29.10.2020 | Presseinfo Nr. 58

Trotz Rückgang keine nennenswerte Entspannung am Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote sank auf 5,4 Prozent.

Rückgänge bei fast allen Personen- und Altersgruppen: Ausnahme über 50-Jährige.

Stärkster Rückgang auch im Oktober bei den Männern, gefolgt von den Jugendlichen.

Rückgänge weiterhin in beiden Rechtskreisen.

Landkreis Groß-Gerau verzeichnet auch im Oktober höchsten Rückgang an Arbeitslosen.

Deutliche Stellenzuwächse zu verzeichnen.

Pandemie hat weiterhin Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Anzahl der Anzeigen auf Kurzarbeit im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen.
 

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober im Vergleich zum Vormonat September nochmals gesunken. Im Vorjahresvergleich bleibt der SGB III Bereich weiterhin auf einem enormen Niveau von derzeit 75 Prozent Erwerbslose mehr. Dieses Niveau hält sich seit der Pandemie kontinuierlich.

Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk bezogen auf alle Rechtskreise

Insgesamt waren 21.736 Menschen in den Landkreisen Hochtaunus, Groß-Gerau und Main-Taunus arbeitslos gemeldet. Das waren im Vergleich zum Vormonat 766 Menschen (-3,4 Prozent) weniger. Gegenüber dem Oktober des Vorjahres waren 6.303 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+40,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) sank um 0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent. Im Vorjahresvergleich lag die Quote bei 3,9 Prozent.

„Die saisonale Herbstbelebung hat auch im Oktober dazu geführt, dass wir einen deutlichen Rückgang der Erwerbslosen im Vergleich zu den Vormonaten verzeichnen konnten. Von diesem Rückgang geht allerdings nicht die erhoffte Signalwirkung aus. Trotz sich gerade erholender Wirtschaft und einem weiteren leichten Aufwärtstrend hat die Pandemie, Wirtschaft und Arbeitsmarkt weiterhin fest im Griff. Dies veranschaulichen deutlich die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr. Immer noch 40 Prozent Arbeitslose mehr, lassen auf keine nennenswerte Entspannung hoffen. Auch in der Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren zeigt sich die Pandemie. Im Vergleich zu 2019 sind fast 60 Prozent mehr arbeitssuchende Jugendliche gemeldet, die nach der Ausbildung nicht übernommen wurden. Mit Blick auf frühere Herbstprognosen, in denen wir tatsächlich auch einen stärkeren Zuwachs an jungen Menschen zu verzeichnen hatten, erfüllt mich dies mit Sorge, denn die Stellenmeldungen sind trotz eines Plus von fast 35 Prozent insgesamt zu gering, um eine zügige Integration in den Arbeitsmarkt zu gewährleisten. Wir stehen hier vor einer Herausforderung, die sich nicht so schnell lösen lässt. Obwohl unser Agenturbezirk bisher gut durch die vergangenen Monate kam, hemmen die Entwicklungen im Ausland unseren eher global ausgerichteten Standort. Dennoch ging in diesem Monat auch die Zahl der Menschen zurück, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Die Zahl der Abgänge in Erwerbstätigkeit überwiegen deutlich. Die Zahl der neugemeldeten Arbeitsstellen steigt seit Juli 2020 kontinuierlich. Der monatliche Zugang nähert sich allmählich dem Vorjahreswert an. Auch beim Stellenbestand zeigen sich Verbesserungen. Das Instrument der Kurzarbeit stärkt noch den heimischen, stark unter Druck geratenen Arbeitsmarkt. Im Oktober stieg allerdings erstmals wieder leicht die Zahl der Anträge auf Kurzarbeitergeld“, erklärt Matthias Oppel, Vorsitzender der Geschäftsführung.      

„Wie sich der Arbeitsmarkt im Herbst und Winter entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, wie die wirtschaftliche Lage in den nächsten Wochen aussieht. Dies hängt wiederum ausschließlich von der Pandemielage hier vor Ort, aber auch in den anderen Ländern ab. Gerade wir merken in unserem Agenturbezirk die Wechselwirkungen einer globalen Welt “, weiß Oppel.

Stellenmarkt

Im Oktober konnte erstmals ein deutlicher Zuwachs an offenen Stellen verzeichnet werden.  Im Vergleich zum Vormonat September meldeten die Unternehmen insgesamt 922 Stellen, 235 Stellen mehr (+34,2 Prozent). Im Vergleich zum Oktober 2019 waren 14,0 Prozent oder 150 Stellen weniger gemeldet worden. Was den Stellenbestand angeht, so konnte dieser ebenfalls zulegen. Im Vergleich zum Vormonat belief sich der Bestand auf insgesamt 2.819 Stellen. Das ist ein Plus von 331 Stellen (+13,3 Prozent) gegenüber September. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind immer noch 1.674 Stellen weniger gemeldet worden (- 37,3 Prozent).  

Der Gesamtzugang seit Jahresbeginn belief sich in diesem Monat auf 6.616 Stellen. Das entspricht einem Minus von 4.376 Stellen oder -39,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich des Arbeitslosengeldes I (SGB III), für den die Arbeitsagentur Bad Homburg in den drei zugehörigen Kreisen ausschließlich zuständig ist, nahm die Zahl der Erwerbslosen um 506 Menschen (-4,5 Prozent) auf 10.690 Erwerbslose ab. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im Oktober 4.592 Menschen mehr (+75,3 Prozent) gezählt.  

Im Bereich des Arbeitslosengeldes II (SGB II), welches im Agenturbezirk Bad Homburg ausschließlich in kommunaler Hand liegt, sank die Zahl der Arbeitslosen auf 11.046 Menschen (- 260 Personen oder -2,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 1.711 Personen mehr (+18,3 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Die prozentuale Verteilung sieht wie folgt aus: 49,2 Prozent (SGB III) zu 50,8 Prozent (SGB II). 

Ausbildungsmarkt

Das Ausbildungsjahr 2019/2020 endete am 30. September 2020. Die Abschlussstatistik zum Ausbildungsjahr wird in einem gesonderten Bericht veröffentlicht werden.

Entwicklung im Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Kreis Groß-Gerau

Die drei Landkreise des Agenturbezirks Bad Homburg konnten alle einen Rückgang verzeichnen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.  

Hochtaunuskreis

Im Oktober waren im Hochtaunuskreis insgesamt 6.054 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 197 Personen (-3,2 Prozent) weniger als im September und 1.931 Menschen (+46,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Davon waren 2.963 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 3.091 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Im SGB III Bereich waren 191 Personen oder -6,1 Prozent weniger arbeitslos. Im Bereich des SGB II waren es 6 Arbeitslose oder -0,2 Prozent weniger als im September. (Relation: 48,9 Prozent zu 51,1 Prozent).  

Gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Rechtskreis SGB III 1.267 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+74,7 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 664 Personen mehr (+27,4 Prozent). 

Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozent auf 5,0 Prozent. Im Oktober 2019 lag die Quote bei 3,5.

Der Zugang offener Stellen belief sich auf insgesamt 203 Stellenmeldungen im Oktober (- 4 Stellen oder – 1,9 Prozent). Der Zugang offener Stellen wies im Vergleich zum Oktober 2019 einen Rückgang von 123 Stellen auf. Dies entspricht einem Minus von 37,7 Prozent. Der Stellenbestand lag bei 780 offenen Stellen. Das waren 55 Stellen oder 7,6 Prozent mehr gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr lag der Bestand bei 486 Stellen oder – 38,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Zugang seit Jahresbeginn belief sich auf insgesamt 1.895 Stellen und somit auf 1.610 Stellen weniger (- 45,9 Prozent) als im Vorjahreszeitraum.   

Main-Taunus-Kreis

Im Main-Taunus-Kreis nahm die Arbeitslosenzahl im Oktober um 42 Menschen (- 0,7 Prozent) auf 6.294 ab. Im Vergleich zum Vorjahr waren 2.035 Menschen mehr (+47,8 Prozent) gemeldet.

Davon waren 3.198 Personen dem Rechtskreis SGB III und 3.096 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Dies ergibt eine Relation von 50,8 Prozent (SGB III) zu 49,2 Prozent (SGB II). Im Bereich des SGB III gab es einen Rückgang von 44 Erwerbslosen (-1,4 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Mit Blick auf den SGB II Bereich gab es einen Zuwachs von 2 Personen oder 0,1 Prozent. Insgesamt waren 1.563 Personen oder 95,6 Prozent im Bereich des SGB III mehr gemeldet. Im SGB II Bereich sah es wie folgt aus:  Hier waren im Vergleich zum Vorjahr 472 Erwerbslose oder 18,0 Prozent mehr gemeldet.

Die Arbeitslosenquote sank ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent und liegt damit nunmehr 1,5 Prozent über dem Vorjahreswert (3,3 Prozent).

Der Bestand offener Stellen lag bei 777 Stellen und damit 56 Stellen oder 8,1 Prozent über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Bestand 227 Stellen bzw. 22,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Zugang offener Stellen lag mit 242 Stellen und 83 Stellen bzw. 52,2 Prozent über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 24 Stellen mehr gemeldet worden, was einem Plus von 11,0 Prozent entspricht.

Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Main-Taunus-Kreis insgesamt 1.745 Stellen, 721 Stellen weniger (- 29,2 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Kreis Groß-Gerau

Im Kreis Groß-Gerau belief sich die Zahl, der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen im Oktober auf 9.388.  Das waren 527 Personen weniger als im Vormonat (-5,3 Prozent) und 2.337 mehr (+33,1 Prozent) als vor einem Jahr.   

Darunter waren 4.529 Menschen dem Rechtskreis SGB III und 4.859 dem Rechtskreis SGB II zugeordnet. Gemessen an der Gesamtzahl entfielen somit 48,2 Prozent der Gemeldeten auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 51,8 Prozent auf den Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit sank in beiden Rechtskreisen. (SGB III: - 271 Personen oder – 5,6 Prozent; SGB II: - 256 Personen oder - 5,0 Prozent). So waren 1.762 Menschen im Rechtskreis SGB III mehr arbeitslos als vor einem Jahr (+63,7 Prozent). Im Rechtskreis SGB II waren es 575 Menschen mehr (+13,4 Prozent).  

Die Arbeitslosenquote sank in diesem Monat um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,6 Prozent.     

Der Stellenzugang im Landkreis Groß-Gerau belief sich auf 477 Stellen. Dies entspricht einem Plus von 156 Stellen bzw. + 48,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren 51 Stellen oder -9,7 Prozent weniger gemeldet.  Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen insgesamt 2.976 offene Stellen. Das waren ebenfalls deutlich weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (-2.045 Stellen oder – 40,7 Prozent). Der Stellenbestand lag mit 1.262 gemeldeten Stellen über den Vormonatswerten (+218 Stellen oder + 20,9 Prozent) und 961 Stellen weniger als im Vorjahr      (-43,2 Prozent).    

Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit stieg im Oktober wieder leicht an. Insgesamt wurden 82 Anzeigen gestellt. Im September waren es noch 55 Anzeigen. Diese Entwicklung zeigt sich weitestgehend auch in den drei zum Agenturbezirk gehörenden Kreisen.

Agenturbezirk Bad Homburg

Insgesamt gingen im Agenturbezirk im Oktober 82 Anzeigen auf Kurzarbeit ein. Angemeldet wurde die Kurzarbeit für insgesamt 2.150 Beschäftigte. Insgesamt stellten die Unternehmen von April bis Ende Oktober insgesamt 7.799 Anzeigen, und meldeten damit Kurzarbeit an. Die Zahl der Betroffenen Mitarbeiter/innen in den Unternehmen, für die Kurzarbeit angemeldet wurde, lag bis Ende Oktober agenturweit bei 123.655 Beschäftigten. Auch hier gilt, dass es dabei nicht um die tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter handelt. Diese fällt erfahrungsgemäß etwas niedriger aus und kann statistisch im Moment nicht erfasst werden.

Hochtaunuskreis

Im Hochtaunuskreis liegen nunmehr von April bis Ende Oktober insgesamt 2.590 Anzeigen von Unternehmen vor. Im Oktober hatten die Unternehmen 27 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingereicht. Im September waren es noch 22 Anzeigen. Betroffen sind damit 946 Beschäftigte in Kurzarbeit. Im Gesamtzeitraum wurde für 27.653 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.

Main-Taunus-Kreis

Im Main- Taunus-Kreis liegen nunmehr von April bis Ende Oktober insgesamt 2.611 Anzeigen von Unternehmen vor. In diesem Monat meldeten die Unternehmen 27 neue Anzeigen auf Kurzarbeit, genau wie im September. Damit wurden 596 potentielle Kurzarbeiter neu gemeldet. Insgesamt wurde für den Zeitraum von April bis heute für 34.867 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.

Kreis Groß-Gerau

2.598 Anzeigen lagen im Landkreis Groß-Gerau Ende Oktober vor. Von Kurzarbeit betroffen, waren demnach 61.135 Beschäftigte. Im Oktober wurden 28 Anzeigen gestellt, im September waren es nach der neusten Statistik 18 Anzeigen. Damit wurde für 608 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.