30.09.2019 | Presseinfo Nr. 39

Arbeitslosigkeit weiter rückläufig

- Arbeitslosigkeit gesunken, Rückgang aber etwas verhaltener als im Vorjahr
- Arbeitslosenquote nach wie vor sehr niedrig
- Gute Bedingungen zur Beendigung von Arbeitslosigkeit
- Nachfrage nach Arbeitskräften niedriger
 

Die Arbeitslosigkeit ist im September gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt 4,7 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging zurück.

Im September setzte die alljährlich übliche Entwicklung am Arbeitsmarkt ein: Nach der Sommerpause geht die Arbeitslosigkeit zurück. Das ist wenig überraschend für Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach: „Dies war trotz der leichten konjunkturellen Eintrübung zu erwarten“. Zudem verläuft die Entwicklung der Beschäftigung nach wie vor positiv und die Arbeitslosenquote in der Region liegt weiterhin deutlich unter fünf Prozent. So ist zum jetzigen Zeitpunkt lediglich ein etwas verhaltener Abbau der Arbeitslosigkeit zu bemerken.

Regional verlaufen die Entwicklungen unterschiedlich, was es in den nächsten Monaten zu beobachten gilt.

Von einem drohenden Anstieg der Arbeitslosigkeit möchte Sutter zurzeit nicht sprechen. Allenfalls vorübergehende Steigerungen in moderatem Umfang hält sie – frühestens jedoch zum Winter - für möglich.

 

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im September waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 8 832 Menschen arbeitslos, rund 300 oder 3,3 Prozent weniger als im August und annähernd 200 oder 2,1 Prozent weniger als im September des Vorjahres. Dieser im September übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel etwas geringer aus als in den letzten Jahren.

Die Arbeitslosenquote konnte von 4,9 Prozent auf 4,7 Prozent sinken. Sie liegt damit weiterhin unter der Vergleichsquote des Vorjahresmonats: Im September 2018 betrug sie 4,8 Prozent.

Die Betreuung der arbeitslosen Menschen erfolgt in zwei getrennten Rechtskreisen: 3 170 Personen oder 35,9 Prozent wurden von der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung/SGB III), 5 662 oder 64,1 Prozent von den Jobcentern (Grundsicherung/SGB II) betreut. Der aktuelle Rückgang von August auf September wirkte sich in beiden Rechtskreisen aus. Im Vergleich zum Vorjahr sind rund fünf Prozent mehr Menschen arbeitslos, die im Rahmen der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreut werden. Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) liegt die Zahl der arbeitslosen Personen um 5,5 Prozent unter der des September 2018.

 

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Insgesamt 2 351 Menschen wurden im September arbeitslos, dies sind 81 Personen weniger als im August. Darunter meldeten sich weniger Menschen unmittelbar nach einer Beschäftigung als im Vormonat. Vom aktuellen Rückgang der Arbeitslosigkeit von August auf September profitierten alle Personengruppen.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich, dass sich aktuell mehr Menschen arbeitslos melden          (+ 81 oder 3,6 Prozent), auch unmittelbar nach einer Beschäftigung (+ 4,9 Prozent).

In den einzelnen Personengruppen sind überwiegend weniger Menschen arbeitslos als im letztjährigen September. Ältere (55 +), schwerbehinderte und ausländische Arbeitsuchende sind zurzeit stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr.

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat, in dem bereits eine Steigerung erfolgte, weiter gestiegen (+ 7,5 Prozent) und liegt etwa gleich hoch wie im September 2018. Deutlich höher als im August liegt die Zahl der Abmeldungen in Ausbildung und Weiterbildung. Dies ist im September häufig so, ist in diesem Jahr aber noch etwas ausgeprägter als in 2018.

 

Stellen:

Im September waren 702 Stellen neu zu besetzen, rund zehn Prozent weniger als im August und rund 30 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das Niveau der Stellenzugänge fällt im Jahresverlauf 2019 bisher geringer aus als 2018.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber August um vier Prozent gesunken und liegt um 5,6 Prozent unter dem Niveau des September 2018. Insgesamt 3 146 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 90 Prozent unbefristet und 95,5 Prozent sofort frei.

Im September hatten verarbeitendes Gewerbe, Handel und Zeitarbeit weniger Arbeitskräftebedarf als im August, mehr Personal suchten Betriebe des Baugewerbes und öffentliche Arbeitgeber.

 

Beschäftigung:

119 449 Menschen waren zum 31.03.2019 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 1,4 Prozent mehr als zum 31.03.2018 (Vorjahresquartal) und 0,2 Prozent mehr als zum 31.12.2018 (Vorquartal).

Der Anstieg zum Vorjahresquartal fiel im hiesigen Bezirk niedriger als im Landesdurchschnitt aus. In Rheinland-Pfalz stieg die Beschäftigung von 31.03.2018 auf 31.03.2019 um 1,7 Prozent.

 

Regionaler Arbeitsmarkt:

Zwischen August und September ging die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk um 3,3 Prozent zurück. Dies wirkte sich in den Regionen unterschiedlich aus. Am deutlichsten ging die Arbeitslosigkeit in Kirn zurück, am geringsten in Birkenfeld und Boppard.

Vorjahresvergleich: Nicht mehr in allen Regionen ist die Arbeitslosigkeit niedriger als vor einem Jahr: Mehr Menschen als im September 2018 waren in den Agenturbezirken Birkenfeld, Idar-Oberstein und Boppard arbeitslos, weniger in den Agenturbezirken Bad Kreuznach, Simmern und Kirn. Dort fiel der Rückgang binnen Jahresfrist am höchsten (- 9,0 Prozent) aus.

 

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Bad Kreuznach insgesamt: 8 832 Arbeitslose (- 302)

    - fiel von 4,9 Prozent auf 4,7 Prozent (Vorjahr 4,8 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 328 Arbeitslose (- 105)

    - fiel von 5,5 Prozent auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent)

  • Birkenfeld: 783 Arbeitslose (- 5)

    - stagnierte auf 4,9 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent)

  • Idar-Oberstein: 1 633 Arbeitslose (- 71)

    - fiel von 6,1 Prozent auf 5,9 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

  • Kirn: 1 246 Arbeitslose (- 94)

    - fiel von 5,8 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 6,0 Prozent)

  • Simmern: 1 152 Arbeitslose (- 18)

    - fiel von 3,2 Prozent auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent)

  • Boppard: 690 Arbeitslose (- 9)

    - stagnierte auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent)

Arbeitslosenquoten nach Landkreisen:

  • Landkreis Bad Kreuznach: 4 574 (- 199)

    - fiel von 5,6 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)

  • Landkrei Birkenfeld: 2 416 (- 76)

      - fiel von 5,7 auf 5,5 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

  • Landkreis Rhein-Hunsrück: 1 842 (- 27)

    - fiel von 3,2 Prozent auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent)

     

Kurzüberblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:Landkreis Bad Kreuznach:

Im Landkreis Bad Kreuznach ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat stärker als in den beiden anderen Landkreisen zurück. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,6 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent).

Dieser Rückgang bezog sich gleichermaßen auf beide Rechtskreise und erreichte alle Personengruppen.

Damit liegt die Arbeitslosigkeit um 4,5 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Es meldeten sich in diesem Monat weniger Menschen als im August arbeitslos, auch weniger als im September des letzten Jahres. Dies gilt auch für Anmeldungen unmittelbar nach einer Beschäftigung. Rund zehn Prozent mehr Menschen konnten im Laufe des Monats ihre Arbeitslosigkeit beenden, etwa gleich viele wie im Vorjahresmonat.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist seit August um rund zehn Prozent gestiegen, liegt aber dennoch um rund 27 Prozent unter der Zahl des Vorjahresmonats (September 2018).

 

Landkreis Birkenfeld:

Im Landkreis Birkenfeld ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat zurück. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,7 Prozent auf 5,5 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent).

Dieser Rückgang bezog sich auf beide Rechtskreise und erreichte nahezu alle Personengruppen.

Es meldeten sich in diesem Monat etwas mehr Menschen als im August arbeitslos, auch mehr als im September des letzten Jahres. Dies gilt auch für Anmeldungen unmittelbar nach einer Beschäftigung.

Rund sieben Prozent mehr Menschen als im Vor- und als im Vorjahresmonat konnten im Laufe des Monats ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit – anders als in den beiden anderen Landkreisen - höher als vor einem Jahr (+ 3,6 Prozent).

Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist gegenüber Vormonat und Vorjahresmonat gesunken.

 

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Im Rhein-Hunsrück-Kreis ging die Arbeitslosigkeit nur leicht zurück. Die Arbeitslosenquote fiel von 3,2 Prozent auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent).

Damit liegt die Arbeitslosigkeit um 2,9 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Dieser Rückgang bezog sich nur auf den Rechtskreis der Grundsicherung (SGB II) und erreicht die Gruppe der älteren Arbeitsuchenden nicht.

Es meldeten sich in diesem Monat weniger Menschen als im August arbeitslos, aber etwas mehr als im September des letzten Jahres. Dies gilt auch für Anmeldungen unmittelbar nach einer Beschäftigung. 2,4 Prozent mehr Menschen konnten im Laufe des Monats ihre Arbeitslosigkeit beenden, dies sind weniger als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist gegenüber Vormonat und Vorjahresmonat gesunken.

 

 

Ausbildungsmarkt 2018/2019:

Zum 30. September wird das Ausbildungsjahr 2018/2019 abgeschlossen. Die Bilanz zum Ausbildungsmarkt wird voraussichtlich Ende Oktober veröffentlicht.