03.01.2020 | Presseinfo Nr. 1

Robuster Arbeitsmarkt zum Jahreswechsel

- Arbeitslosigkeit gestiegen

- Weniger Arbeitslosmeldungen, aber auch weniger Abmeldungen in Beschäftigung

- Nachfrage nach Arbeitskräften leicht rückläufig
 

Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember gestiegen, die Arbeitslosenquote beträgt 4,8 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist leicht rückläufig.

„Zum Ende des Jahres wirken sich weder saisonale Effekte noch die abgeschwächte Exportnachfrage, unter der insbesondere die Industrie leidet, merklich auf den Arbeitsmarkt aus. Nur leicht stieg die Arbeitslosigkeit im Dezember an“, berichtet Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Dabei sind regionale Unterschiede durchaus sichtbar. Am günstigsten fiel die Entwicklung in der Region im Landkreis Bad Kreuznach aus: Hier sind sogar weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. So steht es um die Aussichten für 2020 zum Zeitpunkt des Jahreswechsels gut.

Nicht zuletzt aufgrund der Arbeitskräfteknappheit zeigt sich der Arbeitsmarkt in sehr robuster Verfassung. Das Stellenangebot bewegt sich auf einem soliden Niveau. Lediglich die Beschäftigungssituation hat etwas an Dynamik eingebüßt.

 

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im Dezember waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 9 002 Menschen arbeitslos, 282 oder 3,2 Prozent mehr als im November und 113 oder 1,3 Prozent mehr als im Dezember des Vorjahres. Damit setzte der jahreszeitlich übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Winter ein.

Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 4,8 Prozent, im Dezember des Vorjahres hatte sie 4,7 Prozent betragen.

Die Betreuung der arbeitslosen Menschen erfolgt in zwei getrennten Rechtskreisen: 3 362 Personen oder 37,3 Prozent wurden von der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung/SGB III), 5 640 oder 62,7 Prozent von den Jobcentern (Grundsicherung/SGB II) betreut.
In beiden Bereichen stieg die Arbeitslosigkeit seit dem Vormonat an. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosigkeit nur für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung an.

 

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Insgesamt 2 324 Menschen wurden im Dezember neu oder erneut arbeitslos, das sind etwas mehr Anmeldungen als im November und rund 200 weniger als vor einem Jahr. Damit scheint die Winterarbeitslosigkeit noch kaum Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitslosmeldungen insgesamt zu haben. Das lässt vermuten, dass zurzeit nur saisonale Gründe – und dies in eher geringem Umfang - für den leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit ursächlich sind.

Die Gesamtzahl der arbeitslosen Menschen ist insgesamt etwas höher als vor einem Jahr. Hiervon sind insbesondere Männer, Ältere und ausländische Arbeitsuchende betroffen. Erfreulich: Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen ist jedoch um fast fünf Prozent niedriger als vor einem Jahr. Auch sind rund vier Prozent weniger Jüngere (unter 25 Jahren) als Ende 2018 arbeitslos.

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken (- 10,6 Prozent) und liegt um rund neun Prozent niedriger als im Dezember 2018.

 

Stellen:

Im November waren 697 Stellen neu zu besetzen, rund fünf Prozent weniger als im November und 2,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber November leicht gesunken (- 0,6 Prozent) und liegt um 2,4 Prozent unter dem Niveau des Dezember 2018. Insgesamt 3 090 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 90,6 Prozent unbefristet und 93,2 Prozent sofort frei.

Im Dezember hatten gastronomische Betriebe und der Handel sowie Freiberufler (wiss. und techn. Dienstleistungen) höheren Arbeitskräftebedarf als im November.

 

Beschäftigung:

119 737 Menschen waren zum 30.06.2019 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 1,1 Prozent mehr als zum 30.06.2018 (Vorjahresquartal) und 0,2 Prozent mehr als zum 31.03.2019 (Vorquartal).

Der Anstieg zum Vorjahresquartal fiel im hiesigen Bezirk niedriger als im Landesdurchschnitt aus. In Rheinland-Pfalz stieg die Beschäftigung von 30.06.2018 auf 30.06.2019 um 1,7 Prozent.

 

Regionaler Arbeitsmarkt:

Zum Dezember stieg die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk um 3,2 Prozent an, die Arbeitslosenquote veränderte sich von 4,6 Prozent auf 4,8 Prozent. Dieser Anstieg entsprach in etwa dem des Vorjahresmonats (Dezember 2018) und betraf die Regionen in ähnlicher Ausprägung. Ausnahmen bildete nur Boppard mit einem etwas höheren Anstieg und Bad Kreuznach mit einem etwas geringen Anstieg.

Vorjahresvergleich: Nur noch in zwei Regionen ist die Arbeitslosigkeit niedriger als vor einem Jahr: In Kirn und in Simmern.

 

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 9 002 Arbeitslose (+ 282)

    - stieg von 4,6 Prozent auf 4,8 Prozent (Vorjahr 4,7 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 313 Arbeitslose (+ 26)

    stagnierte auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

  • Birkenfeld: 780 Arbeitslose (+ 22)

     - stieg von 4,8 Prozent auf 4,9 Prozent (Vorjahr 4,8 Prozent)

  • Idar-Obersein: 1 676 Arbeitslose (+ 52)

     - stieg von 5,8 Prozent auf 6,0 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent)

  • Kirn: 1 250 Arbeitslose (+ 33)

    - stieg von 5,3 Prozent auf 5,5 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent)

  • Simmern: 1 189 Arbeitslose (+ 67)

    - stieg von 3,0 Prozent auf 3,2 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent)

  • Boppard: 794 Arbeitslose (+82)

    - stieg von 3,2 Prozent auf 3,6 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent)

     

    Arbeitslosenquoten nach Landkreisen:

  • Landkreis Bad Kreuznach: 4 563 (+ 59)

    - stieg von 5,3 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent)

  • Landkreis Birkenfeld: 2 456 (+ 74)

    - stieg von 5,4 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,2 Prozent)

  • Landkreis Rhein-Hunsrück: 1 983 (+ 149)

    - stieg von 3,1 Prozent auf 3,3 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent)

     

     

    Kurzüberblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

    Landkreis Bad Kreuznach:

Auch im Landkreis Bad Kreuznach stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat an, allerdings geringer als in den beiden anderen Landkreisen des Agenturbezirks. Die Arbeitslosenquote stieg hier von 5,3 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent). Nur noch im Landkreis Bad Kreuznach ist die Arbeitslosigkeit niedriger als im Vergleichsmonat Dezember 2018 (- 1,8 Prozent).

Der aktuelle Anstieg bezog sich nur auf den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung (SGB III).

Im Dezember meldeten sich etwas mehr Menschen arbeitslos als im November, aber weniger als im Dezember des letzten Jahres. Unmittelbar nach einer Beschäftigung meldeten sich weniger Menschen.

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken (- 5,7 Prozent) und liegt um 5,5 Prozent niedriger als im Dezember 2018.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist seit November um rund sieben Prozent gesunken  - sowohl gegenüber Vormonat als auch Vorjahresmonat.

 

Landkreis Birkenfeld:

Im Landkreis Birkenfeld stieg die Arbeitslosigkeit ebenso wie bereits im November an, diesmal um 3,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,4 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,2 Prozent). Die Arbeitslosigkeit ist um 7,1 Prozent - und damit deutlich - höher als vor einem Jahr.

Der aktuelle Anstieg bezog sich auf beide Rechtskreise.

Es meldeten sich in diesem Monat weniger Menschen als im November, auch weniger als im Dezember des letzten Jahres. Auch die Arbeitslosmeldungen unmittelbar nach einer Be-schäftigung fielen geringer aus.

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken (- 13,7 Prozent) und liegt um rund 13 Prozent niedriger als im Dezember 2018.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist seit November um rund ein Viertel gesunken und liegt auch um rund 13 Prozent unter der Zahl des Vorjahresmonats (November 2018).

 

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Im Rhein-Hunsrück-Kreis stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber Vormonat deutlich an (+ 8,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg von 3,1 Prozent auf 3,3 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent). Innerhalb eines Jahres ist die Arbeitslosigkeit hier nur um 1,8 Prozent gestiegen.

Der aktuelle Anstieg bezog sich auf beide Rechtskreise.

Es meldeten sich in diesem Monat mehr Menschen neu arbeitslos als im November (+ 8,5 Prozent), jedoch weniger als im Dezember des letzten Jahres.

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken (- 17,8 Prozent) und liegt um rund 15 Prozent niedriger als im Dezember 2018.

Die Zahl der neu zu besetzenden Stellen ist sowohl gegenüber Vormonat (+ 14,3 Prozent) Vorjahresmonat (+ 10,1 Prozent) gestiegen.