02.03.2021 | Presseinfo Nr. 12

Februar sorgt trotz Lockdown für etwas Entspannung am Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote unverändert bei 5,4 Prozent.

Fast alle Personen- und Altersgruppen konnten vom Rückgang profitieren.

Rückgänge in beiden Rechtskreisen im Vergleich zum Vormonat.

Im Vergleich zum Vorjahr leichte Verbesserungen.

Leichte Rückgänge bei Stellenmeldungen.

Stellenzuwachs im Bestand.

Kurzarbeit: Rund 300 neue Anzeigen im Februar.
 

Die Zahl der Arbeitslosen sank im vergangenen Monat, bleibt aber insbesondere Im Vorjahresvergleich noch auf hohem Niveau.   

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 21.636 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren im Vergleich zum Vormonat 359 Menschen (-1,6 Prozent) weniger. Gegenüber dem Februar des Vorjahres waren 5.318 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+32,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) blieb unverändert bei 5,4 Prozent. Im Vorjahresvergleich lag die Quote bei 4,1 Prozent. Der pandemiebedingte Anstieg liegt bei 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenjahr.

„Trotz des Lockdown konnten wir im Februar im Vergleich zum Vormonat Januar 2021 einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen im gesamten Agenturbezirk verzeichnen. Obwohl die Abnahme saisonüblich ist, ist es erfreulich, dass wir in diesen herausfordernden Zeiten eine gewisse Beständigkeit auf dem Arbeitsmarkt verzeichnen konnten. Verglichen mit dem Vorjahr sind jedoch weiterhin deutlich mehr Arbeitslose gemeldet. Doch nimmt der Abstand kontinuierlich ab, auch in den Landkreisen. Hier weist die Entwicklung jedoch einige Unterschiede auf, da wir eine unterschiedliche Arbeitgeberstruktur in den Landkreisen vorfinden. Während im Landkreis Groß-Gerau neben dem Flughafen als Arbeitgeber zudem viele klein- und mittelständische Unternehmen ansässig sind, haben wir im Main-Taunus-Kreis genau das Gegenteil. Während in Nicht-Krisenzeiten internationale Unternehmen als Jobmotor fungieren, da ein größerer Bedarf an Beschäftigten herrscht, so zeigen sich diese Unternehmen zwar in einer globalen Krise als krisenfester, können aber im Gegensatz zu kleineren Betrieben wenig Bewegung in beide Richtungen aufweisen. So hat sich im Main-Taunus-Kreis die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr mit 43,7 Prozent deutlich stärker erhöht als im Landkreis Groß-Gerau mit 25,4 Prozent. Gleichwohl verzeichnen beide Kreise, ebenso wie der Hochtaunuskreis, im Vergleich zum Vormonat leichte Rückgänge“, erläutert Matthias Oppel, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Bad Homburg. 

„Insgesamt können wir positive Tendenzen verzeichnen, auch wenn diese sich langsam entwickeln. Lediglich bei den Langzeitarbeitslosen setzt sich die Entwicklung aus den Vormonaten fort. Die Zahlen steigen weiter an, so dass die Werte mittlerweile bei 38,6% über dem Vorjahresniveau liegen. Dieser Trend wird sich trotz des Rückgangs in den nächsten Monaten nicht so schnell durchbrechen lassen“, prognostiziert Matthias Oppel.

„Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen ist gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen, wobei die seit Jahresbeginn neu gemeldeten Arbeitsstellen deutlich unter dem Niveau der Vorjahre liegen. Bedauerlicherweise zeichnet sich auch im Februar noch keine signifikante Trendwende ab. Die weitere Pandemieentwicklung wird in den nächsten Wochen etwas Klarheit bringen, so dass sich dann auch Entwicklungen für den Arbeitsmarkt projizieren lassen werden. Bei der überwiegenden Zahl der Betriebe stehen die Zeichen weiterhin auf Kurzarbeit. So stieg die Zahl der Anzeigen und Anträge auch im Februar weiter an. Das Thema Kurzarbeit wird die Mehrzahl der Arbeitgeber in den kommenden Monaten weiter beschäftigen und dadurch den Arbeitsmarkt in dem seit einem Jahr „stabilen“ Gleichgewicht halten. Was den Ausbildungsmarkt angeht, so werden wir nächsten Monat mit den ersten zu veröffentlichen Zahlen mehr wissen. Es lässt sich jedoch schon heute feststellen, dass die Lage durch Schulschließungen, Lockdown und Kurzarbeit auch in diesem Jahr angespannt ist und bleiben wird. Wir werden hier eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe haben, so viele Jugendliche wie möglich auszubilden und überdies nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung in den Betrieben zu halten. Ich bin trotz der aktuellen Situation zuversichtlich, dass wir diese Herausforderung bewältigen können. Ich möchte alle Arbeitgeber*innen und Schüler*innen aufrufen, sich bei der Agentur per Mail oder telefonisch zu melden. Wir beraten am Telefon oder per Video und bieten so die Unterstützung an, um Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden trotz fehlendem persönlichen Kontakt zusammenzubringen“, so Matthias Oppel.

Stellenmarkt

Der Stellenmarkt konnte auch im Februar keinen Zuwachs verzeichnen. Im Vergleich zum Vormonat gingen die Stellenmeldungen zurück. Im Vergleich zum Januar meldeten die Unternehmen insgesamt 662 Stellen, 17 Stellen weniger (-2,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr 2020 waren 23,5 Prozent oder 205 Stellen weniger gemeldet worden. Der Stellenbestand konnte dagegen etwas zulegen. Im Vergleich zum Januar belief sich der Bestand auf insgesamt 2.657 Stellen. Das stellt ein Plus von 35 Stellen (+1,3 Prozent) gegenüber dem Vormonat dar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2020 waren 967 Stellen weniger im Bestand gemeldet. Dies entspricht einem Minus von 26,7 Prozent.   

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn belief sich in diesem Monat auf 1.341 Stellen. Das entspricht einem Minus von 281 Stellen oder – 17,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für das die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 280 Menschen (+2,5 Prozent) auf 10.905 Erwerbslose ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2020 wurden im Februar 2021 3.856 Menschen mehr (+54,7 Prozent) gezählt.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, nahm die Zahl der Arbeitslosen auf 10.731 Menschen (-79 Personen oder - 0,7 Prozent) ab. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 waren im Februar noch 1.462 Personen mehr (+15,8 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 50,4 Prozent (SGB III) zu 49,6 Prozent (SGB II). 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Derzeit stehen 298.798 Personen in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Das sind 3.727 Personen (-1,2 Prozent) weniger als im Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahr waren 2.279 Personen weniger in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung tätig. Dies entspricht einem Rückgang von 0,8 Prozent.

Ausbildungsmarkt

Das Ausbildungsjahr 2019/2020 endete am 30. September 2020. Ende März 2021 werden die neuen aktuellen Zahlen zum Ausbildungsmarkt monatlich veröffentlicht.

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Die Entwicklung in den Landkreisen ist nahezu identisch mit der Gesamtentwicklung des Agenturbezirks, wobei die Stellenmeldungen und der Bestand sich unterschiedlich entwickelten.    

Hochtaunuskreis

Im Januar 2021 waren im Hochtaunuskreis insgesamt 6.059 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 99 Personen (- 1,6 Prozent) weniger als im Januar und 1.534 Menschen (+33,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr im Februar 2020. Davon waren 2.991 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 3.068 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Im SGB III Bereich waren 78 Personen oder 2,5 Prozent weniger arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 21 Personen oder - 0,7 Prozent weniger als im Januar. (Relation: 49,4 Prozent zu 50,6 Prozent).  

Gegenüber dem Vorjahresmonat Februar 2020 waren im Rechtskreis SGB III 904 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+43,3 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 630 Personen mehr (+25,8 Prozent). 

Die Arbeitslosenquote blieb auch im Februar unverändert 5,1 Prozent. Im Februar 2020 lag die Quote bei 3,8 Prozent. Der pandemiebedingte Anstieg liegt damit im Februar 2021 bei 1,3 Prozent.

Der Zugang offener Stellen belief sich auf insgesamt 223 Stellenmeldungen in diesem Monat (60 Stellen oder + 36,8 Prozent mehr). Der Zugang offener Stellen wies im Vergleich zum Vorjahr 2020 einen Rückgang von 27 Stellen auf. Dies entspricht einem Minus von 10,8 Prozent. Der Stellenbestand lag bei 754 offenen Stellen. Das waren 49 Stellen oder +7,0 Prozent mehr gegenüber dem Vormonat Januar 2020. Gegenüber dem Vorjahr lag der Bestand bei 303 Stellen oder – 28,7 Prozent hinter dem Vorjahreswert des Februar 2020 zurück. Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 386 Stellen und somit auf 106 Stellen weniger (- 21,5 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.   

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im Februar 2021 um 140 Menschen (-2,2 Prozent) auf 6.203 ab. Im Vergleich zum Vorjahr waren 1.887 Menschen mehr (+ 43,7 Prozent) gemeldet.

Davon waren 3.242 Personen dem Rechtskreis SGB III und 2.961 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 52,3 Prozent (SGB III) zu 47,7 Prozent (SGB II). Im Bereich des SGB III gab es einen Rückgang von 116 Erwerbslosen (-3,5 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Dies gilt auch für den SGB II Bereich. Hier gab es eine Abnahme von 24 Personen oder -0,8 Prozent. Insgesamt waren 1.386 Personen oder 74,7 Prozent mehr im Bereich des SGB III im Vergleich zum Vorjahr 2020 gemeldet. Im SGB II Bereich sah es wie folgt aus:  Hier waren im Vergleich zum Vorjahr 501 Erwerbslose oder 20,4 Prozent mehr gemeldet.

Die Arbeitslosenquote sank in diesem Monat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent ab und liegt damit dennoch 1,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Dies stellt auch den pandemiebedingten Anstieg dar.

Der Bestand offener Stellen lag bei 800 Stellen und damit 2 Stellen oder 0,3 Prozent über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 lag der Bestand mit 159 Stellen bzw. -16,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Der Zugang offener Stellen lag mit 190 Stellen und 116 Stellen bzw. 37,9 Prozent unter dem Vormonatswert vom Januar 2021. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 waren 8 Stellen mehr gemeldet worden, was einem Plus von 4,4 Prozent entspricht. Damit ist der Main-Taunus-Kreis der einzige Kreis, der bei den Stellenmeldungen auch im Februar den Monat des Vorkrisenjahres 2020 leicht übertroffen hat. Leider hat dies keine Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Hier haben wir immer noch einen Anstieg von über 43 Prozent.    

Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 496 Stellen, 120 Stellen mehr (+31,9 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen im Februar auf 9.374. Das waren 120 Personen weniger als im Vormonat Januar (-1,3 Prozent) und 1.897 mehr (+25,4 Prozent) als vor einem Jahr.   

Darunter waren 4.672 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 4.702 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 49,8 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 50,2 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit sank in beiden Rechtskreisen. (SGB III: -86 Personen oder -1,8 Prozent; SGB II: -34 Personen oder -0,7 Prozent). So waren 1.566 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+50,4 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 331 Menschen mehr (+7,6 Prozent).

Die Arbeitslosenquote sank im Februar um 0,1 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,9 Prozent. Damit stieg die Quote pandemiebedingt um 1,2 Prozent.

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 249 Stellen. Dies entspricht einem Plus 39 Stellen bzw. +18,6 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat Januar. Im Vorjahresvergleich 2020 waren 184 Stellen oder -42,5 Prozent weniger gemeldet worden. Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 459 offene Stellen. Das waren -295 Stellen oder – 39,1 Prozent weniger. Der Stellenbestand lag mit 1.103 gemeldeten Stellen ebenfalls unter dem Vormonatswert (- 16 Stellen oder -1,4 Prozent) und 505 Stellen weniger als im Vorjahr 2020 (- 31,4 Prozent).

Kurzarbeit

Es wurden auch im Februar Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit gemeldet, wobei diese nicht das Niveau des Vormonats Januar erreichten.

Agenturbezirk Bad Homburg

Insgesamt gingen im Agenturbezirk im Februar 2021 301 Anzeigen für Kurzarbeit ein. Angemeldet wurde die Kurzarbeit für insgesamt 2.176 Beschäftigte. Insgesamt stellten die Unternehmen von April bis heute insgesamt 9.759 Anzeigen, und meldeten damit Kurzarbeit an. Die Zahl der Betroffenen Mitarbeiter/innen in den Unternehmen, für die Kurzarbeit angemeldet wurde, lag bis heute agenturweit bei 139.057 Beschäftigten. Auch hier gilt weiterhin, dass es sich dabei nicht um die tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter handelt, sondern um die gemeldete Anzahl an Kurzarbeitern. Diese fällt erfahrungsgemäß etwas niedriger aus und kann auch weiterhin statistisch derzeit noch nicht exakt erfasst werden.

Hochtaunuskreis

Im Hochtaunuskreis liegen nunmehr von April bis Ende Februar 2021 insgesamt 3.242 Anzeigen von Unternehmen vor. Im Februar hatten die Unternehmen 97 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingereicht. Für 826 Beschäftigte wurde in diesem Monat in Kurzarbeit angemeldet. Im Gesamtzeitraum wurde für 32.707 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis liegen nunmehr von April bis heute insgesamt 3.284 Anzeigen von Unternehmen vor. In diesem Monat meldeten die Unternehmen 98 neue Anzeigen auf Kurzarbeit an. In diesem Monat wurden 706 potentielle Kurzarbeiter neu gemeldet. Insgesamt wurde für den Zeitraum von April bis heute für 40.007 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.

Kreis Groß-Gerau

3.233 Anzeigen lagen im Landkreis Groß-Gerau insgesamt bis Ende Februar vor. Von Kurzarbeit betroffen, waren demnach 66.343 Beschäftigte. Im Februar wurden 106 Anzeigen gestellt. Damit wurde für 644 Beschäftigte im Februar Kurzarbeit angemeldet.