31.10.2019 | Presseinfo Nr. 41

Arbeitslosigkeit weiterhin rückläufig

> Arbeitslosigkeit gesunken, Rückgang aber verhaltener

> Arbeitslosenquote nach wie vor sehr niedrig

> Mehr Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung

> Nachfrage nach Arbeitskräften gestiegen

> Ausbildungsmarkt: Weniger Interesse an dualer Ausbildung
 

Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt wie im September 4,7 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gestiegen.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit nach dem Sommer setzte sich auch im Oktober fort. Allerdings fällt die Herbstbelebung in diesem Jahr nicht ganz so stark aus. „Der seit Jahren anhaltende Trend der sinkenden Arbeitslosigkeit ist etwas ins Stocken geraten“, erklärt Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Nach wie vor ist die Beschäftigungssituation günstig und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gestiegen. Aber nicht mehr alle Personengruppen profitieren von rückläufiger Arbeitslosigkeit. Auch regionale Unterschiede sind feststellbar. „Auf hohem Niveau trübt sich die Situation am Arbeitsmarkt etwas ein“, so Sutter. 

 

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im Oktober waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 8 754 Menschen arbeitslos, 78 oder 0,9 Prozent weniger als im September und 76 oder 0,9 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Dieser Rückgang der Arbeitslosigkeit von September auf Oktober fiel geringer aus als in den letzten Jahren. Im Vorjahresvergleich fällt auf, dass die Zahl der arbeitslosen Personen über der des letztjährigen Oktobers liegt. Die Arbeitslosenquote beträgt ebenso wie im September 4,7 Prozent. Sie liegt damit über der Vergleichsquote des Vorjahresmonats: Im Oktober 2018 betrug sie 4,6 Prozent. Die Betreuung der arbeitslosen Menschen erfolgt in zwei getrennten Rechtskreisen: 3 103 Personen oder 35,4 Prozent wurden von der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung/SGB III), 5 651 oder 64,6 Prozent von den Jobcentern (Grundsicherung/SGB II) betreut.
Der aktuelle Rückgang wirkte sich in beiden Rechtskreisen positiv aus.
Im Vergleich zum Vorjahr sind rund vier Prozent mehr Menschen arbeitslos, die im Rahmen der Arbeitslosenversicherung (SGB III) betreut werden. Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) liegt die Zahl der arbeitslosen Personen um 0,8 Prozent unter der des Oktober 2018.

 

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Insgesamt 2 351 Menschen wurden im September arbeitslos, das sind etwa gleich viele wie im September. Darunter meldeten sich etwas weniger Menschen unmittelbar nach einer Beschäftigung oder einer Ausbildung als im Vormonat. Vom aktuellen Rückgang der Arbeitslosigkeit von September auf Oktober profitierten hauptsächlich Jüngere, aber auch Frauen.Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich, dass sich aktuell mehr Menschen arbeitslos melden (+ 5,4 Prozent), auch unmittelbar nach einer Beschäftigung (+ 8,1 Prozent). Trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosigkeit innerhalb Jahresfrist waren Jüngere und Frauen, aber auch Langzeitarbeitslose in geringerem Umfang von Arbeitslosigkeit betroffen als im letzten Oktober.
Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken und liegt um rund fünf Prozent niedriger als im Oktober 2018. Hier unterscheiden sich die Entwicklungen innerhalb der Rechtskreise. Während in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) mehr Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit zu verzeichnen sind, sind dies in der Grundsicherung (SGB II) deutlich weniger.

 

Stellen:

Im Oktober waren 779 Stellen neu zu besetzen, elf Prozent mehr als im September und 23,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Der Bestand an Stellen ist gegenüber September leicht gestiegen (+ 0,4 Prozent) und liegt um 4,3 Prozent unter dem Niveau des Oktober 2018. Insgesamt 3 160 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 91,4 Prozent unbefristet und 95,8 Prozent sofort frei.

Im Oktober hatten verarbeitendes Gewerbe (darunter Lebensmittelherstellung, Maschinenbau und Metallverarbeitung), Handel (darunter Einzelhandel), Verkehrswesen und insbesondere Zeitarbeit höheren Arbeitskräftebedarf als im September, weniger Personal suchten Arbeitgeber aus der Gesundheitsbranche und dem öffentlichen Dienst.

 

Regionaler Arbeitsmarkt:

Zwischen September und Oktober ging die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk um 0,9 Prozent zurück, so gering, dass die Arbeitslosenquote unverändert blieb. Dies wirkte sich in den Regionen unterschiedlich aus. Während die Arbeitslosigkeit im Raum Bad Kreuznach und im Rhein-Hunsrück-Kreis aktuell eher stagnierte, ging sie entlang der oberen Nahe zurück.

Vorjahresvergleich: Nicht mehr in allen Regionen ist die Arbeitslosigkeit niedriger als vor einem Jahr: Mehr Menschen als im Oktober 2018 waren in den Agenturbezirken Birkenfeld, Idar-Oberstein, Boppard und Bad Kreuznach arbeitslos, weniger waren es nur noch in den Agenturbezirken Simmern und Kirn.

 

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 8 754 Arbeitslose (- 78)

    - stagnierte auf 4,7 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 320 Arbeitslose (- 8)

    - stagnierte auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

  • Birkenfeld: 755 Arbeitslose (- 28)

    - fiel von 4,9 Prozent auf 4,7 Prozent (Vorjahr 4,4 Prozent)

  • Idar-Oberstein: 1 616 Arbeitslose (- 17)

    - fiel von 5,9 Prozent auf 5,8 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent)
     

  • Kirn: 1 226 Arbeitslose (- 20)

    - fiel von 5,4 Prozent auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)

  • Simmern: 1 142 Arbeitslose (- 10)

    - stagnierte auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent)

  • Boppard: 695 Arbeitslose (+ 5)

    - stagnierte auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent)


    Arbeitslosenquoten nach Landkreisen:

  • Landkreis Bad Kreuznach: 4 546 (- 28)

    - fiel von 5,4 Prozent auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent)

  • Landkreis Birkenfeld: 2 371 (- 45)

    - fiel von 5,5 auf 5,4 Prozent (Vorjahr 5,1 Prozent)

  • Landkreis Rhein-Hunsrück: 1 837 (- 5)

    - stagnierte auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent)

Kurzüberblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Im Landkreis Bad Kreuznach ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat leicht zurück. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,4 Prozent auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent). Dieser Rückgang bezog sich nur auf den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung (SGB III). Nach Personengruppen konnten Frauen und Jüngere davon profitieren. Es meldeten sich in diesem Monat mehr Menschen als im September und geringfügig mehr als im Oktober des Vorjahres arbeitslos. Dies gilt auch für Anmeldungen unmittelbar nach einer Beschäftigung. Rund zehn Prozent weniger Menschen als im September und als im Oktober des Vorjahres konnten im Laufe des Monats ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist seit September um rund zehn Prozent gestiegen und liegt um rund elf Prozent unter der Zahl des Vorjahresmonats (Oktober 2018).

 

Landkreis Birkenfeld:

Im Landkreis Birkenfeld ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat stärker als in den beiden anderen Landkreisen zurück. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,5 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 5,1 Prozent). Jedoch ist die Arbeitslosigkeit hier – anders als in den beiden anderen Landkreisen – höher als vor einem Jahr (Oktobervergleich 2018-2019: + 6,9 Prozent). Der aktuelle Rückgang bezog sich auf beide Rechtskreise, erreichte aber nicht mehr alle Personengruppen. Es meldeten sich in diesem Monat weniger Menschen als im September, aber viel mehr als im Oktober des Vorjahres arbeitslos. Dies gilt auch für Anmeldungen unmittelbar nach einer Beschäftigung. Sieben Prozent mehr als im September und etwa gleich viele wie vor einem Jahr konnten im Oktober ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist seit September um rund drei Prozent gesunken und liegt um rund zehn Prozent unter der Zahl des Vorjahresmonats (Oktober 2018).

 

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Im Rhein-Hunsrück-Kreis ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat so leicht zurück, dass sich dies nicht auf die Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent auswirkte (Vorjahr 3,2 Prozent). Dieser Rückgang bezog sich nur auf den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung (SGB III). Nach Personengruppen konnten Frauen und Jüngere davon profitieren.
Es meldeten sich in diesem Monat ähnlich viele Menschen wie im September und rund sieben Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres arbeitslos. Auch die Zahl der Anmeldungen unmittelbar nach einer Beschäftigung fiel höher aus. Rund drei Prozent weniger Menschen als im September und damit ähnlich viele wie im Oktober des Vorjahres konnten im Laufe des Monats ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist gegenüber Vormonat deutlich gestiegen, liegt aber dennoch um rund 40 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

 

Ausbildungsmarkt 2018/2019:

In der Bilanz zum Ausbildungsmarkt wird deutlich, dass Unternehmen zurzeit auf weniger Interesse an dualer Ausbildung treffen.

1 884 junge Menschen und damit 12,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor kamen auf die Berufsberatung mit dem Wunsch nach einem Ausbildungsplatz zu. Davon hatten zum 30. September 127 Personen noch nicht das ihren Vorstellungen entsprechende gefunden (+ 15,5 Prozent).

Zwar ging auch die Zahl der zu besetzenden Ausbildungsstellen um 11,2 Prozent zurück, es blieben von insgesamt 2 341 Angeboten jedoch nur 116 ungenutzt (- 33,7 Prozent zum Vorjahr).

Zurzeit bestehen noch Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Berufen: Zahlreiche Ausbildungsstellen zur Kauffrau/zum Kaufmann im Einzelhandel, aber auch einige als Friseur/in, Bäcker/in, in kaufmännischen Berufen wie Industriekauffrau/-mann oder Kauffrau/-mann Büromanagement sind noch offen. Auch wer Interesse an und Eignung für Konstruktionsmechanik oder Lagerlogistik hat, hat noch Chancen.

Noch für den Ausbildungsstart 2019 oder schon für 2020: In jedem Fall lohnt ein Gespräch mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach (Terminvereinbarung unter 0800 4 5555 00).

Ein guter Zeitpunkt zur beruflichen Orientierung ist in jedem Frühjahr die Ausbildungsbörse der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Sie findet am 21. März 2020 in der Jakob-Kiefer-Halle in Bad Kreuznach statt.