30.11.2019 | Presseinfo Nr. 44

Arbeitsmarkt bleibt stabil

- Arbeitslosigkeit gesunken
- Weniger Arbeitslosmeldungen, aber auch weniger Abmeldungen in Beschäftigung
- Nachfrage nach Arbeitskräften rückläufig
 

Die Arbeitslosigkeit ist im November gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt 4,6 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist rückläufig. „Die konjunkturelle Eintrübung beeinflusst den Arbeitsmarkt nicht sehr stark“, so fasst Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, die aktuelle Entwicklung im November zusammen. Zwar fiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den letzten Monaten nicht mehr so deutlich aus, aber noch entspricht die Arbeitslosenquote der des Vorjahresmonats. Das heißt: Die Arbeitslosigkeit sinkt nicht mehr kontinuierlich weiter, es ist aber auch kein Anstieg über den saisonal üblichen hinaus zu erwarten. Der aktuelle wirtschaftliche Abschwung wirkt sich insbesondere in der Industrie aus. Dies zeigt sich aufgrund der unterschiedlichen Strukturen im Vergleich der drei Landkreise im Agenturbezirk. Einstellungen werden kurz vor dem Wintereinbruch seltener vorgenommen, denn auch die Stellenzahl ist rückläufig. Es kam aber auch nicht verstärkt zu Entlassungen. „Denn nach wie vor sind Arbeitskräfte knapp“, betont Sutter.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im November waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 8 720 Menschen arbeitslos, 34 oder 0,4 Prozent weniger als im Oktober und 98 oder 1,1 Prozent mehr als im November des Vorjahres. Dieser Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Herbstmonaten fiel deutlich geringer aus als in den letzten Jahren. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 4,6 Prozent und liegt damit gleich hoch wie ein Jahr zuvor. Die Betreuung der arbeitslosen Menschen erfolgt in zwei getrennten Rechtskreisen: 3 142 Personen oder 36,0 Prozent wurden von der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung/SGB III), 5 578 oder 64,0 Prozent von den Jobcentern (Grundsicherung/SGB II) betreut. Während die Arbeitslosigkeit im Bereich der Grundsicherung zurückging, stieg sie im Bereich der Arbeitslosenversicherung an. Dies gilt sowohl für den aktuellen Monat als auch für den Vergleich zum November des Vorjahres.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Insgesamt 2 251 Menschen wurden im November arbeitslos, das sind rund 100 weniger als im Oktober und rund 200 weniger als vor einem Jahr. Vom aktuellen Rückgang der Arbeitslosigkeit von Oktober auf November profitierten Männer nicht. Das ist bereits ein Vorbote der Winterarbeitslosigkeit, die Männer stärker als Frauen betrifft. Die Gesamtzahl der arbeitslosen Menschen ist dennoch höher als vor einem Jahr. Erfreulich: Trotzdem ist die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen seither um mehr als fünf Prozent gesunken. Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken (-6,6 Prozent) und liegt um rund zehn Prozent niedriger als im November 2018.

Stellen:

Im November waren 733 Stellen neu zu besetzen, 5,9 Prozent weniger als im Oktober und 13,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an Stellen ist gegenüber Oktober leicht gesunken (- 1,6 Prozent) und liegt um 6,1 Prozent unter dem Niveau des November 2018. Insgesamt 3 108 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 90,6 Prozent unbefristet und 95,4 Prozent sofort frei. Im November hatten nur Unternehmen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen höheren Arbeitskräftebedarf als im Oktober.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Zwischen Oktober und November ging die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk um 0,4 Prozent zurück, die Arbeitslosenquote fiel von 4,7 Prozent auf 4,6 Prozent. Entsprechend gering waren die Auswirkungen in den einzelnen Regionen. Keine Veränderung zum Vormonat gab es in Bad Kreuznach, Kirn und Idar-Oberstein. In Simmern war die Arbeitslosigkeit in diesem Monat noch rückläufig, während sie in Boppard und Birkenfeld bereits geringfügig anstieg. Vorjahresvergleich: Nur noch in zwei Regionen ist die Arbeitslosigkeit niedriger als vor einem Jahr: in Simmern und in Kirn.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

· Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 8 720 Arbeitslose (- 34)

- fiel von 4,7 Prozent auf 4,6 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent)

· Bad Kreuznach: 3 287 Arbeitslose (- 33)

- stagnierte auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

· Birkenfeld: 758 Arbeitslose (+ 3)

- stieg von 4,7 Prozent auf 4,8 Prozent (Vorjahr 4,5 Prozent)

· Idar-Oberstein: 1 624 Arbeitslose (+ 8)

- stagnierte auf 5,8 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent)

· Kirn: 1 217 Arbeitslose (- 9)

- stagnierte auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent)

· Simmern: 1 122 Arbeitslose (- 20)

- fiel von 3,1 Prozent auf 3,0 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent)

· Boppard: 712 Arbeitslose (+ 17)

- stieg von 3,1 Prozent auf 3,2 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent)

Arbeitslosenquoten nach Landkreisen:

· Landkreis Bad Kreuznach: 4 504 (- 42)

- stagnierte auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent)

· Landkreis Birkenfeld: 2 382 (+ 11)

- stagnierte auf 5,4 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent)

· Landkreis Rhein-Hunsrück: 1 834 (- 3)

- stagnierte auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent)

 

Kurzüberblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Im Landkreis Bad Kreuznach ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat leicht zurück. Diese geringe Veränderung, die aber noch höher ausfiel als in den beiden anderen Landkreisen, wirkte sich nicht auf die Arbeitslosenquote aus. Sie beträgt weiterhin 5,3 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent). Der Rückgang bezog sich nur auf den Rechtskreis der Grundsicherung (SGB II), Männer profitierten davon nicht. Das ist bereits ein Vorbote der Winterarbeitslosigkeit, die Männer stärker als Frauen betrifft. Vorjahresvergleich: Aktuell ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Bad Kreuznach um 1,5 Prozent niedriger als im Vergleichsmonat November 2018. Es meldeten sich in diesem Monat weniger Menschen als im Oktober, auch weniger als im November des letzten Jahres. Dies gilt auch für Anmeldungen unmittelbar nach einer Beschäftigung. Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken (- 4,8 Prozent) und liegt um rund elf Prozent niedriger als im November 2018. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist seit September um rund 17 Prozent gesunken und liegt um rund neun Prozent unter der Zahl des Vorjahresmonats (November 2018).

Landkreis Birkenfeld:

Anders als in den beiden anderen Landkreisen, stieg die Arbeitslosigkeit im Landkreis Birkenfeld gegenüber Vormonat an. Die Veränderung ist jedoch so gering, dass sie sich nicht auf die Arbeitslosenquote auswirkte. Sie beträgt weiterhin 5,4 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent). Auch ist die Arbeitslosigkeit hier – anders als in den beiden anderen Landkreisen – höher als vor einem Jahr (Novembervergleich 2018-2019: + 8,0 Prozent). Der aktuelle Anstieg bezog sich nur auf den Rechtskreis Arbeitslosenversicherung (SGB III). Er konzentrierte sich auf Männer und ausländische Arbeitsuchende. Das ist bereits ein Vorbote der Winterarbeitslosigkeit, die diese Personengruppen stärker betrifft. Es meldeten sich in diesem Monat insgesamt weniger Menschen als im Oktober, auch weniger als im November des letzten Jahres. Allerdings fielen die Arbeitslosmeldungen unmittelbar nach einer Beschäftigung höher aus als im Oktober und auch höher als vor einem Jahr. Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken (- 13,5 Prozent) und liegt um rund elf Prozent niedriger als im November 2018. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist seit Oktober um 23 Prozent gestiegen und liegt auch um rund 18 Prozent über der Zahl des Vorjahresmonats (Oktober 2018).

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Im Rhein-Hunsrück-Kreis ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat so minimal zurück, dass sich dies nicht auf die Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent auswirkte (Vorjahr 3,1 Prozent). Vorjahresvergleich: Aktuell ist die Arbeitslosigkeit im Rhein-Hunsrück-Kreis um 0,5 Prozent niedriger als im Vergleichsmonat November 2018. Die Entwicklung fällt in den beiden Rechtskreisen und regional sehr unterschiedlich aus. Im Rechtskreis Arbeitslosenversicherung (SGB III) stieg die Arbeitslosenversicherung insbesondere für Männer und ausländische Arbeitsuchende an. Das ist bereits ein Vorbote der Winterarbeitslosigkeit, die diese Personengruppen stärker betrifft. Im Rechtskreis Grundsicherung (SGB II) ist die Arbeitslosigkeit noch rückläufig. Während die Arbeitslosigkeit im Raum Simmern noch zurückging, stieg sie aus den üblichen saisonalen Gründen in Boppard an. Es meldeten sich in diesem Monat insgesamt exakt so viele Menschen neu arbeitslos wie im Oktober, jedoch weniger als im November des letzten Jahres. Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken (- 3,4 Prozent) und liegt um 7,5 Prozent niedriger als im November 2018. Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist gegenüber Vormonat gesunken (- 6,7 Prozent) und liegt um rund ein Drittel unter dem Wert des Vorjahresmonats.