30.06.2021 | Presseinfo Nr. 35

Weiterer Monat in Folge lässt Arbeitslosigkeit sinken

  • Arbeitslosenquote sinkt auf 4,8 Prozent.
  • Alle Personen- und Altersgruppen konnten erneut vom Rückgang profitieren.
  • Rückgänge im SGB III Bereich im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr.
  • Stellenmeldungen und Bestand konnten nicht zulegen. 
  • Ausbildungsmarkt bleibt angespannt.
  • Kurzarbeit weiterhin rückläufig.       

Die Zahl der Arbeitslosen sank auch im Juni weiter ab. Dennoch liegen die Zahlen weiterhin über dem Vorkrisenjahr 2019, wenn auch bereits mit deutlicher Tendenz nach unten.    

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 19.686 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren im Vergleich zum Vormonat 450 Menschen (-2,2 Prozent) weniger. Gegenüber dem Juni 2020 waren 1.345 Personen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen (- 6,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) sank um 0,2 Prozent auf 4,8 Prozent. Im Jahr 2020 lag die Quote noch bei 5,2 Prozent.

„Mit der verbesserten Pandemiesituation hat sich auch in einem weiteren Monat in Folge die Arbeitslosigkeit reduziert. Wir sind insgesamt auf einem guten Weg. Wir merken, dass die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt und die Unternehmen konkrete Personalplanungen treffen. Wenn sich dieser Trend weiter fortsetzt, können wir von dieser Entwicklung profitieren. Der Arbeitsmarkt zeigt sich robust und aufnahmefähig. Diese Entwicklung wird sich zumindest in den Sommermonaten noch verstärken. Aber auch darüber hinaus sind wir in Teilen auf einem vielversprechenden Weg, die Einbußen der letzten Monate langsam wieder wett zu machen“, erläutert Matthias Oppel, Vorsitzender der Geschäftsführung.

„Auch beim Kurzarbeitergeld merken wir die positiven Signale. Wir hatten im vergangenen Monat kaum noch neue Anzeigen und Anträge zu verzeichnen. Dies ist erfreulich und ein Schritt in die unternehmerische Normalität zurück.  Wichtig ist, dass Unternehmen, die trotz Kurzarbeit Einstellungen planen, sich gut informieren, um eventuelle Ansprüche für die Zukunft nicht zu verlieren. Der Arbeitgeber-Service hilft bei Fragen zu Einstellungen. Wichtig ist, auch alle möglichen Förderungen auszuschöpfen. Dies gilt auch für Betriebe, die sich noch für einen Auszubildenden entscheiden“, weiß Matthias Oppel, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Stellenmarkt

Der Stellenmarkt konnte im Juni nicht zulegen. Im Vergleich zum Vormonat wurden 779 offene Stellen gemeldet, das sind 65 Stellen oder -7,7 Prozent weniger als noch im Mai. Betrachtet man allerdings den Vorjahresvergleich, dann wurden 340 oder 77,4 Prozent mehr gemeldet. Dies verdeutlicht, dass der Stellenmarkt im Vergleich zum Vorjahr erneut zulegen konnte. Dies gilt auch für den Stellenbestand, der sich im Vorjahresvergleich ebenfalls steigern konnte. Im Vergleich zu 2020 konnte der Bestand um 449 Stellen zulegen. Dies entspricht einem Prozentsatz von 20 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Mai reduzierte sich der Bestand dennoch um 190 Stellen auf 2.698 Stellen. Dies entspricht einem Rückgang von 6,6 Prozent.

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn belief sich in diesem Monat auf 4.268 Stellen. Das entspricht einem Plus von 617 Stellen oder 16,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für das die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 497 Menschen (- 5,5 Prozent) auf 8.619 Erwerbslose ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni wurden zum jetzigen Zeitpunkt 1.835 Menschen weniger (- 17,6 Prozent) gezählt.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 11.067 Menschen (+47 Personen oder 0,4 Prozent) an. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 waren 490 Arbeitslose mehr (+4,6 Prozent) gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 43,8 Prozent (SGB III) zu 56,2 Prozent (SGB II). 

Ausbildungsmarkt

Das Ausbildungsjahr 2020/2021 hat am 1. Oktober 2020 begonnen und endet am 30. September 2021.

Seit Beginn des Ausbildungsjahres wurden im Bezirk der Arbeitsagentur Bad Homburg bislang 2.835 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 277 Stellen weniger als im Vorjahreszeitraum und entspricht einem Minus von 8,9 Prozent. 

Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber liegt derzeit bei 3.401. Hier ist ein Rückgang von 547 Ausbildungsstellenbewerber/innen zu verzeichnen. Dies entspricht einem Minus von 13,9 Prozent. 

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 0,83 gemeldeten Berufsausbildungsstellen je gemeldeten Bewerber.

Von den seit Beginn des Berichtsjahres gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern sind 1.574 zurzeit unversorgt. Das sind 378 Jugendliche oder 19,4 Prozent weniger als noch im Juni 2020. Zur Gruppe der unversorgten Bewerber zählen Jugendliche und junge Erwachsene, die nach der Schule noch keinen Ausbildungsplatz, einen weiteren Schulbesuch, Studium oder eine andere Alternative bis 30. September 2021 haben.

Demgegenüber stehen 1.111 noch unbesetzte Ausbildungsstellen. Dies sind 250 Stellen weniger (-18,4 Prozent) als vor einem Jahr. 

Rein rechnerisch entspricht diese Relation einem Verhältnis von 0,71 unbesetzten Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber.

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Die Entwicklung in den Landkreisen ist weiterhin mit der Gesamtentwicklung des Agenturbezirks identisch.    

Hochtaunuskreis

Im Juni 2021 waren im Hochtaunuskreis insgesamt 5.372 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 204 Personen (- 3,7 Prozent) weniger als im Mai und 36 Menschen (+0,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr im Mai 2020. Davon waren 2.334 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 3.038 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Im SGB III Bereich waren 177 Personen oder – 7,0 Prozent weniger arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 27 Personen oder 0,9 Prozent weniger als im Mai. (Relation: 43,4 Prozent zu 56,6 Prozent).  

Gegenüber dem Vorjahresmonat Juni 2020 waren im Rechtskreis SGB III 549 Menschen weniger arbeitslos gemeldet (-19,0 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 585 Personen mehr (+23,8 Prozent). 

Die Arbeitslosenquote sank im Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Im Juni 2020 lag die Quote bei 4,7 Prozent.

Der Zugang offener Stellen belief sich auf insgesamt 208 Stellenmeldungen in diesem Monat (+3 Stellen oder +1,5 Prozent mehr). Der Zugang offener Stellen wies im Vergleich zum Vorjahr 2020 einen Zuwachs von 80 Stellen auf. Dies entspricht einem Plus von 62,5 Prozent. Der Stellenbestand lag in diesem Monat bei 699 offenen Stellen. Das waren 44 Stellen oder -5,9 Prozent weniger gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr lag der Bestand mit 70 Stellen oder – 11,1 Prozent über dem Vorjahreswert des Juni 2020. Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 1.157 Stellen und somit auf 52 Stellen mehr (+4,7 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.   

Im Juni 2021 lag die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen im Hochtaunuskreis bei 842, das waren 144 oder 14,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz lag im Juni bei insgesamt 751 Jugendlichen. Damit waren 396 Jugendliche oder -34,4 Prozent weniger gemeldet.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 1,12 Berufsausbildungsstellen je Bewerber. 

Die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber fiel mit 315 jungen Menschen niedriger aus, als vor einem Jahr (- 250 oder - 44,2 Prozent). Ihnen stehen im Juni aktuell 358 unbesetzte Berufsausbildungsstellen gegenüber, dies sind 52 Stellen weniger (-12,7 Prozent) als vor einem Jahr.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine Relation von 1,14 unbesetzten Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber. 

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im Juni 2021 um 157 Menschen (-2,7 Prozent) auf 5.629 ab. Im Vergleich zum Vorjahr waren 311 Menschen weniger (- 5,2 Prozent) gemeldet.

Davon waren 2.590 Personen dem Rechtskreis SGB III und 3.039 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 46,0 Prozent (SGB III) zu 54,0 Prozent (SGB II). Im Bereich des SGB III konnte ein Rückgang von 152 Erwerbslosen (-5,5 Prozent) gegenüber dem Vormonat verzeichnet werden. Im SGB II – Bereich gab es eine Abnahme von 5 Personen oder - 0,2 Prozent. Insgesamt waren 405 Personen oder – 13,5 Prozent weniger im Bereich des SGB III im Vergleich zum Vorjahr 2020 gemeldet. Im SGB II Bereich sah es wie folgt aus:  Hier waren im Vergleich zum Vorjahr 94 Erwerbslose oder 3,2 Prozent mehr gemeldet.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 4,6 Prozent.  

Der Bestand offener Stellen lag bei 704 Stellen und damit 246 Stellen oder – 25,9 Prozent unter dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 lag der Bestand mit 117 Stellen bzw. 19,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Der Zugang offener Stellen lag mit 210 Stellen und 59 Stellen weniger bzw. – 21,9 Prozent unter dem Vormonatswert zurück. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 waren 61 Stellen mehr gemeldet worden, was einem Plus von 40,9 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 1.399 Stellen, 488 Stellen mehr (+53,6 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.    

Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes sieht wie folgt aus: Insgesamt meldeten die Unternehmen seit Beginn des Berichtsjahres 684 Berufsausbildungsstellen, - 8,2 Prozent (- 61 Ausbildungsstellen) weniger als im Juni 2020.

Auf der Bewerberseite gingen seit dem 1. Oktober 2020 935 Bewerbermeldungen ein, 20,7 Prozent weniger (-244 Personen) als im Vorjahr.

Die rein rechnerische Relation von Berufsausbildungsstellen je Bewerber liegt bei 0,73.

Im Juni 2021 sind 417 Bewerberinnen und Bewerber noch unversorgt, das waren 228 weniger (-35,3 Prozent) als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 256 Berufsausbildungsstellen noch nicht besetzt, 122 weniger (-32,3 Prozent) als im Juni 2020. 

Die Relation unbesetzter Berufsausbildungsstellen je unversorgten Bewerber liegt damit rein rechnerisch bei 0,61.

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen im Juni auf 8.685. Das waren 89 Personen weniger als im Vormonat Mai (-1,0 Prozent) und 1.070 weniger (- 11,0 Prozent) als vor einem Jahr.   

Darunter waren 3.695 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 4.990 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 42,5 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 57,5 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit stellt sich wie folgt in den beiden Rechtskreisen dar: SGB III: - 168 Personen oder – 4,3 Prozent; SGB II: +79 Personen oder + 1,6 Prozent). So waren 881 Menschen im Rechtskreis SGB III weniger arbeitslos als vor einem Jahr (- 19,3 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 189 Menschen weniger (- 3,6 Prozent).  

Die Arbeitslosenquote sank im Juni ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote bei 6,1 Prozent.

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 361 Stellen. Dies entspricht einem Minus von 9 Stellen bzw. -2,4 Prozent weniger als im Vergleich zum Vormonat Mai. Im Vorjahresvergleich 2020 waren 199 Stellen oder +122,8 Prozent mehr gemeldet worden. Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 1.712 offene Stellen. Das waren 77 Stellen oder 4,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand lag mit 1.295 gemeldeten Stellen ebenfalls über dem Vormonatswert (+100 Stellen oder 8,4 Prozent) und 262 Stellen mehr als im Vorjahr 2020 (+ 25,4 Prozent).    

Insgesamt wurden 1.309 Berufsausbildungsstellen gemeldet, - 72 oder – 5,9 Prozent weniger gemeldet als im Vormonat Mai. Gleichzeitig lag die Bewerberzahl mit insgesamt 1.715 Meldungen leicht über dem Vorjahreswert (+ 91 Personen oder + 5,6 Prozent).

Rein rechnerisch ergibt sich im Juni 2021 daraus eine Relation von 0,76 Berufsausbildungsstellen je Bewerber.

842 Jugendliche waren im Juni noch unversorgt, das waren 100 mehr (+ 13,5 Prozent) als im Vorjahr. Ihnen stehen noch 497 unbesetzte gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber. Dies sind 76 Stellen weniger (-13,3 Prozent) als vor einem Jahr.

Die Relation unbesetzter Ausbildungsstellen je unversorgter Bewerber liegt rein rechnerisch bei 0,59.

Kurzarbeit

Es wurden auch im Juni Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit gemeldet, wobei diese erneut deutlich zurückgingen.

Agenturbezirk Bad Homburg

Insgesamt gingen im Agenturbezirk im Juni diesen Jahres 39 Anzeigen für Kurzarbeit ein. Im Vergleich dazu gingen zu Beginn der Pandemie 348 Anzeigen (4.716 Personen) allein im Juni 2020 ein. Angemeldet wurde die Kurzarbeit im Juni 2021 für insgesamt 231 Beschäftigte. Die Kurzarbeit ist weiterhin rückläufig.

Hochtaunuskreis

Im Juni hatten die Unternehmen 10 (Vorjahr 2020: 94 Anzeigen/1.650 Personen) neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingereicht. Für 64 Beschäftigte wurde in diesem Monat lediglich Kurzarbeit angemeldet.

Main-Taunus-Kreis

In diesem Monat meldeten die Unternehmen 16 (Vorjahr 2020: 120 Anzeigen/1.643 Personen) neue Anzeigen auf Kurzarbeit an. Es wurden 80 potentielle Kurzarbeiter neu gemeldet.

Kreis Groß-Gerau

Im Juni kamen 13 (Vorjahr 2020: 134 Anzeigen/1.423) neue Anzeigen hinzu. Damit wurde für 87 Beschäftigte im Juni Kurzarbeit angemeldet.