigkeit.
Arbeitsmarkt nimmt etwas an Fahrt auf.
Arbeitslosenquote sinkt auf 3,9 Prozent.
Rückgang begünstigt alle Personengruppen.
Stellenzugänge konnten leicht zulegen. 
Stellenbestand über dem Landesschnitt.
Landkreis Groß-Gerau konnte den Zuwachs im Stellenzugang- und bestand steigern.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit setzte sich im Agenturbezirk Bad Homburg im September nicht fort. Im Agenturbezirk sank die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat. Den prozentual höchsten Rückgang gab es bei den Männern und den unter 25-Jährigen.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 15.440 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren 556 Menschen weniger als im August und ein Rückgang um 3,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr waren 385 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+2,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) sank im September auf 3,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,0 Prozent.

„Nach den beiden letzten verhaltenen Monaten, die einen überwiegend saisonal bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit brachten, zeigt sich der Arbeitsmarkt im Herbst weiterhin stabil und aufnahmefähig. Die typische Herbstbelebung bleibt trotz internationaler und nationaler Eintrübungen im Agenturbezirk nicht aus. Durch die Zuwächse in den Stellenzugängen und insbesondere im Bestand konnten wir nunmehr wieder Rückgänge verzeichnen. Insbesondere im Vorjahresvergleich liegen wir beim Bestand der Stellen über den Werten aller hessischen Agenturen. Dies führt zu einer Abnahme bei allen Personen – und Altersgruppen. Hier konnte auch die Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren profitieren, so dass die Anstiege zum Ende der Ausbildung wieder abgebaut werden konnten. Junge Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung werden gesucht. Die gut ausgebildete Fachkraft bildet die tragende Säule eines jeden Betriebes“, teilt Matthias Oppel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Homburg mit. 

„Es zeigt sich, dass Angebot und Nachfrage den Arbeitsmarkt regulieren und wir trotz leichter wirtschaftlicher Eintrübung einen stabilen und aufnahmefähigen Arbeitsmarkt haben, der auch eine Perspektive für diejenigen bietet, die gerade von Arbeitslosigkeit bedroht sind, weil sich eine Insolvenz angekündigt hat. Hier möchte ich allen Mut machen, dass die Beschäftigungssituation sowie die wirtschaftliche Situation im Rhein-Main-Gebiet und im Agenturbezirk gut ist“, erklärt Mattias Oppel.

Stellenmarkt

Auch im September war der Bestand, der bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg gemeldeten offenen Arbeitsstellen höher als im Vormonat und belief sich auf insgesamt 4.570. Das ist ein Plus von 148 Stellen (+3,3 Prozent) gegenüber August. Im Vergleich zu September 2018 sind es 352 Stellen mehr (+8,3 Prozent). Damit erreichte die Agentur Bad Homburg den höchsten Wert aller hessischen Agenturen.
Der Zugang offener Stellen lag nur leicht über den Vormonatswerten, aber deutlich über denen, des Vorjahres.  Insgesamt meldeten die Unternehmen im September 1.176 Stellen, 32 Stellen mehr (+ 2,8 Prozent) als im August und 189 Stellen mehr (+19,1 Prozent) als vor einem Jahr. 
Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn belief sich auf 9.920 Stellen.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen bezogen auf alle Rechtskreise

Der Rückgang der Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat betraf alle betrachteten Personengruppen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.

Die Zahl der männlichen Arbeitslosen sank um 312 Personen (- 3,6 Prozent) auf 8.305. Bei den Frauen fiel der Rückgang niedriger aus: 7.135 Frauen waren bei der Agentur für Arbeit Bad Homburg gemeldet, 244 weniger (-3,3 Prozent) als vor einem Monat. Bei den unter 25-Jährigen sank die Zahl um 257 junge Menschen (-12,9 Prozent) auf 1.736. 50 Jahre und älter waren 4.778 arbeitslos gemeldete Männer und Frauen, insgesamt 49 weniger (-1,0 Prozent) als im August. 6.683 Menschen hatten keinen deutschen Pass, 122 Personen mehr (-1,8 Prozent) als im Vormonat.

Die Entwicklung bei den einzelnen Personengruppen im Vergleich zum Vorjahr ist unterschiedlich:

Im Vorjahr gab es lediglich in der Gruppe der 25-Jährigen eine Reduzierung. Bei allen anderen Personengruppen konnte ein Anstieg verzeichnet werden. Den größten Zuwachs gab es bei den Männern. Hier waren im Vergleich zum Vorjahr 343 Männer mehr gemeldet, das sind 4,3 Prozent mehr. Bei den Frauen lag es der Anstieg bei 42 Personen und 0,6 Prozent. Bei den 50-Jährigen lag der Zuwachs bei 259 bzw. 5,7 Prozent. Bei den Ausländern lag der Anstieg bei 286 Menschen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 4,5 Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Gegenüber dem Vormonat gab es in beiden Rechtskreisen einen Rückgang der Arbeitslosigkeit:

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für den die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, reduzierte sich die Zahl der Erwerbslosen um 356 Menschen (-5,6 Prozent) auf 5.963. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im September 487 Menschen mehr (+8,9 Prozent) gezählt. 
Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, sank die Zahl der Arbeitslosen seit August ebenfalls auf 9.477 Menschen an (-202 oder -2,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren 102 Personen weniger (-1,1 Prozent) arbeitslos gemeldet.
Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 38,6 Prozent (SGB III) zu 61,4 Prozent (SGB II). 

Ausbildungsmarkt

Das Ausbildungsjahr 2018/2019 endet am 30. September 2019. Die Abschlussstatistik zum Ausbildungsjahr wird im Oktober 2019 in einem gesonderten Bericht zusammen mit Arbeitsmarktbericht veröffentlicht.

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Im Vergleich zum August sank die Arbeitslosenzahl in allen drei Kreisen an. Profitieren konnten fast alle Personengruppen und Altersgruppen. 

Hochtaunuskreis

Im September waren im Hochtaunuskreis insgesamt 4.063 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 49 Personen weniger (-1,2 Prozent) als im August und auch 218 Menschen mehr (+5,7 Prozent) als vor einem Jahr. Davon waren 1.675 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 2.388 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet (Relation: 41,2 Prozent zu 58,8 Prozent). 
Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Rechtskreis SGB III 117 Menschen weniger arbeitslos gemeldet (-6,5 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es hingegen 123 Personen mehr (+7,9 Prozent). 
Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf 3,4 Prozent. Im August 2018 hatte sie bei 3,5 Prozent gelegen. 

Die Veränderungen bei den einzelnen Personengruppen: 2.197 Männer waren im Hochtaunuskreis arbeitslos gemeldet, 22 weniger als im August (-1,0 Prozent) und 179 mehr (+8,9 Prozent) als vor einem Jahr. Bei den 1.866 Frauen war der Rückgang im Vergleich zum Vormonat mit einem Minus von 27 Frauen (-1,4 Prozent) verhalten. Für den Vorjahresvergleich September 2018 gab es einen Anstieg von 39 Frauen (+ 2,1 Prozent). Auch bei den Älteren gab es gegenüber dem Vormonat einen Rückgang von 25 Personen (-1,7 Prozent) und gegenüber dem Vorjahresmonat einen Anstieg von 113 Personen oder 8,7 Prozent. Insgesamt waren 1.413 Personen arbeitslos gemeldet. Bei den Ausländern sah es wie folgt aus: 1.660 Personen, 25 mehr (+1,5 Prozent) als im August und ebenfalls 165 mehr (+11 Prozent) als vor einem Jahr.
Im Verhältnis zum Vormonat und im Vergleich waren im Hochtaunuskreis drei Jugendliche 4 mehr (+1,0 Prozent) erwerbslos. Im Verhältnis zum Vorjahr waren 11 Jugendliche unter 25 Jahren bzw. 2,8 Prozent mehr gemeldet.
Während der Zugang offener Stellen mit insgesamt 340 Stellenmeldungen im September erneut stagnierend ausfiel (-1 Stelle oder -0,3 Prozent), lag der Stellenbestand mit insgesamt 1.293 offenen Stellen leicht unter dem Niveau des Vormonats (-29 Stellen oder -2,2 Prozent).
Gegenüber dem Vorjahr lag der Stellenzugang (-39 Stellen oder -10,3 Prozent) hinter, der Stellenbestand (110 Stellen oder 9,3 Prozent) über den Septemberwerten 2018 zurück.
Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 3.179 Stellen und somit auf 596 Stellen weniger (-15,8 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.  

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im September um 230 Menschen (-5,2 Prozent) auf 4.221 ab. Das waren 124 Menschen mehr (+3,0 Prozent) als vor einem Jahr.
Davon waren 1.597 Personen dem Rechtskreis SGB III und 2.624 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 37,8 Prozent (SGB III) zu 62,2 Prozent (SGB II). Einen Rückgang gab es in beiden Rechtskreisen gegenüber dem Vormonat. Im Bereich des SGB III ergab sich ein Rückgang von 172 Personen oder (-9,7 Prozent), im Rechtskreis SGB II gab es einen Rückgang von 58 Menschen (-2,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg (SGBIII: +44 oder +2,8 Prozent; SGB II: +80 oder +3,1 Prozent).
Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 auf 3,3 Prozent und lag damit 0,1 Prozent über dem Vorjahreswert.      

Bei den einzelnen Personengruppen zeigten sich folgende Entwicklungen: 2.195 Männer waren im September von Arbeitslosigkeit betroffen, 126 weniger als im August (-5,4 Prozent) und 39 mehr als im Vorjahr (+1,8 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Frauen sank sich im September um 104 (- 4,9 Prozent) auf 2.026. Dies waren 85 Personen (+4,4 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Jüngeren konnte eine Abnahme von 80 Jugendlichen oder – 14,4 Prozent festgestellt werden. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 27 Jugendliche mehr. Dies entspricht einem Plus von 6,0 Prozent. Insgesamt waren 474 Jugendliche arbeitslos. 1.370 Erwerbslose waren 50 Jahre und älter. Dies waren 14 Personen weniger als im August (-1,0 Prozent) und 53 mehr als im September 2018 (+4,0 Prozent). Keinen deutschen Pass hatten 1.659 Menschen, 39 weniger als im Vormonat (-2,3 Prozent) sowie 23 mehr (+1,4 Prozent) als vor einem Jahr.

Während der Bestand offener Stellen mit insgesamt 1.090 leicht unter dem Wert des Augusts lag (-2 Stellen oder +-0,2 Prozent), gingen im Vergleich zum Vorjahr (-202 Stellen oder -15,6 Prozent) ein. Auch der Zugang offener Stellen lag mit 265 Stellen und 10 Stellen mehr über dem Vorjahreswert (3,9 Prozent).
Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 2248 Stellen, 516 Stellen weniger (-18,7 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.  

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen auf 7.156. Das waren 277 Personen weniger als im August (- 3,7 Prozent) und 43 mehr (+0,6 Prozent) als vor einem Jahr.  
Darunter waren 2.691 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 4.465 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 37,6 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 62,4 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.
Die Arbeitslosigkeit sank seit August ebenfalls in beiden Rechtskreis des SGB. (SGB III: Minus 65 Personen oder -2,4 Prozent; SGB II: -212 Personen oder -4,5 Prozent). So waren 320 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+13,5 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 277 Menschen weniger (-5,8 Prozent).  
Die Arbeitslosenquote sank im September auf 4,7 Prozent (- 0,2 gegenüber August) und leicht unter dem Vorjahr. Im September 2018 lag die Quote bei 4,6 Prozent.  

Im Vergleich zum Vormonat sank die Arbeitslosigkeit bei allen betrachteten Personengruppen. Im Vorjahresvergleich zeigten sich jedoch Unterschiede. Die Entwicklungen im Einzelnen: 3.913 Männer waren im September 2019 arbeitslos gemeldet, 164 weniger (- 4,0 Prozent) als im August und auch 125 mehr (+3,3 Prozent) als vor einem Jahr. Bei den Frauen gab es 3.243 Meldungen. Das waren 113 weniger (-3,4 Prozent) als im Vormonat und - 82 Frauen weniger als im Vorjahreszeitraum (-2,5 Prozent). Bei den unter 25-Jährigen waren mit insgesamt 860 junge Menschen arbeitslos gemeldet (- 181 oder -17,4 Prozent), und ebenfalls weniger als vor einem Jahr (-78 oder -8,3 Prozent). 1.995 Personen waren 50 Jahre und älter, 10 weniger (- 0,5 Prozent) als im Vormonat und 93 mehr (+4,9 Prozent) als im September 2018. Keinen deutschen Pass hatten 3.364 arbeitslose Menschen, 108 weniger (-3,1 Prozent) als vor einem Monat und 98 mehr (+3,0 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 571 Stellen und waren somit um 23 Stellen erhöht. (+23 Stellen oder + 4,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich waren 257 Stellen oder +81,8 Prozent mehr gemeldet.  Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 4.493 offene Stellen. Das waren deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+1.307 Stellen oder +41,0 Prozent). Auch der Stellenbestand war mit 2.187 gemeldeten Stellen größer als im August (+179 oder +8,9 Prozent) und auch höher als im Vorjahr (+444 oder +25,5 Prozent).