31.07.2019 | Presseinfo Nr. 32

Sommer lässt auch Arbeitslosigkeit steigen

- Arbeitslosigkeit saisonbedingt gestiegen, Arbeitslosenquote aber noch unter Fünf-Prozent-Marke

- Anstieg u.a. durch Schul- und Ausbildungsabsolventen

- Nachfrage nach Arbeitskräften schwächer als im Juni
 

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli gestiegen, die Arbeitslosenquote beträgt nun 4,9 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist schwächer als im Juni.

„Noch immer ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt positiv. Es gibt allerdings Hinweise, dass diese etwas ins Stocken gerät“, fasst Bertram Schuster, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Kreuznach seine Einschätzung zusammen.

Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit hingegen ist saisonbedingt und insbesondere durch Schuljahres- und Ausbildungsende geprägt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften wurde nach einem starken Juni nun wieder etwas schwächer.

Nach wie vor suchen die Unternehmen Fachkräfte und sind mit Entlassungen zurückhaltend. Deshalb ist die Beschäftigung weiterhin hoch und die Arbeitslosigkeit eher niedrig. „Der kontinuierliche Rückgang der Arbeitslosigkeit wird sich aber im Herbst vermutlich nicht in dem Umfang fortsetzen können wie in den Vorjahren. Im Landkreis Birkenfeld ist die Arbeitslosigkeit bereits auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr, im Landkreis Bad Kreuznach und im Rhein-Hunsrück-Kreis liegt sie noch deutlich darunter“, berichtet Schuster.

 

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im Juli waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 9 157 Menschen arbeitslos, 463 oder 5,3 Prozent mehr als im Juni. Aufgrund der saisonalen Einflussfaktoren wie Urlaubszeit sowie Schul- und Ausbildungsende ist die Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent im Juni auf 4,9 Prozent im Juli gestiegen.

Die Betreuung der arbeitslosen Menschen erfolgt in zwei getrennten Rechtskreisen: 3 375 Personen oder 36,9 Prozent wurden von der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung/SGB III), 5 782 oder 63,1 Prozent von den Jobcentern (Grundsicherung/SGB II) betreut. Der aktuelle Anstieg bezog sich auf beide Rechtskreise, wirkte sich jedoch stärker im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) aus. Innerhalb eines Jahres – also im Vergleich zwischen Juli 2018 und Juli 2019 - sind insgesamt 436 oder 4,5 Prozent weniger Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote betrug vor einem Jahr 5,1 Prozent.

 

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

2 421 Personen wurden im Juli erstmals oder erneut arbeitslos. Dies sind rund sechs Prozent mehr als im Juni, aber rund 11 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres. Etwas mehr Menschen meldeten sich nach einer Beschäftigung. Insbesondere die Meldungen nach Schul- und Berufsausbildung nahmen im Juli jedoch zu. Nimmt man Juni und Juli zusammen, so meldeten sich insgesamt etwa fünf Prozent weniger junge Menschen nach Schule oder Lehre arbeitslos als im vorigen Sommer.

Alle Personengruppen sind vom aktuellen Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen, besonders jedoch die Jüngeren – wie vorangehend erläutert.

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist sowohl gegenüber dem Vormonat (- 12,8 Prozent) als auch gegenüber dem Vorjahresmonat (- 15 Prozent) deutlich gesunken. Dies kann der Sommerpause in vielen Betrieben geschuldet sein und könnte sich bereits nach Ferienende wieder ändern.

 

Stellen:

Im Juni waren 765 Stellen neu zu besetzen, rund 13 Prozent weniger als noch im Juni und rund 20 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit hat sich der Stellenzugang im Juli nach einem starken Juni wieder abgeschwächt.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber Juni um 1,4 Prozent gesunken und liegt um 3,3 Prozent unter dem Niveau von vor einem Jahr. Insgesamt 3 217 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 90,5 Prozent unbefristet und 91,3 Prozent sofort frei.

Im Juni hatten insbesondere Bau- und Gastgewerbe sowie freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleister höheren Kräftebedarf, alle anderen brauchten weniger Personal.

 

Regionaler Arbeitsmarkt:

Von Juni auf Juli stieg die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk um 5,3 Prozent. Dabei bestanden in den Regionen kaum Unterschiede. In Boppard, Kirn und Idar-Oberstein fiel der Anstieg etwas geringer aus als im Rest des Agenturbezirks.

Vorjahresvergleich: Fast im gesamten Bezirk sind weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Besonders deutlich fiel der Rückgang binnen Jahresfrist in Boppard (- 10,4 Prozent) aus. Nur in Idar-Oberstein ist die Arbeitslosigkeit um 1,8 Prozent höher als vor einem Jahr.


Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 9 157 Arbeitslose (+ 463)

    - stieg von 4,6 Prozent auf 4,9 Prozent (Vorjahr 5,1 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 406 Arbeitslose (+ 164)

    - stieg von 5,2 Prozent auf 5,5 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

  • Birkenfeld 817 Arbeitslose (+ 55)

    - stieg von 4,8 Prozent auf 5,1 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

  • Idar-Oberstein 1 708 Arbeitslose (+ 67)

    - stieg von 5,9 auf 6,1 Prozent (Vorjahr 6,0 Prozent)

  • Kirn 1 392 Arbeitslose (+ 50)

    - stieg von 5,9 Prozent auf 6,1 Prozent (Vorjahr 6,4 Prozent)

  • Simmern 1 178 Arbeitslose (+ 94)

    - stieg von 2,9 Prozent auf 3,2 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent)

  • Boppard 656 Arbeitslose (+ 33)

    - stieg von 2,8 Prozent auf 3,0 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent)

     

    Arbeitslosenquoten nach Landkreisen:

  • Landkreis Bad Kreuznach: 4 798 (+ 214)

    - stieg von 5,4 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent)

  • Birkenfeld: 2 525 (+ 122)

     - stieg von 5,5 auf 5,8 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

  • Rhein-Hunsrück: 1 834 (+ 127)

    - stieg von 2,9 Prozent auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,4 Prozent)

Kurzüberblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Im Landkreis Bad Kreuznach war die Arbeitslosigkeit bereits im Vormonat stärker angestiegen als in den beiden anderen Landkreisen des Agenturbezirks. Nun fiel der Anstieg seit Juni (+ 4,7 Prozent) geringer aus als im Landkreis Birkenfeld (+ 5,1 Prozent) und als im Rhein-Hunsrück-Kreis (+ 7,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist von 5,4 Prozent auf 5,6 Prozent gestiegen (Vorjahr 5,9 Prozent).

Dieser Anstieg bezog sich auf beide Rechtskreise und auf fast alle Personengruppen.
Im Juli meldeten sich zwar mehr Menschen – insbesondere nach Ausbildung - arbeitslos, aber weniger als im Juli des letzten Jahres. Jedoch    
konnten weniger Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Aktuell ist die Arbeitslosigkeit um rund fünf Prozent geringer als vor einem Jahr.
Die Zahl der neu gemeldeten Stellen war im Landkreis Bad Kreuznach im Juni stark gestiegen und ist nun wieder um rund 20 Prozent gesunken. Sie liegt nun um etwa 30 Prozent unter der Zahl des Vorjahresmonats (Juli 2018).

 

Landkreis Birkenfeld:

Im Landkreis Birkenfeld stieg die Arbeitslosigkeit seit Juni um 5,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nun ebenso wie im Vorjahresmonat 5,8 Prozent, im Juni hatte sie 5,5 Prozent betragen.

Dieser Anstieg bezog sich auf beide Rechtskreise, betraf aber den der Arbeitslosenversicherung (SGB III) deutlicher.

Im Juli meldeten sich mehr Menschen – insbesondere nach Erwerbstätigkeit - arbeitslos als im Juni. Dies sind auch mehr als vor einem Jahr. Nach Schule oder Ausbildung meldeten sich weniger als vor einem Jahr. Weniger Menschen konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit im Landkreis Birkenfeld kaum verändert.

Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist gegenüber Vormonat und Vorjahresmonat stark gesunken.

 

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Im Rhein-Hunsrück-Kreis stieg die Arbeitslosigkeit seit Juni um 7,4 Prozent und damit am stärksten im Vergleich der drei Landkreise. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,9 Prozent auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,4 Prozent).

Dieser Anstieg bezog sich auf beide Rechtskreise und auf fast alle Personengruppen.

Im Juli meldeten sich zwar mehr Menschen – insbesondere nach Ausbildung - arbeitslos, aber weniger als im Juli des letzten Jahres. Jedoch konnten weniger Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Erfreulicherweise konnten hier in der Region jedoch etwas mehr Personen in Ausbildung einmünden als vor einem Jahr.

Gegenüber dem Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit im Landkreis Rhein-Hunsrück deutlich zurück (- 9,5 Prozent).

Anders als in den beiden anderen Landkreisen ist die Zahl der neu zu besetzenden Stellen gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen und liegt auch über dem Wert des Juli 2018.

 

Ausbildungsmarkt 2018/2019:

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerbern, die sich auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle für den Sommer bei der Berufsberatung gemeldet haben, ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,4 Prozent gesunken. Von diesen 1 819 Jugendlichen, die sich seit Oktober um einen Ausbildungsplatz kümmern, sind jetzt noch 584 auf der Suche – 13 Prozent mehr als im Juli 2018.

Die Zahl der Ausbildungsstellen ist ebenfalls gegenüber dem Vorjahr gesunken: Mit insgesamt 2 263 offenen Ausbildungsstellen seit Oktober wurde der Vorjahreswert um 10,6 Prozent unterschritten. Hiervon sind noch 798 Stellen frei, fünf Stellen mehr (+ 0,6 Prozent) als vor einem Jahr.

In der Monatsbilanz für Juli stehen demnach 584 ausbildungssuchenden jungen Menschen 798 Angebote der heimischen Betriebe zur Verfügung.