29.05.2019 | Presseinfo Nr. 27

Entwicklung am Arbeitsmarkt eher robust als dynamisch

- Arbeitslosigkeit leicht gesunken, Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 4,6 Prozent

- Weniger Arbeitslosmeldungen, aber auch weniger Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit

- Nachfrage nach Arbeitskräften gesunken

Die Arbeitslosigkeit ist im Mai sehr leicht gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 4,6 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist rückläufig.

Die Frühjahrsbelebung ist im Mai noch etwas zu spüren, kommt aber allmählich zum Erliegen. Zwar ging die Arbeitslosigkeit insgesamt noch leicht zurück, jedoch mit deutlich weniger Dynamik als in den letzten drei Monaten. Noch immer melden sich eher wenige Menschen arbeitslos, aber im Mai nahmen auch weniger eine Beschäftigung auf. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nun rückläufig.

Im Rhein-Hunsrück-Kreis konnte die Arbeitslosigkeit aktuell dennoch unter die Drei-Prozent-Marke sinken“, informiert Gundula Sutter, die Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. „Nach wie vor ist der regionale Arbeitsmarkt robust, die Beschäftigung wächst stetig“, so Sutter. Insofern dürfte sich der positive Trend kaum ändern, allenfalls in der Ausprägung etwas abschwächen.

Der Ausbildungsmarkt zeigt sich ebenfalls regional unterschiedlich. Das Verhältnis zwischen Jugendlichen und Ausbildungsstellen ist in den Landkreisen Bad Kreuznach und Birkenfeld ausgeglichen. Die Unternehmen im Rhein-Hunsrück-Kreis haben es jedoch mit einem starken Stellenüberhang zu tun.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im Mai waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 8 644 Menschen arbeitslos, 68 oder 0,8 Prozent weniger als im April. Damit scheint die bereits im Februar begonnene Frühjahrsbelebung allmählich zu Ende zu sein. Die Arbeitslosenquote betrug wie im April 4,6 Prozent.

Die Betreuung der arbeitslosen Menschen erfolgt in zwei getrennten Rechtskreisen: 2 966 Personen oder 34,3 Prozent wurden im Mai von der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung/SGB III), 5 678 oder 65,7 Prozent von den Jobcentern (Grundsicherung/SGB II) betreut. Der aktuell leichte Rückgang vollzog sich nur noch im Bereich der Arbeitslosenversicherung.

Innerhalb eines Jahres – also im Vergleich zwischen Mai 2018 und Mai 2019 - sind insgesamt 618 oder 6,7 Prozent weniger Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote betrug vor einem Jahr 4,9 Prozent.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

2 270 Personen wurden im Monat Mai erstmals oder erneut arbeitslos. Dies sind 2,1 Prozent weniger als im April und 0,8 Prozent weniger als im Mai des Vorjahres. Darunter fiel die Zahl derer, die unmittelbar nach einer Beschäftigung arbeitslos wurden deutlich geringer aus – sowohl gegenüber April (- 9,4 Prozent) als auch gegenüber Mai des Vorjahres (- 11,4 Prozent). Obwohl der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai nicht mehr so stark ist, profitierten alle Personengruppen davon.

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist sowohl gegenüber Vormonat (- 14,8 Prozent) als auch gegenüber Vorjahresmonat (- 5,9 Prozent) gesunken.

Dennoch konnten sich mehr Menschen abmelden, als sich anmelden mussten, was insgesamt zu einer geringeren Arbeitslosigkeit führte.

Stellen:

Im Mai waren 668 Stellen neu zu besetzen, rund 20 Prozent weniger als noch im April und 27,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit hat sich der Stellenzugang im Mai abgeschwächt.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber April um 3,8 Prozent zurückgegangen und liegt ganz leicht über dem Niveau von vor einem Jahr. Insgesamt 3 092 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 90,4 Prozent unbefristet und 96,0 Prozent sofort frei.

Im Mai hatten insbesondere Handel, Gastgewerbe und Gesundheitswesen geringeren Kräftebedarf, mehr Personal als im April brauchte die Verkehrs- und Logistikbranche.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Von April auf Mai fiel die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk um 0,8 Prozent. Dabei bestanden in den Regionen Unterschiede bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit seit April. Während die Arbeitslosigkeit im Raum Simmern durchaus noch zurückging, stieg diese bereits in Kirn und Idar-Oberstein wieder an.

Vorjahresvergleich: Fast im gesamten Bezirk sind weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Besonders deutlich fiel der Rückgang binnen Jahresfrist in Simmern (- 15,0 Prozent) aus. Birkenfeld bildete leider die Ausnahme, hier ist die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres um 3,6 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 8 644 Arbeitslose (- 68)

- stagnierte bei 4,6 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 191 Arbeitslose (-39)

- fiel von 5,2 Prozent auf 5,1 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent)

  • Birkenfeld: 805 Arbeitslose (+ 7)

- stieg von 5,0 Prozent auf 5,1 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent)

  • Idar-Oberstein: 1 624 Arbeitslose (+ 24)

- stagnierte bei 5,8 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent)

  • Kirn: 1 302 Arbeitslose (+ 9)

- stagnierte bei 5,7 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent)

  • Simmern: 1 091 Arbeitslose (- 54)

- fiel von 3,1 Prozent auf 2,9 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent)

  • Boppard: 631 Arbeitslose (- 15)

- fiel von 2,9 Prozent auf 2,8 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent)

Arbeitslosenquoten nach Landkreisen:

  • Landkreis Bad Kreuznach: 4 493 (- 30)

- stagnierte bei 5,3 Prozent (Vorjahr 5,6 prozent)

  • Landkreis Birkenfeld: 2 429 (+ 31)

- stieg von 5,5 auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)

  • Landkreis Rhein-Hunsrück: 1 722 (- 69)

- fiel von 3,0 Prozent auf 2,9 Prozent (Vorjahr 3,4 Prozent)

 

Kurzüberblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Im Landkreis Bad Kreuznach ging die Arbeitslosigkeit seit April um 0,7 Prozent zurück. Auf die Arbeitslosenquote wirkte sich dieser geringe Rückgang nicht aus, sie verharrte auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent).

Auch wirkte er nur noch im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) und es profitierten nicht mehr alle Personengruppen davon.

Im Mai meldeten sich zwar weniger Menschen arbeitslos, es konnten gleichzeitig aber auch weniger ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt um 6,4 Prozent zurück.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Landkreis Bad Kreuznach reduzierte sich gegenüber April um fast 20 Prozent und lag auch um fast 40 Prozent unter der Zahl des Vorjahresmonats (Mai 2018).

Landkreis Birkenfeld:

Im Landkreis Birkenfeld stieg die Arbeitslosigkeit seit April um 3,1 Prozent an. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,5 auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent).

Während die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis Arbeitslosenversicherung noch zurückging, stieg sie im Bereich der Grundsicherung leicht an.

Im Mai meldeten sich in etwa gleich viele Menschen arbeitslos wie im April, darunter aber weniger unmittelbar nach einer Beschäftigung. Es konnten allerdings auch weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit ausscheiden.

Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit im Landkreis Birkenfeld um 0,9 Prozent zurück.

Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist gegenüber dem Vormonat um rund 36 Prozent zurückgegangen und liegt um rund 10 Prozent unter dem Wert des Mai 2018.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Im Rhein-Hunsrück-Kreis fiel die Arbeitslosigkeit seit April um 3,9 Prozent. Diese Entwicklung ist erneut günstiger als in den beiden anderen Landkreisen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 2,9 Prozent (Vorjahr 3,4 Prozent).

Während die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis Arbeitslosenversicherung noch zurückging, stieg sie im Bereich der Grundsicherung leicht an. Dennoch profitierten vom Rückgang der Arbeitslosigkeit alle Personengruppen.

Im Mai meldeten sich zwar mehr Menschen arbeitslos, darunter aber weniger unmittelbar nach einer Beschäftigung. Es konnten allerdings auch weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit ausscheiden.

Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit im Landkreis Rhein-Hunsrück ebenfalls deutlich zurück (- 14,3 Prozent). Auch dieser Rückgang fiel stärker als in den beiden anderen Landkreisen aus.

Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist gegenüber dem Vormonat um rund 6,0 Prozent zurückgegangen und liegt um 26,5 Prozent unter dem Wert des Mai 2018.

 

Ausbildungsmarkt 2018/2019:

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerbern, die sich auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle für den Sommer bei der Berufsberatung gemeldet haben, ist im Vergleich zum Vorjahr um 14,4 Prozent gesunken. Von diesen 1 650 Jugendlichen, die sich seit Oktober um einen Ausbildungsplatz kümmern, sind jetzt noch 815 auf der Suche – 2,9 Prozent mehr als im Mai 2018.

Die Zahl der Ausbildungsstellen ist ebenfalls gegenüber dem Vorjahr gesunken: Mit insgesamt 2 123 offenen Ausbildungsstellen seit Oktober wurde der Vorjahreswert um 12,0 Prozent unterschritten. Hiervon sind noch 1 113 Stellen frei, 0,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

In der Monatsbilanz für Mai stehen demnach 815 ausbildungssuchenden jungen Menschen 1 113 Angebote der heimischen Betriebe zur Verfügung.

Dabei bestehen regionale Unterschiede: Während die zahlenmäßige Relation zwischen Ausbildungsstellen und Stellensuchenden in den Landkreisen Bad Kreuznach und Birkenfeld recht ausgeglichen ist, besteht im Rhein-Hunsrück-Kreis ein deutlicher Stellenüberhang.