03.06.2020 | Presseinfo Nr. 35

Pandemie lässt Arbeitslosigkeit auch im Mai ansteigen

     Arbeitslosenquote stieg auf 5,0 Prozent.
 Anstieg in allen Personen- und Altersgruppen.
 Anstieg in beiden Rechtskreisen.
 Stelleneinbrüche bei Zugang und Bestand.
 Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu spüren.
 Anzeigen auf Kurzarbeit gestiegen.
 13 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten tatsächlich in Kurzarbeit.

Auch im Mai gibt es wenig Veränderung auf dem Arbeitsmarkt. Die Auswirkungen der Pandemie sind deutlich zu spüren und haben den Arbeits-und Ausbildungsmarkt fest im Griff.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 20.198 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß- Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren im Vergleich zum Vorkrisenmonat April 1.888 Menschen (+10,3 Prozent) mehr. Gegenüber dem Vorjahr waren 5.199 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+34,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) stieg um 0,4 Prozent auf 5,0 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 3,8 Prozent.

„Die Auswirkungen der Pandemie hatten auch im Mai den Arbeitsmarkt fest im Griff. Neben dem Anstieg der Arbeitslosigkeit und dem Anstieg der An-zeigen für Kurzarbeit zeigen sich nun auch die Auswirkungen auf dem Aus-bildungsmarkt.

In diesem Monat haben wir erstmals wieder eine Arbeitslosenquote von 5 Prozent im Agenturbezirk. Zuletzt lag die Quote bei diesem Wert im Frühjahr 2014. Obwohl der Arbeitsmarkt stark unter Druck steht, wirkt das Instrument der Kurzarbeit noch als Puffer. Auch im Mai sind die gestellten Anzeigen auf Kurzarbeit nochmals um 897 gestiegen. Dies wird in den nächsten Monaten auch noch so anhalten.

In den vergangenen beiden Monaten März und April, die vom Lockdown geprägt waren, wurden 6.101 Anzeigen auf Kurzarbeit von den Unternehmen im Agenturbezirk Bad Homburg gestellt. In diesen Anzeigen haben die Unternehmer vorsorglich für 86.118 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Eine Zahl, die sich auf den ersten Blick immens anhört. Hierzu muss man wissen, dass die Unternehmen in vielen Fällen für alle im Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter vorsorglich Kurzarbeit anzeigen, unabhängig davon, ob im weiteren Verlauf auch tatsächlich alle Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen sind. Tatsächlich wurden bis heute 40.293 Anträge für Beschäftigte in Kurzarbeit gestellt, die tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter wird erst im weiteren Verlauf feststellbar sein. Mit Blick auf die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die im Agenturbezirk 305.000 berufstätige Personen ausmachen, waren demnach ca. 13 Prozent in Kurzarbeit beschäftigt. Hierbei handelt es sich im Vergleich zur ursprünglich angezeigten Beschäftigtenzahl um einen moderaten Wert, der angesichts der Krise und der zeitweilig stark eingeschränkten wirtschaftlichen Basis der Betriebe Grund zur Hoffnung gibt", erklärt Matthias Oppel, Vorsitzender der Geschäftsführung.

„Was den Ausbildungsmarkt angeht, so ist dieser in den vergangenen drei Monaten aus den Fugen geraten. Dies geschah größtenteils durch die krisenbedingten Schließungen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen, als dem Rückgang von Aufträgen. So konnten bestehende Auszubildende nicht weiterausgebildet werden. Hiervon waren insbesondere die jungen Menschen in der Gastronomie betroffen. Zum anderen sahen und sehen sich die Betriebe gezwungen diesjährige Ausbildungsplätze unbesetzt zu lassen oder bereits zugesagte Ausbildungen zu stornieren. Dies führt dazu, dass viele junge Menschen nicht wie gewohnt ausgebildet werden können und gezwungen sind zu pausieren oder doch, wenn es die Voraussetzungen zu lassen einen höheren Schulabschluss anstreben. Wir können feststellen, dass im gesamten Agenturbezirk zunächst ca. 30 Prozent aller Ausbildungsplätze storniert wurden", meint Matthias Oppel.

„Ich persönlich kann die Entscheidungen der Unternehmer aus wirtschaftlicher Sicht und mit Blick auf den Erhalt des Betriebes und bestehender Arbeitsplätze nachvollziehen. Ich weiß, dass viele Ausbildungsbetriebe diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen haben, hatten wir doch gerade in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg von Ausbildungsplätzen, aber auch motivierten jungen zukünftigen Berufsauszubildenden zu verzeichnen. Es ist wichtig, durch Ausbildung auch unseren wirtschaftlichen Standort zu sichern. Die Agentur für Arbeit Bad Homburg unterstützt die Arbeitgeber bei der Frage der Ausbildung und dem Erhalt von Ausbildungsplätzen. Hierzu bietet sich insbesondere die Einstiegsqualifizierung an, eine Art Jahrespraktikum im Betrieb. Durch die Förderung können Unternehmen einen wirtschaftlichen Vorteil erhalten, während der Auszubildende „ausgebildet" wird, die Berufs-schule besucht und im Folgejahr sogar in das nächsthöhere Ausbildungsjahr übernommen werden kann. Schülerinnen und Schüler, die eine Ausbildung beginnen möchten, können dies bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz ebenfalls aktiv ansprechen. Bis zum Jahresende können Azubis auch mit Kurzarbeitergeld unterstützt werden. Eine enge Abstimmung erfolgt bei der Vermittlung von Ausbildungsstellen auch mit der Industrie- und Handelskammer", so Matthias Oppel.

Stellenmarkt

Der Stellenmarkt im Mai steht weiterhin ganz im Zeichen der Krise: Im Mai sah es wie folgt aus: Im Vergleich zum Vormonat belief sich der Bestand auf insgesamt 2.448 Stellen. Das ist ein Minus von 435 Stellen (-15,1 Prozent) gegenüber April. Im Vergleich zum Mai 2019 sind 1.328 Stellen weniger gemeldet worden (-35,2 Prozent).

Der Zugang offener Stellen lag ebenfalls unter dem Vormonatswert. Insgesamt meldeten die Unternehmen im Mai 353 Stellen, 40 Stellen weniger (-10,2 Prozent) als im April und 998 Stellen weniger als im Vorjahr (-73,9 Prozent).

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn beläuft sich im Mai 3.212 Stellen. Das entspricht einem Minus von 1.901 Stellen oder 37,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für den die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 1.129 Menschen (+13,0 Prozent) auf 9.786 zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im Mai 3.839 Menschen mehr (+64,6 Prozent) gezählt.

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 10.412 Menschen (+759 Personen oder 7,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren 1.360 Personen mehr (+15,0 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 48,5 Prozent (SGB III) zu 51,5 Prozent (SGB II).

Ausbildungsmarkt

Erstmals werden nunmehr die Zahlen zum Ausbildungsmarkt veröffentlicht. An dieser Stelle wird daraufhin gewiesen, dass es aus statistischer Sicht derzeit nicht möglich ist die genauen Zahlen abzubilden. Die genannten Zahlen bilden daher nur einen Überblick ab.

Agenturbezirk Bad Homburg gesamt

Seit Beginn des Ausbildungsjahres wurden im Bezirk der Arbeitsagentur Bad Homburg bislang 3.032 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 183 Stellen weniger als im Vorjahreszeitraum und entspricht einem Minus von 5,7 Prozent.

Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber liegt bei 3.778. Hier ist ein Rückgang von 489 Bewerberinnen und Bewerbern ersichtlich. Dies entspricht einem Minus von 10,9 Prozent.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,80 gemeldeten Be-rufsausbildungsstellen je gemeldeten Bewerber. Im Vorjahreszeitraum lag die Relation bei 0,76.

Von den seit Beginn des Berichtsjahres gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern sind 2.261 zurzeit noch nicht versorgt. Das sind 148 Jugendliche oder 6,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Ausbildungsjahres 2018/2019. Zur Gruppe der unversorgten Bewerber zählen Jugendliche und junge Erwachsene, die nach der Schule noch keinen Ausbildungsplatz, einen weiteren Schulbesuch, Studium oder eine andere Alternative bis 30. September 2020 haben.

Demgegenüber stehen 1.586 noch unbesetzte Ausbildungsstellen. Dies sind 220 Stellen weniger (-12,2 Prozent) als vor einem Jahr.

Rein rechnerisch entspricht diese Relation einem Verhältnis von 0,70 unbesetzten Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber. Im Vergleichszeitraum lag das Verhältnis bei 0,75.

Hochtaunuskreis

Im Mai 2020 lag die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen im Hochtaunuskreis bei 959, das waren 148 oder 13,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber lag im Mai bei insgesamt 1.096 Jugendlichen. Damit waren 12 Jugendliche oder 1,1 Prozent mehr gemeldet.

Rein rechnerisch ergibt dies eine Relation von 0,88 gemeldeten Berufsausbil-dungsstellen je gemeldeten Bewerber. Im Jahr zuvor lag die Relation bei 1,02.

Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber fiel mit 654 jungen Men-schen höher aus, als vor einem Jahr (46 oder 7,6 Prozent). Ihnen stehen im März aktuell 719 unbesetzte Berufsausbildungsstellen gegenüber, dies sind 70 Stellen mehr (10,8 Prozent) als vor einem Jahr.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,72 unbesetzten Be-rufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber. Im Vorjahr lag die Relation bei 1,06.

Main-Taunus-Kreis

Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes sieht wie folgt aus: Insgesamt meldeten die Unternehmen seit Beginn des Berichtsjahres 724 Berufsausbildungsstellen, 16,8 Prozent   (- 146 Ausbildungsstellen) weniger als im Mai 2019. Auf der Bewerberseite gingen seit dem 1. Oktober 1.133 Bewerbermeldungen ein, 14,9 Prozent weniger (-199 Jugendliche als im Vorjahr.

Daraus ergibt sich rein rechnerisch eine Relation von 0,64 Berufsausbildungsstellen je Bewerber. Im Vorjahr lag die Relation bei 0,65.

Im Mai dieses Jahres waren 724 Bewerberinnen und Bewerber noch unversorgt, das waren 102 weniger (-12,3 Prozent) als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 429 Berufsausbildungsstellen noch nicht besetzt, 99 weniger (-18, 8 Prozent) als im Mai 2019.

Die Relation unbesetzter Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber liegt damit rein rechnerisch bei 0,59. Im Vorjahr lag die Relation bei 0,64.

Kreis Groß-Gerau

Insgesamt wurden 1.349 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 111 oder 9,0 Prozent mehr als im Mai 2019. Gleichzeitig lag die Bewerberzahl mit insgesamt 1.549 Meldungen unter dem Vorjahreswert (-274 Personen oder 15,0 Prozent).

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,87 Berufsausbildungsstellen je Bewerber. Im Vorjahr lag die Relation bei 0,68.

883 Jugendliche waren im Mai noch unversorgt, das waren 92 weniger (-9,4 Prozent) als im Vorjahr. Ihnen stehen noch 687 unbesetzte gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber. Dies sind 55 Stellen mehr (8,7 Prozent) als vor einem Jahr.

Die Relation unbesetzter Ausbildungsstellen je unversorgter Bewerber liegt rein rechnerisch bei 0,78. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 0,65.

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Die Krise hat alle drei Landkreise auch im Mai weiterhin gleichermaßen im Griff.

Hochtaunuskreis

Im Mai waren im Hochtaunuskreis insgesamt 5.1490 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 308 Personen (+6,4 Prozent) mehr als im April und 1.245 Menschen (+31,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Davon waren 2.762 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 2.387 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Im SGB III Bereich waren 257 Personen oder 10,3 Prozent mehr arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 51 Arbeitslose oder 2,2 Prozent mehr als im Vormonat. (Relation: 53,6 Prozent zu 46,4 Prozent).

Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Rechtskreis SGB III 1.096 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+65,8 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 149 Personen mehr (+6,7 Prozent).

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozent auf 4,3 Prozent. Im Mai 2019 lag die Quote bei 3,3.

Der Zugang offener Stellen belief sich auf insgesamt 90 Stellenmeldungen im Mai (-4 Stellen oder 4,3 Prozent). Der Zugang offener Stellen im Vergleich zum Mai 2019 belief sich auf einen Rückgang von 410 Stellen. Dies entspricht einem Minus von 82,0 Prozent. Der Stellenbestand lag bei 756 offenen Stellen. Das waren 125 Stellen oder 14,2 Prozent weniger gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr lag der Bestand bei 493 Stellen oder 39,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 977 Stellen und somit auf 834 Stellen weniger (-46,1 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im Mai um 596 Menschen (+11,7 Prozent) auf 5.682 zu. Im Vergleich zum Vorjahr waren 1.527 Menschen mehr (+36,8 Prozent) gemeldet.

Davon waren 2797 Personen dem Rechtskreis SGB III und 2.885 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 49,2 Prozent (SGB III) zu 50,8 Prozent (SGB II). Im Bereich des SGB III gab es einen Zuwachs von 432 Erwerbslosen (+18,3 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Mit Blick auf den SGB II Bereich gab es einen Zuwachs von 164 Personen oder 6,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg von 1.129 Personen im Bereich des SGBIII oder 67,7 Prozent und einen Zuwachs von 398 Erwerbslosen oder 16,0 Prozent im Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent und liegt damit nunmehr 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert (3,2 Prozent).

Der Bestand offener Stellen lag bei 588 Stellen und damit 136 Stellen oder 18,8 Prozent unter dem Aprilwert. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Bestand 329 Stellen bzw. 35,9 Prozent ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Der Zugang offener Stellen lag mit 97 Stellen und 7 Stellen bzw. 7,8 Prozent leicht über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 165 Stellen weniger gemeldet worden, was einem Minus von 63,0 Prozent entspricht.

Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 762 Stellen, 415 Stellen weniger (-35,3 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen auf 9.367. Das waren 984 Personen mehr als im April (+11,7 Prozent) und 2.427 mehr (+35,0 Prozent) als vor einem Jahr.

Darunter waren 4.227 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 5.140 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 45,1 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 54,9 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit stieg seit April in beiden Rechtskreisen. (SGB III: +440 Personen oder 11,6 Prozent; SGB II: +544 Personen oder +11,8 Prozent). So waren 1.614 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+61,8 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 813 Menschen mehr (+18,8 Prozent).

Die Arbeitslosenquote stieg im Mai auf 6,1 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,6 Prozent.

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 166 Stellen. Dies entspricht einem Minus von 43 Stellen bzw. -20,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren 423 Stellen oder 71,9 Prozent weniger gemeldet. Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 1.473 offene Stellen. Das waren ebenfalls deutlich weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (-652 Stellen oder -30,7 Prozent). Der Stellenbestand lag mit 1.104 gemeldeten Stellen auch unter den Vormonatswerten (-174 oder -13,6 Prozent) und 508 Stellen weniger als im Vorjahr (-31,4 Prozent).

Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit ist auch im Mai deutlich gestiegen. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist seit den beiden letzten Monaten März und April im Agenturbezirk Bad Homburg nochmals gestiegen. Waren in den beiden vergangenen Monaten insgesamt 6.101 geprüfte Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen, so hat sich die Zahl im Mai nochmal erhöht. Im Mai wurden nach den vorläufigen Zahlen 897 Anzeigen auf Kurzarbeit gestellt.

Agenturbezirk Bad Homburg

Insgesamt stellten die Unternehmen bis Ende April insgesamt 6.101 geprüfte Anzeigen, und meldeten damit Kurzarbeit an. Rechnet man die vorläufigen Zahlen des Mai dazu wurden seit Beginn der Pandemie 6.998 Anzeigen auf Kurzarbeit gestellt.

Die Zahl der Betroffenen Mitarbeiter/innen in den Unternehmen, für die Kurzarbeit angemeldet wurde, lag bis Ende April bei 86.118 Personen. Hinzu kämen noch die Beschäftigten, für die im zurückliegenden Monat Kurzarbeit angemeldet wurde. Hierbei handelt es sich um 22.890 Betroffene. Insgesamt sind 109.008 Beschäftigte von einer möglichen Kurzarbeit betroffen.

Hierbei ist festzuhalten, dass dies eine Gesamtsumme der möglichen Kurzarbeiter darstellt. Die tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter fällt in der Regel deutlich niedriger aus, da nicht alle Mitarbeiter/innen eines Unternehmens in Kurzarbeit tätig sind, auch wenn das Unternehmen rein vorsorglich für alle im Unternehmen beschäftigten Kurzarbeit anmeldet.

Die Zahl der tatsächlichen Kurzarbeiter im Agenturbezirk Bad Homburg liegt per Ende Mai bei 40.293 Beschäftigten. Damit sind tatsächlich ca. 13 Prozent der Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (305.732) im Agenturbezirk in Kurzarbeit tätig und weniger als die Hälfte aller Beschäftigten für die bisher Kurzarbeit (109.008) beantragt wurde.

Hochtaunuskreis

Im Hochtaunuskreis liegen nunmehr insgesamt 2.075 geprüfte Anzeigen von Unternehmen aus den Monaten März und April vor. Im Mai meldeten die Unternehmen 283 neue Anzeigen auf Kurzarbeit. Insgesamt wurden für 18.790 Beschäftigte für die Monate März und April Kurzarbeit angemeldet. Im Mai kamen nochmal 4.115 Beschäftigte dazu.

Auf Landkreisebene können wir keine tatsächliche Zahl der in Kurzarbeit beschäftigten Berufstätigen angeben. Dies ist statistisch nicht möglich.

Main-Taunus-Kreis

Im Main- Taunus-Kreis liegen nunmehr insgesamt 2.055 geprüfte Anzeigen von Unternehmen aus den Monaten März und April vor. Im Mai meldeten die Unternehmen 298 neue Anzeige auf Kurzarbeit. Insgesamt wurden für 27.071 Beschäftigte für die Monate März und April Kurzarbeit angemeldet. Im Mai kamen nochmal 4.141 Beschäftigte dazu.

Auf Landkreisebene können wir auch hier keine tatsächliche Zahl der in Kurzarbeit beschäftigten Berufstätigen angeben.

Kreis Groß-Gerau

1.917 geprüfte Anzeigen lagen im Landkreis Groß-Gerau zum Ende April 2020 vor. Von Kurzarbeit betroffen waren demnach 40.383 Personen. Es gingen im Mai noch zusätzlich 316 Anzeigen ein. Im Mai wurde damit vorsorglich nochmal für 14.634 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.

Auch im Kreis Groß-Gerau ist keine statistische Auswertung der tatsächlich in Kurzarbeit tätigen Beschäftigten möglich.