01.09.2020 | Presseinfo Nr. 54

Pandemie hat Arbeitsmarkt fest im Griff - Arbeitslosenzahlen steigen

Arbeitslosenquote stieg auf 5,8 Prozent.

Anstieg weiterhin in allen Personen- und Altersgruppen.

Stärkster Anstieg in der Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren.

Anstiege in beiden Rechtskreisen.

Erneuter leichter Zuwachs bei Stellenmeldungen.

Leichte Zuwächse auch beim Stellenbestand.

Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin stark.

Anzahl der Anzeigen auf Kurzarbeit weiter gesunken.
 

Die Zahl der Arbeitslosen ist auch im August wieder angestiegen. Dabei haben der SGB III Bereich und der SGB II Bereich nahezu gleichermaßen zugelegt. Die Anstiege im August betreffen am Stärksten die Jugendlichen unter 25 Jahren. Im Vorjahresvergleich verzeichnet der SGB III Bereich aufgrund der geringen Anstiege im letzten, aber auch in den vergangenen Jahren den größten Anstieg überhaupt. Hier liegen die Zuwächse im Agenturbezirk und in den drei Landkreisen im August bei durchschnittlich knapp 80 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat bei durchschnittlich 3 Prozent. Dies veranschaulicht die Auswirkungen der Pandemie recht deutlich, da die sonst üblichen Mechanismen am Arbeitsmarkt, die in „normalen“ Zeiten Rückgänge hervorrufen, in diesen Zeiten keine Anwendung finden. 

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 23.392 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren im Vergleich zum Vorkrisenmonat Juli 960 Menschen (+4,3 Prozent) mehr. Gegenüber dem August 2019 waren 7.396 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+46,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) stieg um 02 Prozent auf 5,8 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 4,0 Prozent.

„Der Monat August endet im Wesentlichen nicht anders wie die beiden vergangenen Monate: Wir haben einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen. Dieser verteilt sich im August fast gleichermaßen auf beide Rechtskreise, wobei die Zunahme bei den Langzeitarbeitslosen etwas stärker ausgeprägt ist. Diese Situation wird sich in den nächsten Monaten bedauerlicherweise noch verstärken. Das Instrument der Kurzarbeit fungiert immer noch als Puffer und sorgt dafür, dass die Arbeitslosigkeit im Bereich des Arbeitslosengeldes I im Gegensatz zum SGB II Bereich moderater ansteigt. Hier zeigt sich das Dilemma, dass Personen, die bereits von Arbeitslosigkeit betroffen waren zurzeit kaum eine neue Anstellung finden. Dies stellt auch die größte Herausforderung dar. Die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die, durch die Krise gebeutelte Wirtschaft nimmt zwar Fahrt auf und es zeigt sich ein stetiger Aufwärtstrend, dennoch haben wir im Verhältnis zur Arbeitslosenzahl geringe Stellenmeldungen und damit kaum Abgänge in Arbeit. Dies führt dazu, dass diejenigen, die am Ende in den Bereich des SGB II wechseln müssen, zunehmen werden. Die Zahl der Arbeitslosen wird sich vorerst verschieben. Hinzu kommen auch die vielen Solo-Selbständigen, die noch nicht von der einsetzenden wirtschaftlichen Entspannung profitieren können. Diese Diskrepanz werden wir in den nächsten Monaten noch nicht auflösen können. Erst eine globale wirtschaftliche Entspannung wird für den erhofften Umschwung am Arbeitsmarkt sorgen und uns einen dringend benötigten Anstieg an Stellenmeldungen bescheren.

Die mangelnden offenen Stellen, die aus unternehmerischer Sicht noch nicht möglich sind, fehlen uns in diesem Jahr auch in der Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren. Wer in diesem Jahr seine Ausbildung beenden konnte, wurde nicht mehr, wie in den vergangenen Jahren übernommen. Der dadurch bedingte saisonale Anstieg in dieser Gruppe ist deswegen in diesem Jahr deutlich größer und zeichnet sich schon jetzt als ein weiteres enormes Handlungsfeld ab. Insbesondere im Vergleich zum Vorjahr haben wir im Agenturbezirk in beiden Rechtskreisen zusammen einen Zuwachs von 50 Prozent zu verzeichnen. Diese Situation hatten wir zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Rückblickend wissen wir, dass wir auch diese Krise gemeistert haben und sich die Zahl der Erwerbslosen auch wieder verringern wird“, erklärt Matthias Oppel, Vorsitzender der Geschäftsführung.

„Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist indes unverändert. Wir konnten aktuell die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber vermehrt durch den Schulbeginn und die Nutzung der Einstiegsqualifizierung verringern. Dennoch suchen noch zahlreiche junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Die Stornierungen bei der Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen betrugen auch im August noch rund 25 Prozent. Dies ist insofern besonders bedauerlich, da sich der Fachkräftemangel nach der Pandemie fortsetzen wird. Wir müssen hier verstärkt dran arbeiten, auch in den Wochen nach dem Ausbildungsbeginn junge Menschen auszubilden oder ihnen zumindest eine Einstiegsqualifizierung anbieten. Gerade in Krisenzeiten bietet dieses Instrument für beide Seiten nur Vorteile“, so Matthias Oppel.

„Wie sich die nächsten Monate dagegen entwickeln, lässt sich nur schwer vorhersagen. Doch wird die einsetzende wirtschaftliche Entspannung dazu führen, dass sich der Arbeitsmarkt wieder erholen kann und wird. Durch das Instrument der Kurzarbeit wird es möglich sein, die Pufferwirkung zu halten. Maßgeblich werden die weiteren Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt von den nationalen und globalen Entwicklungen der Pandemie in den Herbst- und Wintermonaten abhängen. Wir müssen den IST- Zustand halten bzw. verbessern, um sehr gute Chancen zu haben, dass sich der eingestellte leichte Aufwärtstrend stetig verstärkt. Dennoch dürfen wir die Zuversicht nicht verlieren, wir leben in einer grundsätzlich wirtschaftlich starken Region, die es ermöglicht, Krisen zu bewältigen. Dies haben wir in der Finanzkrise schon erlebt“, stellt Oppel fest.

Stellenmarkt

Auch der August sorgte für einen minimalen Zuwachs an offenen Stellen: Insgesamt meldeten die Unternehmen im August 692 stellen, 28 Stellen mehr (+4,2 Prozent) als im Juli. Allerdings waren es immer noch 39,5 Prozent oder 452 Stellen weniger als im August 2019. Der Stellenbestand konnte ebenfalls zulegen. Im Vergleich zum Vormonat belief sich der Bestand auf insgesamt 2.311 Stellen. Das ist ein Plus von 135 Stellen (+6,2 Prozent) gegenüber Juli. Im Vergleich zum August 2019 sind 2.111 Stellen weniger gemeldet worden (- 47,7 Prozent).  

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn belief sich im August auf 5.007 Stellen. Das entspricht einem Minus von 3.737 Stellen oder 42,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019. Damit ist der Zugang an offenen Stellen im gesamten Agenturbezirk seit Einsetzen der Pandemie weiterhin um 40 Prozent eingebrochen.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für den die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 406 Menschen (+3,6 Prozent) auf 11.753 zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im August 5.436 Menschen mehr (+86,1 Prozent) gezählt.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 11.639 Menschen (+554 Personen oder 5,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren 1.960 Personen mehr (+20,3 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 50,2 Prozent (SGB III) zu 49,8 Prozent (SGB II). 

Ausbildungsmarkt

Die hier veröffentlichten Werte bilden auch in diesem Monat nicht die tatsächlichen Zahlen ab. Die genannten Zahlen geben daher nur einen groben Überblick über die Auswirkungen der Pandemie auf dem Ausbildungsmarkt ab. Die tatsächlichen Zahlen können nur eingeschränkt ermittelt werden und stehen nicht für eine Veröffentlichung zum Ausbildungsmarkt zur Verfügung.

Agenturbezirk Bad Homburg gesamt

Seit Beginn des Ausbildungsjahres wurden im Bezirk der Arbeitsagentur Bad Homburg bislang 3.278 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 253 Stellen weniger als im Vorjahreszeitraum und entspricht einem Minus von 7,2 Prozent.

Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber lag im August bei 4.357.  Hier ist ein Rückgang von 527 Bewerberinnen und Bewerbern ersichtlich. Dies entspricht einem Minus von 10,8 Prozent.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,75 gemeldeten Berufsausbildungsstellen je gemeldeten Bewerber. Im Vorjahreszeitraum lag die Relation bei 0,72.

Von den seit Beginn des Berichtsjahres gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern sind 1.088 zurzeit noch unversorgt. Das sind 105 Jugendliche oder 10,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Ausbildungsjahres 2018/2019. Zur Gruppe der unversorgten Bewerber zählen Jugendliche und junge Erwachsene, die nach der Schule noch keinen Ausbildungsplatz, einen weiteren Schulbesuch, Studium oder eine andere Alternative bis 30. September 2020 haben.

Demgegenüber stehen 839 noch unbesetzte Ausbildungsstellen. Dies sind 156 Stellen weniger (-15,7 Prozent) als vor einem Jahr.

Rein rechnerisch entspricht diese Relation einem Verhältnis von 0,77 unbesetzten Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber. Im Vergleichszeitraum lag das Verhältnis bei 1.01.

Hochtaunuskreis

Im August 2020 lag die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen im Hochtaunuskreis bei 1.052. Das waren 175 oder 14,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber lag im August bei insgesamt 1.264 Jugendlichen. Damit waren 12 Jugendliche oder 0,9 Prozent weniger gemeldet.

Rein rechnerisch ergibt dies eine Relation von 0,83 gemeldeten Berufsausbildungsstellen je gemeldeten Bewerber. Im Jahr zuvor lag die Relation bei 0,96.

Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber fiel mit 271 jungen Menschen höher aus, als vor einem Jahr (42 oder 18,3 Prozent). Ihnen stehen im August aktuell 229 unbesetzte Berufsausbildungsstellen gegenüber, dies sind 98 Stellen weniger (-30,0 Prozent) als vor einem Jahr.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,85 unbesetzten Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber. Im Vorjahr lag die Relation bei 1,43.

Main-Taunus-Kreis

Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes sieht wie folgt aus: Insgesamt meldeten die Unternehmen seit Beginn des Berichtsjahres 780 Berufsausbildungsstellen, 17,2 Prozent (- 162 Ausbildungsstellen) weniger als im August 2019. Auf der Bewerberseite gingen seit dem 1. Oktober 1.274 Bewerbermeldungen ein, 15,9 Prozent weniger (-241 Jugendliche) als im Vorjahr.

Daraus ergibt sich rein rechnerisch eine Relation von 0,61 Berufsausbildungsstellen je Bewerber. Im Vorjahr lag die Relation ebenfalls bei 0,62.

Im August dieses Jahres waren 372 Bewerberinnen und Bewerber noch unversorgt, das waren 15 weniger (-3,9 Prozent) als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 222 Berufsausbildungsstellen noch nicht besetzt, 66 weniger (-22,9 Prozent) als im August 2019.

Die Relation unbesetzter Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber liegt damit rein rechnerisch bei 0,60. Im Vorjahr lag die Relation bei 0,74.

Kreis Groß-Gerau

Insgesamt wurden 1.446 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 84 oder 6,2 Prozent mehr als im August 2019. Gleichzeitig lag die Bewerberzahl mit insgesamt 1.819 Meldungen unter dem Vorjahreswert (-274 Personen oder 13,1 Prozent).

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,79 Berufsausbildungsstellen je Bewerber. Im Vorjahr lag die Relation bei 0,65.

445 Jugendliche waren im August noch unversorgt, das waren 78 mehr (21,3 Prozent) als im Vorjahr. Ihnen stehen noch 388 unbesetzte gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber. Dies sind 8 Stellen mehr (2,1 Prozent) als vor einem Jahr.

Die Relation unbesetzter Ausbildungsstellen je unversorgter Bewerber liegt rein rechnerisch bei 0,87. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 1,04.

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Die drei Landkreise des Agenturbezirks Bad Homburg hatten auch im Monat August eine ähnliche Entwicklung zu verzeichnen. Der Main-Taunus-Kreis erklimmt nun auch die 5 – Prozent Marke der Arbeitslosenquote. Damit liegen die Werte in den beiden Kreisen Hochtaunus und Main-Taunus deutlich über den Quoten seit Bestehen des Agenturbezirks.  

Hochtaunuskreis

Im August waren im Hochtaunuskreis insgesamt 6.393 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 333 Personen (+5,5 Prozent) mehr als im Juli und 2.281 Menschen (+55,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Davon waren 3.240 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 3.153 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Im SGB III Bereich waren 113 Personen oder 3,6 Prozent mehr arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 220 Arbeitslose oder 7,5 Prozent mehr als im Vormonat. (Relation: 50,7 Prozent zu 49,3 Prozent).  

Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Rechtskreis SGB III 1.448 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+80,8 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 833 Personen mehr (+35,9 Prozent). 

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozent auf 5,3 Prozent. Im August 2019 lag die Quote bei 3,5.

Der Zugang offener Stellen belief sich auf insgesamt 155 Stellenmeldungen im August (-70 Stellen oder 31,1 Prozent). Der Zugang offener Stellen im Vergleich zum August 2019 wies einen Rückgang von 186 Stellen auf. Dies entspricht einem Minus von 54,5 Prozent. Der Stellenbestand lag bei 637 offenen Stellen. Das waren neun Stellen oder 1,4 Prozent weniger gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr lag der Bestand bei 685 Stellen oder 51,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 1.485 Stellen und somit auf 1.354 Stellen weniger (-47,7 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.   

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im August um 256 Menschen (+4,1 Prozent) auf 6.549 zu. Im Vergleich zum Vorjahr waren 2.098 Menschen mehr (+47,1 Prozent) gemeldet.

Davon waren 3.390 Personen dem Rechtskreis SGB III und 3.159 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 51,8 Prozent (SGB III) zu 48,2 Prozent (SGB II). Im Bereich des SGB III gab es einen Zuwachs von 91 Erwerbslosen (+2,8 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Mit Blick auf den SGB II Bereich gab es einen Zuwachs von 165 Personen oder 5,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg von 1.621 Personen im Bereich des SGBIII oder 91,6 Prozent und einen Zuwachs von 477 Erwerbslosen oder 17,8 Prozent im Bereich der Grundsicherung. Im Vorjahresvergleich stieg damit die Arbeitslosigkeit im Bereich des Arbeitslosengeldes I auch in diesem Monat prozentual am Stärksten an.

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent und liegt damit nunmehr 1,5 Prozent über dem Vorjahreswert (3,5 Prozent).  

Der Bestand offener Stellen lag bei 706 Stellen und damit 73 Stellen oder 11,5 Prozent über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Bestand 386 Stellen bzw. 35,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Zugang offener Stellen lag mit 247 Stellen und 61 Stellen bzw. 32,8 Prozent über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 8 Stellen weniger gemeldet worden, was einem Minus von 3,1 Prozent entspricht.

Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 1.344 Stellen, 639 Stellen weniger (- 32,2 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen im August auf 10.450.  Das waren 371 Personen mehr als im Juli (+3,7 Prozent) und 3.017 mehr (+40,6 Prozent) als vor einem Jahr.   

Darunter waren 5.123 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 5.327 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 49,0 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 51,0 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit stieg seit Juli in beiden Rechtskreisen. (SGB III: +202 Personen oder 4,1 Prozent; SGB II: 169 Personen oder 3,3 Prozent). So waren 2.367 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+85,9 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 650 Menschen mehr (+13,9 Prozent).  

Die Arbeitslosenquote stieg im August auf 6,8 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 5,9 Prozent.     

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 290 Stellen. Dies entspricht einem Plus von 37 Stellen bzw. 14,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren 258 Stellen oder 47,1 Prozent weniger gemeldet.  Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 2.178 offene Stellen. Das waren ebenfalls deutlich weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (-1.744 Stellen oder – 44,5 Prozent). Der Stellenbestand lag mit 968 gemeldeten Stellen über den Vormonatswerten (+53 oder + 5,8 Prozent) und 1.040 Stellen weniger als im Vorjahr (-51,8 Prozent).    

Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit flachte auch im August im Vergleich zu den Vormonaten sehr deutlich ab. Die Zahl der geprüften Anzeigen und der darin genannten Personen ist damit nur minimal angestiegen. Insgesamt liegen für den Agenturbezirk nun für den Zeitraum April bis Ende August insgesamt 7.643 Anzeigen auf Kurzarbeit vor. Damit hat sich die Zahl im August nur leicht erhöht.

Agenturbezirk Bad Homburg

Insgesamt gingen im Agenturbezirk im August noch 71 Anzeigen auf Kurzarbeit ein. Angemeldet wurde die Kurzarbeit für insgesamt 2.148 Beschäftigte. Insgesamt stellten die Unternehmen von April bis Ende August insgesamt 7.643 Anzeigen, und meldeten damit Kurzarbeit an. Die Zahl der Betroffenen Mitarbeiter/innen in den Unternehmen, für die Kurzarbeit angemeldet wurde, lag bis Ende August agenturweit bei 120.517 Personen.

Hierbei ist festzuhalten, dass dies nicht die Gesamtsumme der möglichen Kurzarbeiter darstellt. Die tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter fällt in der Regel deutlich niedriger aus, da nicht alle Mitarbeiter/innen eines Unternehmens in Kurzarbeit tätig sind, auch wenn das Unternehmen rein vorsorglich für alle im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer Kurzarbeit anmeldet. Es kann im Moment noch nicht genau ermittelt werden, wie hoch die Zahl der tatsächlichen Kurzarbeiter per Ende August sind. Diese Zahl kann statistisch jedoch für den einzelnen Agenturbezirk nicht exakt erfasst werden. Die Zahl der tatsächlichen Kurzarbeiter im Agenturbezirk Bad Homburg lag per Ende Mai bei 40.293 Beschäftigten. Damit sind tatsächlich ca. 13 Prozent der Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (305.732) im Agenturbezirk in Kurzarbeit tätig. Dieser Wert muss auch für den August angenommen werden.  Geht man von den gemeldeten Personen in Anzeigen aus, so wurde für knapp 40 Prozent aller Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten Kurzarbeit gemeldet.

Hochtaunuskreis

Im Hochtaunuskreis liegen nunmehr von April bis Ende August insgesamt 2.538 Anzeigen von Unternehmen vor. Im August hatten die Unternehmen 21 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingereicht. Betroffen sind damit 897 Beschäftigte in Kurzarbeit. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum für 26.535 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Damit gingen auch im August die wenigsten Anzeigen ein. Die meisten Anzeigen gingen tatsächlich im April dieses Jahres auf dem vorläufigen Höhepunkt der Pandemie ein.

Main-Taunus-Kreis

Im Main- Taunus-Kreis liegen nunmehr von April bis Ende August insgesamt 2.554 Anzeigen von Unternehmen vor. Im August meldeten die Unternehmen 13 neue Anzeige auf Kurzarbeit. Damit kamen 106 potentielle Kurzarbeiter hinzu. Insgesamt wurde für den Zeitraum von April bis heute für 33.666 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Wie schon in den anderen Kreisen lag der Höhepunkt auch hier im April. Mit dem August wurde der vorläufige niedrigste Stand an gestellten Anzeigen erreicht.

Kreis Groß-Gerau

2.551 Anzeigen lagen im Landkreis Groß-Gerau Ende August vor. Von Kurzarbeit betroffen waren demnach 60.296 Personen. Damit hat sich die Zahl der Personen in Anzeigen im August erstmals verringert. Es wurden in den Betrieben nicht für alle Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Davon gingen im August 37 Anzeigen ein. Damit wurde für 1.145 Menschen Kurzarbeit angemeldet.