30.01.2020 | Presseinfo Nr. 4

Trotz Anstieg der Arbeitslosigkeit keine Krise in Sicht

- Arbeitslosigkeit saison- und witterungsbedingt gestiegen
- Mehr Arbeitslosmeldungen, aber auch mehr Abmeldungen in Beschäftigung und Ausbildung
- Nachfrage nach Arbeitskräften rückläufig
 

Die Arbeitslosigkeit ist im Januar deutlich gestiegen, die Arbeitslosenquote beträgt 5,2 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist rückläufig.

Zwar ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk und damit in allen drei Landkreisen deutlich angestiegen. Aber diese Veränderung ist jahreszeitlich üblich und im Wesentlichen witterungsbedingt. Es mussten sich mehr Menschen arbeitslos melden, allerdings konnten sich auch mehr in Beschäftigung und Ausbildung abmelden. Dies zeigt eine gewisse Dynamik am Arbeitsmarkt der Region. Auch die Tatsache, dass die klassischen Saisonbranchen wie Baugewerbe und Gastronomie jetzt schon Stellen anbieten, lässt auf einen zügigen Abbau der Arbeitslosigkeit zum Frühjahr hin hoffen. „Auch im Januar ist keine Krise am Arbeitsmarkt in Sicht“, betont Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Die Stellen- und Beschäftigungssituation wird entscheidend für die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt sein.
Regional sind der Rhein-Hunsrück-Kreis und der Landkreis Birkenfeld stärker vom Wintereinbruch am Arbeitsmarkt betroffen als der Landkreis Bad Kreuznach. Auch dies ist Jahr für Jahr zu beobachten. So zeigt sich der Arbeitsmarkt trotz Beschäftigungsrückgängen in der Exportindustrie zurzeit sehr stabil.

 

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im Januar waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 9 871 Menschen arbeitslos, 869 oder fast 10 Prozent mehr als im Dezember und 123 oder 1,3 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres. Damit fiel der witterungsbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit im Winter in absoluten Zahlen höher aus als vor einem Jahr, liegt aber im Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 5,2 Prozent, im Januar des Vorjahres hatte sie ebenfalls 5,2 Prozent betragen.

Die Betreuung der arbeitslosen Menschen erfolgt in zwei getrennten Rechtskreisen: 4 000 Personen oder 40,5 Prozent wurden von der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung/SGB III), 5 871 oder 59,5 Prozent von den Jobcentern (Grundsicherung/SGB II) betreut.
In beiden Bereichen stieg die Arbeitslosigkeit seit dem Vormonat an, deutlicher im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Dort fiel die Arbeitslosigkeit auch höher aus als ein Jahr zuvor.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Insgesamt 2 854 Menschen wurden im Januar neu oder erneut arbeitslos, das sind rund 500 Personen mehr als im Dezember und etwa gleich viele wie im Januar 2019. Der überwiegende Teil der Arbeitslosmeldungen erfolgte nach einer Beschäftigung. Dieser aktuelle Anstieg über den Jahreswechsel betraf alle Personengruppen und beide Rechtskreise.

Zurzeit sind 1,3 Prozent mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Dabei sind weniger Frauen und langzeitarbeitslose Menschen arbeitsuchend als im letzten Januar. Für alle anderen Personengruppen hat sich die Situation am Arbeitsmarkt gegenüber dem Vorjahr etwas eingetrübt.

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell insgesamt gesunken (- 3,1 Prozent). Darunter fiel jedoch die Zahl der Einmündungen in Erwerbstätigkeit und Ausbildung höher aus.  Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat konnten ähnlich viele Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

 

Stellen:

Im Dezember waren 618 Stellen neu zu besetzen, rund elf Prozent weniger als im Dezember und 16,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Der Bestand an Stellen ist sowohl gegenüber Dezember (- 1,8 Prozent) als auch gegenüber Januar 2019 (- 4,4 Prozent) gesunken. Insgesamt 3 035 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 89,8 Prozent unbefristet und 93,8 Prozent sofort frei.

Im Januar hatten verarbeitendes Gewerbe, gastronomische und Baubetriebe höheren Arbeitskräftebedarf als im Dezember, weniger Stellen wurden von Handel und Zeitarbeitsbranche zur Verfügung gestellt.

 

Regionaler Arbeitsmarkt:

Im ersten Monat des neuen Jahres stieg die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk um 9,7 Prozent an, die Arbeitslosenquote veränderte sich von 4,8 Prozent auf 5,2 Prozent. Dieser Anstieg entsprach prozentual dem des Vorjahresmonats (Januar 2019) und betraf alle Regionen. Die Ausprägung ist in Kirn und Bad Kreuznach geringer (+ 6,5 bzw. 5,9 Prozent), in Idar-Oberstein und Birkenfeld zweistellig (+ 11,0 bzw. 10,5 Prozent) und – saisonal üblich – in Simmern und Boppard am stärksten (+ 17,0 bzw. 15,5 Prozent).  

Vorjahresvergleich: Nur noch in Kirn ist die Arbeitslosigkeit niedriger als vor einem Jahr.

 

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 9 871 Arbeitslose (+ 869)

    - stieg von 4,8 Prozent auf 5,2 Prozent (Vorjahr 5,2 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 510 Arbeitslose (+ 197)

    - stieg von 5,3 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)

  • Birkenfeld 862 Arbeitslose (+ 82)

    - stieg von 4,9 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent)

  • Idar-Oberstein 1 860 Arbeitslose (+ 184)

    - stieg von 6,0 Prozent auf 6,7 Prozent (Vorjahr 6,2 Prozent)

  • Kirn 1 331 Arbeitslose (+ 81)

    - stieg von 5,5 Prozent auf 5,8 Prozent (Vorjahr 6,3 Prozent)

  • Simmern 1 391 Arbeitslose (+ 202)

    - stieg von 3,2 Prozent auf 3,8 Prozent (Vorjahr 3,7 Prozent)

  • Boppard 917 Arbeitslose (+ 123)

    - stieg von 3,6 Prozent auf 4,1 Prozent (Vorjahr 4,0 Prozent)

     

    Arbeitslosenquoten nach Landkreisen:

  • Landkreis Bad Kreuznach: 4 841 (+ 278)

    - stieg von 5,4 Prozent auf 5,7 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

  • Landkreis Birkenfeld: 2 722 (+ 266)

    - stieg von 5,6 Prozent auf 6,2 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent)

  • Landkreis Rhein-Hunsrück: 2 308 (+ 325)

    - stieg von 3,3 Prozent auf 3,9 Prozent (Vorjahr 3,8 Prozent)

     

    Kurzüberblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

    Landkreis Bad Kreuznach:

In allen drei Landkreisen stieg die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar an, im Landkreis Bad Kreuznach jedoch am geringsten. Die Arbeitslosenquote stieg hier von 5,4 Prozent auf 5,7 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent). Nur noch im Landkreis Bad Kreuznach ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat niedriger (- 1,8 Prozent).

Der aktuelle Anstieg bezog sich auf alle Personengruppen und auf beide Rechtskreise.

Im Januar meldeten sich mehr Menschen arbeitslos als im Dezember (+ 7,7 Prozent), aber weniger als im Januar des letzten Jahres (- 6,2 Prozent). Unmittelbar nach einer Beschäftigung meldeten sich deutlich mehr Menschen als im letzten Monat arbeitslos (+ 43,9 Prozent).

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gesunken (- 11,4 Prozent) und liegt um 7,6 Prozent niedriger als im Januar 2019.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist im Januar um rund 20 Prozent, gegenüber Vorjahresmonat sogar um 44,4 Prozent – gesunken.

 

Landkreis Birkenfeld:

In allen drei Landkreisen stieg die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar an, im Landkreis Birkenfeld um 10,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg hier von 5,6 Prozent auf 6,2 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent). Die Arbeitslosigkeit ist um 5,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Der Abstand zum Vorjahr ist im Landkreis Birkenfeld am größten.

Der aktuelle Anstieg bezog sich auf alle Personengruppen und beide Rechtskreise.

Im Januar meldeten sich mehr Menschen arbeitslos als im Dezember (+ 37,5 Prozent), auch etwas mehr als im Januar des letzten Jahres (+ 1,7 Prozent). Unmittelbar nach einer Beschäftigung meldeten sich fast doppelt so viel Menschen als im letzten Monat arbeitslos (+ 91,7 Prozent).

Erfreulich: Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gestiegen (+ 2,4 Prozent) und liegt um 4,2 Prozent höher als im Januar 2019.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist im Januar um 22,5 Prozent - gegenüber Vorjahresmonat um 23,6 Prozent – gesunken.

 

Rhein-Hunsrück-Kreis:

In allen drei Landkreisen stieg die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar an, im Landkreis Rhein-Hunsrück mit 16,4 Prozent am stärksten. Die Arbeitslosenquote stieg hier von 3,3 auf 3,9 Prozent. Hier ist die Arbeitslosigkeit um 3,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Der aktuelle Anstieg bezog sich auf alle Personengruppen und beide Rechtskreise.

Im Januar meldeten sich mehr Menschen arbeitslos als im Dezember (+ 38,9 Prozent), auch mehr als im Januar des letzten Jahres (+ 9,8 Prozent). Unmittelbar nach einer Beschäftigung meldeten sich 77,7 Prozent mehr Menschen als im letzten Monat arbeitslos.

Erfreulich: Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gestiegen (+ 11,3 Prozent) und liegt um 6,6 Prozent höher als im Januar 2019.

Im Gegensatz zu den beiden anderen Landkreisen ist die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Januar gestiegen: Um 4,4 Prozent gegenüber Dezember und um 45,6 Prozent gegenüber Januar 2019.