29.08.2019 | Presseinfo Nr. 36

Arbeitsmarkt zwischen Sommerpause und Herbstbelebung

- Arbeitslosigkeit leicht gesunken, Arbeitslosenquote weiterhin unter Fünf-Prozent-Marke

- Rückgang etwas verhaltener als im Vorjahr

- Nachfrage nach Arbeitskräften regional unterschiedlich

- Ausbildungsmarkt: mehr freie Ausbildungsstellen als jugendliche Bewerberinnen und Bewerber

Die Arbeitslosigkeit ist im August sehr leicht gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 4,9 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich regional unterschiedlich entwickelt.

„Nach wie vor verläuft die Entwicklung der Beschäftigung positiv. Allerdings dürfte sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Herbst im Vergleich zu den beiden letzten Jahren verlangsamen“, erwartet Gundula Sutter, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. „Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist erfreulicherweise geringer als im letzten August, die monatlichen Veränderungen fallen jedoch weniger dynamisch aus“, so Sutter.

Auch die Experten vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung halten den Arbeitsmarkt insbesondere wegen der Beschäftigungslage für robust gegenüber dem Konjunkturabschwung, sprechen aber auch von einer Defensive.

Regional wirken sich zurzeit in erster Linie saisonale Gründe aus. So zeigt sich anhand der neu zu besetzenden Stellen bereits in Bad Kreuznach und Birkenfeld wieder steigender Bedarf an Arbeitskräften, im Rhein-Hunsrück-Kreis war dies im August noch nicht der Fall.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im August waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 9 134 Menschen arbeitslos, insgesamt 23 oder 0,3 Prozent weniger als im Juli und rund 250 oder 2,7 Prozent weniger als im August des Vorjahres. Die geringe Veränderung wirkte sich in diesem Monat nicht auf die Arbeitslosenquote aus: Sie beträgt wie im Juli 4,9 Prozent. Im August des vergangenen Jahres hatte sie 5,0 Prozent betragen. Die Betreuung der arbeitslosen Menschen erfolgt in zwei getrennten Rechtskreisen: 3 243 Personen oder 35,5 Prozent wurden von der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung/SGB III), 5 891 oder 64,5 Prozent von den Jobcentern (Grundsicherung/SGB II) betreut. Der aktuelle Rückgang wirkte sich nur im Rechtskreis Arbeitslosenversicherung (SGB III) aus und bleibt für diesen Bereich bei einer um rund vier Prozent höheren Arbeitslosigkeit als vor einem Jahr. Für den Bereich der Grundsicherung liegt die Arbeitslosigkeit um sechs Prozent niedriger als im Vergleich zum August 2018.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

2 432 Personen wurden im August erstmals oder erneut arbeitslos. Dies sind etwa gleich viele wie im Juli und 2,6 Prozent weniger als im August des Vorjahres. Etwas mehr Menschen meldeten sich nach einer Beschäftigung. Die Meldungen nach Schul- und Berufsausbildung sind nach der Zunahme im Juli nun wieder rückläufig und fallen auch geringer aus als vor einem Jahr. In diesem Monat profitierten insbesondere die Jüngeren, aber auch die Menschen mit Schwerbehinderung vom leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Bei allen anderen Personengruppen fielen die Änderungen zum Juli kaum ins Gewicht. Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat um rund ein Viertel gestiegen, liegt aber noch unter dem Wert aus dem letztjährigen August. Demnach hat das Personalgeschäft in den Unternehmen der Region nach der Sommerpause wieder eingesetzt.

Stellen:

Im August waren 773 Stellen neu zu besetzen, ein Prozent mehr als im Juli, aber 6,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an Stellen ist gegenüber Juli um 1,9 Prozent gestiegen und liegt um 3,7 Prozent über dem Niveau von August 2018. Insgesamt 3 278 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 90,5 Prozent unbefristet und 92,3 Prozent sofort frei. Im August hatten das verarbeitende Gewerbe, hierunter insbesondere die Lebensmittelherstellung, die Verkehrs- und Logistikbranche und das Gesundheitswesen höheren Kräftebedarf, das Baugewerbe suchte weniger Personal.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Zwischen Juli und August ging die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk um 0,3 Prozent zurück. Dies wirkte sich in den meisten Regionen kaum aus, nur in Kirn und Birkenfeld fiel der Rückgang stärker aus. Und in Boppard stieg die Arbeitslosigkeit sogar noch einmal leicht an. Vorjahresvergleich: Im überwiegenden Teil des Agenturbezirks sind weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Besonders deutlich fiel der Rückgang binnen Jahresfrist in Simmern (- 7,9 Prozent) aus. In Boppard und in Idar-Oberstein sind zurzeit mehr Menschen arbeitslos als ein Jahr zuvor.


Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 9 134 Arbeitslose (- 23)

- stagnierte auf 4,9 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 433 Arbeitslose (+ 27)

- stagnierte auf 5,5 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent)

  • Birkenfeld: 788 Arbeitslose (- 29)

- fiel von 5,1 Prozent auf 4,9 Prozent (Vorjahr 5,1 Prozent)

  • Idar-Oberstein: 1 704 Arbeitslose (- 4)

- stagnierte auf 6,1 Prozent (Vorjahr 6,0 Prozent)

  • Kirn: 1 340 Arbeitslose (- 52)

- fiel von 6,1 Prozent auf 5,8 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent)

  • Simmern: 1 170 Arbeitslose (- 8)

- stagnierte auf 3,2 Prozent (Vorjahr 3,4 Prozent)

  • Boppard: 699 Arbeitslose (+ 43)

- stieg von 3,0 Prozent auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent)

Arbeitslosenquoten nach Landkreisen:

  • Bad Kreuznach: 4 773 (- 25)

- stagnierte auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

  • Birkenfeld: 2 492 (- 33)

- fiel von 5,8 auf 5,7 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)

  •  Rhein-Hunsrück: 1 869 (+ 35)

- stieg von 3,1 Prozent auf 3,2 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent)

 

Kurzüberblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Im Landkreis Bad Kreuznach ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat sehr leicht zurück. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent). Dieser Rückgang bezog sich nur auf den Rechtskreis Arbeitslosenversicherung (SGB III) und nur auf einen Teil der Personengruppen, insbesondere auf Jüngere. Es meldeten sich etwas mehr Menschen als im Juli arbeitslos, aber weniger als im August des letzten Jahres. Deutlich mehr Menschen konnten im Laufe des Monats ihre Arbeitslosigkeit beenden. Es waren jedoch weniger als vor einem Jahr. Aktuell ist die Arbeitslosigkeit um vier Prozent geringer als im Vorjahresmonat. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist seit Juli um rund 11 Prozent gestiegen, liegt aber noch um 7,5 Prozent unter der Zahl des Vorjahresmonats (August 2018).

Landkreis Birkenfeld:

Im Landkreis Birkenfeld ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat leicht zurück. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,8 Prozent auf 5,7 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent). Dieser Rückgang bezog sich nur auf den Rechtskreis Arbeitslosenversicherung (SGB III) und nur auf einen Teil der Personengruppen, insbesondere auf Jüngere zwischen 20 und 25 Jahre. Es meldeten sich insgesamt weniger Menschen als im Juli arbeitslos, insbesondere unmittelbar nach einer Erwerbstätigkeit, aber jeweils mehr als vor einem Jahr. Deutlich mehr Menschen – in etwa gleich viele wie vor einem Jahr - konnten im Laufe des Monats ihre Arbeitslosigkeit beenden. Aktuell ist die Arbeitslosigkeit um 1,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist gegenüber Vormonat und Vorjahresmonat stark gestiegen.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Anders als in den beiden anderen Landkreisen des Agenturbezirks stieg die Arbeitslosigkeit im Rhein-Hunsrück-Kreis leicht an (+ 1,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg von 3,1 Prozent auf 3,2 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent). Dieser Anstieg bezog sich nur auf den Rechtskreis der Grundsicherung (SGB II). Es meldeten sich mehr Menschen als im Juli arbeitslos – etwa gleich viele wie vor einem Jahr. Deutlich mehr Menschen konnten im Laufe des Monats ihre Arbeitslosigkeit beenden. Es waren jedoch weniger als vor einem Jahr.

Aktuell ist die Arbeitslosigkeit um 4,4 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist deutlich gesunken und liegt um rund ein Fünftel niedriger als im August 2018.

Ausbildungsmarkt 2018/2019:

Zum 30. September wird das Ausbildungsjahr 2018/2019 abgeschlossen. Einen Monat vorher – Stand August - sind noch 372 junge Menschen auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Gleichzeitig sind noch 526 Ausbildungsstellen unbesetzt. Im September gilt es noch beim Zustandekommen möglichst vieler neuer Ausbildungsverhältnisse zu unterstützen. Erfahrungsgemäß bewegt sich in diesem letzten Monat des Ausbildungsjahres noch sehr viel.